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Full text of "Untersuchungen zur Bestimmung des Werthes von Species und Varietät: Ein ..."

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UnUt^i^m^tn 



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<Bptck^ tttib SSatietat 



8$on 



l^f tiitittttt i^pfpittitntt^ 

DrbentUc^fm $rofe{Tor ber Sotanif in Eitlen. 



1869. 






'iCtticrfttcftttttflett 



Vax 



^eftimmung be^ SSert^es Don ©fiecte^ unb 



Ivi375287 



I. :Klitl)nlim0. 



X>\t 3b ee Ux SRctamory^ofc ifl tUid) b<r vis eentrifüga 
mt würbe f{(^ in'« UnenMi*e ttxlitxtn, wÄrc t^r nii&t ein 
®egenflewi(6t gegeben : ic^ meine ben e)»ecification«trieb, 
bad a&^e Se^aTr(i(^(ett«t)ennögen beffen , nai einmal ^ur 
f&itnidittit gefommen, eine ris centripeU, weither in i^« 
rem tieften ®ninbe feine «eulerlii^Ieit etwa« angaben tann. 

®5t^e. 

Qn einem früheren äuffafce (»ot. Seitung 1862, ©. 1 tt.2) 
^abe id^ atö Siefuttat 7)ä^rtger 9(udfaaten mitget^eilt, ba^ eine 
gettiffc Bol^nenforte (Phaseolus vulgaris, P. sphaericus hae- 
matocarpus Savi) eine {Rei^e üon ©enerottonen l^inbnrd^ fid^ 
im ©efenttid^en nnbevänbert erl^ielt, unb bog Meine Variationen, 
totläft an ben ©amen borlamen, tro| forgfältiger Slu^toal^I nid^t 
gut fflUbnng einer Meibenben neuen gorm filierten, bielmel^r bei 
ber fortgelegten (ifolirten) Snitur iebe^mat aWbalb toieber in bie 
©runbform gttrlldfd^Iugett. 

^a ed au9 felbftDerftänblid^en ©rilnben toünfd^endtDerti^ er^ 
fd^eint, bag fold^e SSerfud^c burd^ längere ^tit fortgeführt toerben, 
fo ift biefed bon meiner @eite gefd^el^en, unb id^ (ege l^iermit bie 
bermaligen ßrgeBniffe ber testen ^^l^re in Äürje öor. (53 fc^ien 
mir inbeß gut, ben urfprüngtid^en SSerfud^en eine ^V(OCi^ »eitere 
8lu«be]^nung gu geben, benn e« ift fe^r too^l benfbar, bag eine 
beliebige anbere ^flanje gefunben »erben fSnnte^ »eld^e für bie 
Aufgabe : Umfang ber @)>ecied^SBariation unb Sntftel^ung neuer 

^cffman«, Unietfu^nng. 1 



2 

©peci^d burd^ Sijlruitä bcrfefteit toeit günftiger toärc, afö cBlgc^ 
auf ^ ©erat^etoo^I herausgegriffene SJc^uenform *)• -3^ b«>ci(^ in 
ber ©ärtuerei tDo^lbefannt^ toie leidet bie Petunien, Mirabilis, 
Cheiranthus, Phlox Drummondi üariiren^ toä^renb bie§ bei 
anbern fo gut toie n\d)t ber gatt ift, fo bei Datura ceratocaula, 
Beseda, Eutoca viscida; Cosmos blpinnatus, Rhodanthe 
Manglesii (cf. Carrifere, prod. et fixat. des vari^t^s dans 
les v^g^taux. Paris 1865, p. 12). Unb im Si^ierreidf^ toieber^ 
l^oteu fici^ ä^nüd^e Srfd^einuugen , j. 33. bei beut ^erl^u^n ober 
ber ®an« im SSergleid^e jum ^ferbc unb ber laube. — ?lu« 
ber rJijirung gufäßig entftanbencr SBarietSteu, fei cS „burd^ na* 
türlid^e StuStoal^l im Kampfe um ba« Dafein ober burc^ pl^^fi* 
laüfd^e unb ä^nlid^e (Sinflüffe, fotten aber bie neuen ©pecieS ent* 



*) Sllö SSorbcrcitung in bicfcn SBcrfuc^cn l^attc iäf int grülfiialS^r 1855 
eine grbgcre Sln^a^t toon ^o^ncnfortcn au8 ber (3xnppt vulgaris unb mul- 
tiflorus auögefäet. 3)a bei ber 3(embe jtc^ feine SSeränberung ergab, öiel« 
me^r atte i^ren befonberen QE^araftcr in betreff ber ©antenfornt, *@rö6c 
unb «'garbe ganj (ober faft ganj, cf. no. 1) beibehalten l^atten, fo wählte 
ic^ für bie »eiteren SBerfud^e ganj »iöfürli^ bie No. 4, spliaer. haem. — 
Jöcrjeid^niß ber im Sa^re 1855 geprüften ©orten : 

1) Phaseolus zebra (ju vulgaris L. Koch). S3ei ber 9(ernbe ein 2^^eU 
ber @amen bunfter, faft einfarbig. 

2) Phas. vulgaris L. grü^^e Htferbol^ne. 

3) Phas. vulgaris L. ©c^warjc 2öaci^«=@tangenbo]^ne. 

4) Phos, sphaericus haematocarpus Savi {ya vulg.). 

5) Phas. vulgaris L. SButter»@taubenbreti^bo]^ne. 

6) Phas. vulgaris L. Seige 9Herenbuf^bo^ne. 

7) Phas. vulgaris L. ©cfgifti^c 9herenbo^ne. 

8) Phas. vulgaris L. 33unte üJderenbolfine. 

9) Phas. derasus Hort. (vulg.). 

10) Phas. melaleucus Hort. Lugd. (vulg.). 

11) Phas. Hemandesii Hort. (vulg.). 

12) Phas. tunkinemis Hort (vulg.). 

13) Phas. multiflorus L. geucrbo^ue. 

14) Phas. multiflorus L., coccineus Link. 2Öe(f(i^e ©o^ne. 

15) Phas. multiflorus L. Seifte ißo^ne, bunte. 

(gfio. 1—12 öon ©retföwalbe). -- groben jtnb aufbewahrt. 



8 

ftanbcn fein unb nod^ entfielen, bie »ir im Soufc bcr ffirbge^^ 
fc^id^tc auftreten feigen. S)ariu liegt bie l^ol^e iöebeutung biefer 
gcinjen rJrage^ »eld^e gu ber 3^i^f ^I^ steine obiöen 2Serfu(3^e 
begannen (1855, alfo mehrere Qa^re öor bem ßrfcl^einen bc« 
üDartoin'fc^cn ^uäf^^ on the Origin of species 1859), noc^ 
toeit toeniger l^erbortrat, atö blefe^ heutigen läge« ber galt ift* 
9ü<^t« ift aber bebenflici(^er, für ben Srebit ber 9?aturtpiffcnf(i^af«= 
ten im ungemeinen gefä^rtici^er, atö tt>enn n)ir anfangen eine 
$Vj)ot^efe fofort au« i^rer — übrigen« l^ocl^tt)i(3^tigen — ©tel* 
lung o6ne ©eitere« ]^erau«jurüden unb feftft at« Setoiefene«, 
al« integrirenben %i)^H ber Statur» iffenfc^aft, al« Sl^eorie 
^injufteüen. ^ux 3^it ober [teilen bie I)inge fo, bag bie «n« 
na^me ober 9li(i^tanna^me ber f-g. ®öt^e»8amard'f<^en ober 
Dartoin'fd^en aSorftcßung«tt)ei)c nid^t eine grage ber eyoften 
a3iffenf(3^aft, fonbern be« »iffenfd^aftlici^en ©tauben« ift. 

Um aber beutlid^ gu mad^en, »a« mit ben nati^folgenben 
SSerfud^en begtoedt toirb, muß ic^ bie »on mir feftgel^altenen att- 
gemeinen ®efici^t«<)unfte, alfo ba« Programm, in t^unlid^er Jfürje 
»orau«fd()i(Jen. 

?ltte aWaterie ift etoig. aöe Äraft ift etoig; mir fe^en feine 
neu entfielen, leine untergel^en. S)ie SBiffenfd^aft fennt feine 
SKaterie o^ne fträfte, feine Äraft o^ne SWaterie. 

®iefe gunbamentatfäfee ber ^^^fif ftnb auf inbuctiüem ©ege 
gewonnen; aber fie gtoingen un« nun, auf bebuctiöem ffiege toeitcr, 
ja rüdwärt« gu fd^tießen. treten im Saufe ber SEBeftengefd^id^te 
anfd^einenb neue ^^änomene auf, fo ^aben toir feine Urfadf^e 
mel^r, ba« ffintfte^en neuer aWaterie angunel^men, bie i^uen gu 
®runbc liege; unb fein 9ted()t, neue ihräftc angunel^men, »eld^e 
fte l^eröorbringcn, ©onbern mir muffen annehmen, bag am alten, 
ewigen ©toffe bie alten, etoigen ^äfte nur in neuer Kombination 
ober ÜRobification fid^ funbgeben. ®ie 3^ee einer ©d^öpfung, 
einer ^erftettung Don etioa« 5Reuem au« 9?id^t« »irb au«ge«^ 
fd^Ioffen. 

®iefe SBetrad^tung«toeife ifat ju ber ^errfdf^enben ff an t*' 8 a» 
^)lace'fd^en ffo«mogonie-|)^<)ot§efc geffil^rt; fie geftattet g. 93, 



niäft, ba^ auftreten einer neuen, befonbcren Är^ftaflifatlon^fraft 
für einen neu bargefteflten d^cmifc^en Äbrpcr onjunel^men. Die* 
felbe 9?ei^e »on SJorfteüungen l^at auf beut ©ebiete beö Organi* 
fc^en jur annähme einer Urentftel^ung g^fö^^*/ P^ fd^Ue^t eine 
befonbere Organifation«* ober. \?eben«!raft an9 att et\s>Ci^ neu 
^injugefornmene^ ober Sigentpmlid^e^. SSon ba wod^te man 
einen »eiteren ©cH^ritt : jur Ännal^me einer Generatio spon- 
tanea; fiir bie SBergangenl^eit ober anttf für bie ©egentt^art. W>tx 
biefe Stnnal^me fte^t im S3Biberfj)ruci^e mit ganj beftimmten unb 
auf ba« ©orgfältigfte controürten ffirfa^rungen. Q6f l^abe toieber* 
l^oft 93eran(affung genommen, mid^ auf ®runb eigener einge^enber 
Unterfud^ungen gegen biefetbe auöjufprec^en (f. u. a. ©ot. 3^1*- 
1860, 9?o. 5 u. 6, 1863, 9Jo. 41), unb fomme l^ier nic^t »eiter 
barauf gurüdf, inbem id^ bie grage für e5})ertmentell ericbigt 
^atte. 

Sonfequent allein ti)äre^ toenn aud^ ba6 ßeben auf ber (grbe 
aU ekoig, atö anfangdlod anerfannt mürbe; man ^ätte bann me* 
nigften^ nid^tö U^arüpUt, loa^ fidler feftgefteKten Sl^atfad^en toiber*^ 
]px\6ft; man l^at eine $^5)ot]^efe au«gefprod^en, toeld^e gioar ber 
9?atur ber ©ad^e nad^ nid^t beujei^bar, bem SBerftanbe aber »ol^t 
ebenfo abaquat ift, tote bie ©toigfeit ber 5I»aterie unb ber an i^r 
fonft nod^ t^ätigen Gräfte, toie j. »• be« ffalfeö ober ftol^Ienftoffe« 
mit i^ren eigent^ümtid^en JUri^ftaQifation^formen. Sine Genera- 
tio spontanea ift bagegen imb bleibt eine „©d^3j)fung and Siid^t«", 
in ba« ©ebiet ber organifd^en Setoegung übertragen. 

©obalb ti)ir, nad^ bem ©eif^jiele ber größten «ftronomen, 
bie tJtage nad^ bem f. g. Anfang ber I)inge fatten toffen unb 
bad Unenblid^e einfach anerfennen, ^aben tt>ir auc^ auf bem or^ 
ganifd^en ©ebiete freie S3a!^n, mir finb auf bem 33oben ber loirl« 
lid^en SBiffenfd^aft bon natttrüd^en Singen, ber 9laturforfd^ung. 
5Wid^t« jwingt un^ nunmetjr, alle organifd^n gormen an^ Defo* 
nomie m\ einer einzigen mögtid(^ft einfad^en abzuleiten, bon einer 
Urjette ober einem Protoplasma » Kröpfen ; toir fönnen unfere 
Unterfud^ung mit einer großen 3KannigfaItigfeit beginnen, toie eS 
bie 9HineraU9Korp^ologen (Är^ftaöograp^en) aud^ ti^un; ja fic 



benlen ntd^t einmal baratt/ bag ed anberd fein fönnte. S3tr ^aBen 
nnr nod^ ber Uni})rä8un8 ber organifd^en gornten in ben fucccf:» 
püen (grbpcricben {Red^nung gu tragen, nnb bie fo icfd^ränfte 
SCran^mutation^^^^^Jot^efe ift bon ba an boöfommen toiffenfd(faft* 
Iid(f bered^tigt unb bidcuffion^f&^ig. 6« ift gcmi^ fein 3ufalf, 
baß ©artoin, gnntat in feinem erften betreff enben SEBerfe, jene 
erftere fjrage, nSmtid^ nad& bem Anfang, ganj mit ©tittfd^toeigen 
übergebt; unb gfouren« l^atte Unred^t, toenn er i^n be^^alb 
tabelte unb meinte, bamit fei eigentlid^ gefagt, bag S) arm in 
gerabe bon ber ^anpt\a<tft — bem Urfprung ber «rten — nid(ft^ 
jtt fagen »iffe* Unb ebenfo öerlel^rt ift e«, in jenem ©d^toeigeu 
eine Eonceffion <in bie engtifd^e Ortl^obofie gu bermutl^en ; toenig* 
ften« ift bie entgegengefefete Slnfid^t ebenfo bered^tigt 

®ie ^^pot^cfe bon ber Äutogonie ober <)rimiti»en Gene- 
ratio spontanea nimmt Ublid^er Steife al9 erften ^(u^gang^punlt 
ber organifirten Srbenbetoo^ner einen mögtid(fft einfachen Drga* 
ni^mu^ an, aber bie bermotigc ©jiftenj fo biefer reid(^ compli^ 
ctrten Organismen, toetd(>e in t^erfc^iebenen 9iid^tungen unb hnxäf 
lange 9ieil^en eine munberbare gamilienäl^ntic^feit unter eiitanber 
jeigen, führte loeiter ju ber Ännal^me, ba| auö icnen einfad(ffteu 
UrorganiSmen im ?aufe ber 3^'^ ^^^ *^'^ comjjücirteften unb 
frembartigften , aW neue SWcbipcationeu l^ertoorgegangen feien, 
unb bag fie im Saufe ber 3^^* immer loeiter ftd^ änberten, b,!^, 
in neuen gormcombinationen aufträten, üDieß ift ba^ ©efen ber 
©eöcenbenjl^^pot^efc Dom autogoniftifd^en ©tanb))unfte ; loSgeJdft 
bon biefem unb fclbftftänbig ift bicfelbe namentlid^ bon ®ar* 
toin bezaubert toorben (bejügtidj^ ber frül^eren SSerfuc^e in biefer 
JRid^tung bgl. bei ©ärtner, 93aftarb^grjeugung 1849, @. 148 
ff. unb ^aedtel, generelle SKorjjl^oIogie 1867, unb natörUd^e 
@d^bpfung«gefd^id&te 1868). 

Snbem bie Transmutation« *^^l)ot]^efe in ber jefet übtid^en 
f^orm nun aber eine Umtoaublung in baS Unenbüd^e an« 
nimmt, gerätl^ fie in ffiiberfprud^ mit j)ofitiben I^atfad^en im* 
fere« emj)irifd^en ffitffen«, unb fie terftedtt fid(^ bergeblid^, um 
biefe ©d(ftt)äd^e ju berbedten, l^inter Sleonen; ganj iüie bie ^ifpo* 



6 

tl^efc t>on ber Slutogonic fid^ cBcnfo tt>iöfürücl& unb efcenfo incjact 
:^lnter bie Urjeit unb btc „einft anber« getocfcnen SBerl^ältniffc" 
jitrlidjiel^t ®enn »enn e^ anöf feinem B^^if^t unterliegt^ bag 
folcH^c cinft cfiftirten, unb ba§ ja^ofe Seben^formen gerate in 
golge i>ou beren Stenbcrung gum Untergänge gefül^rt tourben 
unb au^gcftorben finb; fo fe^lt unö boc^ no^ ieber empirifc^c 
8ln^att«^)untt; bo§ eben foIci(^e SScrpitniffe (eine ^ö^ere SBärmc, 
©unftmenge, Äo^Ienföuregel^alt ber 8uft u. f. to.) irgenb »etci^e 
bemerlen^ttjert^en äenberungen an ben un« befannten Drgani«« 
men ■^eri>orjubringcn vermögen. !Die f- g. „fümatifd^en" SSaria- 
tiouen ftc^en atö fold^e erfal^rung^mägig auf fe^r fd^toaij^en 
gü^en, ber Sinflug ber SMebien ift jur ^üt noäf faft ganj un=» 
betannt. 

ÜKeinc Säufgabe gel^t boi^in, ennjirifd^ gewonnene S^^atfod^en 
üorjubringen, »etc^^e ben ©afe befräftigen fotlen, baß bie SCran«* 
mutation bur^ 2Sarietäten*Söifbung eine große ift, aber feine un* 
enbüd^e, melme^r eine inner^lb beftintmter 33ai^nen feft begrenzte ; 
baß atfo, »enn man ber De^cenbenj*,^^j)otl^efe fernerhin l^ufbigen 
toill, ein anberer üJJobn« unb beffere 23etDei)e aufgefuci^t toerbcn 
muffen. Unb »enn man einwerfen toirb, baß Srfal^rungen tt>^ni* 
ger ^^^^^aufenbe, unb @jc<)erimente eineö S)ecennium^, gegenüber 
jenen i)oftulirten äeonen, nid^t in bie SBaagfc^ale foöen ; fo bleibt 
boc^ ba^ untoiberleglid^ befte^en, baß fie allein un^ ate Aufgangs* 
Vunft bienen bürfen, folange toir überi^aupt nod^ ben ©runbfafe 
feftl^atten, baß bie SRaturtoiffenfc^aft ein SBiffen — ftatt aWei* 
nen — toon natürlichen S)ingeu bebeutet; unb baß aller tt>a^re 
{Jortfdfjritt auf biefem ©ebiete nur auf biefem ©egc möglidjj, baß 
fein ©d^luß me^r fi(^er ift, toeldf^er über baö rein SE^atfäd^licl^e 
^inauögel^t ober gar mit i^m in ®iberf<)ruc^ fte^t. SSSer bie 
SC^atfac^e jugibt, baß eine Generatio spontanea unb eine Va- 
riatio in infinitum u uferen Srfa^rungen toiberftreiten, fie 
ober bennodjf unter 2l))})ellation an uralte unb unbefannte „be^ 
fonbere SSerl^ältniffe" jur SRettung ber ® e^cenbenjl&^^ot^efe , ja 
alö bereu g^ubament, gelten läßt; mit bem ift »iffenfd^aft* 
tic^^ nic^t miffx ju ftreiten. SKan fann »cbev i^n toiberlegen, 



mäf er un«. ßr fielet auf bcm ©cblctc bcr fubJccttDcn Uefter* 
jeuflung, be« ©tauben«, ßr beflnbet pd^ genau in bemfelbcn 
gaöe^ n>te jene, toelc^e — entgegen unfercn tSglid^cu <£rfabrun^ 
gen unb beut 3^wgni6 unferer ©inne — an bie ©unber ber re* 
ligiäfen SW^tben glauben^ inbcm fic an SSct^ättniffc appeüirtn, 
toelcl^e )>on ben getoöl^nlici^en abu>etd(fenb gett)efen fein foQen. 9)tan 
bilbet [xdf ein, äc^t n^iffenfd^afttid^ unb e^act ju fein, berf&Itt 
aber, o^ne c6 gu bemerfen, in eine anbere gorm be« ffäl^lergfau* 
benö, ber barum nid^t beffer ift, bag er feine ^eilige unb ®e* 
mät^dangelegeu^eit bieler SDifenfcl^en geworben ift, tote ber anbere. 
Oronie be« ©df^idfatt! ©oQen mir baju berurtl^eilt fein, und 
etoig im Sreife gu bre^en? . 

9Han fann, ttjie e« mir fd(feint, nic^t getabelt toerben, toenn 
man unter biefen Umftänben eingefte^t, auf bem Oebiete ber 
ftrengen ffim^jiric gnr 3^1* jene großen 9i8t:^fil toeber löfen, noc^^ 
bie berjeit tcrfudf^ten Söfungcn gutl^ei^en gu tonnen; ja »o^t 
meuiger, ald toenn man burd^ eine 3(nna^me iene SUde audge« 
füüt glaubt, beren gwnbamente gur 3^^* i" 8Biberfj)rud(f ftcl^en 
mit fidf^er befannten gacten. Unb gerabe jener @tanb))unft ber 
9ieftgnation ift offenbar fetne^megd not^menbig ein ©d^ritt gu — 
ober gar ibentifd^ mit — bem ©lauben an SSBunber unb »iber» 
finnige '?lu«funft«mittcl, »eld^e ber ffiiffenfd^aft fremb bleiben 
muffen; er ift im ©egent^eile babon entfernter, att ieber anbere. 

I)ie an^&nger ber S)c«cenbenä*$^pot^efe finb befriebigt, fo* 
balb pe bie SC^atfac^e erfannt ^aben, bagbic ©pecieö bariiren 
unb bag biefe Variationen in getoiffen gäOen conpant »erben 
Knnen. ©ie nehmen an, bafe bie| in gewiffen 9iid()tungen in'« 
Unenblid^e fo fortgebe. 

®ie6 lefetere ip ber ffern« unb Änoten^junft ber tJ^age, mit 
i^r pel^t unb fällt bie gange ^^pot^efe. 

& ip notl^wenbig, bag loir un« hierüber t)olit{ommen flar 
madf^en, benn e« finb burdf^ SKigoerftänbniffe gerabe in biefer 
SRid^tung Sintonrfe gegen bie ®c'«cenbeng^^^pot^efe gemad^t »or* 
ben, toeld^e biefetbe, genauer betrad^tet, gar nic^t treffen. 

(Sine S)ibergeng in bem @ntn)id(elung«gange nad^folgenber ®e« 



8 



nerationen lann t)ou gioeiertet %rt fein : nämttd^ rein centrifugal 
(rabialiWf^ ^jert^^l^evifd^), ober lateraL Söeibc gormen laffen 
fid^ unter bem %i(be eined 93aumed barfteQen; aber bte erfte 
gorm l^at mit berJgtDeiten in il^rem eigentlid^en SBefen widft^ 
gemein. 

a) bie )>eri)>i^ertf(l^e ober centrifugale £)it)er8en) 
ober ber S) a r m i n 'f d^e Seben^baum. @ttd(|en tt)ir burd^ bilblid^ed 
©(eid^nig bie ©aäft beutttd^ gtt mad^en. 

®er @tamm be« »anme« teftanb an^ einem Orunb* ober 
Urftoffe^ tt)etd(|en tt>ir nid^t mel^r lennen. @eine S(efte befleißen 
ani Sifen^ ®olb^ @itber^ 3^^' ^* f* ^* ®^^ Keinen 3^^ifl^ ^^ 
erfteren befte^en au« ©ugeifen, toeid^em (gifen, fei^ftaüinifd^em 
©fen, ©d^micbeeifen; aber niemaW au^ ®oIb ober ©ilber. ?lud^ 
Wnnen pd^ feitlid^ ßifen unb 3*"^ ©Über unb ®olb toerbinben 
unb ein anfd^einenb neue« ^etaü barfteflen. ?Dic| entf})räd^e 
ben Saftarben^ iene« ben @))ecie«. 

Ober : ber ©tamm l^atte bie ©runbfarbe beßgid^te«, toeiß. 
©ie «efte finb gelb, rotl^, blau. Die 3tt>eige l^eßgelb, bunfetgelb; 
carmiU; giegelrotl^; l^immetblau, inbigblau. S(ber niematö mSd^ft^ 
»ic ti)ir annel^men, au« einem gelben «fte ein blauer S^^^i* 
ffienn fie fid^ fcitlid^ t>erfd^me(jen, fo entfielet eine anfd^einenb 
neue garbe : an^ gelb unb blau grün, ©ieß toäre ber'j35aftarb, 
lene bie ©)>ecie«. 

Ober in giguren : 



I I 

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I 
I 
I 

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Der Stamm ift ein birfcr ©trid^* Die ?l#fte finb geHtbct cm« 
^unltctt^ Hcincn ©trid^cn ober ©d^tangentinien. ÜDic ^xodf^c aM 
üKoUlficationen berfe(6e» : feine ©d^Iangenlinien, untet6rod^enc 
©d^Iangenlimen^ genäherte fünfte, entfernte fünfte* aber nie* 
mate to&äf\t tociter^in, tote, toir annel^men, (in^ einem gefd^tän* 
gelten Slfte ein })unf tirter 3tt>cifl- — ®ot^ Ißnnen ftci^ 6eibe öer* 
Wnben : fünfte mit ©tridjfen abtt>e(j^felnb. ^kx SSaftarb, bort 
©})ecie«. 

©er 8e6en«baum feC&ft enbtid^, beffen ©tamm gemobert ift, 
jeigt und l^eutigen SEaged Bereit« bie 3tt>eige ber n*«» ©eneration. 
JWand^c berfelben flnb abgeftorben, ba« finb bie ertof ebenen, pa^ 
täolpgifd^en ©t)ecic». Slnbere leben nod^, jeigen aber fein 93e* 
ftreben, gu biöergiren, entt»eber »eil i^r ©aft im SJertrotf ntn ift 
(auöfterbenbe ©j)ecie«), ober toeil fie nod^ ju jung finb; bieg 
wären bie berjeit fo genannten gut begrenjten ©<)ccie«. Stnbere 
enbti^ finb in fd^ttjäd^erer ober ftärferer Serjtoeigung begriffen : 
bo« fmb bie »erben tooüenben @<)ecie«, toie Hieraciuni; Rubus, 
Viola u, bg(. ©iefe ©iDergenj ift, toie tt)ir glauben, im ?anfe 
ber ^zit grenjento«, »ir nel^men an, ba§ auf biefe ©eife 
fogar atlmäl^ticl^ ööUig neue Z\)ptn entfte^n fönnen, bie fo 
öerfd^ieben finb, toie ein ÜDreied üon einem SSiered, ein Octaeber 
t)on einem SRl^omboeber, ein SOSürfel üon einem letvaeber. ßnb^ 
lidf lommen gefd^tec^tUd^e SSerbinbungen benad^bart ftel^enbcr 
3tt)eige (33(ütl^en) öor. Da^er bie 93aftarbe, »eld^e gleid^faß« 
im günftigen gaße ju neuen ©j>ecie« au«tt>ad^fen fönnen. — 
Seiber finb bie einftigen SSerbinbung^fteMen ber S^d^^ mit bcn 
3(eften berloren gegangen, tt)ir fönnen fie nid^t nad^toeifen, atfo 
ber ©tommbaum ift gerriffen, aber bie tJragmcnte finb übrig nnb 
äl^neln fid^, tt)ir nel^men an, baß fie fo unb nid^t anber« berbun* 
ben unb georbnet »aren. SSieöeid^t finbcn tt)ir nod^ aWmä^lid^ 
ate foffite bie ffnbten<)unfte toieber auf. 

b) Slnberd bie laterale Dibergenj. SRebmen toir al«33i(b 
eine (Sfd^e ober einen St^orn, ober bielme^r eine auöeinanber ge- 
legte unb ftammbaumartig — bilblid^ ilbereinanber gefteüte Siet^e 
bon Oenerationen eine« fold^en Saume«. 3» ^^^ ^au^Jtfad^e 



10 

finb oKc (SJcnctationcn übereinftimmcnb; bod^fommen in bcttSJcr* 
jtDcigunaen linU unb r«d^t« öielfad^ me^r ober »enigcr ahtotu 
c^cnbc 3^59^ (5- 33. fa^ciat) , 33tätter (j. 3). itngcflcbcrt ober 
fein gefd^ti^t, panaö^ixt) unb SBlüt^en toor (j. 3). öerfc^tebenfar* 
big, ttiännlid^, »eiblid^^ gwitterig u. f. tt).). ©old^e fönnen fid^ 
aud^ mitunter tt)eiterl^in felBftftänbig erl^alten (burd^ ^frö^jfen 
ober bnrd^ Stnöfaat). gnbtid^ !6nnen bie SJIütl^en aud^ toon be* 
nad^barten anberen Säumen befritd^tet »erben, unb fo erl^aUen 
toir bie Saftarbe. ©efentUd^ ift l^ier 1) baß fein toirlli^ t^- 
J>ifd^ neuer SSaufti entfte^t; ed bleibt, fo lange bie ©eneratio* 
neu fid^ t)erfotgen laffen, ftet« ber alteSl^orn, mon })(it nirgenbe 
feine ®pixx toertoren, felbft tt>enn — ti)ic bei Mucor ober Pucci- 
nia •»— ein ®eneration«toed^feI üorfommen foßte; man l^at alle 
UebergSnge nad^toei^bar unb bentlid^ t)or fid^. 2) !Da§ 
burt^ coßaterate SDiöergenj balb anbiefem, balb an ienem 
Slfte, balb früher ober f<)äter, l^eute no^ »ie e^ebem gleicl^* 
artige SJariationen toorfommen, panad^irte Slätter, cingefd^ted^« 
tige SJlütl^en, 3 gallige grüc^te u. f. \o., unb ba§ biefelben eine 
fe^r ftarfc 5Keigung ^aben, in bie reine, tt^pifd^e gorm gurUdtju* 
fallen. (Qm ®anjen ba« ®ilb eine^ fd^tt)ingenben ^enbetö.) 

ß^ ift einleud^tenb, baß beibe Slnfid^ten toefentlid^ barin toer« 
fc^ieben finb : baß bie letztere auf bem 5Wad^U)ei«baren fte^en bleibt, 
bie erftere barüber l^inau^ge^t 33ei ber factifc^en Sarie* 
tätenbilbung ift bie })erip^erifc^e !Dit>ergenj erfa^rungömäßig 
t^}>ifjd^ befd^ränft, bie laterale unbefd^ränft *) ; bei ber 3)artt)in'* 
fd^en Slrtbilbung foll bagegen bie })eri^^erifc^e ©iöergenj unbe* 
fc^ränft fein, bie laterale befd^ränft, toenigften« nac^bem bie 
betreffenbe gorm eine ^t\i lang gebauert l^at (feft geworben ift). 
auf einen cmpirif^en 9?ad^n)ei« toirb ^ier in 2Jetrad^t ber Slürje 
gefd^id^tlid^er ©rfa^rung toerjid^tet, man ftüftt fid^ nur ouf 



*) 3). i). hm einzelne — fdbft extreme — :^arictät ift t>cn einer an^ 
bereit fccrfelten (^pccie« fc^^arf gcfd^iebeu, atte ftnb hnx(i) Ucbergängc ol^ne 
(Snbc ((^renje) je mt öcnetifc^ mit cinanber toerbunbcw. 



11 

eine Analogie, al&cr btcfc Stnatogie ift. fatfd^-. ober minbcften« nid(>t 
betöicfen. SlföS3cti>iet mi^t foIgenbetT^tt bicncn, Slu^Samcn 
\>on violetter, t^^)ifc^er Prunella vulgaris lönnen (Sjctn<?larc mit 
weißen Stützen J^ertjorge^en, ebenfo eine Steige öon SKittetftufen 
gtoifd^en öiotett unb beiß. ®iv ^aben ©ritnb, anjnnel^men, bag 
bie »eiße S3arietät bei ftrenger Slbfonberung unt) reiner 
3fngU(if^t fljirt »erben lann; »enigflen« finb onaIog<t?Jäöe con* 
ftatirt Darauf f erliegt Jene ^^})ot^efe nnn weiter > (gine mu 
tergegangene ©tammform (Prunella primig.enia) ^t [xäf in 
ä^ntiti^er ffieife in bie l^eutigen vulgaris nnb grandiflora gefpat^ 
tcn, bie fic^ im Saufe ber 3^'^ boöfommen fijirt ^aben. Slber 
toä^renb bort bie gijirung auf ftrenger räumlid^er ^Trennung 
berul^te, fo finben wir ^ier, ba§ beibe gormen ungemein ^ufig 
neben unb untereinanber wac^fen, o^ne baß jemal« eine ©d^wan* 
fung J>on ber einen gur anbern öortäme. 

©olc^e gäöe finb aber fo jal^Ireid^, baß fie in ber SEl^at in 
ben Äugen meler 9iaturforfd{)er (namentUd^ faft aller 35otanifer) 
genügenb erfd^ienen, um fie bie ganje 5lnfid^t toon ber DJic^tfifitdt 
ber ©J>ecie« bejweifetn, ja verwerfen ju laffen. ©aß biefe 9(n* 
fc^aunngöweife i^re i^ereij^tigung ^at, baß fie atfo einen jweiten 
fc^wad^en gunbamenta()>unft ber S)e^cenbenj«$)^<)ot^efc trifft, ift 
nad^ Dbigem beutlid(|. ®enn bie 33e^an<)tung, baß feine collate^ 
raleu ©itergenjen Dorfommen foüen, trofcbem bie ^w^ig^ ober 
gormen einftmalen genetifd^ t>erbunben gewefen wären (unb weld^e 
natürtid^ gu einem SRüdfafl, gu einer abermaligen gnfiou be« be* 
reit^ ©efd^iebenen führen müßten), ift eben nic^^t« weiter, afö 
eine Annahme, gacttfti^ fommen gormenrei^en ober Species 
t>or, welche gar nid^t merflic^ öariiren ; anbere, welche me^r ober 
weniger ftarf biocrgiren ; bei einigen ift bie ®ii>ergeng fe^r groß, 
fo groß, baß bie Unterformen, ifolirt betrad^tet, gut gefc^iebene 
©l)ecied gu fein fe^^eineu, wenn man il^ren Stammbaum nid^t 
fennt unb bie Uebergänge nid^t gefe^en l^at. 

Slnjunel^mcn, baß bie (efeteren oöKig auöeiuanber faden, 
bagu gwingen un« bie J^atfac^eu nid(^t; gerabe bie 5lenntniß beö 
©tammbaume« t^erbietet eö un^. Unb wo wir i^n nid^t fennen. 



12 

fcl^tt xm^ ja üUx^n\i — mäf 6eiben {Riiä^tutigcn — jcbc« toirt* 
Uc^e Sctt>ei«mittet. «njitnc^men bag bie crftcren^ bic je^t fd^arf 
bcgreujtei! ®^)ccie«, tDcitcr^iii grcnjento« btocrgircn »erben; baju 
l^aten »ir Jeinen em^>irif(j^en, jtoingcnben Orunb. SAnäf ^aUn 
»ir cnbüd^ feinen ®runb, jujugeBen, baß bie factifd^en ®ibev* 
genjen im vorigen gaffe ftet« nur borttjärt« gelten foffen, e^ ift 
nid^t einju^l^en, mrum [ie nid^taud^ feitttd^ btt>ergtren f offen, 
b. If. tocLxnm fte n\<ift ebenfo unbegrenjt batb l^ier batb bort in 
äffe benad^barten gormen übergel^en, toic bei bcr SJartetätenbil* 
bung ber ©egentoart 3)ot)on aber toäre bo« Snbe bc« S^aod. 

aSon bi e fem ®eftd^t^}3unfte au« fann ntan berlangen, baß in 
irgenb einem gaffe enn^irifc^ nad^getoiefen toerbe, ba§ bie (feit* 
lic^e) Variation fo loeit fül^re, biö baburd^ bcr Uebergang toon 
einer fidler befannten ieftt öor^anbenen Species {ctxoa burd^ Sul- 
tur, 3öt^tung) in eine bereit« borl^anbene anbere (Colum- 
ba livia in Oenas ober bgl) »ermittelt, ber Unterfd^ieb atfo — 
unb gioar o^ne ^^bribatipn — tjertoifd^t toerbe'). SBenn l^ier 



•) Söcnn man bic @^ecie«*gragc Uax unb rein in Singriff nel^mcn Witt, 
fo muß utan nic^t, wie gciciil^nlid^ bon bcn (Gegnern gefc^ie^t, biejenigen 
3lrtcn avL9XD'di)Un, iibtx loeld^c jeber ^otanifcr ober 3'>'>1">Ö^ ^"^^ befonbere 
unb al&tt)et(^enbc Slnjld^t tjejüglid^ ber ^Segren^ung ^at (Rosa, Rubus, Hiera- 
cium), wo — unt tnit 9t anbin ju reben — eine loal^re pulv^risation de 
Tegpöce @tatt gefunben ^at, fonbern fold^e, Ibejüglid^ beren jte attc ülber* 
einjlimnten, wie 5. ©. Papaver Rhöas, Columba livia, Equus asinus, 
Mus musculus. Söenn e8 aud^ Si^l^atfad^e ift, baß e8 biele f d^led^te @^e« 
cieö gibt, fo wäre e8 bod^ eine fonberbare Sogif, baranö ju fd^tießen, baß 
alle @^ecied fc^Ied^t finb. J*aimerais tout autant admettre qne les 
math^matiques ne constituent pas une science exacte, parce quo le plus 
habile mathdmaticien peut se tromper en faisant une simple r^gle d^arith- 
m^tique, une addition par exemple.** (Godron, esp. 43.) S6 ift un^ 
zweifelhaft eine ber fd^wierigften Slufgaten in ber 9iaturgefd^id^te, ?ine gute 
@^ecie« corrcct auf^ujletten. 3l6er manfottte,ber9iatur nid^t al« (£]^ara!ter» 
loftgfeit 'aufbürben, wa« ntenfd^lid^e (Sitelfeit unb tenntnigloftgfeit in @ad^en 
ber fd^led^ten @^ccie« »erfünbigt ^ben. „'Da« ©tubium ber Cystopteris 
fragilis — faßt ber gewiffcn^>afte üJtilbe — jclgt redbt cinbringlic^, mit 
wel(^ entfefelid^er i?eid^tfertig!eit oft neue ^rten aufgeftettt werben, bie fo fel^r 
leidet uermicbcn werben tonnten — wie auf biefe Seife bie Siffenfc^aft mit 



18 

3irfetfd^tüffc fcl^r iia^e liegen, fo ftiib jte bc^l^alB neäf nid^t notl^* 
»cnbig unb unDcrmeiWtd^. Unb icbe cinielrie gute @j>ecte^, toeim 
fie- neben einer jtoeiten — nal^e öerttjanbten — ftd^ conftant toet* 
^% bleibt fo lange ein {Riegel öor ber ®ei8ccnbenj'^^}>üt]^efc*), 
bid i^re Slbgrenjung burc^ bireften ^aö)\od^ aufgehoben loirb« 
6^ ift nAmlid^ gar nid^t abjitfe^en, toarnm unb tooburd^ j. 93« 
Adonis aestivalis baju beftimmt fein fott, nur neue, nod^ nici^t 
oor^anbene t^ormen anjune^men, unb toarum niäft anbere, bereite 
e^iftirenbe, tote flammea^ autumnalis; tod^t an fielen Drten 
unmittelbar baneben, unter gteid^en SJermtniffen be« fitima'd 
unb lobend, aber ol^ne alte Uebergänge, t)orfommen. ©el^en toir 
bod^ in ben gäMen, »o toir bie ©ioergcnj (SBarietäten^^Sil« 
bung) unmittelbar beobad^ten fSnnen, aßtäglid^ biefe coQate« 
rate äSariation oerfdf^iebener formen nad^ ber $au|>tform l^in 
toirßid^ eintreten, unb ebenfo ber ^auj)tform uad^ ibentifd^eu 
aSarietäten i^in. (®o ^oben bie ^ferbc bnrd^ SSertoilberung fo*' 



einem l^ö^fl ibcf^tocrlic^en 53attaji öerme^>rt^ unb 3ufammcngcl&i5ngc6 auf 
uutocrantwortUd^e SBcifc toon ciuanbcr gcriffcn loirb. Sa^rlid^, toeuu man 
baS 2:rcibcn einzelner @^ftemati!cr !ennen lernt, bcncn e« offenbar loeniger 
barum ju t^un i^ in baö SBcfen ber ^flan^en einzubringen, al« i^rcn eigenen 
Si^amen burd^ S)utcnbe überflüffiger Slrten^gf^amen ju beretoigen, — bann 
tann man ft^ ni^t tounbem, toenn fo man^er ft(^ mit dtti ton einem ber« 
artigen ^Ireiben abtoenbet. SBo, toxt 5. ^. in ben 2öer!en gce'« unb 
^repr«, bie 3lrten fo fe^)r unb fo unnötl^ig jerf^Uttert loerben, ba loirb 
man atterbing« mit ?ei^tigfeit l^ier unb ba 53ett>eife für bie 2)'ar win'f^e 
2:;^>eorie flnben; benn ba§ jalfilreid^e formen , bie l^ier a(« Slrten aufgefill^rt 
»erben, unter einanber jufammen^üngen unb in einanber überge^>en, ba^ lann 
deinem, ber mit bem nötl^igen HWaterial ^>inreid^enb berfel^en ijl, bei gclöif* 
fen|)after Unterfu^ung »erborgen bleiben." («ot. 3tg. 1867, @. 156.) SBa« 
Rosa, Kubus unb Hieracium fcctrifft, fo i^ nur fotjiel Sbatfad^e, baß bie 
gormen fd^mer unb unftc^er gu begrenzen ftnb; alle« Uebrige ift 3nter^re« 
tation. (S« f^rid^t minbe^en« efcenfoöiel bafür, baß wir biet fejle @<>ecie« 
mit großem S5ariation«freife bor un8 b^ben, al« bafür, baß c« fi^ ^tx um 
neue, »erbenwoßenbe @^ecie8 in ber SBorform öou 35arictäten b^nble. 

*) Unb ebenfo toor ber 5Wigration8*$^^otbefe öon 2Ut, Söagner, 100* 
naöf örtlid^e 2^rennung ber Varianten gerabegu inx $au^tbebingung ber 
gij:ation erl^oben wirb. 



14 

»0^1 tu amerifa, att in ©übrußfanb ganj bjcfcI6e Sorm Änge* 
nommen; 8?ouIin, Sljara u. a. cfr. Godron, esp. rac. 
p. 69. 70). Daffclbe gilt t)om ©d^meiuc in ben entlcgenftcn 
SBeltgegenben. Slnatog (nad^ öan 90! on^) t>ev^atten fid^ ältere 
Otftforten bei ©amencuftur.) 

Daffelbe, toaö bon Adonis gefagt »urbe, gilt anäf t>on Pi- 
nus Pumilio neben sylvestris (beibe — m<ff $)eer — fd^on 
in ber 2)ilubialjeit neben etnanber in gleid^er iBcrfd^iebenl^eit), 
Primula elatior neben officinalis; acauHs unb Auricula, Di- 
anthuB delotides neben Armeria; Fragaria elatior^) neben 
vesca nnb colHna®) n. f. to.; lanter 3lrten, bie iebenfatt« ju 
ben 2)eftbe!annten gehören, bie an taufenb ©teßen jufammen 
öorfornmen, bie aber niemals jtoeifel^afte formen ober Ueber« 
gdnge jeigen, tt)ie mid^ bejüglid^ mehrerer biefer @)>ecic« beiJäu* 
fig je^njä^rige, mannigfaltig i^ariirte Snltur » SJerfnd^e nnb \>kU 
iä^rige Seobad^tungen im greien anf baö Seftimmtefte überjengt 
l^aben. 3Wan Ijilft fid^ l^ier mit ber ?tnna^me, biefe „gnten" 
©J>ecie« l^ötten genügenb ^üt gehabt, [id^ jn fijiren, toä^renb 
„fd^lec^te" ©pecie«, »ie Rosa- unb Hieraciiim*gormen, noc^ gu 
jnng nnb eben noc^ im ©erben begriffen feien, aber toenn fic^ 
biefe Stnna^me auf unfere »irtlid^ tjorl^anbenen 33eobac^tungen 
bei ber SSarietätbilbung ftüfet, fo t^ut fie barin Uurec^;t; 
II- benn eben l^ier ift eine »irltic^e unb bteibenbe gijirung, bie iebem 
Sinfluffe troftt, erft nod^ nad^jutoeifen. 

®o lange jene Uebergäuge jmifd^en {efet feft auftretenben 
@))ecied nid^t, fei ed nun geograpl^ifd^ (et)entnell )>al&o(ogifd^ ^) 



8) 2)er Ibefannteftc gaß biefer 2lrt ift ba« ^ap, toc bie fc^ürfft abgc» 
grenjtcn @|)ccic« toon Erica in außerorbcntlid^cr SWanniflfaUigfcit unmittel* 
bor neben unb burd^ einanber öorfommen. 

•) (Sbenfo toon Columba livia gegenüber Oenas ober Turtur. 

') ä^^ S^^t pnb, foweit x6f ttjciß, nur 2 gäfic befannt, welci^e ftc!^ in 
biefent @innc öcrwertl^en (äffen : Phanorbis multiformis in flctig wed^feln- 
ber gorm innerl^olb fucceffttoer S3obcnf(^tcbten unb Archaeopteryx a\9 ^iittU 
form itt)if(]^en SJogel unb Slm^^ibium. 



15 

ttacJ^getDiefcn flnb, tnüffcn bicfe ^^ortiteu afö fcft unterfd^cib^ 
Bat gelten uitb anerfannt n>erben^ unb bad tft in meinen Sugen 
ein funbamenta(er $milt be^ @))eciedbegriffe^ in f^äden^ too bie 
Oenealogie fe^It ©elftberftänbliti^ ift bic ©^jccte« ballet in bieten 
galten, toie jebc äbftraction, nur eine j)roi>i)orif(3^e ffategorie, bie 
aber beffen ungead^tet ))oQe ©ettung bel^alten mug bid jum Se^ 
»eife be« ©egent^eite. ®a« fann ebenfogut in einem ^a^re gc* 
fd^l^en, afö niemaW. 3n tefeterem gaße bfeiben biefelben für 
alle 3citett — wtt^ P>^^ P^ <^öci« — öfö gute unb »al^re @})e* 
cieö befielen. 

^ »ieber^ote : bie De^cenbcng^^i^jjotl^efe ^at nur neue 
fformen ober ©pecie^ im ?lttge; iöf bagcgen t>ertange ben SWac^* 
n>ei« ber ©(utöioertDanbtfcl^aft für bie bereit« öorl^anbenen — 
unb gwar gteid^jeitig neben einanber ejiftirenben — gormen. 

fj'ci^ citire l^ier ben Slu^fpruci^ eined ber erften ÜKonograpl^en 
unter ben jeftt tebenbeu/ betreffenb bic ©tcßung ber Squifeten 
jur ©artoin'fc^en ^^pot^efe. „Daö Genus Equisetum im 
engern ©imie fd^eint entfci^ieben gegen fie ju fprecJ^en, ba« Ge- 
nus Hippochaete für fie ; infofern un« biefe« tefetere jeigt, »ie 
Arten, j. 93. Eq. scirpoides unb robustum, bie fd^einbar gar 
feine Söejie^ung ju einanber iiaicn, bocä^ felbft in ber gegentoär* 
tigeu ©d^öpfung burc^^ nad^toeiöbare Uebergange mit einanber 
^erbunben »erben, ©a^ ba« auftreten biefer Uebergang^formen 
mit ber flimatifd^en SSerbreitung ^anb in §anb ge^t, fd^eint mir 
bei Hippochaete ganj jtoeifeßo« ju fein; bon toeit geringerem 
Sinfluffe ertoeift fid^ bie ^obenbefd^affen^eit ba« ©tanbort«. ©ie 
arten t)on Equisetum im engeren ©inne öeränbern ftd^ ba* 
gegen nad^ ben Slimoten fe^r toenig. E. arvense t>om §imata^a 
ift nic^t toefenttid^ berfc^;ieben öon bem au« bem 9iorben ©ibi* 
rien«; E. T^lmateja ift auf 2)iabeira genau biefetbe ^fiange, 
»ie auf ben bönifd^en unfein. E. pratense au« ber ©d^toeij 
ift in nid^t« abttjeid^enb toon bem an« ©ibirien unb bem ämur* 
lanbe u. f. to- 

„Uebrigen« l^at mid^ ba« ©tubium bev ßquifeten geteert, 
ba|, »enn e« auc^^ bi«n>eiten fd^toer ift, bie »irfiid^cn Arten ju 



16 

cricnncn, bieg itdf nid&t unmSgttd^ ift, unb ba| c6 niüft auf bic 
3«^( bcr unterfd^cibcnbcn 3Äerfma(c anfommt, toetd^jj eine ärt 
Begrüttbet ©d^tagenb l^at pd^ mir bieg 6ei E. debile Roxb. 
unb E. scirpoides gejeigt ßrftere« ift burd^auö burc^ gar feine 
Uefcergängc mit anberen Arten toerbunben, obgleid^ ed bcm E. 
ramosissimum fe^r na^e gu [teilen ft^eint^ unb bie ^affi ber 
guten 9RerlmaIe nid^t grog ift ; E. scirpoides bagegen, äugcrlkl^ 
fo fel^r au^geieic^net, bilbet baö (Snbe einer taugen Uebergang«* 
rei^e, ba eö fiti^ in variegatum, unb biefeö in ramosissimum, 
unb biefe^ in E. hiemale toerwanbeln fann* 

»fDiefe gada f^)re(3^en nad^ meiner Slupd^t gegen bie Dar* 
»in'fd^e S^eorie." (Monogr. Equis. in Nov. Act. Leop. 
1867. XXXII. 2. p. 185.) 9. aWilbe. 

8}gf. audf betr. garne unb gquifeten : Set 3^Ü8* 1866, 
®. 406, 408. 

gerner bej. ber ©attung Saxifraga St. gngter in Lin- 
naea 1867, I. p. 123. 

Um nun aud^ einen belaunteu B'^^^t^S^w i^ citiren, fo fagt 
®iebel : „Qäf gefte^e meine grobe Untoiffenl^eit, x6f fenne im 
ganjen ©ebiete ber t)oI(fommen organifirten S^^iere feine einjige 
ffleoBati^tung, tt>cläfe nur entfernt bie SBa]^rf(j^einlid^!eit anbeutet, 
bag beif^)tel^tt)eife ber africanifd^e Stet>^ant t>om afiatifci^en, ober 
beibe t>on einem Ürelepl^anten — bie gried^ifd^e unb geometrif^c 
©d^ilbfröte, ber marmorirte unb ber golbene Sfofenläfer, bie 
Äol)Pauö unb gilgtau^, ber glu^freb« unb §ummer 5Rad)fommeu 
ein unb beffetben Urt^pu« fein fönuten. SBol^I aber pnb gegen* 
tl^eitige Seobad^tungen »on bem befdf^ränlten ©npuffe ber 
gewaltigen SSebingniffe ber 3ö^t«"fl «"^ Äreujung auf bie Um* 
geftattung ber formen unb SBefenl^eiten befannt; man pnbet ber* 
gleichen unter Slnberen in r>. SKat^ufiu^ üortrefpid^em SSud^e 
über ®d^U)eine*©c^äbet, toorin ganj befriebigenb nad^getoiefen ift, 
baß ber getoattigfte ©npug nid^t einmal bei bem ©d^ioeine bi* 
bergirenbe 3^^«^^^^^^ i« ))aratfete, dn lange« S^ränenbein in 
ein furje«, ju »ertoanbeln i)ermag ; unb ber ©d^äbet be« ©oritta 
fott in ben burd^ unb burc^ loefentlid^ berfd^iebenen be« SKenfc^en 



17 

tctttanbcft »erben!'' (Seitfd^r- f, b. gef* SRat ®iff. 1866, 28- 
©• 419.) SäJir tocrlanaen alfo bic burci^att« notl^tocnbigcn unb uner* 
Iä|(i€i^en Uebergünge gu fe^en^ unb xoo m'ögfic^ il^r (Sntftei^en 
jn erleben. Dieg aber ift un«, tele e« fc^eint, toerfagt ®ic 
Ütatur ift ^^tö^Iid^ etgenfinntg getocrben^ ober fie ift ntflbe be^ 
ewigen @pte(e^. Qa e9 fd^eint bad f(j^on iiemlid^ lange l^er ber 
Satt }u fein; benn bte ^ftanjen unb Siliere ber ^fa^lbauten^ auf 
unb in ben äg^t)tif(l^en SRonuntenteu (des cabinets de Zoologie 
presque complets, Lac^pfede), unb in ben äg^^Jtifd^en Sel^nt* 
fteinen (Ungcr), obgleid^ fie mci^rere taufenb ^^l^re alt (inb, 
jeigen leine Uebergänge t)on älteren in neuere Wcttn, fonbern 
entweber i)erIoren gegangene, ober ganj ibentifd^e gormen, ober 
^öc^ftend SSariattonen, tt)ie fte aUtägUci^ nod^ t)orfommen, fort« 
loäl^renb neu fid^ bitten, unb burci^ Uebergänge mit ber t^pifd^en 
Sonn fid^tbar öerbunben fmb. (SBgl. Siäl^ere« bej. ÄegJ^^jten bei 
Faivre, var. esp. 1868, 167 mit Ouellenangaben.) Sollte bie 
9?atur gerabe in biefen gälten fo gä^ geworben fein, too ber 
^enfd^, ba ed fid^ l^ier bielfad^ ixm bomefticirte ^flanjen 
unb X^iere ^anbett®), ber 3^^* energifd^ nadjfi^atf unb fie unter« 
ftßtte®)? Ober ift aud^ biefe 3eit nod^ ju lurj, unb verlangt 



*) a». SBagncr (2)artt)iti, 3Ätgraticn«gefefe. 1868. @. 44) fud^t 
biefe @talbiUtät burd^ Unmbglt^teit t>on @intoanberungen in t>a9 9Ult^al 
ju erflätcn, toaö in einem f o bctocgtcn (Sutturlanbc gerabe bcjüglic!^ ber bo* 
mejiicirtcn ^flanjen nnb Unfräuter fc^toerlic^ gutrcffcnb fein bürfte. 

•) 2)ic $an8tanbc^ tDt>\}i ber ältefle (Sutturtogcl^ ifl nod^ ben 2lBbitbun« 
ßcn auf ben Äuinen toon 9Hnitoe (Monum. de Nin. II. taf. 114) unb tu 
ben altSigi^^tifc^en Satalcntben nid^t DerSnbert morben. ^d^ l^abe neuerbingS 
auf einer großen Xaubenau«flelüing ül6er bic mcrltoürbigcn LaruB-artigcn 
^agabetten ntit truntntem @d^nal6el unb üi6er bie groge ^ül^nertauBe ge* 
jiaunt; aber eö ftnb eben, tro^ ber alten 3üd^tung ntit 2lu«Iefe, bo<^ feine 
aWöben ober ©ü^)ncr geworben , man er!cnnt fte fofort al9 rid^tige glauben 
(f. u.). — 2)ic ^it^tn ber @tein^)criobe in ber ©d^iweij ftnb ibcntifd^ mit 
ben l^eutigen ebcnba (9lütimcvcr, !pfa^>Ibauten 127). — ©anj Stnalogeö 
gilt bon ben ^Cul^jen, 9tofcn, Steffeln, S3imcn, bcm Söeinjlod, (Samettien, 
Zitronen, bem 9Äai8 (f. u. sub Zea), Trititum, Brassica, — lauter uralten 
Culturobiccten. Sejüglid^ altäg^^^tifd^er tpflanjen au« aÄumienfSrgen, öon 
ißaffalaqua aufgefunben, toon ben heutigen nid^t ^»erfd^ieben, tjgU ^unt^ 

^offmann, Unterfut^ung. 2 



18 

tnati Qtffn^ ober ^tttiberttaufcnbe bon ^^l^rcn? Sttun, btc Äo- 
rottenriffe (Slflaffij), bie Si^jjrcffen in bcn Äbtagcruriflcn bc« 
9Rtffiffi)>))t«@o(fd unb bie @tnfci^(üffe ber Sel^mablagerungen aud 
ber ©lacialjeit in guro^ja^^) crfüßcn btefe« ^oftutat, nici^t aber 



in Aiin.8C.nat. 1. Sdr. 8. 1826. p. 418. StuSgug Ux C>oftncijlct^ $anbl6. 
b. l5^i^f. ©ot. L 1. @. 556. — SBcnn c8 al« an nnb für 1i(ä^ gonj benfbar crf^cint, 
bag bief e ober iene unter ben l^eutigen <S^ecie9 int Saufe tocn Leonen fi^ bur^ 
SSariation au« älteren gormen albgejÄeigt babe^ fo ijl e« boc^ — minbejlen« 
gefagt — felfir auffattenb, baß gerabe aße biejenigen @^ecie«^ bcren (Sefc^id^te 
man toeit rütoürt« fennt, ftd^ in ber l^iflorifd^en ^tii nicä^t na^tt)ci«l6ar 
tran«fomtirt ^>afcen. Unb njenn bie factif(J^ betannten gätte, bereu ®ef(ä^i(!^te 
man einige Sal^rtaufenbe weit rüdtoSrt« verfolgen fann, !eine SSeränberungen 
jeigen, ober leine bcbeutenberen, a\9 in einem 3a^>rje^)cnb ober öon Ort ju 
Ort, fo erf^eint e« al8 eine SittWir, bem lOOfad^ längeren S^itranm biefe 
gä^igfeit — einfd^lie6U(ä^ ber abfotuten gijration gegen cofiaterale 2)iöergenj 

— jujufd^reiBen, im SJertrauen auf einige Sfiutteu me^r. (58 ift bead^tcn«* 
wertl^, bag in biefer §^^ot^efe bie taugen S^iträumc banac]^ gerabeju actit) 
eingreifen fotten. 3n feinem neueften SBerfe (SBar. II. 108) brürft ftd^ 
2)artt)in übrigen« bejügli^ biefe« carbinalen ^$un!te« mit großer Sjffeferöc 
au«. ,,(S« ifi stoeifeD^aft, oB bie lange 2)aucr ber SJererbung an ^^ 
ba« giprtfein be« Sl^arafter« mit jtd^ bringt. 2)od^ fmb aßerbing« bie 
Sa]^rfd^einti(]^feit«gritnbe ber tona^>me günftig, baß irgenb ein (S{>«wftcr, 
»eld^er lange 3^'^ l^inburd^ rein ober unöeränbert überliefert toorbeu ifl, 
aü6f femer rein überliefert »erbe, fo lange bie ?eben«bebingungen biefelben 
bleiben." SBei ber 2^tlV\^tn ^i^^otl^efe ift ber ^tit eine bef<!^eibenere 
ÜloHe jugetl^eilt, fte ifl ifitx nur ba« ^ubfirat. !Die fleinen, fx6) l^Sufenben 
Urfac^en — bie löir in ben SJorgänge^^an ber (Srboberfläd^e ni^t nur fac* 
tifdj beobachten, fonbem auc^ in ejiteV/ganj unöerfennbaren fÄi^tung ft$ 
fummiren feigen — wie fie fi^dl in ber Geologie mit fo toiel ®IM »er* 
ttcnbet l^at, muffen für bie ®ef(J^i(]^te ber Organi«meu erfl no$ forgfältiger 
aufgefuc^t, in i^>rer SRic^tung toerfolgt unb bur$ ba« (Sj:|)eriment fidler be* 
ßrünbet werben. 

^^) SJgl. eine !urje ^vL^ammtii^tUnn^ ^ier^er gel^briger X^<ii\a^tn in 
ber «eil. g. «ot. 3eitg. 1865, @. 120. «efonbcr« bead^ten«tt)ert]Si ift aud^ 
bie in ber Ö^lacialjeit eingewanberte unb ganj untoeränbcrt gebliebene aWoo«- 
flora auf ben erratifci^en ©rauit^SBlöden ber norbbeutf^en (gbene unb be« 
Sura. gerner bie Sbentität ber $oljarten in ben ,4ubmarinen SBälbern" 
be« englifd^en (£anal« mit ben l^eutigcn. @. u. 35(. ; A. de Candolle, 
g^og. bot. 1855. I. p. 1089 ff. : Freuves de Tanciennet^ historique, et 
indices de ranctennetd g^ologique de la plupart des esp^ces actuelles. 

— S5gl. aniif Gärtner, ®ajl.«(grj. 1849. ©. 157. SRand^e f flanken, »ie 



19 

ba« bcr Ucbcrgöng^formen. & ift bamit ber ^>ofitibe SBetoeie gelte* 
fcrt, ba| iaiflxtiäft ®^>ecieö ou« fel^r alter ^eit fi(ä^ unbcränbert 
ermatten ^abcn; tpäl^renb uwflefe^rt ber birccte 5»a(i^»et« jnr 
3ett ttod^ baffir fel^It, ba^ ^li^qoic^e er^eMt(ä^ unb Meibenb^cr» 
änbert l^al^en. 

9{&geti, fetner eigenen SSerfid^erung nad^ ein entfd^tebener 
Än^iiger ber %xanmvLtatm^^^\fpoÜiz^t, fprid^t fid^ folgenber*« 
ntaf en attd : 

r^Ueber^aupt ift e« für eine fünftige Oefd^id^te ber Arten 
»nb conftanten S$ariet&ten bon ber grSgten SBtd^tigteit, 
ba6 bie Statur berfetben unb bie ©renjen i^rer SJeränbertid^* 
feit genau feftgefteMt »erben; benn nur fo toirb fid^ in 50, in 100 
unb niel^r S^al^ren fidler emtittetn laffen, ob eine gorm bie näut* 
lic^e geblieben ober anber^ getoorben ift» ^ie Sonftanj lägt fid^ 
nSmlid^, toie bon felbft einteud^tet, nid^t an^ beut Ser^alten 
ber loirftid^en, fonbern nur ait« bentjenigen ber <)otentia* 
len (gigenfd^aften ermeffen»" 

,,Uttt bie SRatur einer ^fCangenfornt unb bie ©renjcn i^rer 
S^erSnberlid^feit feftjuftetten, muffen t)oriügli(^ aud^ Sulturber* 
fud^e, toelätt [xtSf an bie Seobad^tungen auf ben natürlid^en 
©tanborten anfd^Hegen, gentad^t toerben. @d ift int ]^5d^ften 
@rabe bebauerndtoert]^, bag bie unenblid^ bieten Sutturberfud^e in 
ben botanifd^en ©arten für bie Äenntnig bcr @<)ecie« unb con* 
ftanten aSarietilten faft gänjlid^ bertoren finb, toie biet i^nen anäf 
bie 5IKorj)]^ologie berbanft — ®ie ©arten l^aben fid^ immer mel^r 
mit gormen bereidjiert. »ber biefelbcn jinb für bie ©^ftematif 
e^er SaHaft, ate fbrbernbee aKateriat, loeit man il^ren Ur f <> r u n g 
itnb il^re ©efd^id^te ttid^t fennt, toeiltnan nid^tioeig, toa« bie 



Thuja occidentalifl, Pinus maritima Ait., Taxodium distichum, taffen jld^ 
mäf (Büpptvt unb §ccr fogar unt^eränbcrt bis in bie 2:crtiär5eit jurütf* 
verfolgen. Unb «nter ben ^cruftcin«3nfeftcn ftnb na6) $ccr 5 ^ptcxt9 
.I6cfannt, tot^t t)on jct^t lelbenbcn ni(i^t untcrfdjiebcn loerbcn fönnen. — 
3)affc(be gi!6t SeSqucrcujc bcsü9tt(ä^ bcr Fagus fenniginea u. f. tt). für 
Sdorbamcrica an. ®e^t bo(!^ felbft ber aWenf(^ na(ä^ ©e^rncrnng fci« in 
bie 2:crtiäräeit sttrtttf ! 

2* 



20 

inneren Urfad^en^ xoa^ bie änderen (StnPffe unb toaa bie 
ff\fixibt Sefrnii^tung batet gctoirtt l^aben. ©e^ioegen ift 
mit ben faft ja^Kofen ©artenformen ber Hieiacien tt)enig anju« 
fangen, nnb bie abneiflnng ber ©tjftematifer gegen biefelben fcl^r 
begrciffici^. — Dagegen l^at bie ßultur einer gorm an^ anbe* 
rcn ©egenben, j. SS.auö ben8lH>en, »ennmanbcrenUrfprnng 
genan lennt, mel^r SBertl^, atö bie ä3eobad^tnng auf 10 weiteren 
natMid)en ©tanborten, nnb biefe cultibirten (Sjemjjlare öerbie* 
nen el^er eine ©teile im Herbarium, atö (Sfem})Iare »on neuen, 
nod^ nid^t vertretenen Socatitätcn* ®enn bie 6ultttr*9iefultate, 
tocrglid^en mit ber toilben ??flangc, i)on ber fie l^erftammcn, Knnen 
un« gur Sete^rung über i^re 9?atur jCl^atfac^en an bie $anb 
geben, bie »ir fonft nirgenbö erlangen. 

„(gö ift nac^ bem SSorftel^enben laum nßt^tg, nod^ befonber« 
gtt erftären, baß itfy ba« 8JermBgen ober bie Potentia eineöDr* 
gani^mu« nur in )>]^^p|c^em Sinne auffaff e, unb bag fie für midj 
nur ejiftirt, toenn fie fid^ unter beftimmten Umft&nben öcr»irf* 
lici^t. «te Potentiale Sigenfd^aften bürfcn fomit nur fold^e an- 
genommen toerben, toeld^e beobad^tet mürben, ober loon benen 
man fidler fein fann, ba§ pe in bie (Srfd^einung treten Knnen. 
35a« einjige gültige Kriterium für ba« SJermögen ift bemnac^ 
ber ßulturberfud^." (©. 606. Siägeli, 3?nnobation ber 
^icracien. ©ife.-SBcr. ber «fab. gu ÜKünd^cn. 1866.n.$eft40 

Diefer 8rei6 ber mögtid^en Variation muß ft^ iefct 
fd^on auf ®runb bereit« öorliegcnber S^atfad^en für fe^r biete 
©pecie« beftimmen laffen. Die SSariation (|)^pertrop^ie, Atrophie, 
$)emmung«bilbungen, ßombinationen, SScrtoad^fung , 5Ercnnung 
u. f. tt).) mug in il^ren SRid^tungen bebingt fein burd^ ben ^m 
unb bie Snttt)idtelung«gefc^id^te jeber ©pecte«, für bie bann toieber 
bie 2;eratologie ein »i^tige« Sorrelat ift. ©o fann ein SKenfd^ 
feinen 8Sogelfd(;nabeI, feinen ßruftaceenpanger au«bitben, feine 
«rt^rogoenform annehmen, too^I aber abfc^toanfen in ber 9?id^« 
tung gum äffen ober $unbe, mangetnbc ober übergäl^Iigc ©lieber 
i^aben, u. bgt. 

©irbett^icre, ©tiebert^iere, SBcid&t^iere unb ©tral&ttl^iere 



21 

flnb md&tnut att fertige Mciöcfen, fonbcr« fettft in il^rer ganjen 
embr^nalen (gnttt>t(felung6*®efd^d^te^gang unb gar in bem in« 
nerften ©efcn bce 95aü})fancö loerfc^ieben. !Dic embr^ofogie 
ober — jtt »cld^er »ir alfo nod& bie Seigre bon ben aWigbilbun« 
gen l^injttfttgen muffen — bentet bermalen in iebcm einjelnen 
gaßc fotoo^I ben factifd^en gefammten, ate audj ben über^uj>t 
mögtid^cn Ätci« ober Umfang ber gormbiöergenjen an; »enig* 
ften« für fo langc^ bi« ein »a^rer Ucbergang ber einen in bie 
anbcre ©rnnbform (jn irgenb einer Qeit ber Vergangenheit, @e* 
genwart ober 3wfttnf0 t^atfäd^lid^ nad^gctoiefen ift ober toirb. — 
©an} baffe(be loie )>on ben 4 tl^ierifd^en ®runbt^)>en, gi(t t)on 
ben })ffanjti(ä^en : Diatomeen, ÜKtjfom^ceten, fj(ed^ten, ?itjen, 
im @egenfafee jn ben a3lüt]^en^>fl[anüen nnb aWoofen, ?Vco»>obiaceen 
nebft gamem §äcfct lägt (®en. SKorp^. II. 394) bie „\>er* 
fc^iebenen Urformen" bicfer einjetnen ©tämme gleid^jeitig nnb 
unabl^ängig t)on einanber bnrd^ Generatio spontanea entftel^en; 
an anberen Steffen toieber erflärt er ^äf für eine elnjige Ur* 
form, ffia« ift bamit für bie Dc»cenbeng*$^^>ot]^efc gewonnen? 
SBeibed ftnb Slnnal^men nnb gleid^ tDiffÜirtid^, babei in entfd^ie« 
benftem ®egenfa^e jn einanber. 

Db bie Diüergengcn ber ®pmt^ groß ober Hein flnb, oB 
fie in f. g. »efentlicj^cn ober nntoefenttid^en ©ingen befielen 
(toobei man fid^ gar nid^td SBeftimmted t>orfteQt), ift ganj gleid^^ 
gültig für bie ©t)ecie«*grage. gntfd^eibenb ift in )>raftifd^er 
$)infid^t, ob Unterfd^iebe über:^an|)t — irgenb toelc^er Art — 
bancxnfe finb nnb btetben. ©inb fie bieg nac^getoiefener SWagen 
bei ber gortpflanjnng, atfo bei ber abjtoeigung ncner^nbi* 
öibnen (einerlei ob gefd^led^tlid^ ober — tt)ie bei bieten 5piljen — 
nngefd^ted^tlid^ — ) anf bie SDoucr nnb ojne toernütteinbe Ueben 
gänge in anbere, fo muffen fie at« d^aralteriftifd^ gelten, unb e« 
gel^Sren felbftt>erftänblid^ bie betreffenben 3nbi\)ibnen jnfammen 
in (ginen gormenfrei«, fie gcl^ören jw einer unb berfelben Art, 
fie bilben eine gencatogifd&e (Sinl^eit. 

aw t)rot>iforifd^ nur lönnen aud^ fotc^e 3«Wt)ibtten unb 
gormenfreife atö ju einer Art geprig betradjftet »erben, bei 



toääfen bie Stel^ntid^feit ber einjebten ©Heber grog genitg ift itttt 
bid auf SBeitered eine gemetnfame Sbttöbemonbtfd^aft t)oraud« 
fe^en }tt (äffen. Setter ju gelten, nttmlic^ auä^ fel^r btter« 
gente gormen — x\a^ Moger Analogie ber factifd^ beoBaiä^teten 
extremen S)ibergenjen bei $o(t>tttori>^ie, ©eneration^toeci^fet ober 
aRetamor)>l^ofe (ber @(^ntetterUnge) — gleid^faltö auf eine b(o§e 
$r&fumtiou ^in al^ jufammengel^drig betracl^ten gu tooQen, loärbe 
i>oreilig fein unb fofort gu abfoluter SQBiüfür filieren. ®a§ bie 
bei »eitern größte SRel^rsal^t aBer gegentoärtig in ben SJüd^ern 
a(d @))ecied aufgefttl^rten 3nbit>ibuen«®rup))en bemnad^ nur ald 
folci^e })robiferif(i^e betrad^tet toerben fann, ift felbftbcrftfinbßd^. 

^ubeg l^at für bie SBiffenfcl;aft bie Ännai^me üieler ®pt^ 
cieö i^re ^oiU %ere(j^tigung befonberd fUr @i^ftematit unb ®eo^ 
grap^ie ber ^ftanjen unb Spiere, ©agegen |>^ljfiotogifci^ — ober 
für bie ©t)ecie«frage felbft — fielet bie aufgäbe ganj anber«; fic 
^eigt l^ier : lote toeit ge^t bie SSariabtlität ber unterfd^ibbaren 
genetifd^ berbunbenen SHaturformen (®})ecie«), — ift fie im cen«» 
trifugaten ®inne unenblici^, im coßateraleu ©inne bagegen burcJ^ 
attmä^lici^e gijirung jutcfet feft begrenjt? ©ort SBanbelbarfeit 
burd^ natürliche Büd&tung mit ber Henberung ber äußeren iRatur* 
»erl^ältniffe; ^ier gijation burd^ Slu^Iefe bei feftgetocrbenen ©^je^» 
ciatoer^ttniffen. 

S3eiberlei Sluffaffung^toeifen bed ©|)ecie«begriffe« finb toott- 
fommen üerfd^iebenj unb e« ift faum etm« bagegen gu erinnern, 
tt>enn ber ©tjftematifer fo tiele ©^)ede« annimmt, att er toitt, 
toorauögefc^t, bag fte 1) unterfc^eibbar unb 2) lieber erfennbar 
feien, — toa« bon ben JRofen, 9tubi, Slftern unb ^teracien nid^t 
gilt; unb 3) baß bon i^nen nidf^t befannt ift, baß pe genetifd^ 
unter einanber gufammen^ängen. 

@tamm))ern)anbtfd^aft ift in meinen Singen ba6 entfd^eibenbe 
ftriterium be« Slrtbegriffe« : eine ©J>ecied ift, »a« nad^« 
»eiöbariblut«'' unb ftammbertoanbt ift"). ©a« nad^- 



") iScnn frud^tBarc Saflarbc in Söetrad^t fonimcn, fo seigt e^cn btc 
SRÜdöcrfolgmiglobcr Scttcrberfolgunö tl^rc ^taninibcrtoanbtf^aft ober ^h 



i3 

iveiäftat nitfft genettf^ gufammenl^Sngt, ittuf betnna^ f^^ctftfi!^ 
gettemtt tocrbett. 

^kxmäf ift baö ©efen bcr ®j)ecic« bie ©tammt)cmanbt* 
fd^aft, unb e« gelösten ju einer ©jje^le« Mttt«t>emanbte gor* 
ntenreil^en^ toetd^e bttrc^ c^arafteriflifd^e ^ennjeid^en conftant bon 
onbcren Weisen unterfd^icben toerben Bnnen/^^ Uebergänge 
-§J Bifbeit^ ÜDiefe alfo begeid^nen ben Umfang bcr ©J)ecie«. — 
Sut>ier'« «nb glouren«' ®|)ecic«*®eftaitionen ftimmen mit 
ber meinigen Bi« auf ben $unft überei«, bag biefe bie Äenn^ 
jeld^en unb bie grud^ttarfeit afö Kriterien mit l^ineingiel^en (bgL 
and^ De CandoUe, g^og. bot. 1855. p. 1075 nnb 1077). 

$äd(el (gen. ÜRor^jl^. 11. 353) beflnirt bagegen fo : „bie 
©t>ecie« ober organlfd^e Slrt ift bie ©efammti^eit aöer ä^Jtgung««« 
freife, »eld^e nnter gteid^en (gjiftenjbebingnngen gleid^e gormen 
beft6en'';,,ttnb73ttfafe anf Seite 369) „ftd^ l^bd^ften« burd^ ben 
^ol^yjpp^i^mu« abeljj^ifd^er Sionten nntcrfd^eiben." (Sr l&ält 
(©• 359) aüe ®j)ecie^ für grenjenlod DariabeL — ÜDieg alfo 
tt)äre bie nenefte @^ccie«* Definition. ÜDie ältefte — t>on 
8inn€ — tontet : Species tot numeramus, quot diversae for- 
mae in principio sunt creatae". (Phil. Bot. no. 157**).) 

üDa« Sriennen nnb bie «nffinbnng nnb geftftellnng ber er« 
forberlid^en ^c\(S)tn einer ©Jjecie^ ift eine fectmbäre, loefentlid^ 



^ammung (a(fo il^r ©tammfcauTn), weisen @^ccic« ticfclbcn aitgcl^örcn. 
(58 ijl m(]^t logif^, ftc fctbfltoicbcr al« neue <S^ecic« ju Betrauten. 3)a« 
^ritertutn ijl l^tcr flet«, baß biefe S3aflarbfomi bur^ rein gcnettjd^c SJarta» 
tion jicber bcr ibciben ©tammarten niemals jum SJorf^ein fontmt, nnb fefbfl* 
toerflünbli^ no(]^ lotel toeniger bie gegeniilberjlel^enbe (Statttmform. ^eif^tele : 
@(]^af— Siege; ©ttegli^j — Äanartenöogel ; Dianthus deltoidea — Anneria. 
") (gering (üfcer bie begriffe öon Gattung, Slrt unb SObart, 1838) 
bemerft Ij^ierju : Sinn ^'8 ^Definition ber Slrt, tüenngleid^ bie etnjig ri^ttge, 
erforbert bod^ eine ^n^aU nnb tüeitere (grilürung, ba fte at8 folci^e jnr Un* 
terfiJ^eibttng fo lange unbrau(]^6ar ift, fci« uns auf außerorbentUd^em Segc 
ein S5erjei(]^nt6 ber urf^jrilnglid^ erf(]^affenen 2:^iere unb ipflanjen ju Rauben 
lontttit. — • SSgl. baf. <S. 16 ükr Sournefort'd @^ccie8'2)eflnition. @. 
feilbfl ibefennt fid^ jur (gntmdelungS^^JjJjjotl^cfe : bie Strien finb mä^i, fon^ 
bern fic »erben (@. 49. 83). 



24 

tocrfi^icbcn« 33etracftttng; »ie j. SB» ba« ©cfcn ber S ruber* 
^äfü^t in ber Slbftammung öon gtctci^en Leitern B^ftcl^t, ittnäd^ft 
oj&ne oöc JRüiffid^t wf bic JJragc, ob man jtoci ^nbiüibucn attc(^ 
oW fo bcrbunben «fenncn Imm. 8c^tcre6 l^at nur für bic 
$ra;t^ ober @^ftematit SBebentung^ unb tottrbe am beften an^ 
bicfcr Unterfud^ung boßftänbig ferngel^attcn. SKan fann fogar 
m&il\6)ex SBcifc begtoeifeln, ob e^ über]&aut)t in jcbcm gaße ge* 
lingen loirb,' ben Umfang in ben gormber^ättniff cn einer ©pecieö 
inSBorte jufaffen. ©amit gefd^ie^t fclbftocrft&nbüc^^ bem 
SDäefen ber ©ad^e felbft lein Eintrag, ©ie ioürbc eben fo gut eji:* 
ftiren, felbft toenn eö feine SKenfd^en unb feine ^pxaäft üUxi)aupt 
gäbe, unb ^at offenbar lange bori^er ejiftirt. — ©erOeübte er* 
fennt iebe galten* ober 8er(l(ien«©j)ecie« an ber befonberen ä[rt 
unb SBeife i^re^ gtügelfd^tage^, il^rer glugrid^tung, il^rer etwaigen 
©piralen. Slber er toirb öergeblid^ berfud^en ba« S^arafteriftifd^c 
auf eine fd^arfe SBSeife mit SBSorten ober giguren ju bejeid^nen. 
gragt e^ fid(i, toie man fid^ nun in ber ^raji^ in einem 
concreten gatle ju ber^atten l&abe, fo ift bem SSorau^gel^enben 
gemä^ meine änfid^t biefe. Srfd^eint eine gorm burd^ faßbare 
Senngeid^en genögenb marürt, ol^ne gunädf^ft Uebergänge gu geigen, 
fo nimmt man fie für eine ©pecie^. SBeiter^in fann fid^ nun 
golgenbeö burdf^ 4 ^rtgefe^te Seobad^tungen ergeben : 

1) 6^ finben fid^ nad^träglid^ Uebergänge gu anberen ®))e* 
cie«; ba« SDbject tt)irb bamit SSarietät (f. u. Sedum albissi- 
mum, ^flrfic^'5Wanbel) ober 

2) e« geigt fid^, ba§ baffelbc ein Saftarb ift (Salix 
hippophaefolia Tb. an^ triandra unb viminalis; tgl. SB immer 
unb Ä raufe, gfora 1849, ®. 34.) Ober 

3) feiner bon beiben gätten tritt ein. $ier mu^ bie gorm, 
fo lange biefeö xnä)t ©tatt finbet, atö Species genuina be* 
txaä)M tt)erben. Unb tt>enn in l^unbert gätten jene SRebuction 
»irftidf^ eintritt, fo folgt barauö noc^ nid^t, ba§ fie in :^unbert 
anberen gaffen gleid^faff« eintreten mu§, biö e^ ertoicfen ift. 

®ic6 aSerfal^ren ift gang ä^ntidj^ jenem ber S^emifer. ®ie 
Unterfud^ung geigte aömä^Iid^, bag fei^r biete flßv^)er ©auerfioff 



2ft 

tthtt ^ol^Ienftoff ii; f. xo, entl^ielten ; man toax }ttlefet geitSt^tgt, 
M btcfcn „fflementcn" ii^ auf fficiterc« [teilen ju bleiben, nnb 
f lange ber \oixtl\(S)t Siad^toei« ni(^t geüefett ift, fann bic S^emtc 
e« nnr für eine ^ifpotife^t gelten Iaffen# bo^ oBe biefe ©tentcntc 
nnr SWobificationen eine« einjigen ®rnnbftoffe« feien. 

Um gtei($ l^ier nun bad bemeilige Srgebnig aQer meiner 
bi^^erfgen SSerfnd^e in ben aßgemeinften Umriff^n jum Ser* 
ftänbnife be« SWa^folgenben in nuce öoraudjufdf^icfen , fo ift e« 
f^olgenbe^. {®. an($ bad @)>ecial'9tgfam^ am Snbe.) 

1) C« gibt — jum jE^eit fel^r ftarfe — SBariationen, 
m\<S)c \\6f fijircn (äffen, ©ie fiitb bnrt^ Uebergänge ober 
SRittelgüeber ober genealogifd^ mit ber@tammart i^erbnnben. 
@9 ift inbeg nic^t au^gemaij^t, ob biefe f^ij^irung fo tooQfommen 
»erben fann, ba§ an6f »eiterl^in anf bie !Paner burdjfau^ leitjs 
8tü(ffd(^läge mel^r öorfommen, namenttid^ auc^ niäft bei SCenberung 
ber äußeren SSerl^ättniffe, ber Suttur ober be« ftUma'«. ©ieß 
gilt n>enigften^ t>on ben äd^ten ober toal^ren äSariet&ten, b. f). fot- 
d^en, beren Sbjtoeigung ton ber ^auptart nnrfUd^ beobadj^tet unb 
nid^t btog loorau^gefe^t ift. Se^tered gilt oon Adonis flava^ ald 
angeblicher SSarietät t)on aestivalis. (Srftere^ t)on Nigella da- 
mascena f. monstrosa ^'). 

2) Slnbere äJarietätcn — unb ba« ift 5Reget — laffen fi(^ 
nid^t fi^iren. @o Phaseolus vulgaris spbaericus haemato- 
carpus : forma rubra. (Sbenfo ftnb bie fo auffaMenb oetfd(^ie* 
benen ©orten bed Phas. multiflorus (nämüd^ mit toeigen, oio^ 
Iettfd^mar}en unb brannmarmorirten ©amen) nid^t fijrirbar. 



") 3" fccn fclj^r f:|)ärltd^en analogen 2;i^atfa^cn au8 bcm X^txxtiä^t 
gehören bic M flrcnger Snju^t angcbltd^ toi5ttig conflantcn Sllfctno'ö ber 
^au8ttiau8. 3nbe6 ift eine \o^t Moß ^jatl^olcgif^e gorl6«8ariation (bur^ 
yigTOcnt*ge^len) »o^I fd^wetUi]^ toon Qtt^tx Xragttcite. — 3)ie »a^rf(ä^ein» 
U^ !Umatif(i^ gcbilbcten fiocalraffcn, tote bic 3tcgcnraffe in bem $a«U- 
iiiaU ober toon tlngoro, ober bie euro^äifd^e gomi bc« (£anorientoogel8, ftnb 
o^ne fcefonberc ©ebeutung, ba fie bur^ 3^iW^"^i^nien mit ben üBrigen 
©örietäten ober ber ©tantmart öcrfcunbcn ftnb. Sle^nUd^e« ftnbet fl^ im 
$flan3enrd(]^e 3. $. bei Jtmiperus nana. 



3) !Dct SBartation«^' Umfang ift ein bcfd^rfinltct, aJcr 
t)on t>erf<3^tebcn«r ©rbßc; er fel^tt ntcmatt gänjüd^ Sefonber« 
tcl^trcid^ finb in biefer33cjicl^ttn9 bic aSariationcn in ber SSCfit^cn* 
färbe. 3enen Umfang fernen »ir fennen : burd^ bie ©enealogic, 
bie ßntlDidetnngögefd^id^te, bie 2;eratoIcgie, bie Sutorgcf^id^tc 
unb ben Su(turberfudf^, unb jipor (enteren im ©inne ber (Süolu^ 
tion neuer !2Dibergen3en, unb im ©inne ber 5Rcbuction bereite 
t>orl^anbener. 

4) (So ift nid^t ftattl^aft, anfti^einenb «al^c fte^enbe gormen, 
toic bcrfdjiiebene f. g. {Raffen be« §afer« unb ©eigen«, ol^ne 
ÄBeitere« aU ju Siner ©jjecie« gel^örig ju betracä^tcn nur auf 
@runb be« fd^einbar rrö^^ingen SBertl^e«" i^re« Unterfd^iebe«, bi« 
i^re 3ttfÄ^iw^w9^^'<^^i8*€it burd^ genetifd^e Uebcrgänge Bctoiefen, 
b. ff. Bi« il^re 93(nt«Dertt)anbtfd^aft burd^ ben SJerfu^ ober i^rc 
SSerbinbung mittelft UeBergängen burd^ birectc ÖcoBad^tung tsoixh 
«c^ feftgefteßt ift 

5) @« finb jal^Ireid^e trabitionelle 2lrten*ßategoricn unferer 
Sudler, tt)ie g. S. Phaseolus vulgaris, tpifffürlid^ unb unjurei* 
d^enb unb milffen, wenn man auf bem 93obeu ber STl^atfad^en 
fte^eu Bleiben toiU, um ein Sebeutenbe« bermel^rt »erben. 

6) SBie ^ier eine SSermel^rung, fo ift in bieten anbercn ^&U 
ten eine tt)efentlid^e SSerminberung ber @|)ecie« bie Sonfc« 
queuj be« genealogifd^en Sutturberfud^«; — fo Bei Phaseolus 
multiflorus. 

©iefe« für bie ©e^cenbeng^^^pot^efe feine^toeg« gilnftigc 
5RefuUat foU un« aber nic(ft aBl^alten, toeiter gu ejperimentiren 
unb toeiter gu BeoBadjiten, benn an geeigneteren DBjecten tonnten 
[xäf ja benIBarer SEBeife anbere SRefuftate ergeben. Unb nähmen 
biefe SSerfud^e eine gange SRei^e bon ©enerationen (bon 33otani* 
lern nämlid^) in %n^pxnäf, — gemad^t muffen fie toerbem 

Die i)attt^eiftifc(^e SBeltanfd^auung, »eld^e gegenwärtig unter 
ben SRaturforfd^ern bie l^errfd^enbe gu fein fd^eint, fü^rt auf bc=» 
buctibem ©ege mit gtoingenber SRot^ttjenbigfeit gu ber De^cen* 
beng*^^|>ot]^efe; bie inbuctioe SttaturBetradf^tung toiberf^jridjit i^r 
in ben em))irifdjien gunbamenten. 8affen »ir bemnad^ bie gragc 



2T 

att eine öor ber §anb ned) offene gelten. ®enn beffer leine 
^ifpotfte^t, al9 eine anäf ne^ fo fruchtbare, fobotb biefetbe att 
irrig erfannt ift ; mit biefem SWomente n&müöf l^brt biefetbe anf, 
ein gbrber«ng«mitte( ber S35iffenf(ä^aft ju fein, fie toirb jn einer 
©d^ranle ber freien gorfdjiung. (ÜDie ©efdf^id^te ber S^emie unb 
Oeofogie jeigt ganj analoge SSorgänge.) @« toäre übrigen« bem 
33itbung«ftanbe unferer ^tit angemeffen, loenn man SKänner, bie 
nid^t mit bem großen ©trome fd^toimmen, nic^t be^l^atb betei* 
bigte. 3!)ie6 ift nämlid^ bie aßerneuefte 9Kobe unb ba« ftärfftc 
23eti)ei«mitteL S« gibt aber ^tnU, bie fid^ ba\)or nidf^t fürd^ten. 

üHöd^tcn fid^ Mz, bie biefen ©egenftanb bcl^anbeln, an bem 
ebenfo toa^rl^aft genialen att l^od^ftnnigen englifd^en SWaturforfc^er 
ein 9Kufter nel^men, bem toir bie l^eutige ®e«cenbenj*$^|)ot]^efe 
ocrbanfen, toelc^e ein fo groge« unb nü^Iid^e« germent für bie 
in Heintid^em @d^emati«muö eingefrorene 9latur»iffenfc^aft ge* 
ttjorben ift. 3)?an (efe j. 33. bie Sinteitung ju feinem neueften 
Siud^e, mo er ben @a^ auöf^)rid^t : „SBir toiffen nid^t einmal, 
toie untoiffenb toir pnb." Unb „biefe $^^)ot]^efe fann nun ge* 
pxü^t toerben, unb bieg fdjieint mir bie einjig J^affenbe unb ge* 
redete Strt, bie ganje grage ju betrad&ten" (®. 11). 

„©efeen toir (fagt ein mit ber'grage offenbar fel^r tertrau* 
ter ©d^riftftetter), ben Sali, ber gar nid^t unmbgtid^ todre, baß 
nad^ Jahrelanger Erörterung fid^ aße ober bie SKel^rjal^l ber 
gad^Ienner gegen bie S)arti)in'fd^e Seigre erftären foöten, 
fo loürbc bod^ baö Srfd^einen feiner Unterfud^ungen eine neue 

unb eine große dpotS)^ in ber ffiiffenfd^aft bejeic^nen. ®en* 

fen toir baran, baß feit bem Srfd^einen be« 23ud^eö über ben 
Urfprung ber ?(rten oiele S^aufenbe oon Äugen, bie \)ormate blBbe 
toaren, |)I8|Iidji fd^arf ber 9?atur auf bie ginger ju feigen be=^ 
gönnen ^aben, fo fann e« nid^t ausbleiben, baß burdf^ aSeroielfät 
tigung ber 5öeobad^ter eine unenbtid^e 2tnjal^( ungeahnter SBa^r* 
l^eiten ton Än^ngern tote oon ©egnern juS^age geförbert toirb. 
S33em fd^Iießtidf^ ber ©ieg bleibt, ift für ba« aSad^St^um ber 
©iffenfd^aft ganj gleichgültig. (Sin 3^i^t^«m fül^rte, »ie oft 
fc^on, JU überrafd^enben (Srfenntniffen, unb me^r aW einmal ging 



28 



cö bcn erforfd^em itx SBal^rl^ctt^ toic ©aul/ ber feinet SSatct« 
(gfclinncn fudfttc unb ein Äönigreic^^ fanb." (äuölanb 1868. @. 
224.) Unb jcbeiifatt« l^at bicfc Sc^re ba« befonbcre unb Mci« 
benbe iBerbienft, ben menfd^lid^en ^oc^mutl^dbüntet bejUgltt^ feiner 
ejrceptioneKen ©teQung in ber ißatur etma^ l^erabgefttmmt ju 
l^aben. 

®ie fd^toad^e ©eite biefer ^\)pot^e^t ift, bag fie auf ^rS* 
miffen bernl^t, toefdf^e nidjit in ber grfa^rung begrünbet finb; ba* 
flcgcn Uxiüjt t^re ©tärfe, bem unbefangenen SBaturbeobad^ter 
gegenüber, in il^rer (Sroßartigfeit jugteid^ unb (Sinfad^^cit, fctt)ie 
in bem Umftanbe; bag tt)ir feine beffere fennen. Denn ba^ bie 
$)^pot^efe einer einmaligen ober loieberl^often (Srfd^affung feine 
fote^e barbietet, bebarf feiner Weiteren «uefül^rung me^r* 

aSießeid^t taffen \xä) bie {Refultate nnferer nad^folgenben 33e* 
obad^tungen unb t>orfte!^enben ©etradf^tungen am äberfidjitUd^ften 
in folgenber ©eife barfteöen. 



S^efen 

im @tnne ber @^ecied«iBUbung \)nx^ 
ttatürtid^e 3u<^ttt)a^I. 



%ntitfit\tn. 



!♦ 2)ic @^cctc« toaritrcn m'9 
Unenbltd^e^ toenn anäi erfl in ^eo« 
nen. 



2* !S)ed]^at6 l^ätte man toon nur 
einigen wenigen ober (Sinem ®runb« 
tJ?t)u» au«3ugc^en a\9 Slnfang ber 
jetzigen Sc]bctt)cfen. 

3» (Sine SBartetät t{l eine !S)t« 
toergett3, bcren Urf^jrung man tont. 
(iBeige 3)2äufe, Nigella damascena 
znonstrosa.) 

4« (Sine i^arietSt !ann fi^irt 
»erben. 



!• 2)ie ©J)ecie8 öaritren nt^t 
üBer ben ®runbti^|)u« l^inau«, »entg- 
fiend Hegen and ben (Srfal^mngen 
einiger taufenb Saläre Jeine S3ett)eife 
öor (ögt J. ©. Triticum). 

2» 2)er^al]b ntügte man eine felj^r 
große ^di)l toon (Srunbti^|)en al« Slu«* 
gangd^unlt ber ie^tgen Organismen 
annel^mcn, womit für bie 2)e8cen* 
bens*§vi>öt5efe nid^t« gewonnen ijl. 

3* Sl^atfad^e. 



4» Slllerbtng«, wenigpen« in ein» 
gelnen güllen unb I6t« ju einem ge* 
wiffen (grabe. ^6er biefeö nur bei 
Sfolirung ober^udmal^I (B^4^ung)^ 



29 



5* (Sitte @)>ecie0 tfl ettt fold^e 
fl^nrte S)tt}etgen3, beren 91tt9gang9« 
tßunlt tnan ttid^t (ettnt, unb tottüie 
tor lattger ^di f<l^on ftjirt töorben 



6* S)iefe gi|:atien tfi ettte im 
Saufe ber @)>ecie9« Variation frül^et 
ober f^ätet gefetjmSgtg uttb notl^tDen« 
big auftrctcnbe erf^cinung ; jtc trifft 
einen ober mitunter an^f mehrere 
ober t)ie(e @tämme ober 2)e«cenben« 
tengru))^en dlei(]^}eitig uub ingleid^er 
Söcife. 

7* 2)tefc giprung ifl fetfcfl wie* 
ber nur eine xtlaüiot, benn i^re 
2)auer ifl baburd^ bef <!(r(intt, 



*) hieran bancrft ®drtner (Oaf}. (Si*). 
1849, e. I59):.,un9 ff^eitit in Ux «nita^me 
ttr 8ort6 Übung Ux SIrten mit Ux (Sntflel^unfl 
ter UNannigfaUigfcit Itx fvrdftfdjen (BtmUiäii* 
Bonnen au« mtnigen urfvrünalic^tn ®runt' 
formen ... auf Ux einen , ntCö in ttx et» 
iauptung te« 6ta6ilwerben« . . auf Ux an» 
bern €eite ein offenbarer ®iberf»)ru(J> au He* 
gen. — flud aOen liefen ®ränten nehmen 
»ir nun leinen 91nftan^, und tem Satel 
cinei befannten 9laturforf(^er« au^aufelen, 
»elfter erfUrt ftat, M% fi(^ I^erienige no(^ 
wenig in ber 9latur umgefe^cn baibe, toeld^er 
nm felftübegrenate Srten unb ü^er^auyt um 
unocranbcrlii^e 9laturgefe|c fheite" unb trdflen 
nnd^O.Suoier, 9B.C3- Stodi, 9lgaf« 
fia unb SlourenS au SRitfireitern au ^a* 
(m"* $a|t genau fo auf Uti heutigen Za$. 



fei biefe fün^tic^ ober natttriuf . Se«« 
tereö fiH^i auf ©(^^töierigfeiten. (2)te 
(Gattung Erica l^at in @fib«9frica 
^x6}i neben einanber bie }a]^(rei(!^flen 
unb marfirteflen ^ptcxt9, unter 
bemfelben tUma^ ol^ne rSnmlid^e 
Trennung. 2)erg(ei(i^en ijl bei ben 
toerfd^iebenfien (Venera ni(^t %n9» 
nal^me, fonbem 9lege(.) 

9. Siberf4>ri(i^t unferen (Srfal^* 
rungen toon ber 2)it>ergen^ Nigella 
damascena monstrosa (ober koeige 
Wl}iu\t) entfielen l^eute no^ unter 
unferen ^ugen. jleine 8eoba(!^tttng 
geflattet un9, anjunel^men^ bag au9 
N. damascena bie sativa, arvensis, 
hlBpanica u. f. m. bur(]^ ^i)i>ergen) 
entflel^en JiJnnen ober"Jonntcn. 

6* 2)ie oft fe^r toeite rSumHi^^e 
Trennung ber ©tanborte ber 3nbi* 
toibucn gcmiffer @|)ecic« (espfeces dis- 
jointes), mo jcber etttjoige 3«f«^' 
men^ang hnv^ Säuberung unb bgl. 
ttntoerflänbli(^ ifl, fprc^cn ni<l^t für 
eine ^batoeigung au8 einem gemein« 
fomcn 3cugung««$crbe**). 

?♦ 3ntool4>irt fo lange einen 2Bi* 
berfj)ru<i^ mit 6, bi« ein cutf^eibenber 
(ginfluß be« SWebium« ouf bie Or- 
ganifation na<i^gett)iefen ifl. 



•*) ^Uxita gefrören a* C Carez eanet- 
cens L. im nörblii^en unb aniarftifc^en 9(mc< 
rica u. f. w. (91. ®rap); Fagus sylvatiea 
in 3a)>an unb (Europa (A. de Candolle, 
M i q n e 1) ; ebenfo Blechnam aplcant (91. 
®rav); Acer spicatum in 3avan, O(|ro|^tr 
9l0.9lmerifa(^erf.); Monotropa uniflora : da» 
naba, Oregon, ©iffim (^ o 1 1 o n , ^ o o f e r). 
Empetruis : arftifc^el nnb antar(tif(^el 9lme« 
rita ; unb viele anbere. 



80 



baS — ttol^l bur($ toerättberte Hugere 
Scr^ältniffc — bicfe gorm fclbp wie* 
ber crfd^iittcrt unb %tlxo6)tn toirb. 

8* S)tc ©tamtnformcti bcr jc^t 
fcknbcn ©^ccie« jtnb tocriorcn gc» 
ßönöen. 

9» ^U(!^'bur(!^ ^^bribation 
gtt>cicr (S^cctc« Wnncn Blcibcnb frud^l* 
bare unb conjlantc gönnen entfielen. 

10* ^nf biefem SBege ftnb biete 
je^ige gönnen entfianben (Salix), 
^iefe ©ajlarbfonnen Itnb nene 



11* IBtele S^ariet&ten jeugen 
unter einanbcr frud^tbarc aWifd^Unge- 
3)affctBe gilt bi« gu einem gettiffcn 
Orabe toon toielen guten ^pmt9 : 
frud^tbarc Sa^larbe; atfo pavaMt9 
©erhalten. 



8* @ie !i5nnen alfo ni(^t }u einem 
Setöeife bienen, ba Ite nur ^J^jjot^e* 
tif(ä^c Spllenj l^abcn. 

9* 3n feinem einzigen gatte ge= 
nügenb na^gemiefen. (93gl. Dian- 
thus.) 

10* SBenn nal^e benoonbte Srten 
au9 einem gemein{(i^aft(i(]^en UrtV4>u9 
l^ertoorgegangen, ober burci^ gortbil* 
bung ber ^it>ergeni eined ober be9 
anbem 3nbiDibuum9 and einanber 
cntjlanben toären, fo toüre e« gegen 
atte fon{lige (Srfalj^rung, bag fie fl^ 
bei gcgcnfcitigcr crfoIgrei(ä^er 
Ärcujung m6ft »icbcr in il&re „Ur* 
form" f(ä^ritttt)cife bereinigen fottten; 
mag aber nid^t gefd^iel^t. ^cm mügte 
bann annel^men^ bag gerobe bie f&a* 
flarbformen bie Urti?|)en tt)ären. Slber 
im gatte biefclben fnnä^tbar ftnb unb 
bann — loie geioö^nliti^ — jurüd* 
f(i^lagen ober weiter bariiren, fo gc^ 
fd^ie^t bieß nur in ber SÄid^tung bcr 
jttjei (Stammarten, ni(ä^t aber in eine 
butiJ unter ben fonfl nod^ eggiren« 
ben toern mnb ten ^ptcxt9. 

11. m gibt ^ptdt9, miüie ft^ 

— wie Digitalis latea -|- purpurea 

— in beibcn ^iiä^tungen leidet mit 
(Srfolg frcujcn laffcn; aber ber S3a* 
<iarb ijl l^ier abfolut unfruchtbar, 
obglei(ä^ man bei bcr naiven ®cfd^(ed^t«* 
3lffinität biefer beibcn Slrten na^ 
jener Slnalogie annclj^men lönntc, baß 
beibe wol^i 2)e8cenbcnten einer unb 
berfelben^runbf orm f cien(ögt. ® S r t- 
ner, ©aft.«(gr3. 221). SöciÄreusung 
wirftid^cr SB a r i c t ä t c n bagegen finb 
bie 3Äif(i^(ing8^8aftarbc in bcr Siegel 
fe^r fruchtbar, wenn aud^ ni(!^t jlabit 
in ber gorm. 



Sl 

SWeinen ctßcncn SBcofcat^tttngcn übte SJariation unb gi:* 
^ation ber 93artet&ten toerbe ic^ mdf einige frembe ^inju^ 
fflgcn, fotoeit bicfetten für ben toorlieflenben ^xotd tefonber« fle* 
eignet unb Uanä^hax erfd^einen ^*X 

gerner finb einige ^^bribotion«^ Srfa^rungen eingeflod^- 
ten, fo »eit fold^e für bie grage t>on ffiert^ pnb : ob auf biefcm 
fficgc „neue Slrten" entfielen lönnen (%au\(S)), unb ob bieSr* 
ieugung unfruchtbarer ober fruchtbarer fflaftarbe, toie man ge*» 
»b^ntidf^ annimmt, ein Kriterium fein lann für ben Strtbegriff. 

^nl^aitg« Uno) aus bem S^^i erreiche liegt eine gro§e 
9teil^e )>on S^^atfad^en in obigen beiben 9tid^tungen t>or, auf metc^e 
xdf inbeg l^ier um fo toeniger f))ecieB eingeben fann, al« biefelbcn 
xdäft^ ergeben, toa^ nid^t anäf bei ^flanjen beobachtet toorben 
ttjäre. 5Rnr ßinige« möge ^ier ber SScrgteid^ung toegen eine ©teile 
finben. SBejügliCji be^ retatit) tiefen (Singreifen6 ber S3ariation 
finb befonber^ merftoürbig bie Slenberungen im ©au be« ©felet^ 
unb ber inneren Organe bei ijerfC^iebenen SJarietäten einer unb 
berf eiben ©pecie«, j. Sd. 5 ^ef^m an ben Hinterfüßen getoiffer 
Joggen, ti)ie benn auc^ bie ©C^ttjartjwirbel toerf^iebener ^unbe* 
raffen »on 14 bi« 25 f d^toanf en (ügLSroca im Journ. de Phy- 



") 2)ic fc^r jol^trc^cn Erfahrungen jutnal ber (Gärtner jtnb Icibcr 
für unfern ^Xütd in ber Siegel toenig brauii^fcar, ba benfelben jttjei wefent^ 
Ii(ä^e geinter anl^aften. @ie fiub i) nid^t mit 33erücffi(ä^tigung ber numeri* 
fd^en 3)^ct^obe ausgeführt ober niebergetegt. Unb to6^ tft eö offenbar l^bd^ft 
njtd^tig ju tüiffen, in »eifern ^rocentöcrl^ältniffe eine 3Sarietät auftritt ober 
ob biefelbe in lO ober 1000 @3:cuH)Iaren fiyirt toorben ift. 3^ tt)erbe unten 
sub Phageolus mult. — 1867, 1868 — gätte mittl^eUen, bie geigen, toeld^e 
große Sülenge toon Snbiöibuen unter Umjlönbcn gcjüd^tct »erben muß, »enn 
man ni^t gu irrigen @^lüffen geführt ttjcrbcn ttjitt. 2) <Sie geben nt(]^t an, 
bur^ njie toiele Generationen bie angeblid^ errcid^te gi^ität f eflgel^alten 
worben iji. 2)ie6 gilt namentU(ä^ toon ben eingaben 2Äorren'8, f. u. 
3) fe^It gänglid^ ber afcjtd^tUd^e 9lebuction8öerfu(ä^ jumat l^o(ä^grabigcr 
SJarietäten, ber offenbar bod^ bie toa^xt Gegenprobe für bie gijität bilbet. — 
^aifUd^t gaße, namentli^ auö ber englifd^en Gartentiteratur, l^at neuer* 
bing« 2)artt)in guf ammenge jlcttt (SSariircn ber X^kxt u. tpflj. 1868. I). 
3^ »erbe unten einige berfclben bcnufeen. 



32 

Biologie, 1858. 1. 443). §ietBci ift aKerbinß« ju ieaäfUn, bafi 
ber ©cgriff §unb yjteöcicä^t 7 wrfd^iebcnc @j)ccic«, aud^ noc^ ben 
®c(^a!at uttb ben ©elf cinfij^tteßt (giftinflcr, ®ife.*35er* ffiicm 
«fab. Oct, 1866, @. 457). 5»a(^ d^inefif (3^cn Ouettcn fott bcr ^unb 
Dom @t^a{a( ftammen^ int 0^^^^^ 1122 Dor S^r. in S^ina bome^ 
fticirt ttjorbcn fein (©• Q u a t r e f a g e s : ?lu«anb 1866. @. 240). 
S)agegen ftnb bie tottben ^unbe am 'SIU ^eute no(!^ ibentifc^ mit 
ben antifen, bon toelci^en SRnmien — 3000 3^l^re aÜ — tjor^ 
Uegen (93roca a.a.D. 444.445)^ SSgl. ferner bie eingel^enbe Un* 
terfnd^ung über bie Sntfte^nng ber ^unberaffen bei S)artt)in 
(S$ar. 1868. I). ^ort anäf über )6ariation ton jfa^en unb 
anberen ^näftüfkxtn, bei beren 9taffen eben fo groge SCbmeid^un^ 
gen im ^nod^enbau t>or{ommen, felbft loenn fie nnjtDeifel^aft bon 
berfelben @j)ecie0 abftammen» 

Unter aöen bomefticirten unb raffenreid^en JCl^ieren ift bie • 
2; ftnb e am beften Belannt, am längften gejüd^tet, nnb toon S)ar* 
töin am erfd^Bpfenbften ftnbirt »erben. Äu« feiner nnUbertreff* 
lid^en Unterfnd^nng (SJar. I. 162-277) ergibt fi^ meine« (Sr* 
achten« gotgenbe«, toaö l^ier eine ©tette pnben möge. 

1) aCe 3wd&t«2;anben ftammen t>on ber mit t>erbreiteten nnb 
nod^ toilben Columba livia ober gelfentanbe o!b. 

2) ®ie extremen §anptraffen finb in anderer gorm, ^aljl 
nnb gorm ber Änod^en, in ©itten n. f. to. fo abwei^enb, bag 
pe für tjerfc^icbene ©j)ecic«, ja ®enera erflärt toerben »Urben, 
toenn man fte oi^ne ffenntnig il^reö ©tammbanme« toitb fäube. 

3) 8lße ftnb entftanben bnrd^ ©tcigernng jnfaüiger SSariation 
mittelft S^öfixoa^ 

4) ©er ilKenfd^ lann nid^t« t^un, toenn bie Organe be« 
a;^iere« nid^t üon felbft jnfäüig toarüren (©. 276). 

5) S33o man teine ^\xä^ixoa^ antocnbete, finb bie S^anben 
felbft im bomefticirten S^Pä"*>^ feit nnbenfbarer3ritunöerSnbert 
geblieben (274), abgefe^en »on geringen garbt)ariationen, toeld^e 
^änpg öorfcmmen (anc^bei ben toerfd^iebenften »Üben SBögetn $.). 

6) Onbem mm ein getoiffed Organ abfid^tli^ mobipcirte, 



3S 

traten 8(eii!^}eitig mai^äfüxä^t SBerSnberungen anberer X^ile 
hnxtSf Sorrclation mit ein. 

7) Sei gtoeien ber am fci^ätfften marürten »offen, nSmliii^ 
bei ben »üben 5Ca«ben nnb ben luriftirnigen Sönrjlern, 
„fönncn bie äu^erften gornten mit ber ältetUci^en Jlrt bntii^ aU^ 
m&l^tici^e Sßetfd^iebenl^eiten t)erbunben toerben, toeld^e nid^t grSger 
flnb a(« bie, »etd^e ntan jtoifd^en ben ^au^touBcn t>erfii^iebener 
fiänber ober jti>ifdjien ben t)erf<3^iebcnen «rten bon @t>ieftattben 
beoBod^tet, — aBftnfungen, »eld^e P(3^er bent JBariiren m^^ 
^reiben flnb" (©, 252). (®. 272 : »erbinbungdgßeb gtoif^en 
geUtaube unb ^fanentanbe erften {Range^O 

8) £)ie 3^if<9^nftufen fönnen t>er(cren gelten, tt)ei{ fie avA 
ber SWobe fontmen unb tjemod^Iäfftgt »erben. 

9) 5We]^rere JRaffen lönnen in ber gorm rein fortgejttd^tet 
»erben. 

10) !£)er Stebnctiondüerfud^ in bie ©tammform ift bei ^oäf^ 
cu(ti)>irten 9?affen ntematö abfid^tUt^ unb confeqnent an^gefttl^rt 
»orben. (fir »ürbe fel^r foftfpiettg fein nnb liegt auf leine SBeife 
im 3ntereffe ber S^äfUx. Unb bod^ ift er für bie gragc in 
i&o^em ®rabe »id^tig. $.) 

11) äffe 5Raffen fd^Iagen, »enigften^ in ber gorbe, bi«tt>eilen 
(birect ober bei {Raffen^^ffrenjung) in bie t^}>ifd^c ©tammart mel^r 
ober »eniger gnrüdt (®. 243), »a« ber S^W^^ ^^^^ ^^^ 8^* 
ftattet. (Unb fie ȟrben and^ in ber gorm nnb bem ^an gu* 
rüdtf dalagen, »enn ber 3**^*^^ ^W i^be berartige Aberration 
an^merjte, b. 1^. bie Varianten tbbete. $.) (©iefer SRUdtfd^Iag 
ift beim »ei^en ©eiben^n^n mit fd^öarjer $ant nnb Änodjien bei 
SSer^jflanjnng nad^ gnglanb fogar unt>ermeibtid^ (301), bei rein* 
fter S^^^i tttfo bei einer ber beftimmteften 9f äffen (©•284).— 
®a^ fd^toanjlofe |)ul^n, eine l^öd^ft marürte JRaffe, jjrobncirt nid^t 
feiten gefd^toSnjte ^üfintx, fetbft nad^ 20iS]^riger «einjüd^tnng 
(Dar». 320). 

12) 9D?an fennt feine nod^ fo gnt fijirte {Raffe, einfd^fießlid^ 
ber ätteften, »eld^e ganj o^ne offen SRüdtfd^Iag in bie ©tammart 
güd^tete. (?Die fd^toarjen nnb anbatojtfd^en ©d^afe t)robnciren 

^offmann, Unterfu(^un0. 3 



trot} fortgefe|ter Sludmerjitng immer toieber etn}elne )oei§eO 
Saub IL ©•52ff. tocrben jal^Itcid^e gftüc angefttl^rt, »oJEouSen* 
«nb ^ü^tter^SRoffcn ic, bic rein jüd^ten^ fo lange man anf ftrenge 
3ffotirung ^It, bie alfo toßfommen ftjrirt f(^einen — fofort nai^ 
ber ® rnnbform jnrücffiä^Iagen/ »enn fie mit einer anberen/ ah 
tDeicä^enben SRaffe getreujt »erben, (»ber gntc fj)ontane ®|)ecie« 
jeigen biefe @rf<^einnng ni^t^ and^ ni(i^t in ber äuätt; fie ftnb 
atfo felbft ©tammart nnb nici^t burd^ — natürii(!^e — 3il<^t«W9 
mittelft au«»a^l entftanben. f).) 

13) 93etDeife für irgenb er]^ebUci^e9taffenBi(bnngbnr(^ 
„natürfid^e" 3ö^t«tt8 im tDtlben 3uftanbe festen gänjUti^; nur 
fd^toad^e r,geograp]^lfd^e" ober „Kimatifd^e" Sariationcn finb in 
biefer ajejiel^ttng Belannt (®a« ^erll^ul^n, anf ®t Domingo 
»ertoilbert, ift etoa« abweid^enb t)on ber Stammform [©• 366]. 
üDaffcfte gilt oon Dcrioifberten ©c^ttjeinen nnb anberen 3«^^** 
tl^ieren; bod^ ni^t jebe« — felbft feljr abtoeid^enbe — Älima tt>irft 
in biefem ©inne mobificirenb.) 

14) ?ltte SRaffcn ton 3;anben laffen fid^ unter einanber boH* 
fommen frud^tbar Ireujen. 

15) Äeine SRaffc einfd^Iießfld^ ber ©tammart |)robucirt frud^t* 
bare Siaftarbe mit Columba Oenas; Turtur, risoria; migra- 
toria unb anberen guten, f^jontanen ©^)ecie« (©, 239). üDaffelbe 
gilt bon ben $)ü^ner«'©t)ecie8 gegenüber bem Gallus Bankiva 
unb ben baoon abftammcnben {Raffen be« $)au«^ul^n^ (©. 295). 

16) ifeine JRaffe toirb jemat« burd^ Variation ju Col. Oe- 
nas ; Turtur, risoria, migratoria u. f. to., oBgleid^ fie oft in 
bemfelben Sanbe jufammen öorfommen, alfo gteid&em Älima unb 
gteid^en aSerl^ältniffen au^gefefet finb. 

17) !Die jungen aOer l^od^berebelten 8ieb:^aberbögel (faft 
monftröfe JRaffen, offenbar auf ber ©renje ber mßglid^en SBaria« 
bitität) finb Äranf^eiten unb bem ©tcrben äu§erft au«gefe|t (275), 
trofe ber günftigften Pflege. 

SBad l^ier oon ben 2:auben gefagt tourbe, gilt aud^ ebenfo 
i>on ben 6 n t e n (oon Anas boschas, cum varr. t>gt ©. 343—358. 



85 

— ). S)te ®ati€ ift audgQeii^net imäf i^fel^rgerfatgedDSariirat 
trofe uralter fittltar (358> 

3fd^ lann baroit« nur ftl^ticßen, ba§ bie einen, toie CoL li- 
via nnb Oenas; xoixUiäfC ®)>ecte9 finb, bie anberen — fet^fl 
bie ejcentrif^eften Waffen — nur f(!^einbare (alfo SJarietäten), 
tt>ie ed fold^e in ben Sü^em nnb in ber 9tatnr fel^r Diele gibt, 
bie e« alfo im Sanfe einer öOOOjfil&riaen 3ö*^tt«9 nlcä^t i^t gi* 
^it&t einer toal^ren ®)>ecie9 gebroci^t ^aben nnb bemnad^ ani^ tool^ 
f($tt)erlt(i^ iematö bal^in gelangen loerben; tDenrgftend fel^tt ieber 
erfai^rnngdm&§ige ^n]^att9))nnft fUr eine fot(i^e annähme. 

Q<Sf flnbe in Obigem ba^er nic^teine @tä^ ber !S)artDin^' 
fd^en ^^potfft^e^ fonbern einen ftarlen Jöewei« gegen biefelbe^ — 
Denn e« fe^It gerabe ber SRaci^toei«, baf SSarietäten f o »eit Pprt 
toerben ti^nnen; bid fie leine Steigung jnm coQateralen Sttttf» 
fi!^Iage me^r l^aben, felbft bei ttenbernng ber änderen Sßer^Slt« 
niffe, ober bei gef^teci^tßci^er W\äfmz. 9Rit il^m fte^t nnb fäOt 
aber bie ganje ^nfid^t, fo mit fie ftd^ anf Xl^atfad^en ftil^t 

8Baö bie SBcrbinbung ber einjetnen (SnbgUeber mit 
ber Stammform nnb bnrd^ biefe mit anberen ©eitenr eilten 
betrifft, fo finb fie in ben ijorliegenben gäßen ijorl^anben* SBIir* 
ben fie f eitlen, an^fierben, bie (gnbgliebcr aber leben bleiben^ ~ 
toofür freilid^ feine ©rfal^rnng ober Analogie \pxi(S)t — fo toSre 
ber SRad^ioei« ber S^f^^wmengel^örigfeit bnxdf UebergSnge 
felbftberft&nblid^ nid^t jn tiefem« !Dod^ lann man bief t>ieOei(^t 
nad^geben, alfo gugeben, bag biefer Stac^toeid ber UcbergSnge bon 
nntergeorbnetem SSBerti^e fei; nm fo me^r aber »irb man auf 
bem 9lid^t:»5Rü(ff(^lagen bcfte^en muffen; biefe aber loürben nad^ 
Obigem bei ber ^nä^t balb auftreten* 

Ueber S^er&nbernngen ber Snltnrtl^iere bnri^ S^ertoilbe« 
rnng t)gL : betr. ^ferbe : Sionlin in Mfim. de rinstitut t 
VI. 1828. ©d^toeine in Stteuf eelanb : SR e g e r« ©artenftora 1867* 
®. 58; - in «uftralien : bgt. SRatur, 1866. ©• 416, nad^ 
SDtüdte. 9$gl« and^ beg. ber Angaben )>on SRoulin unb S)u« 
tertrebeiFaivre, var. espfeces 1868. p. 97. — Ueber ber* 
»itberte ^ül^ner auf «nnabono nad^JTO. $)alter : baf.©.98.— 

8* 



36 

^mer Qnatrefages in Rev. des deux mond. Jan. 1861« 
p.432. ©d^aaff^oitfcnin 8Scr^. nat SJcr. W)ml 1863. @. 434. 

Ucbcr ttcfgrcifcnbc Variationen »on bontefticitten 
Spieren tjgL noci^ : beg. ^ctt^ü^ncr ol^nc (SattenBIafc, n. SSuffon^ 
bcftätiflt im„gratt!f.joo(.@artcn". ©d^ttjanlen bcrSd^ttjonjiDirbelgal^I 
bei ©äugct^iercu : @ieb et, Xage^f ragen/ 1858. ed. 2. ^drnerCofe 
SnUen, SDtterf^afc, gu conftanter Waffe gejüd^tet : bgl. $ä<f el, 
gen. 9Korj)^. IL 206. Oc^fen mit Uftatt 13 ^ar SRit>pcn : Qua- 
tr e f a g e s inBev. d. deux mond. 1861. Fevr. 631. 646. ®4f\imi* 
fnngen im ftnod^nbau bed äRenfd^en (nad^ SSInmenbac^; t>gL 
©(^aaf f^anf en in SSer^. JR^einf. 1863. X. ©.427.429.430.) 

aJejUglid^ ber |));brib at tond^Srfd^einnngen bei S^l^ieren 
lann id^ mir nid^t t>erfagen/ eine fnrge, fummarifd^e Ueberfld^t 
^ier einjnfügen, fött>eit mir bcrgleid^en befannt geworben flnb. 
SDtan tann einmal in biefer Sngelegenl^eit bie ^flangen nid^t gang 
ol^ne 9tü(ff{d(^t auf bie Spiere bel^anbeln. 

1. SIbfoInt fte rite Are ttgnngbontjerf d^iebenen®t)ecie«. 
©tier nnb ®tnU (mäf Söuffon, f. SBroca, a. a. D. IL 

213); Äonind^en unb ^enne (nad^ R^aumur), ^al^n nnb ßnte 
(baf.); ^nnb unb ®uinea^®an« (nad^ Fouquier, baf. 244), 
Sodt unb ÜRenfd^ : u. ä. ^erobot, IL 46. «e^nlid^e gätte 
in «Ogem. gorft* unb ^agbgeitg. 1839. @. 247. 

©elbft innerl^alb be« gormcnf reifet einer unb berfetben 
©pecie« fommt ©terilität \>ox, eingeln g. S. beim SWenfd^en in 
allen Staffen (nnfrud^tbare S^en), conftant angebßd^ bei ber ^a« 
ragua^Äafee mit ber mn eingefül^rten eurot)äifc^en (nad^ SReng*^ 
ger, bgt. ^ädfel, gen. ÜMorpl^. IL 344), (gbenbaf. über bo- 
mefticirte Cavia Cobaya + Cavia aperea (bie tt>i(be ©tamm* 
form). Cbenfo mand^e Waffen t>on $)unben, ^fcrben, Winbcrn 
bei ber Äreugung unter einanber. 

2. Äreugung mit geringer gertifität. 

$ferb unb (gfel (nad^ 9iuboIt)I?i, bg(. »roca, a. a. D. 
IL 266. - ferner ^erobot, IH. 153). 

S;^eitoeife grud^tbarfeit, namenttid^ ber 93aftarb*©tttten in 
l^ei^en Ätimaten : bgl. Dureau de laMallC; grorie})'« n. 



37 

JRotti. 1837. no. 6. @. 99. «flL ferner : «ffg. gorffc unb Oagb* 
3tg. 1839. ®. 247. 

Gallus Sonnerati; furcatus; Bankiva : fcl^r unt)OÖfottimene 
3eu9U«g«effeete (»gl. ©alter, Nat.histRev.1863. IILiS.278). 

3. Jhreujung mttiiemttc^ fru^tbarer 9}ad(^{ommenfc^aft 

äSod unb ©d^af (na(^ »uffon, ^aüad, ®a\) u. «. ))gl. 
83roca a. a. D. 11. 227. 345. 350). ^kxUx ift ju Bemerlen, 
bag biefe jtreitjung in ndrbltd^en ®egenben ntd^t gelang. (ä3gL 
Quatrefages in Rev. d. deux mond. 1861 . Mrz. 168. gerner 
gürftenberg m«nnat. tJreuß* Öanbtoirt^fd^. 1862. 3fan. ©. 79.) 

©etBft in ^ern foHett bie ©aftarbe regelmäßig begeneriren, 
toenn fie nidfi mit ben ©tammraffen aufgefrifd^t »erben^ ober 
t>ielmcl^r ba« ganj« (S^periment t>on Dorne an toieberl^It toirb. 
(®a^ : t>gL Faivre, var. espfeces 1868. p. 141.) 

an« ben ©c^afraffen ©if^le^ nnb üHerino »urbc burd^ 
Äreujnng eine neue ©|)ecie« erjielt, »eld^e ober jurüdfti^lägt 
(Sanson : Compt rend. 1865. Jli. p. 76.) ©elbft bie rei* 
nen f(3^tt>arjen SRerinofd^afe in ©panien liefern jeittoeifc immer 
lieber »eiße Lämmer, alfo nid^t üöüig fljirt, trofe »u^merjung 
biefer SSarianten. (SSgl. Quatrefages : Rev. d. deux mond. 
1861. Fevr. p. 943.) 

^unb unb ©olfln (Söroca, a. a. O. 232. 353. 392). 
^unb unb ©d^afat nad^ gl euren« (»gl. »roca, II. 245. 
395). G. Saint-Hilaire flnbet m6f »erfud&en ab 1847 
mit ©unb unb SBolf, ©d^afal u. f. to., baß bie »aftarbe in ge*» 
tDiffen gfißen frnd^tbar finb, bei anberen 2Rifc^ungcn aber nid^t 
ober nur wenig (Compt. rend. 1868. L. p. 133). 

$afe unb flanind^en : f. g. 8e^)oriben. (SR. Amorette u. 
SRouj; \)gt. SSroca, a. a. D. 11.367.374.) Änbere geben bie 
grud^tbarfeit nur in ^öd^ft bcfd^ränltem SÄaße gu ober täugnen 
ba« gactum gang unb gar. Gayot, Beaufort, t>gl. Äolfe 
.in ©eJ^er'ö a% gorft* unb 3!agb--3. 1867. 164; ferner Pi- 
geaux : Ann. Mag. nat. Hist. 1867. vol. XX. p. 75; unb 
Bullet, soc. d'acclimat. Paris 1866; III. p. 334.— Sttor^ : 
tanbtofc^. 5lnnal. f. ^ßreuf. 8^ (Juli 1864. ©..73; ferner — nad^ 



38 

^rüfttitg ber@a(ä^c in «ngoulSme Bei »oitjc fcttft— : 93a trat 
mtb ©anf on, citBciE. Faivre, var. des esp. 1868. p. 141, 

«mcrifmüfiä^cr 39ifon unb curopftifd^e^ Äinb (nad^ üRotton, 
»ßL 93roca, a- a. £)♦ IL 249; «u^anb 1867. @. 79). 

©d^af unb »cl^ (»jt. Bei $8 de t, gen. Wtoxp^. II. 348). 
fjolflenbe ©enerationen gurüdfd^tagcnb in @(^af (|)clteniu^; 
»ßt. «flg. gorft u. 3aflb.3. 1839. @. 244). 

S)romebar unb jiDeiBndelißed JFantet (nod^ (Stoer^mann, 
t>ß(. ^roca, a, a. D. II. 254. 358). 

Cervus vaginalis + Reevesii (nad^ ® a r tö i n , Orig. spec. 
ed. 4. ößL «tt^tanb 1867. ®. 79). 

2^mci, ai^)afa, aSicunia : bßl. 93rocö, a. a. D. II. 360. 

Sus europaeus + indicus (Slatl^nfin«, SSorftttb. f. ®ef d^. 
ber ^au^tl^tere. 1864. ©inb nad^ einißen «»toten nur SBarietäten). 

(inxep&x\6)ex ^unb unb auftraßfd^er ©Ingo (SDiorton, t)ßL 
»roca, IL 386). 

3ieße unb ©emfe, 3iege unb ©teinBodt {^l S;fd^ubt, 
JE^IerteBen in ben Sttpen. 1854). ©teinBodt unb ^k^t lieferten 
33aftarbe, »eld^e in ber t)ierten Oeneration ju ben 3i^9^w jurildt* 
f^tttgen (n. ©d^ott, t)ßl. 5Reger« (Sartenflora 1857. ©.116). 

Crax HectoF; rubra, globicera (Sroctt/ 11. 361). 

Cygnus olor unb immutabilis (83 r. 11.361; nad^ ©et^ö* 
Songd^aut))^). 

Anas boschas unb acuta (83 r. IL 361 ; eBenfo). 

Anser cygnoides unb cinereus (ö r. U. 361 ; eBenfo). 

Anser cygnoides unb canadensis (nad^ Saffre^nai^z 
t)g(. a3roca; IL 362). 

Phasianus colchicus unb torquatus (n. Dartoin, Orig. 
spec. ed. 4; ügt. «uötanb, 1867. ©. 79). 

Fringilla. Äanarienbogel unb Dlftelfln! (nad^ ©|)rengel 
unb 83uffon; »gl. 33roca, IL 363). 

Fr. citrinella unb canaria (ogl. S r. 11. 364). 

gerner SJrel^nt, ©tttBent)»get 1832. ©. 45 : Sßad^tigatt, 
®lnn)el, ©rünting, $)änfling, ©tieglife. Unb 2; fd(^ einer, ^tn* 
BenJ)ögeI, ©. 69. 104. 117. 188. 191. 198 (j. S^eit nac^ 



39 

»e^ftcin, 9laU®. ber ©tuBcnöSarf 1812.) ©• 404—406 : 
SJaftarbc »on Fr. Carduelis nnb Splnus crjeugen untec cinan^ 
ber Qnnit (toic t)iet ©encrationcn ?), unb jtoat aömä^lid^ IrSf* 
tigere; — Betr- »otl^fel^td^en, SRod^tigaß, SrauneHe; Äanarlen* 
*>^flrf; 3#fl ««*> Äanarienöoget; ©tiegtift unb 5faitarient)oget; 
©^jerting, gtnfj ©otbommcr unb ÄanaricnDogct (?). SBo^t mcift 
nur fel^r Befd^ranlt frud^tbare SBaftarbe; tt)enigften9 (ringen 93a« 
ftarbe t>on ©tiegli^ unb ffanarienücgel ed in ber 9tege( ^öc^ftend 
bid gum (Sieriegen. Dartoin inbeg Bejetd^net bteSaftarbe ))on 
JPanarten))oge( unb anberen SringiHen M ,,faft Dodtommen frud^t' 
bar'S* SJtt^- 367. Weitere« bejügfid^ ber betreff. Literatur bei 
Faivre, var. espÄces 1868. p. 131. 

^Sdet (gen. SWorj)]^. 11. 348) red^net gu ben fic^erften 
f^&den ton frud^tbarer Jhreugung (wie loeit?) @nte mit ^ul^n, 
auerl^a^n mit Irut^al^n. S3ec^ftein (9?aturg. SBbg. ©eutfd^I. 
1789. I. ©. 719; II. 411) ermähnt Äreujung öou ^au^^a^n 
unb (gute; aber bie SSaftarbe toaren unfrudf^tbar. 

Bombyx cynthia -f" arnndia erjeugen SJaftarbe, »etd^e 
frud^tbare Sier legen (»ie t)iete ©enerationen ?) : Gu^rin-M^- 
neville in Compt. rend. 1859. no. 15. p. 742. 

SBeitere« über gifdf^e, aWottu^en; ^fnfeften tgl. bei ®&rt* 
ner, »aft..(Srj. 1849. @. 553 ff. unb «Cg. gorft- u. 3agb*3. 
1839. @. 236»^). 



") Xxo^ ber Sänge btcfcr Steige i>ön tl^iertf^en @J)ectc«*^ajlarben 
Bcfinbet ^6) barunter fein emsiger %aU, toel^cr für bie f^tocbenbe grage 
tt)tffcnf(!^aftli(!^ l6rau(!^Bar toarc^ inbeut nirgenbö angegeben ift, baß bie grud^t* 
barfeit irnb Untoeränberlici^feit ber^aftarbe hnväi eine einigermaßen längere 
Steige öon Generationen (10 ober utel^r) forgfäftig unb fel^Ierfrei contro- 
Urt unb ^^tx conjlatirt ift; ober untgefe^irt, baß unb in xotlöftv Seife bie 
©aflarbe ertbfd^en ober jurürffii^tagen. S)ie ©ärtner'f^en ©ajlarb*SSer- 
fu(!^e bei ben ^ flanken ftel^en al8 unerrei(!^te8 Wlu^tx ba. ipätten biegoo* 
Togen einen Gärtner ge^bt, fo ttJÜrbcn fxe, glci^ ber Wlt\)xia\)l ber S3o* 
tonifer, gegenüber ber S)e«cenbens*$V<>"5i^>^f^ «^^^^ toorfiii^tiger gettjefen fein, 
^ier bietet ftd^ eine fc^bne $(ufgabe für bie }oo(ogif(]^en Gärten. 



40 

Jöejügü«^ ber SBaftarbfraje führte nfimßci^ ©ärtncr 
binnen 25 ^al^rcn 9560 fünflüdf^c SSeftäubungcn an^ (SSerfud^e 
unb aeoBad^tttnßcn über ble 83aftarbergeugung im ^flanjenretd^e 
1849. ©. VIII. X. 678). ^ierin ift eine srofe ansagt mcrtj* 
))oIIer S^l^atfac^en enthalten. @tutged bat)on toirb in i$o(genbem 
in ntßgtid^fter Äürje angefül^rt toerben. !E)ic SKe^rgal^l bcr ge* 
prüften Spanien geigte \iäf unfäl^ig jur äd^ten ®i)ecie«-'©aftarb* 
S3ilbnng, nämlid^ t>on 700 @))ecie« nnr 250 erfotgreid^ (<S. 109). 
©erabe bie „natürtici^ften" gamilien finb am »iberf^^enftigften : 
Compos., Gramm., Labiat.^ Crucifer.; Legumin.^ Umbellif. 
(®. 116). ©eJbft im günftigften goöe finb (frnc^tbare) SBaftarbe 
nnr bei fttenger Of^^^w^ß ^^i« i« erl^atten (pox SRüdfd^Iag gu 
bewahren); unb fie fmb in aBen gäücn begügüd^ il^rcr grud^t^ 
barleit gefd^wäc^t, wenn nid^t abfolnt fterit (363). 3)a« Rotten 
bcr ©tammältern mad^t jene^ be« 33aftarbö bei gteid^jeitiger 83e« 
ftSttbnng ftet« t)öüig untoirffam (364), bal^er im freien — in 
Oefettfc^aft ber erfteren — ftet« {Rebuction folgen mn^. ©etbft 
wenn fid^ öerl^ättnilmÄ^ig fc^v frud^tbare Saftarbe mtd^ 8 — 10 
Oenerationen fjjontan fort})fIanjen; fo werben fie bod^ enbtid^ be* 
crepib unb gelten m^l (®. 365. Sbenfo Äötreuter.) SSgt. 
unten beiDianthus. ©arttin ift geneigt, bie| für bloße gotge 
ber engen 3«ii^^^ jw ^^ften (Orig. spec. 1859. p. 248. 249), 
unb betont überijanpt ben geringen SBertl^ ber ©teritität ober 
Fertilität für bie gange grage, n)a8 fid^ namentlid^ bei ber ©te* 
rilitat bimorp!^ t)orfommenber gormen einer unb berfelben ©|)e* 
de« fd^lagenb geigt, g. S). bei Primula u. f. to. (i)gl. ©artoin, 
SBariir. II. 245). a3efd^rSnIung bei ber SBefrud^tung auf »enige 
(gyem<>tare beeinträd^tigt in allen gfiHen bie grudj^tbarleit. ®ärt* 
ner bemerft, baß felbft bei weniger frnc^tbaren ^^briben bann, 
»enn fie fünftlid^ befrnd^tet loerben mit l^i^bribem Rollen i)on 
berfelben Srt, il^re grndj^tbarleit mitunter beutlid^ gunimmt. 
(Dartoin, Orig. spec. 1859. p. 248. 249.) SB. ^erbert 
tjerpd^ert mit ber größten SSeftimmtl^eit, baß einige Saftarbe t)oll:= 
fommen frud^tbar finb (©. 250), loä^renb ® ort ner unb tbt 



41 

reutet einen getotffeu ®rab ber Unfrud^tbar!eit aÜ Qigenfd^aft 
bet ©^)ecie^*S3aftarbe annel^men. »itd^ SBilmorin fennt leine 
@^)ecie^*3}aftarbe^ bie fxäf bnxö) ©amen fortpflanjen laffen (Arch. 
sc, phys. nat. Genfeve XX. 1852. p. 333). 

e. 92 au bin !ommt ju folgenbem 9tefu(tat ^m ^Qgentei^ 
nen finb Saftarbc nici^t unfruchtbar, fonbern frud^tbar. Qn ben 
foJgenben ©enerattoncn fd^lagen aber bie ©Jjrögfinge getoß^nlid^ 
toieber in bie ©tantmarten jurüA @o nad^ achtjährigen 93er* 
fudf^en (Add. sc. nat. bot. 1863. XIX. p. 132 u. 189). !Der 
9iüdfcl^Iag gefd^iel^t aud^ o^ne @tnn)ir!ung ber ©tantutarten; 
aucl^ lann bie faft reine gorm A toieber faft ptofelic^ in faft reine 
B untfc^Iagen (®. 191). 9leäf beftimmter Reifet e« auf ©. 195: 
Les hybrides fertiles et se f<5condant eux-mßmes reviennent 
t6t ou tard aux types sp^cifiques dont ils d^rivent, et le 
retour s^accomplit; tant6t par le d^gagement de deux essen- 
ces r^unies; tantot par Textinction graduelle de Fune des 
deux. 

^aäf 10iä:^ri9en SSerfud^en ©obron'« foKen bie SSaftarbe 
jtücier t)erfci^iebenen ©<)ecie« conftant unfruchtbar fein, fotten aber, 
mit bem Rotten einer ©tamntart beftSubt, frud^tbar »erben unb 
Quarteronen bitben, toeldf^e unbegrenjt frud^tbar, aber junt SRUdE« 
fd(^Iagen geneigt feien. Diefe« JRücffd^lageu tt)irb t)eraiila6t burdjf 
©ntoirlung (SSeftäubung) ber benad(?barten ©tammarten. 3?ur 
ber ®infln§ bedSKenfd^en fann biefen befeitigen, unb bann bleiben 
bie Saftarbe rein unb fntd^tbar, SSarietäten ober SRaffen berfelben 
©j)ecicö bagegen Ireujcn fid^ fofort frud^tbar (An. sc nat. bot. 
1863. XIX. p. 133. 179). 

Secoq, m6f 20i&^rigen JBerfud^en : ®ie ffiaftarbe geben 
genjß^nfid^ frud{^tbaren ©amen unb ttjürben fidfi bal^er aud^ in ber 
freien SRatur ermatten, »enn fie pd^ felbft tibertaffen blieben, tt)a^ 
aber ^ier nie ber gatt ift. (F^condation nat. et artific. 1845.) 

Qm allgemeinen flnbet man bei 5R anbin unb ©obron 
bie filteren SJerfud^e t5on ff Streut er unb ®5rtner in einer 
erfreulichen unb bebeutung^boBen SBeife bcftStigt. 6« bürfte 



ü6crl^auj)t ft^^tocr fein, in bicfcn gragen nad^ ®Srtncr nod^ 
cttoa« toefentUc^ Slene« ju fcrinflcn. 



3nbem idf jum ^flanjcnreic^e iurücßcl&re, um eijten S3üd 
anf WcSScbcutung bcr oftemäl^nten äußeren Sinftüffe Be* 
jüglic^ bcr SSariotiondfraßc .^u toerfen, fd^ldc i<Sf at^ (ginleitung 
einige «eugerungen t)on fotd^en SWfinnern borau«, toeld^e fid^ mit 
bet JBariation^frage Befonbcr^ eingel^enb — in ber Slteratur unb 
in Seobad^tungen, inm Z^txl aber ti^eniger in eigentlid^en Suttur* 
berfud^en — befd^äftigt l^abcn, um baran ju seigen, ba§ ttir fetbft 
bejüglid(^ bcr Elemente biefer grage nod^ leine^weg^ ju überein* 
ftimmenben anflehten gefommen finb* 

®artt)in fagt («ar* 1868. 1. 530) : „fficnn tt)ir un« fra* 
gen, toa« bie Urfad^e irgenb einer befonberen ifnofren^SSariation 
(aSar. einjetner Äugen ober 3tt>cige) ift, [o bleiben töir im 2^ü\tl, 
ba tt)ir in einigen fällen bajn tjcranlagt »erben, bie birecte gin* 
n)irfung ber äugeren Sebendbebingungenfürl^inreid^enb 
2U galten, unb in anberen f^äUen bie tiefe Ueberjeugung erlau« 
gen, baß biefe Icfttercn eine tjößig untergeorbnete 9?oBe geft>ieCt 
l^aben, t)on feiner größeren 93ebeutung . al« bie be« gunlen«, 
»eld^er eine SWoffe öerbrennbarer ©ubftaui in geuer fefet." 

SWägeli l^ebt l^erbor, baß man ben äußeren SinPffen bei 
ber SSarietäten ^^ SBilbung mit Unred^t eine ]^err>orragenbe ©teße 
jutteife ^«). (SJgt. ©ife.^^SBer, «lab. aÄünc^en 1865. H. ^. 3. 



*^) 3m ®runbe genomutcn xft cigcntli(!^ jcbc« Bcfonbcre 3nbit>ibuum 
je^on eine Varietät, !etn SBainn, lein ^latt iji beut anbern aBfotut ^1^x6). 
2)0^ wirb biefc ^Sesei^nung allgcmetn nur für auffaUcnbere fllbwcid^uu* 
gen angetoenbet. Yarietates leTissimas non curat botanicus (Sinn^). 
iWouflrofität tjl nur eine weitere ©teigerung, nauienttiÄ oft eine für bie 
nomtaten ^(^i^fiorogifd^en SJorgänge na(!^t]^cilige, j. ©. SScrgrünung. — häufig 
lommt e« t>or, baß cinjetnc S^^Ö^ «i"^^ ©torfeö fcl^r aibwei^enbc (SeHtbe 
^;ert>0r^ringen; ^^ier fanu bon äußeren (Sinpüffen na^ unfercm Söiffen leine 



43 

®. 228 ff.) SJictmcl^r entfielen biefctbcn bittc^ eine intterc Säe^ 
»egung^urfad^e (f. unten bei Pelargonium unb Gloxynia). 
^rt bemfetben SBaffer fommen neben einanber berfci^iebene S5a^ 
rietäten berfetben ^flanje bor (@. 238)* Poa alpina unb vi- 
vipara oft neben einanber (241). 93on Campanula pusilla bi^« 
toeilen neben einanber bel^aarte unb falzte formen (244). Saxi- 
fraga oppositifolia unberfinbert bon 1300—9000 gu§ (249). 
Hieracium Pilosella ift fel^r bariabet lottimt aber rein nod^ bei 
5500 gu6 bor. ©ort mö) bie var. Hoppeanum baneben, unb 
biefe gel^t aud^ in bie SKieberungen, ift alfo nid^t ^robuct be« 
^od^gebirge«. 

änberö 93er!ete^ (Introd. cryptog. Bot. p. 205). ßr 



SÄcbe fein. — ©et bem Snbttjibuunt, wie bei bcr @J>ecic«, jlel^en Sßariabi* 
lität unb (Son^ans — hwcäf 35ercrbung ober SCtatotSntu« — in cinetn labt* 
tcn ®Ie^gen)t(!^t8öer^ärtniffc. 3Äeiuc %n^ö)t Uiü^Wä) beö 3(taöi8mu8 ijl 
fotgenbc. Senn wir, tote c« bcm l^cutigen @tanbe bcr biologtfd^en ^^V|iJ 
cntf^re(!^en bürfte, bie Stn^nn^ unb gort:|)f(anxung aU eine an ba« tnotcrictte 
©ubftrat be« gortl)f[anjun9«fi5r))cr« (bcr 3ctte) gefcunbene ©etocgung«« 
ttiittieilung auffoffen, fo Hegt bie gortbauer über^u^t in ber 9?ctur ber 
<Ba6ft, ncimli(]^ in beut organif^cn unb ttiatcrieficn äiifönimenl^ange; bie 
(Sonpanj biefer Bewegung aber in i^rer befonbcren OuaUtüt (wie 2öctten= 
betDcgung, Sirbct unb ^pxxak, Sloficn, Settern, SRicod^ettiren ober btc eigen* 
tl^ötnli^ übertragene ©toßbenjcgung einer ^ti^t ton 53il)[arb!ugeln u. f. w.). 
Sebcttfatt« f^eint mir biefe SJorftcÄung cintcu^tenber, al« bie ^\}\^ot'i}t\t 
S)artt)tn'« öon ber ^angenefi« (SSariiren II. (Sof). 27). 3)a« SBefen 
ber S3ariation tage bana^ in einer jeitwcifen Umfc^ung in öcrhjanbte SiU^ 
benbettjegunggfonnen. ©teilen wir uns bie @:|)ecie0 ntit il^rer eingeborenen 
9ieigung jur S3ariation ct8 eine SSal^n — 3. 33. @tti^fe — tor, fo l^ättc 
beutna^ eine jebe ©^jccie« eine fol^c toon befonberer gormel^ aber mit 
©d^wanlungen, }ii)nü6) ben „@tbrungen" in ben cfii))tif(!^en unb anberen 
©a^nen ber ^iuiuielsüJr^er. — %uäf mit ber ©runbforni eineiJ Är^flaUfv»' 
fiem« fBnnte man bie ©Jjecie« tocrglei^en : btc SSariationen würben bann 
bcu „obgetcitcten" gormen entf^reti^en, bereu äußere Serankffung au^ toicl* 
fad^ bunfct iji. Ttan bcnfc g. 33. an bie f(i^einbar fo tocrfiä^icbcncn tri^jlatlt* 
fationöformen beö Saffer« unb wieber an ba« ftc alle toerbtnbcnbe, bcm (Sife 
gegenüber anberen (Stoffen cigcnt^ümlicä^e ©runbfd^cma. — 2)arwin über- 
trägt in feiner ^j^^jot^c ton ber ^angencfiö auf btc 3)laterie, wa8 i^ auf 
bie 33eweguttg übertrage. 



44 

fittbct, bÄß ^nt^iift, ®u6fttat n. l ro. Bei mehreren fttgen bc« 
ÜÄcere« kbcutcnbcn Sinfluß auf bic gorm l^aben. 

A. de Candolle (G^og. bot. IL) imtxtt : ©cmt ba« 
Ätima bic ^flanjen^S^JCciejS kbingtc, fo ntügtc in bcu $oIar* 
regionen bic größte «rtcnja^t, bic größte SWannigfaftigleit ber 
©eftatteu borfommcn; aber biefe ftnbcn fid^ nur unter bcm mo* 
notonen ÄUma ber 2;roj)en. — S?cfonber« xeiäf femer (SReu^olIanb) 
baö Sap; arm : ?(eg^j)ten, ©inai. (Sttoa 200 @})ecie« euro^ 
l)äifci^er ^Panjen, in 9?orb*Slmerica naturaüprt, l^akn in 1—300 
3fa^ren feine SSarietSten gebitbet trofe ber Stima-Äcnberung, bic 
fie erfahren. Ober finb ettöa entftanbene burd^ 9WangeI an Qffo* 
tirung lieber abforbirt (rcbucirt) Sorben? (Slel^ntid^ A. Go- 
dron, de Tesp^ce et des races. 1848. p. 17.) 

QcL mmäft (Sarbone, $afer, ^ptfid^ Jc) treten in neuen 
Sänbern, ol^ne flti^tbare Menberung ber Organe^ mit auffaCenber 
Snergie, erobernb auf; alfo })räformirte Sbaptation ol^ne Ilima* 
tifc^e corre[)>onbirenbe Um))rägung. ©ieg gilt für ©übamerica, 
SWeufeelanb, @t. <^e(ena u. f. tt>. 

SBa« beneinpug be« ©ubftrate« betrifft, fo ti>'\tiid} l^icr 
nur ganj fttmmarif(3& anführen, baß in meinen fei^r gal^treid^en 
unb ial^retang fortgefe^ten SSerfud^en pd^ bie Srbmifd^ung, 5Dün* 
gung lu bgt. afö fap gänilid^ »irfung3(o« l^crauögefteHt l^abcn 
jur §ert)orbringung bon irgenb »ic nennenötoertl^cn SSariationen. 

3ebermann töciß, baß öfumenfol^I unb fl'o^trabi Sufturpro* 
bucte pnb, ober rid^tiger baß pe burd^ ßuftur bei forgfättigcr 
©amenau^töal^t mit jiemlid^er ©id^er^eit gejüd^tet »erben fön* 
nen. Slber 5Kiemanb l^at eine SSorpeBung bat)on, toetd^er 9Ki>ment 
in bem bietfd^ic^tigen g^ctor „Sultur" gerabe auf biefe 5)efon* 
berl^eiten einwirft, 9?iemanb ip aud^ nur entfernt im ©taube, 
burd^ eine ganj bepimmte unb ben^ußte Eutturart einen geioöl^n« 
lid^en $)tattfo^( felbp in einer ganjen SReil^e i>ott ©enerationen 
abpd^ttid^ unb planmäßig fo jn mobeßiren, baß jene eigent^üm* 
lid^en §^pertrop^ien in einem gatte ber 33tüt]^enpie(e unb ^^^nofpen, 
im anberu beö ©tengeW l^crborgel^en, loetd^e obige SSarietäten 
d^aralteripren. (ajgt. aud^ unter Aqullegia vulgaris unb Cen- 



4B 

taurea Cyanus meine SSeoBati^tung f<)cutaner f. g. ®arten*8Ja:» 
rictäten.) 

SWur ettoa ber (Sinfhig be3 ffod^falje« auf Plantago mari- 
tima (Sofc 3eit8^ 1865, »eit. ®. 90) »äre gu emfi^nen. »gl. 
cBenba bic negattüen eultur^SicfuItate bejäglid^ fo genannter „StalU 
formen^' *^). — gerner bie Befannte gintoirlnng einer befonberen 
(grbmifd^ttng auf bie garBe öon Hortensia (f. u.)« 

3)ann gel^firen ^ierl^er bie auffaBenb abtöeid^enben 8anb* unb 
SSaff erformen ))on Ranunculus fluitans; aquatilis (eig. ä3eob., 
Dgl. aud^ Godron, esp. rac. 1848. p. 29), toon Polygonum 
amphibium; Sagittaria unb Nasturtium amphibimn (Koch; 
Syn. 436). (Sin mertoürbiger gatt ber «rt ift Mucor, ber je 
nac|^ bem ©ubftrate — an ber ßuft, ober t)erfen!t unter ©affer 
auf ber $aut eine« gifd^e« — ungefd^ted^tlid^ ober gef(3^Ieci^tlid& 
(aW Saprolegnia) auftritt; — DgL JBot 3tg. 1867, no. 44; — 
auf fliegen afö Empusa, in SiertoUrje aW^efe; »ett^e festere 
felbft toieber burd^ bie Sintoirlung p^erer 2^em|)eratur eine auf* 
fattenbe JBegetationöform annimmt (93ot. 3tg. 1867. ©. 55). Die 
oft citirte ßintoirfung üoßlommcner glnfternig auf anomale 85e* 
getation^form ber ^itje fann id^ nur tl^eitoeife beftätigen. 3^ 
l^abe toieberl^ott neben fel^r at^j)ifd^en aud^ ganj normale gönnen 
(unb garben!) ton Agaricus, Polyponis u. f. tt). in tiefen 
33ergU)erfen beobachtet 



") 9'ia(!^bcni nun bic „^aß^fCanscn" unb l^ötä^jl tt)a]^rfdfcinU(!^ au(!^ bic 
,,Äatffomtcn" bct ipflanjen auföcgcBcn werben müfTcn {i>Ql a. a. D. @. 87), 
fragt c8 jt^, toa« öon Äcrncr'«,,farffetnb(i(!^en" ipfCan3en ju Ratten fei, für 
wc^c Äat! fo gut toit ,,@ift" fei (3ooI. l6ot. ®ef. Sßicn. 1863. gcBr.). 
SÄcinc SSerfud^e loiberlegcn biefe tofid^t. 3^ ^aBc bon ben Bei Ä. angcgc* 
Bcnen ^ffansen U9 jc^t Sempervivum arenarium, Alchemilla fissa, Vero- 
nica frnticTilosa unb Hemiaria glabra ^tißxü\i unb gcfunbcn, bag bicfelBen 
auf einem fiinjlU^ Bereiteten ÄathnbrtetBeete (mit Sl'lengung toon tocntg 
SauB» unb ® artenerbe unb 29 ^(£t. Äatfge^att (nad^ Hnat^fe bon So. 
©inton, ?(fftjlent am ^^ieftgen d^emtfd^en Saboratorium) burd^ mel^rere 3a^rc 
gouä bortreffiid^ gebiel^en, reidfü^ fructificirten unb fel^r sal^treid^e @amen- 
<)f[anäcn (Veron.) unb ßoboles (ßemp.) Bilbeten. * 



46 

®er Scmei« bafür, bag bic aSatictSt im ffiefentßt^cn nlti^t 
äußere (fcelannte), fonbcrn innere (unBefaunte) Urfad^en ^at, liegt 
banac^ fcefonb^r« in foIflenbenl5E^at[ad^en. 1) ^v^n 3^nbtöibuen 
berfelben Art neien einanbcr (gleid^er »oben, Älima unb Slbftam^ 
mung) ftnb pet« ettoa« t^erfd^ieben. 2) ©ne Wm^ J<*ntt ein^ 
getnc S^d^t — tjorüberge^enb ober blelknb — »on fe^r abtoci«* 
c^^enber SScfc^affenl^eit treiben (Lonicera Periclymenum foliis 
lobatis). — 3) SJicfelbe ^flange fann in berfd^iebencn ^al^ren 
borübergel^enb in aßen ^v^txntn abtoeic^en (Salix aurita nad^ 
meiner SSeobac^tung einmal in atten S^^eilen anbrog^n; unb Ju- 
niperus communis fem. in einem ^^al^re mSttnlid^, bgU Ättg. 
gorft* nnb O^gb^Btö- 1839. ©• 251). ®od^ Knnte m regten 
gatte jti)ar nid^t ber — unt)eränbertc — Soben, xotUji aber bic 
©itterung eingetoirft l^aben. 

Stud^ in meinen Saugen \)^x\ift bemnac^ Äße« bafttr, bag faft 
aße aSariationen rein (nvi^ [. g. inneren, b. 1^. gur 3^^* f^^ ««* 
biJßig bunleten Urfad^en entfte^en. ®ie (gntmidetungögefd^id^tc 
unb ble S;eratcIogie finb e«, üon benen wir bal^er junäd^ft l^ier 
Slttffd^Iüffe jtt erwarten ^aben")- 



®aö @efammt«»9tefuttat ber borftel^enben Unterfud^ung n>ürbc 
alfo folgenbermaßen lauten : 

1) ®ie öeben«formen finb anfang^fo^, etoig. 

2) ®ic pnb \)on jel^er in ÜKel^rjal^t tjorl^anben. 

3) @ie finb im Saufe ber 2i^xi innerl^atb befd^rönften Um* 
fangd ber&nber(id^. 

4) Der 5Wobu« biefer SSeränberung ift bießeid^t bie 3ttd^* 
tung bttrd(^ natürfid^e «tt^n>a]^I. 

5) ajle ganje grage ift nod^ nld^t f<)rud^reif. 



") 9Wcrftt)ürbig unb fcl^r 16cad^tcn«tt)ertl^ I61ctl6en inbcß bic ®col6a^tmi* 
gen toon ber SSariation burd^ rein ntc^cnif^c (Siniöirfung niittclft 
SBcrcrbung Bei Stl^ieren. @o in tnane^en gällen bie Sllbfluljung bc8 ©d^wan*' 
je« Bei 3Äc|5öcr^unbcn (OTg. gorft* unb Saßb-äeitg. 1839. @. 255). (ginen 
analogen galt Beim SÄinb l^at §ädcl, a. a. 0. 187. — ©ej. tßferbe k. 
togt. erring, (^attg. %x\. 1838. @. 164—172. 
O 



IL :3lbtl)eilund. 



3fnbem id^ nun ju einer funtmarifd^en ÜDarfteßung ber t>on 
mir au«gefü]^rten SScrfud^ennb ffleobaiä^tunfien üBerge^e, 
benen antff in möglid^fter Äürge eine «nja^I frcmber angefd^lof*^ 
fcn pnb^ fo beginne ic^^ mit Phaseolus, tejügßd^ beffen id^ eine 
längere nnb auögcbcl^nte 9iei]^e Befifee* hieran fd^tiegen ^iäf bie 
übrigen 33eobad^tungen in at|)]^abetifd^er Snorbnung ber Betreffen* 
ben ®j)ecie«. 

J. Fhaseolus. ") 

1S6S« 9Son Phas. vulg. sphaericus haematocarpus^ 
Savi*^) (Äernbe t>on 1861) tourben bie toenigen übertoiegenb 
rotten @amen, tocldft bei berfelben (nad^ 4)&]^riger (^u(tur gum 
erften SRate unb bann attjiä^rlid^ in einjelnen (S^em))taren) atö 
anffattenbe SJarietSt aufgetreten waren (unb im citirten Slnffafte 
bereit« befd^rieben finb), toon ben t^))ifd^cn ^eHen, bräunlid^* 
rotl^bunten getrennt unb beibe ©orten ifolirt an entfernten ©teßcn 
auögeföet. Äernbecrgebnig : bie übertoiegenb rotl^bunten brad^* 
ten auf 159 t^jjifd^e ©amen 20 rot^e, ® ie t ^ »> i f d(^ e n 26 rotl^e 



») ©C3. bcr früheren 3a^rg«ngc togl. «ot. Stg. 1862. @. 2. 
^) S5gr. aWarten«, ©artcnbol^ncn, 9»^:. 113. m. 20. gtg. 17, a.l).c. 
%al 7. gig. 13; ^>ttr<)uriiWfgc Äugclbo^nc. 



48 

(in Befonbcrcn ^ütfcn) unb 740 t^jjifd^c (l^cHc) 4-4rot](|c, 
toctd^e Uijttxe, loa« ^icr jum erften SRat bcofcad^tet »urbe^ gu* 
f am in eil mit löetten öteid^jeitia in benfeiBcn puffen fici^ Dor=^ 
fanbcn* 

1863. 3(n eine neue ©teile iDurben aBermatö rotl^e ®a^ 
men i)on ber tefeten Sternbe au^gefäet, im ©angen 10 ©tüA 3^m 
©ejjtcmber jeigte fid^ bei ber Äernbe, ba§ 152 ©amen auöge«^ 
Bilbet toorben toaren, barunter nid^t ein einiiger rotl^er! — ®ie 
l&eKen ©amen loarcn an faft berfetben ©tette, toiefvül^er, au«- 
gefäet toorben ; bic Slernbe fiel f el^r rcic^lici^ au« unb e« tourben 
bem SSotnmen nad^ ^U ©c^op^jen ^. b. (2 = 1 Sitet) gefammeft, 
barunter toaren 32 rot^e, eine baton einfeitig l^elL 

1864* SIbermate an einer anberen ©teUe iDurbe eine Sn- 
ga^t obiger r etiler ©amen auögefäet ®ie Slernbe brad^te 
50—60 §ütfen, bie ©amen »aren meift Mag, l^eß, ftreipg, atfo 
toieberum in bie t\)p\\äft gorm gurildgefd^tagen ; nur ein einjiger 
\ä)in xoti) gefärbter ©ame tourbe — unb jtoar attein in einer 
^iilfe — aufgefunben* Slugcrbem toaren me:^rere fdj^mufeig rotl^e 
©amen toorl&anben^ »etd^e inbcg/ toie anä^ toiete anbere, burc!^ 
ijroft jerftSrt »aren, fo bag ba« ®e[ammtergebni§ ber biegiäl^ri^ 
gen Sluöfaat nid^t gerabe fel^r Mar ]^ert>ortrat — Die igelten 
©amen tourben lieber an ber alten ©teile auögefäet^ biegmal 
aber ber SBoben (mit Stbtritt^bünger) gebüngt. — S(ernbe:Sluf 
ettpa einen ©d^op))en ©amen öon ber t^|>ifd^en, gelbrotl^bunten 
©orte famen 14 ©tüdC rotl^e. 

®« tourbe ferner in biefem ^a^re ber SJerfud^ gemad^t, 
aud^ nod{^ anbere SBege gur $eri)orbringung Don SSarietäten gu 
benuben, afö — toie bereite in ben erften ^ai^ren gefd^e^en — 
bie anwenbung Derfd^iebenartiger SSobenbefd^affenl^ett, ober — toie 
geioß^nlid^ — bie grtoartung be« bto|en ^^f^ß^- 

?tlte (^amen« S« fd^ien benfbar, bag ältere ©amen ber* 
felben ©orte, mit toelc^er fettiger operirt loorben tt>ar, toieflcid^t 
me^r Steigung gur SBarietätbitbung geigen mid^tm, att junge, 
borjä^rige, loie fold^e attein in äffen bi^^erigen SSerfud^en angc* 



4d 

»enbct toorben »arcn. S« toittbert ba^cr ©amen bon 1860 gc* 
nommen; ba |tc aBer nid^t leimten, fo mußte blefe gragc mibe- 
anttDortet bleiben« 

Ärenjung« 5Dte ®ärtner nehmen an, baß mel^rere Sol^* 
nenforteit burd^ Ärenjung entftanben feien. Um biefe SSermntl^ung 
gtt pxü^tn, »urbe eine Angabt bon SSerfnc^en t^elte mittetft fünfte 
tid^er SBefmd^tnng auögefül^rt, tl^eiW in ber fixt, baß, bnrd^ 3u* 
fammen<)flanjen jtoeier fe:^r »erfd^iebener formen (alfo möglic^fte 
tSnmtid^e «nnäl^erung berfd^iebenartiger SBtüt^en) eine etn>aige 
ihreujung burd^ Sfnterbention bon\3fnfecten mSgttd^ft erleichtert 
toerben fottte. 

1. Obige ©orte (Ph. vulg. sph. haem.), unb jtoar bie 
Igelte gorm, jttfammengei>flanjt mit Phaaeolus (vulgaris) pur- 
pureus h. Dresd., $arifer Sufc^Bol^ne, ex horto Gissensi 1863, 
ie 3 unb 3 ©amen, «embe am 29. SDctober. (£« ergab fid^, 
baß beibe ©orten ftc^, fomeit man an ber ©amenfarbe erlennen 
fonnte — f. u. —, unoeränbert reprobucirt unb fein Äreuiungö» 
^robnct gebitbet l^atten. 

2. Obige ©orte (Ph. vulg. sph. haem.) mit Phas. vulg. 
tt)eiß, f. g. breite ©(l^tt)ertbufdbbo]^ne. finäf l^ter ergab bie 9embe, 
baß \i<Sf beibe formen rein erl^alten Ratten. 

3. PhaseoluB vulg. purpureus (berfelbe kme sub 1) mit 
Phas. vulg. n)eiß (bemfeCben mie sub 2)* ftembe : 16 ^tttfen 
mit rot^ ©amen, 14 mit toeißen, aQe boOIommen rein, bem» 
nad^ nid^td ber&nbert 

3u einer »eiteren Sontrole ber 3 legten SJerfud^e war e« 
nttl^g, ftd^ }u berfld^em, ob nid^t bie neu in ben Serfud^^lrei^ 
imfgenommenen SBo^nenforten an unbfär ft(^ fd^on geneigt 
ober ffi^ig tt)Sren, Varietäten }u bi(ben; nur baburd^ tonnte malt 
fld^Ibor bem gel^tfd^luffe fidlem, ettoa entftanbene Variationen 
bei ienem 3]Rifd^ung9berfud^e ol^ne SSeitere« aU Jheujungd^MWbuct 
au betrod^ten, tt)&]^renb ed in SSirltid^feit bieUeid^t nur f))ontane 
Sartationen gett>efen u>&ren. 6^ ergab fid^ aber, baß aud^ bei 
Äeincultur (ifolirt) »eber ber genannte Phas. v. pupureus, nod^ 

^offmann lltnterfu^ung. 4 



60 

ber »ttetge^ irgenb loetc^ SerSnberung Beiberl^tl&ftlhJ^enVembe 
geigten. 

4. Phas. multiflorus mit zeigen @amett; }ttfammet%e«» 
<)Panjt mit Ph. mult. mit Uta* ober biolctt-fd^toarjcn ©amen. — 
Jicrnbe : SKe^tjal^I ber ©amen untjerfinbert, 1 ©ome faft rotier 
2 branntoeig marmorirt; biefe bem f(nf(^eine naäf mSgßd^er 
SBeife J{reu}ttngd))robuct^ toa^rfd^einlic^er aber f)>ontane Sartation 
(f. «• 1866. c.)- 

5. PhaB. .multiflorus. ©amen «»iolett^fii^koaribttnt, toie 
sub 4; jufammen mit Phas. vulgaris; breite @d^tt)ertbo^ne, 
©amen »eif. — Äcrnbc : beiberlei ©amen erfd^icnen nnberän* 
bert toieber, tt)ie fte geffiet loaren^ unb o^ne 3tt>if(^enformen. 

Jtfinftlid^e Ärenjung. Um (td^erer ju gel^en^ tourbe 
gleid^jeitig neben ben eben gefd^ilberten 3$erfn(!^en eine Hwicl^ 
ffinftlid^er Saftarbimngdberfuci^e auögeffi^rt bnrd^ Uebertragnng 
be0 $oöen« ber einen ©orte auf bie 9?arbe einer anberen. ©ieg 
mußte, ba bie ®efrttd^tung bei Phas. bereit« anf einer giemlid^ 
ingenbüd^en Sebcn^ftufe ber Stütze t)or fid^ gcl^t, geitig gef(!^cl^en^ 
el^e noif bie Sarina fid^ gebffnet l^atte, alfo burd^ Ifinfttic^e« Snf^ 
fd^Hften ber Carina, unter gleid^jeitiger Eaftration. ©er eigen« 
tpmtic^e SBau biefe« Streite« unb ber betr. ©e^ua(organe, loeld^e 
fel^r ftarl f<)iralig jufammengebre^l flnb, madjt biefe £)^)eration 
tttt|erft fd^toierig, bieOeid^t unmSgtid^. &mxi ift ba§ aOe Ser« 
fttd^e ber Hxt, im ®an}en 8, mißlungen finb ; toal^rfd^einlid^ an« 
biefem (Srunbe. Qn feinem SaQe fefete fid^ grnd^t an. ©ie 
augetoenbeten ©orten toaren : Phas. vulg. sphaer. haem.; — 
Ph. Tulg. purpureus; — Ph. vulg. U)ei|famtg. 

©ie fotgenbe Unterfud^ung toirb geigen, baß eine ftrengttng 
Bei Phaseolus fiBer]^au)>t, tt>ie e« fd^eint, unmdgfid^^ baß biefe 
^fiange gSnglid^ auf ©elbftbefntd^tung angemiefen ift, unb gioar 
foloo^I Ph. mult aMvulg., benn ber Slfit^enbau ift imSefenti^ 
lid^en gleid^. 9(ef elb mad^t anf einen Reinen Unterfd^ieb in 
ber Silbnng ber Starbe bei mult. unb vulgaris aufmerlfam. 
Derfelbe erm&^nt femer, baß mult. Colyledon^s hypogeae l^t 
— bal^er Lipüsa uov. gen., — vulg. bagegen Cot. epigeae 



51 

(öofc Btg. 1866* @. 253). ^a(Sf SKittl^citens tt>n ©imon ift 
bcr rot^BIüt^lßc Ph. mult. auf SWantta au^baucrnb, cttt>a 6jia§- 
tiö* fliJ<^ tn $ari« l^at tnon — xxaä) Decaißtic — bie^Pangc 
im @eti>fid^«]§attfe mit erfolg üBcmintert itnb eine cinigermalen 
rüBcttförmigc ©urgd fld^ au^bilben g^fe^ciu SDicfelBc Scobad^* 
twigmad^tcn Sdcn(fy6 «nb »• ©d^Iciä^tcnbal (Sot 3tg. 1852, 
.©• 736 unb 893). Um bte ciflcnt^müd^c entfaltung unbOeff^^ 
nungdloeife ber iBIütl^en genau ftubtren jit Umtn, xddft e9 ni^t 
ait«, biefclbcn im grcien ju BcoBad^ten, ba bic crftcn unb ttefcnt* 
tid^ften ^roccffc iiemlid^ rafti^ abtaufcn unb gtoar, »ie c^ fd^cint, 
borjug^todfc bei ^a(fft ober am frü^eften SWorgen. üRan toirb 
atfo gut tl^un, ganje aBgefci^nittene SlUt^entraubeu, toAtSft xü^ 
mit Änofren öerfel^en finb, unter ©laögloden in ©affer ju fteOen, 
um fo bie SSorgfinge im S^mer mit SKuf e betrachten ju fönnen* 
(^ierju bic W>i. auf ber Safet.) 

Sei ber blül^rcifen Snof))e gig. 1 ift ba« Vexillum (v) m^ 
born gänjtid^ berfd^Ioffen unb jufammengctötl^et; bi« auf ben un» 
terften 5E^eiI, »eld^er etoa« Rafft; aber biefe Oeffnung ift bon 
bem no<f) bid^t anliegenben Mäft feft jugebedt (gig* 2, burd^« 
fic^tig gebadet). ^Itöbann Sffnet fid^ bie f^al^ne burd^ ikrxäidf 
rafd^e« Sluffd^ti|cn weiter unb weiter »on unten nad^ oben g- 3, 
4. 3» t^i^fc^ 3^it ift We Sarina nod^ boKfommen gefd^Ioffen 
(§• 10°, ftärler bergrbgert); — alfo boj)»)eIter SSerfdjflug be« ®e* 
ntta(at))>arate«. f(ber wenn man jie^t bie (Sarina oben (gig« 10 
bei s) auffd^lifet/ bemcrft man, bag bie Antikeren Bereit« t^eitweife 
geJffnet flnb unb bie SßarBe fd^on ftarl mit ^oBenförnern b.efcftt 
ift — ®ie ?luffd^tifeung be« Vexillum fc^reitet unterbeffen weiter 
fott (gig. 5, 6). SRun bittet fld^ an ber galtung ber 2 Alae 
(unter a bei gig. 6) eine Heine" Deffnung, burd^ Wetd^e xotitfl 
ein fel^r Heine« Qnfeft l^ineinfried^en fönnte ; bod^ ^abc ic^ nie 
ein fold^c« im Qmtxn gefunben, auc^ fäme e« für bie ©efrud^« 
tung wol^t bereit« ju f<)St — ®ie Sntfattung ber Alae fd^reltet 
iefet weiter fort (g* 7), «uf biefer ©tufe finbet man bie 
®}>ifce ber Sarina offen, inbem fid^ ein ©d^Iife bilbet (s in g. 
11 unb 13, le^tere fUnftttd^ etwa« gerabegejogen); bie ^nt^eren 

4* 



52 

finb im ^nfplaiitn itnb bamit Bef(i^5ftigt^ i^t ^oOen an bie Ütctrben 
a^i^gcben. Snbltd^ fci^Iagen fxäf bie t^Ififl^I nad^ an^en ttnb 
unten (g. 8, 9) gurüd. 3f^^t reici^t ein mfißiger ©rud, g. 85. 
burc^ eine auffifeenbe iBiene, auf bie Alae aM, bie Starke 
Vs Sin. »eit au^ beut ©d^U^ ber Sarina t>ortreten gu utod^en 
(3* 12, ))ei:grögert); mit bem 3(uf^l>ren bed !£)ruded jie^t fid^ 
biefetbe tt)ieber in'« innere gurüd, toiefd^cn Dartoin angiJt"). 
83ei biefer ®etegen^eit merben neue üRaffen t>on $oKent5rnem 
burd^ bie ^aarbürfte M ®riffelenbe« (f$. 14, etma« getobe 



") Sgl 9ct. 3tg. 1863. €^. 3. 2)aT)oin fu^t ttBrigend nad^)uioetfen, 
tat Phaseol. ^^ nid^t felbfl befrud^ten ISntie. @(enfo ^tlpino (i^otStg. 
1867. @. 282). 9{a^ ® obren i^ inbeg I6id ie^t I6ei Papilionaceen über« 
ffaupi leine Ärcnjung gelungen, mit Stnsna^ntc einiger gätte, tt)el(!^c 
Söiegntann BeTcnnt nia^tc : Vicia satira mit Pisum sativum unb mit 
Bryum Lens (f. n. An. sc. nat. 1863. XIX. p. 165). WHx ijl ein %aU be« 
lannt, loo generbo^nen, im Kugufi in einen %tp^ gefledt, im Bintmer 
ft^ entwidelten, btül^ten unb im 9?ot>cmber fmctificirtett unb jwar im 3n» 
nem einer großen @tabt. SCttcrbing« erlaubt biefer gatt no^ ni^t, mit 
©i^erl^eit auf bie 92i4t»3nter)i>ention bon dienen in f^Uegen. 9{ad^ WltH" 
bei laffen ft^ 8a^arbe erjiel^en and P. -mlgaris -f- nanus, an9 mulüflonui 
(mas) -|- tiaoius (fem.). 2)ie $)^briben loon malt -\- nanus loaren toeuig 
frud^tbar ober felbft ganj unfruchtbar. 2)ic garbe ber ©lütten nnb ^amtxt 
Xüax meidend bem multifl. niil^er. 3n ber jtoeiten (Generation traten me^« 
tere auf, »e^e nanns nal^e Rauben (55er^. nat. 3Ber. j. ©rünn 1865. IV. 
6.6.83). 9{ad^ iSSrtnet bermS^gen fld^ bie ^ptcxt9 loon Plias. nad^ ben 
feitl^erigen )6erfttd^en nid^t )u freugen. 2)erfelbe e|)>enmentitte mit : l) 
Phas. mnit fl. albo fem., -{- mnit fl. rabro mas; 2) P. nanus sem. pal- 
Ude roseo fem., -|- i^'^^u americanns mas; — 8) mnitiflor. fl. rubrofem., 
+ eredas americanns mas, ober 4) -f- mnltifl. fl. albo mas. 3m (Sanken 
8 t^erfttd^e, alle erfolglos. (i6af(.-(Er). 1849. 6. 720. 681.) S^arietliten 
bagegen foilen fid^ leidet toerbinben, ). 8. Ph. erectus nnb nanns (173, 678)^ 
bod^ fü^rt (S^. bafür leine eigenen ^erfud^e an, unb bie obigen koiberf^red^en 
bem (1, 2, 4). S5gl. aud^ ^ilbebranb (Sot. 3t. 1866. @. 74.75) : ob 
für bie ©efmd^tung 3nfecten notl^menbig ftnb? — Ph. mnit »eigfamig mit 
ber toiotettfd^)i)ar}famigen )6arietSt leidet ^u freujen (t>g(. Sf^Sgeli, ^\1^ 
©er. 9l7ab. Slßünd^en. 1865. II. $.4. @.407. ©on Sem beobad^tet?) 9laäf 
Secoq(FWnd. nat 1845) genügt t9 gur fünflUd^en ©efrud^tung t)onPhas., 
ba9 @d^iffd^en ein n)enig |u befeitigen, um ba9 Rotten mit bem ^infel auf 
bie 9tarbe bringen }u Ibnnen. 



53 

gesogen) bon bett Snt^eren aBgen>tf(!^t nnb tiod^ nad^tr&elid^ auf 
bic SRarfce ütcrttagen. — Ucbrigcn« ift bcfannt, baß bei Ph. 
grandifl. ^fittfis Diele SBIütl^en abfoUett/ ol^ne anjufe^ett. Qöf ber« 
tttttt^e bell ®runb jum £^ei( in nid^t bonjogener ^Befruchtung, 
inbem bie 9nt^eren nid^t fetten nur nni»cUfonintene9 Rollen and« 
jubilben fd^einen"). Sin neuer ®runb gegen flreujung, S)enn 
nid^td toärbe ^ier entgegenftel^en, bag bie betteffenbe ißarBe ben 
benbt^igten SBIät^enftaub anberdtool^er cx^klU, n>enn roirtliäf bie 
SBtene mit il^Tem 9lfiffel (benn biefer aUein gelangt einigermagen 
in bie 9{ä^e ber betreffenben ©teOe) ^oQen UbeTtrUge, loae id^ 
nad^ forgf&ttiger SBeobad^tung fel^r bejtoeifete* Vielmehr bol^rt 
bie Siene t^ren 9tiif[eO an ber (Sarina tcxbei, in ben Xl^afantud 
ein (bgL bie Jetreffenbe ©teile bei gig. 8**). (©ie mihrofco* 
^ifd^e ttnterfud^ung jeigt, baß bie $o(IenI5mer normat bereite 
bofffommen audgebilbet finb ju einer 3ett, ^o bie 3)(nme nod^ 
ganj gefc^toffen ift [8f. 1].) 

1865. ©ie $auf)tergebniffe biefed Qa^xt^ finb : 

a) @d finbet feine f)>ontane ftreugung ©tatt beim ^uf am« 
men|>fl[anjen jtoeier toerfd^iebcner formen (©orten)*— Phas. (vulg.) 
ptirpureus h. Dresd.; rot^famige })arifer SBufd^bo^ne; jufanu 
menge))flan2t mit Phas. (vulg.) sphaer. haematocarpus Savi. 
Äembe*(grgebni§ : Seibe gormen unberSnbert unb ol^ne 3^ifd^en« 
formen tt>iebererl^a(ten. 

b) (Sbenfo : — Phas. vulg. sphaer. haem. gnfammenge« 
)»f[anit mit ber n>eig« unb grogfamigen Ph. vulg. ^^breite ©d^ioert« 
bufd^bo^ne''. Xembe*» (Ergebnis : 93eibe f^ormen unber&nbert 
ol^ne 3wif<3^enftttfen. 

c) Sine fc^einbare 3^if^enform fd^ISgt tpieber gunidC* — 
3fm Serfttd^e 9{r. 4 oon 1864 l^atte [x^ ein ©ame bon Ph. 
multifl. ergeben, tt)eld^er braunmarmorirt auf n>eigem ®mnbe 
UKir, \tatt fd^toar^marmorirt auf )»iolettem ®runbe; er Tonnte 
benibarer ©eife Ärcu}ung«^>robuft au« »eig + biotettfd^toarj fein. 



••) SJßl. gig. 15, normale« Rotten, g. 16, anf^cinenb unbofffommett 
audgebitbete« Rotten. 863 mal toergrijgert. 



54 

«u^a^fäct im 5Wai:i865^ Btül^etc berfettc tctM^b lieferte toeitcr^» 
l^in 2#Tei(^e f^tüd^te/ beten ©amen f&mmt(ic^ )»ioIettf(^t))ar} 
»aren* ÜDieg ^pü<ift nidft für bie Ännal^me, 

d) Seine ftrenpng. — (Jener SBerfnd^ SRr. 4 toon 1864 
tonrbe loieber^ott : 3uf^in^^")>P^n}ung )oon iDeigfamigem Phas. 
multlflorus mit fd^toarjDictettfamiaem Phas. multifl. Slembe^ 
atefuUat : bie ©amen erfd^ienen in alter gorm imb o^neUefcer* 
flang^tnfen toieber (12 »ei^e, 25 Diolettfdftoarje), 

e) Setreff* 2Jariation:®ett>iffe angebtiti^e Subspecies 
ober gormen üon Phas. finb famenbeftänbig. — Phas. vulg. 
sphaer. haematocarpus, toelci^e gorm aud^ in ätten frül^cren 
Oo^ren gu bemfelben SJerfnd^e bennfet toorben toar, tonrbe im 
grü^ia^re 1865 auf ein 5Beef öon getöö^nlid^er ©artenerbe an^* 
gefäet; bie ©amen toaren, toie and^ bei ben folgenben Serfnd^cn, 
oom )öorl^erfle]^enben (Ja^rc, äembe * Srgebniß : bie ®amm er* 
fd^iencn unberänbert toieber* Huf 83 ©tüdt gelbroti^bunter fanb 
fid^ nur einer, toeld^er faft ganj rotl^ »ar* 

f) Sbcnfo; 93obenmifd^ung fd^eint ol^ne bemcrHid^en 
©nfluß. — ÜDiefelbe gcrm tourbe auf SKiftbeeterbe (im greien) 
au^gefäet. 9lernbe*grgebni6 : bie ©amen erfd^ienen faft atte nn* 
t)erfinbert toieber, nur 4 ttbertoiegenb rojtl^e tourben auf 65 ©tüdt 
)öon ber t^^ifd^en garbe gefunben» 

g) ®ie fd^ttad^en Slbttjeidfungcn ijon ber ©runbform finb 
burd^ toieber^otte Äuöfaat nid^tfijcirbar. — ©old^e übertt>ic* 
genb rotl^ getoorbene ©amen, toie bcren sub e unb f ertoS^nt 
finb, tourben au« ber Äernbe be« 5Borj;a^rc« au^gefud^t unb ifo* 
tirt auögefäet. — «ernbe^grgebniß : eö tourben im ©angen 38 
©amen au«gcbilbet, tt>etd^e fämmtlid^ tt>iebcr in bie t\)pi\ä)^ bräun«« 
lidf* ober gelbrotl^bunte ©runbform jurüdtgefc^lagen toaren» 

h) Um ben (Sinftug be« Älima'« äUcrj)roben, t)aU idf 
im grül^Ung 1865 eine Änja^t ©amen Don biefem Ph. sph. hae- 
matocarpus an bie botanifd^en ©Srten }U 3Rontt)eQier, ®tm\i, 
Palermo, ?fmftcrbam, ^ctcr^burg, ß^riftiania gefd^idtt, mit ber 
Sitte, biefetben ju cultii)iren unb mir im $)er6fte groben ber 
Slernbe jujuf d^idten. Qdi l^obe ai6er nur bon © enua (b* b e SR o t a r i ö) 



56 

ttnb i»on ^atetnto (So bare) ba^ ®et9ftttfd^te txlfaütn unb}t9at 
bic Slcntbe »ollfornmcn unöerSnbcrt! — (Da man im 
»oriicgcnbctt gatte tocgcn bc« JBct^ättniffc« jener ®Srten gn bem 
ttttfrigen feine UngefäUiflfeit att bie Urfad^e jener auffoBenbe« 
(grfd^elnnnfl anncl^men fann, fo ertanBt blefelbc einen ©^Ing auf 
ben ®eift, in toeld^em biefe ^nftitnte »ertoaltet »erben, Jinb auf 
bie anfid^ten, »elci^e fiter bie Sebeutung unb ben ^md fold^er 
Onftihtte nod^ l^errfd^en- — ^err SoOege ©d^übeler in (Sffxu 
fitania fd^eint inbeg in biefer SSejlel^ttng günftigere (grfal^rnngeii 
gentaci^t }tt ^aben.) 

1S66« !£)te ^ant)tergebniffe finb : 

a) bie ^fecten f)>ielen feine »ef entließe StoKe Bei ber 
S3 efrnd^ tu nfl ber 9)ol^nen. di u^urben btd^te @&(te ^m 
feinften glor über bie jungen SBIütl^enftänbe ton Sol^nen gejo«r 
gen, bana(]^ am @runbe \>t» ^au))tblUt^enftieIed forgfältig }ufam« 
men getounben unb umbunben^ ($Aufige Unterführung begügticl^ 
ber ^Did^tl^eit be^ SBerfdt^tuffed fomie bed etmaigen SSorl^nbenfeind 
irgenb eine« 3nfect« im (Jnnern ber ©ärfe fanb »eiter^in ©tatt) 
X) Phas. vulgaris, ©efete 4 normale grttd^te an. 2) Phas. 
multiflorus» ©efete feine gruc^t an. 3) Ph. mult ijon ber* 
felben ©orte tt>ie sub 2 unb unmittelbar baneben. ©eftte 2 (nor- 
male) grüd^te an. 4), b), 6) unb 7) festen feine grüc^te an. 

®ie6 {Refultat ftel^t atfo in entfc^iebcnem ©iberfpru(!re mit 
bem üon Siartoin gewonnenen; i)iettei(^t l^at ^df biefer auf ju 
»enige SBerfud^e befc^ränft, unb biefe flnb bann fe^lgef dalagen, 
tt)ie bie äRe^rja^l ber meinigen aud^. (Einigemal fam e« Dor, 
bag bie etngefd^loffenen äSlätl^en bereite ale Anof)>en Derf amen 
(toenoelften), unb jtoar in gotge ber SKäffe be« glorbeutele bei 
ben faft t&glid^en Siegenfällen )o%enb ber betreffenben ^Ät 
S)ie| wirft ein Sid^t auf eine ber iRebenurfad^en jener ©teritität 
Jlttd^ ift »0^1 jtt beachten, bapber]^u^>t — beiun^toenigftenÄ- 
bie JDIel^rja^l ber ®o^nenMfit^en felbft unter ben günftigften Scr* 
l^ältniffen feine grud^t anfe^t. 

35a übrigen« im normalen 3ttpÄn*>^ We 93o]rnen jebenfaß« 
me^r grüd(fte anjufe^en t^fl^gen, att in meinen obigen gäQeU/ fo 



entftanb bie §vage, oi biefe fle^riitge Srud^Batlett l^iev bte 00(ge 
bc« je^tnbcrten 3«trittc6 bcr Sicne^i toar^ tocl^ fcl^r ficiftig 
bie SSol^ncnMütl^cn ju befuc^cn t>fl[cacn ; ober blc gotge bcr ijer* 
minberten ßrftl^üttcrung bcr Stützen burd^ bcn 935 inb, »eld^c 
benfbarer SBcife für bie Sefrud^tttitfl ö)ünfd^en«ti)crt^ fein fijntite. 
Um biefe grage gu eutfd^eibcn, »urben 6 freie ©Itttl^cnftättbc 
mit feinen gäben an bie ©tangen gefeffett, nnb mit biefer 
geffcinng in ben folgenben JCagen fortgefal^ren^ im Serl^Sttniffc 
afö fic^i bcr cBere 2;§eil bed SStttti^enftanbc^ ftredte. C^ierburd^ 
toaren aßerbing« biefe öcr^inbert^ i^re getoS^nlid^en fc^anlefaben 
Setocgnngen im Sßinbe. ))orjune^men. S)ad (Srgcbnig iDftx; bag 
burd^ biefe^ Serfal^rcn bie grud^tbarfeit bcr 93(üt^enft5nbe bnrd^^ 
9U^ nic^t bceinträdtitigt ti)nrbe; fie festen eben fo Mt f)Ulfen 
an, toie bie ganj freien"). 

$ierand gel^t f)ct^ox, ba| bie dienen ben 95cfrud^tung^t»ro« 
ce^ merflid^ erlei(!^tcm nnb fid^ern/ ol^ne |ebod^ toirfU^ nnbebingl 
fttr bcnfctbcn notl^tocnbig ju fein« S)emnad^ jcigt and^ biefe S^er« 
fttd^0rci:^e, bag bie ©ol^nenblütl^e fid^ felbft befruchtet 

b) SWatürlid^e Ärenjung? @« tonrben bid^t neben 
einanber gepflanjt 1) 4 ©amen : i)nrpnrfarben/ länglid^, ^arifer 
Flageolet (Ph. vulg. oblongus purpureus Hart. t. 7. f. 2, 
— cf. 1865 sub a) mit 2) 5 ©amen, »cigc, länglid^e „breite 
®d^tt>ertbnft(>bo^nc" (Ph. rulgaris — cf. 1865 sub fc). ®ie 
Äernbe ergab 72 j>ttrpttrrot^e nnb 36 toeige ©amen, o^ne aüe 
3tt)ifd^chft)rmen. Älfo leine ffrenjung (an bcn ©amen »enig- 
flen« nid^t ertcnnbar »*)J. Qn ber ©lüti^e fein ttnterfd^ieb* 



") @o 3. ©. 5fio. a 8 — , b 12> c 2, d 17, e 5, f 10 grü(i^tc. 

**) SDag ^attgel^aMe Areujung fd^on fcfort an ben @amen bet befru^- 
Uten ©lütl^e crlenntar wirb, fommt anWcinenb nur au«na]^m«»etfc öor, 
dJärtncr beobatfitetc eine, f^wa^e 5!(nbcutung bcr 3trt Bei i5rBfcn*8artc» 
taten (Sajl. (gr^. 1849. 83. 89). ^gt. aud^ «erlele^ Bei 2)ar wtn, «ar. 
1868. I. 612. Hel^nU^e gätte Bei Chamaerops, Citrus, SWelone, Matthiola 
ib. p. 514; ttjo jum ^ei( foßar btc gru(]5t offictrt tourbe. 2)affefbe flitt 
igon Zea, Vitis, Amaryllis, S(J>fel,^tettei<!^t au<]^ ijon Rhododendron. (ßdt\ 



57 

c) (S6enfo. — (Ed iptttben nekn emanber ge^f(an}t Plias. 
multifl. rein »ctgc ©amen mit Ph. mult. öioictt unb fd^tDarg 
marmorirt ÜDie Äembe ergab 11 ©amen tM?n festerer, 6 ©amen 
tjott erftercr, töcld^e aber nid^t rein toeig^ fonbern toeig mit 
brannen 9Rarmorirnngentt>arem Se^tere ^aben f id^ bem^ 
naät geänbert. (Diefer gatt ift ibentifdf mit bem 1865 »üb 
c gcfd^ilberten.) ffi« ift für'« Crfte nic^t ju ermitteln, ob bieg 
f)>ontane aSariirung, cbcr (gffeft einer etwaigen Ärenjnng »ar 
(f. n, 1867- p). — !Die »lütten »aren t^eiW »eife t^eifö rotl^ 
nnb mi^, Üitii^ xotS). 

d) gi^irnng üon Sariet&ten? Son ber rotten gorm 
beft Ph. Tulg. sphaer. haematocarpus (ßx. e nnb f 1865) 
tt>nrben 4 ©amen ifolirt an^efSet ^ie Slembe ergab 168 @a« 
men ber l^eQen (Smnbfimn, ferner 1 ^tttfe mit 3 rotten nnb 
1 l^albrot^en ©amen; 1 mit 3; 1 mit 2; 1 mit 4; 1 mit 6 
rotlfen ©amen, ©nmme 18 rot^, ober 10,7 pdt ©teß {Re* 
fttUat fd^eint anf ben Anfang einer f^ijrirnng ber ft>ontan 
entftanbenen SSarietät bnrd^ tinmaffi l^injnroeifen. — Mt Statinen 
iMxtn toeig. 

e) ®})ontane SBariation? «n^faat ber ^eOen, gelb- 
nnb rotl^bnnten Slormalform be« Ph. vulg. sphaer. haematocar- 
pus (DgL 1868. e) ; ©amen — toie In allen gSUen — t)om ijorigen 
^ai^re. — ®ie Slernbe ergab 176 nnüeränberte ©amen, ferner 
1 $ülfe mit 1 rotl^en, eine mit 2 folc^en. Älfo, toie bi«^er, fafi 
abfolut famenbeftSnbig nnb nn))er&nberlid^. 

f) ©benfo. a^ tonrbe an^geffiet Haricot flageolet, »ctg^ 
famig. ®iefe foK nad^ Sarridre jnr SBarietätenbitbnng fe^r 
geneigt fein (ügL Production des vari^t^s, 1865. p. 39. 40); 



jj: gieren njtrft btc ©cfnitä^tung fogar H«tt)citcn auf bie iDluttcr unb 
bur^ btcfe tu gcwiffcr SBctfc auf ciuc festere 9'^a(|fommcnfö^afl toon einem 
folgenben fßattt. 9ntercffantc g5ttebei3)aTtt)tn, S3ar. 1. 519 f.) Einige 
neue gä'tte mati^te ©tlbcbxanb Befantit, tjgl. 33otan. Stg. 1868. 9ir. 20 : 
üUx ben (Stnfluß be« Rottend auf bie gru^^t ber befru<!$teten ^m^. 



58 

oud^ femmt eine flöitg fltel«^ gefiaftete SJo^ne in Derfd^iebenen an- 
beten garben toor» (SRä^ere« bei SWarten«.) ©ieSlembe ergab' 
277 ©amen, toelci^e fämmtlid^ nnöeränbert tocif »aren- 

g) (gbenfc. SSon Phas. multiflorus, toeig nnb braun mar* 
ntorirte iSamen (bicolor be« $anbeW)^ tourbe eine Slnja^l 
an«8^fäet Stütl^en rot^, ober rctl^ + ^^iß- ®i^ Äernbe ergab 
gotflenbee : 37 ©amen toeig unb braun, atfo untjerSnbcrt; 33 
üiolett nnb fd^toarj marntorirte; alfoaa^lreid^eSSaria« 
tion, Äeinc 3ö>iWcnform, gerner tourben einige ©amen ge* 
fammett bcn befonber« bejcidj^neten Slütl^eu, nSmlid^ : 

1) aStüt^ »eiß unb rot^; 2 ^fitfen an bcmfelben grud&t- 
ftanbe, i<Mn in ber einen 1 ©ame braun unb loeig, mit 
etn)ad me^r iDeig atd bie ©runbform; in ber anbem 3 ©amen^- 
faft rein toei^, mit fel^r f^ärUd^en braunen ©trid^unlten^ 
fe^r \dfin, unb Don mir \>orl^er nod^ nic^t beobad^tet %lfo SSa« 
riation; bereiW in ber SSlütl^e angebeutet. 

2) Stütze rot^. Qn 2 Jpülfen 6 ©amen, öiolettfd^teara 
marmorirt. Sl(fo gleid^faUd anberd aU bie ©tammform. 

3) SSlüt^e »eig + rot^. Srgab in 3 hülfen 8 ©amen, 
teetd^e braun auf SBeig marmorirt toaren, alfo bie unberanberte 
©runbform. 

1S67. 

a) gifirung bon SBarietäten? 3 roti^e ©amen bc« 
Ph. V. ßphaer. haemat. (t)gL 1866. e) tourben ifolirt au^efSet. 
Sternbe : 23 ©amen, fämmttid^ gelbrotl^4unt, a(fo in bie ©tamm» 
form gurüdtgefdSflagen. 

(gbenfold^e rot^e ©amen (t)on 1866 d), toelc^e bereit« beu 
Slnfd^ein ber gifirung geigten, ergaben bei ber «ernbe 49 reife 
unb 226 unreife, aber in ber garbe fc^on erfennbare ©amen, 
meldte loieber in bie gelbrot^bunte ©tammform juriidCgef^Iagen 
»aren. gerner 19 rot^e. Stlfo bie gijirung nid^t fortge* 
fd^ritten. 

b) Are u jung? ®ie ©amen (purj>urne, länglid^e gorm) 
ber glageolet * SSol^ne »urben mit anberen ©amen (»eige, läng- 
fidjfe, breite ©d^wertbufd^bol^ne — beibe gu Ph. vulgaris gel^orig 



59 

— ) jüfaminci!8C|)fl[anjt ®te SIcrnbc ergai 131 prxxpnmt, 27 
»elf c ©amen, Älfo — an bcn ©amen »entflften« — ntd^W »on 
Ärenjung^effect ju fe^en. 

c)9$ariation? ©amen i»on Haricot flageolet ()»on 1866. 
f), rein toeig, SIcrnbe : 301 ©amen, uniöetonbert 

d) Sartatton? Phas. mult., ©amen brann unb toetj 
marmorirt; Slüti^en toeiß + rotl^. «ernbe : 255 ©amen, fämmt- 
lUSf x\>tnt\\<St mit ber ©tammform. 

e) &tn\o. Hu^faat )>on l6raun«loetg marmortrten ©o* 
men be« Ph. multifl. - SBlttt^en t^eiW rot^, t^eitt tot^ + 
toetg, iDenige rein toeig, Hembe fe^r ))erfd^ieben. ©amen: 

1) btann nnb n^eig, alfo bie ©tammf<mn : 58 ©amen. 

2) Orbinaire ttioIett^f^tiHirie geuerbol^ne : 166. 

8) f)efl ttta, mit »enigenf^toarjengteden; fel^r fc^Sne «nb 
l^ier j«m erften SKaC anftretenbe gorm : 20. 

4) 9 loeige. 

5) 18 Dio(ett«[c^tDar}e koie sub 2, aUx n)efentlici^ Keiner. — 
S)ieg beutet i^iedeid^t auf Sntftel^ung ))on e burci^ jfreu}ung unb 
Steigung bed33aftarbd jum StUdfd^agen in bie ©tammform; boc^ 
\pxiäft bad conftante SSerl^aften ber gleid^farHgen gform «üb d 
bagegen. Sbenfo p (f. u.). 

f) e^enfo. Su^faat einer größeren ^njal^I Don ©amen 
ber ttiolett^fd^toarjen ©orte ton Ph. multiflorus. !£)ie 
Slernbe ergab 7 ®(lf opp^n ^, b. ))ioIett«fc!^ar}e ©amen, 26 
©tttd brauntoeig'marmorirte unb 77 rein toeige. 

g) (Sbenfo. Sudfaat rein koeiger ©amen bon Ph. muh. 
Sdl&tfftn tl^itt rein rot^, t^eiK rotl^ + tod^, Üiciü rein loeig. 
«embe fei^r »erfc^ieben : 

1) ©amen tiolettf^toarg : 117. 

2) rein loeig : 68. 

3) braun unb loeig marmorirt : 7. 

^iernad^ fd^einen bie f^arben^SarietSten )»on Ph. muItlfl. 
ftberl^au|)t fel^r loenig ftabit ju fein. 

h) Qäf muß baran erinnern, baßfid^ in ber 23ltit^enfaibe 
bereite bie OarbenbarietSt bed {ulünftigen ©amend oerratl^en lann. 



60 

^lev einige etfo^utige« bcj. Ph. malt. (Jefimbere Bejeicl^nete 
SJIüt^enftfinbc) : 

1) Stütze rein rot^; ©amen ötolettfti^ttMirj. 

2) $)• rein toeiß, @. »eiß. 

3) 23. rein rotl^, ©. üictctt-f^wari. 

4) 35. rein toeig, ®. toeig. 

6) 93. camtin! ©. toidettfd^njarj, 

i) aSariatton? Ph. vulg., ^titcAof)ne. ©runbfatk ifabett* 
tm^Uif mit fd^warjen äRarmorirungen. fCernbe 296 @amen mit 
bcr Stammform ibentifd^, 17 bagegen abmeid^enb, nSmli^ bte 
ÜÄarmorirung über bie ©runbfarbe öor^errfd^enb, alfober ©amen 
im ®anjen fd^tofir^lic^ bunt 

k) 93ariation? Sine ber )>ortgen gan} Sl^nfi(^e^ aberOibeua' 
tcnb Heinere ())urt)ttrn Mütl^ige) gorm üonPb. vulg., Qcbxa^ 
bo^ne. Äernbe : 163 Samen mit ber Stammform ibentifi^, aBc 
Meiner »ie i, mit ber fle fonft ber garbe möf übercinftimmen. 
12 ©amen übertoicgenb [cj^warj marmorirt (»ie sub i). 

1) SSariation? Phas.pictua Gast, ton 9Kontt>€ttier ; Hein, 
branngelb, bunfetbraun marmorirt Slül^t toeig. Sfernbe : 509 
©amen unt^crSnbert; 4 jroar in bergarbe ibentifd^, aber in ber 
gorm etttja« t)iere(Iig, grJger. 

m) Variation? Phas. derasus Schrank, toon5Wont<)et 
lier; ©. Bein, [(^toarj. SBIfit^e tila (ober ]^eö^>nrj)nrn). 524 ©a* 
men, ade um>erAnbert 

n) SSariatio«? Ph. vulg. öon SKanila, »on $rm ©imom 
©ame tfingfid^, ©rnnb l^eBrotl^ mit bnnfetrot^en SWarmorirmtgen. 
SBIüt^c tt>ei§lid^- «ernbe : 377 ©amen, ffimmtlid^ ttnt)erÄnbert 
— gertter 4 ©amen tibermicgenb rot^. 

0) ©elbftbefrnti^tung mit 8[n«fc^tn6 ber Onfectenpife ? 
Qn biefem ^al^rc finb atte SBerfud^e mifluftgen (bgl. bagegen 
1866 a). 

1) Ph. mult 8 Sranbcn in glorbeutel gepfft, blieben 
fämmtlid^ fteril, tt>a« nur bei ben 2 erften SSerfnd^en auf ^eät^ 
nnng ton naffcm Setter gn bringen tt)äre. 

2) Ueber 3 junge JBliit^entrauben tourben 3®ta«gto(fen 



61 

gefttttit^ fo ba§ biefe auf betn SBeben (einem @anblager) mieten. 
An efaie berfetten toar etn unten bur^aufenbcr gaben befefttjt, 
mittetft beffen bie betr. ^ffange tfigüd^ einmat l^eftlg fle}U))ft 
»mrbe, fo bag bie !33(üt]^en tDtber bie @Iadn>anb anfd^lugeny um 
fo bie (Srf(^üttemns bur^ bie Sienen na^guai^men. tUKeüBInmen. 
fielen ab^ inbem {te fid^tbar bon bet feuchten Snft nnb berZl^an« 
näffe an ben Sß&nben angegriffen iDUrben. 

p) gifirung bon SSarietfiten? 2 faft ganj toei^c 
©amen »on Phas. mult, 1806 (t>gt bort g 1) burd^ iufSßige 
Variation m^ ber tDeigbraun (ober brauntoeig) marmortrten gorm 
entfitanben; Slfitl^en v^^^-^-xctit. 31embe : 110 @amen/ toel^e 
f&mmt(ic^ toieber in bie toei^brann marmorirte Stammform 
juriidgef dalagen n)aren« 

q) 93ei ber bcrfud^ten ©ettftfreujung 1866 c toon »ei^* nnb 
biotettfamiger PLmult. toaren — f,o, — 6 ©amen Don braun* 
toei^er 3Rarmorirung entftanben« ÜDabon lourben 3 au^gefSet; 
aUt 93Ifit^en roei^ + rotl^. Stembe : 286 ©amen, fämmttic^ 
brauntoeij marmorirt, atfo tt)ie sub a. $>iernad^ fd^iene bie gl* 
lirung biefer gorm )»ort&ufig gelungen; auc^ lönnte man 
nad^ ben (Srfa^rnngen mit ber ibentifd^en gorm d (oben) annel^« 
men, ba§ biefe gorm nun toeiter^in ftabil fein bürfte; toSl^renb 
bagegen toieber bie Srfa^rung Don 1866 sab g für ftarle Saria« 
bilit&t berfelben garbenforte f))rid^t. (Sbenfo e (oben)* X)agegen 
fein entfd^eibenber Xuffd^tug/ ob biefelbe bnrd^ ffreujung ober 
Variation entftanben. 

r) @t)ontane Jtrengung burd^ ^niammttipflanien bon 
rein toeilfamigem Fh. mult. niit biolettfd^roarifamigem? Vembe: 
90 ©amen biofettfd^toarj marmorirt, 75 rein toeig, 10 braun* 
nnb toeig marmorirt« (!ßgL 1868 7 bad (Snbe biefed Serfud^«*) 

s) ftfinfttid^e ftreugung? S)a bie Saftration nid^t^ ge* 
frud^tet l^atte, fo »nrbe ein anberer SBeg öerfud^t, ber aflerbing« 
wenig berf^)rac^* (5« lourbe nämtid^ burd^ ®rudt auf bie Alae 
bie SRarbe frifd^ aufgeblühter rotier SBtumen (bon Ph. mult.) 
}ttm aSortreten beranlagt, unb nun eine abgefd^nittene (mit ^oUen 
bebedtte) Sttarbe einer anberen (weifen) SBtüt^e bon mult. baran 



62 

ja^toif^t ©e« biefeii tjctjtocifeften SJcrfud^ — »cfrud^titng 
einer berciW mit eigenem Rotten Bcbcdften SttarBe -— einlgermaBen 
rcd^tfcrtigen fonnte, toax bie JB^atfad^e, ba§ mand^e ^ffanjen in 
biefem SaKe toirftit^ au^fd^Iiegtid^ burd^ ba9 ftembe ^oQen mib 
niemate bnrd^ ba« eigene befrn^tet »erben* (^itbebranb, 
®ef(^r. aSert^eilnng 1867. @. 37 g. ». bei ber tanggriffeCigen 
gorm toon Linum perenne, too bie — erfolglofe — ©elbpBe» 
ft&ntong fd^on in ber Stno^pt ftattfinbet; e^ ift l^ier aber bad 
Rotten ber fitrjgriffeligen gorm erforberlid^- — S)a« ^Öen Don 
ber Forma longistyla Don Linüm grandiflorum bringt anf bie 
9Zarben biefer gorm leine SBirfnng l^erbor. ißringtman aber 
nad^tr&gtid^ $oQen ber gorm brevistyla barauf, fo bringt bie 
^(iit^e reid^Iid^en @amen« 93gL S)aru)in im Joum. Linn. 
Boc. VI. no. 22. 1862. Bot.; «nb VII. no. 36. p. 74. 1863.) 

®ie ÜRe^rgai^I ber fo gefrenjten (unb bnrd^ farbige gäben 
wn ©ttele bejeid^neten) ^tUtl^en fe^te leine grttc^te an. (Sine 
SBIfit^entraube brad^te 3 |)fitfen, mit 2 nnb 1 ©amen, toelc^e 
ganj nnDcQfommen andgebUbet, liDib (trüb^^blag Diolett) gefärbt 
tt)aren. (Sine anbere : 1 Derfttmmerte unb 2 normal entkoidtelte 
grttd^te, Don (e^terer ^atte a 1, b 3, c 2 Diotettfc^toarje (alfo 
gang ttfpiidfc) ©amen, fo bag a(fo — menigften^ an ben ©amen 
— lein (Sffect bon Ärenjnng jn bemerfen »ar (f. u. 1868 z). 

1868. 

gi^irnng Don SSarietSten? 

a) ®ie oft befd^riebene rot^e SBar. Don Phaa. vulg. aphaer. 
haemat. (Dgl. 1867 sub a) tonrbe ifoßrt andgefäet; bie Xembe 
ergab 185 @amen, loeld^e DofiftSnbig in bie t)^)>ifd^e garbe gu« 
tädtgefaKenioaren: ferner 8rot]^e, Don benen 2)>{atter unbme^r 
nierenfarmig, a» bie (faft htgelige) Stammform »aren. Äfo 
lein gortfc^ritt in ber gijation ber garbbarietät 

b) Phas. pictuB Cast. (gtt vulgaris; toeigbtfit^ig). gorm« 
Dariet&t (Don 1867 I). !Die Sternbe ergab 232 ©amen, toeU^e 
oOe Uebergänge Don ber — oi^nel^in »enig d^aralteriftifd^en — 
neuen gorm in bie atte geigten. «Ifo nid^t fijirt. dagegen 
jsntftanb eine nene, gngleid^ ettoad Heinere, garboarietät : faft 



63 

leberbtaun; fftU, mit toetglid^en @tri(!^))UitIten ftatt (raun'* 
teilten, (2 ^ülfcn tnit 5 m\> 6 ©amen.) ©etcn etoatge %U 
^Tttng ift loeiter )tt terfnd^en. 

c) Phas. vulg, »on SMaitila : eine im SBorfal^te entftanbetic 
SSariet&t (09L 1867 b) )5on üBettoicgenb rotl^er ©ömenfartc. 
— SBtütl^enfarBe unöerÄnbert; ©amen 97^ ffimmtß^ ibentifd^ mit 
ber ©tammform^ olfo JRUdFfd^tag. 

d) Phas. vulg., 3«*rabo]^tte^ fi^emicfleiib fil^toarje SSa* 
tictat (ögL 1867 1). SÖIül^c i^^tipntpwcti. «crnbe : ^ülfen »eil 
mit f^iiv}li(l^n ©treif^en. 536 ©amen in bie l^eUe @tamm^ 
färbe jurfidgef^tagen. S)o(l^ an^ einige ©amen ibentifd^ mit 
ber aMgefAeten 9$ariet&t, n&mlid^ : 1 $fi(fe mit 2 fd^toSrglidffen, 
2 loderen unb 1 mittleren ©amen; 1 mit 4 fc^toAr^Ud^en itnb 
2 l^eflen; 1 mit 6 fd^tofirilid^en; 1 mit 5bto.; 1 mit 5bto., bie 
jngfei^ Keiner U)aren. 

e) Phag. Yvlg.ytlme ^tUabotint. Uebertoiegenb fd^toarg 
marmorirte SSarietät (1867 k), alfo ^araöelfatt jn ber tjorigen, 
nnr Keiner. SJIätl^e : ^ur)>nrn ober ftzUpnxpnxti, toie bie )»orige. 
Xernbe : 943 ©amen in bie l^eQe ©runbfatbe jurfidtgefd^logen. 
§emer : 1 ^ö{fe mit 1 fd^^ärjlid^em ©amen nnb 4 federen; 

1 mit 3f(^tt)&rißc^en; 1 mit 6 fd^tD&rsßd^en ; lmit4bto.; Imit 

2 bto.; 1 mit 3 bto«; 1 mit 2 bto« unb 3 fetten; 1 mit 4 bto. 
Itnb 3 l^eKen. 

f) Phas. muUifl. . 9rattntt)eig marmorirte ©amen^ an^ 
eben folgen 1867 entftanben (ogl- 1867 e : 1), ergaben 79 iben* 
üfd^e ©amen, nnb 41 t)iofettfd^»arje, «tfo nid&t fljnrbar. ger* 
ner an befonberd bejeid^neten Sl&t^enftänben : rot^blttt^ig : 5.©a* 
men t)ioIcttf(l^ti)ari ; — fleifd^farb + ^^^^ • ©amen braun unb 
toeit marmorirt, 2 ^fllfen, mit 1 unb 1 ©amen. 

g) Pbas. mult. Siotettfd^koar}, aud ^rauntoeig entftanben 
(1867 e : 2). «ernbe : 66 ©amen i)iolettf^toara, 11 braun- 
toeig marmorirt Z>ie ^(Ut^n toaren a : t$teifc^f<t^^ + rot^; 
b : »eig + ^^t^J ^ • ^^*^* ®n^ bejeiil^nete $ßlfe Don b er* 
gab 3 branntoeig marmorirte ©amen. 



64 

h) Phas. mult. ©amen l^eH It(a^ mit »entg fd^tDarjen 
^ctd^nungcn oberStrid^en; entftanbcn au« Brautttijctßcr SBarictfit 
(1867 e : 3). Stütze : flctf*!«^^ + tot^ ober xoti). «etnbc : 
29 ©amen otbtnSr bioIettfd^tDarj; 17 bemDriginat gleid^, Sc* 
fonbet« Bcjeid^nete SBCütl^nftänbe lieferten ferner : ein rotl^BIüt^t* 
ger, 2 blotcttfd^toarjc ©amen in 1 pfiffe : — fleifd^farB + totl^* 
4 ©amen toeißUd^ mit fel^r »enig braunen ^ti^mn^tn. 
Qn biefein gatte »at alfo bie B^i^^^ng ber neuen SarietÄt 
»ieber gelommen, aber bie garbe jurürfgef (plagen, ferner 
fonben fid^ 8 ebenfold^e ©amen in ntd^t be^eid^neten $&(fen. 

i) Phas. mult. ©amen toeig , au^ BrannioeiJ marmorirter 
»arietSt entftanben (1867 e : 4). »lüt^e : rot^, fleifd^farb + 
rot^^ ober »eig. Slembe : 14 toeißc ©amen, 23 )5iolettfd^toarge, 
7 brauntoeigc» 

ii) Phas. mult. ©amen bunlet biolettfd^toarj, Keiner aW 
bie getööl^nlid^c gencrbc^ne, au« Branntociß marmorirter Sol^ne 
entftanben (1867 e : 5). Solution rot^, fleifd^forb + rotl^, mi^ 
+ tot^, toeii Stembe : 69 ©amen biolettf(^»ara, faft bon ber 
jjrbinären ©rige; 3 toeig, 13 brauntoeig. gerner an befonber« 
bejeid^neten ©Ültl^enftänben, rotl^ : 3 ^iltfen mit 8 öiotettfd^toar* 
gen ©amen; »eig + rotl^ : 2 ^ülfen, ©amen 5, brauntoeif 
marmorirt. 

k) Phas. mult. SBioIettfd^toarg , an^ toeiger Sariet&t ent«^ 
ftanben (1867 g : 1). »lüt^e rot^ ober »cig. «ernbc : 19 ©a- 
wen biotettfd^tt>arj, 6 toeig. fjerner m9 befonber« bejeid^neten 
©tfiti^enftänben : rot^, — 2 |)älfen mit 5 biolettfd^toarjen ©a- 
men. SRot^ : 1 mit 4 bto- JRot^ : 1 mit 2 bto. ®ei| : 1 mit 
3 keifen ©amen. 

1) Phas. mult. ©amen toeig; m^ toeigen ©amen gegttd^tet 
(DgL 1867 g : 2). SBIöt^e rotl^ ober toeig. «ernbe : 10 ©amen 
))ioIettfd^toarg, 17 tiyeig* ftetne branntoeig. 

m) Phas. mult. Srauntoeig marmorirte ©amen, ani 
»etger »arietät gejüd^tet (bgl. 1867 g : 3). Sötüt^en t»ei§, 
rot^, fleifd^farb + rot^ «ernbe : 52 ©amen toeif, 47 toiolett«« 
fd&Äarj, 22 brauntoeig. gerner 34 über»iegenb toeife ^am^n 



66 

mit tt>eniflen fd^toärjUd^Brauncn $unftftmfcn, im SBcfentlid^cn 
ibcntifd^ mit ber o6en sub h gefci^ilberten götm, hcät ^^^^^ 
Heiner unb mel^r gcttlit!^. gerner an^ Jcfonber« Bejeid^neten 
93lüt^enftänben : rot^, — 3 ®amtn üiolettf^toarj; toei§ — 2 
§itt[en mit 5 toeißen ©amen. — Qn jeber ^ülfe ftet« nur 
einerlei garbe* 

n) Phas. mult. SSioIettf^tDarj. 23lüt!^en rotl^, toenige toeig, 
— aernbe : 873 ©amen biotettfd^toarj. (®ie grüd^te ber toeißen 
lönncn unenttoidett geblieben fein.) gerner 1 ^ütfe mit 1 ©a* 
men : bnnfeöila mit toenig fd^toarj; 1 mit 1 ©amen : ^eßtita 
mit »enig fci^toarj; 1 mit 4 bto.; 1 mit 4 bto. Diefelbe 
©arietät ferner an^ öerfdf iebenen anberen hülfen : noci^ 24 ©tüdf 
©amen. — gemer 4 ©amen »etf nnb 7 ©amen branntoeiß 
marmorirt (5Die toal^rfc^einlid^ ^ugel^brigen rot^ + toeißen 
SBIütl^en ISnnen überfe^en ti>orben fein, »eil jebenfatt« finßerft 
]pMx(if,) Sefonber« bezeichnete SBIüt^en ergaben : 1 rct^blnt^ig : 
1 ©amen biolettfc^toarg. 1 bto. 2 ©amen bto. 1 bto. 6 ©a« 
men bto. 1 toeipiüt^ig : l^ütfe mit 2 »ei^en ©amen; Ibto. 
mit 1 toeigen ©amen. 

o) Phas. mult. ©amen brauntoeig marmorirt. Stütl^en 
fleifdffarb + rotl^, wenigere rot:^ , feine »eig. — fflernbe : 522 
©amen brauntoeig marmorirt; lObunfelbioIettfd^toarj; 92]^etter 
)»to(ettfd^tt)ari; 2 loeipd^ mit toenig fc^^arjbrannen 3^i(i^nttngen. 
Äeine toeiß. 

p) Phas. mult. ©amen loeiß. — Äernbe : 92 ©amen 
tt)eif, 13 l^etltita mit toenigen fd^ioarjen ©trid^t)nnften; 74 Dio^ 
tcttfc^ioarj. SJon befonber^ bejeid^neten rotten SBIüt^cn entftan*» 
ben femer 3 tlotettf^toarje ©amen. S^ Uebrigcn »aren bie 
SBlttt^en rein rotl^ ober rein toeig. 

Variation. 

p) Phas. vulg. sphaer. haematocarpus tonrbc toie in 
atten bt«^erigen O^^^en anögefäet. Die ?fernbe ergab 84 ©amen, 
tt)e(c^e fümmtlid^ t^t>if^^ rot^getbbnnt n)aren. 

r) 5DiefeIbc ©orte tonrbe nnter parier ©üngung bon 
®ttano, ^oxn\p^nm nnb Qk^miiamx Srbe cuttiblrt, toeldfe 

J^ f f m a n n / UnterfiK^ung. 5 



66 

festere bic gißcnfc^aft Bcfi^t, bie rotl^e SBCütl^enfarbe ber Hor- 
tensie in 93Iau überjufü^ren. ®ie Slcrnbe ergab 294 ttn^erän* 
bcrte ©amen, fevner 1 $)ü(fe mit 2 faft ganj to%n ©omen, toon 
gleid^er art, »ie biefe ©orte auc^ fonft oft fie einjeln jeigte* 
Sltfo Düngung auc^ biegmal cl^nc Sffect 

s) Phas. vulg. glageotet, toei§. grgab 34 ©amen, in gorm 
unb garbe un^eränbert, in ber ©röge aber.um Vs rebncirt! 

t) Plias. vulg. ©amen länglici^, mittetgrog/ rötl^üd^; an 
gorm gleid^ ber glageolet-öol^ne. Stütl^e ^>ur})urn. $)ülfc 
)5iole tt* ®ie Äernbe ergab 16 ©amen, toeld^e laum merffld^ 
— nur ettt>a« btäffer — ücn ber ©tammform abtoit^en* 

u) Phas. multifl. ©amen braunioeig marmorirt SBlüt^e 
t^eifö rot^, titelte fleifd^farb -f rot^- 5Die «ernbe ergab 131 
©amen, toetd^e fammttic!^ ber ©tammform gleid^famen, braun* 
toeife marmorirt. $at fx6) alfo, toie 1867 (sub d), anfc^einenb 
pfirt erhalten. ^UiUiä) ergäbe {i^ l^ierau^ eine Siid^tcongrueni 
ber ©lütl&enfarbe, toenn nid^t — tote fel^r toal^rfti^einlit^ — ge^t^ 
fd&Iagcn ber rotl^en Stütze ftattfanb. (®iefe SBetraci^tung [d^wäd^t 
auc^ bie tUn geäußerte ©ermut^ung.) (f. u.) 

v) Die gteidf e brauntoeifee ©orte, an anberer ©teße* SBIüt^e 
faft rot^, ober peifd^farb 4- rot^. 35ie «ernbe ergab 127 ©a* 
men, aöe beu Originalen gleici^- ©emnaci^ tollrbe enttoeber bie 
„faft rotl^e" Stüt^ ber peifd^farb ober toeig + totl^en äquiva- 
lent fein in ^erborbringung braunioeißer ©amen, obcrmonmü§tc 
ein gel^lfd^Iagen berfetben annel^en, fo ba| pe fid^ in ber äernbe 
nid^t gettenb machen tonnten. Se^tered ip in iBetrac^t ber ge* 
fammten 93eobad^tungen ba^ SBa^rfd^einlic^ere. 
Äreugung? 

w) Phas. vulg. $ur|)urrot]^e unb toeifee ©amen, ti)eld^e 
mSglid^er S35eife Äreugungö})robttcte (burd^ 9?ebeneinanber*©te^en, 
Dgt. 1867 b) fein fonnten, tourben au^gefäet, um ju beobad^ten, 
ob bie barauö ^crborgebenben ^Panjen einen intermebiärcn 6^* 
rafter tragen toürben. Sin fotd^er jeigte pd^ aber nid^t, bic 
93tlit:^en loarcn toeiß, bic ©amen loaren ti^eiW toeig (29 ©tüdf), 



67 

t^cite J)ttt})ttrrct^ (10), toie jtt »nfang. ?Hfo feine f}>otttane 
ftreugung. 

x) Phas. mult. 9iem »eife ©amen, fotoie ijlotcttfd^ioarje, 
»urben nefcen einanber itp^anit, nm ft)ontane Ärenjung ber 
Stützen in üeranlaffen. SJIüt^cn tl^ciW toti% t^eitt rot^. ®te 
Äernbe ergaJ 43 toeige unb 17 t)iclettf^ti)arjc ©amen. SBor^ 
länflß ift atfo ein Ärengnng^^ßffect ni^t gu benterfen. 

y) Phas. mult. JBrannÄeig marmorirte ©amen, üießeid^t 
bttrd^ f|)ontatte Äreujung Don SJioIettf^toar j nnb SBeiß entftanben 
(DgL 1867 r), tonrben an^gcfäet »lütl^en rct^, fteifd^farB + 
xoti), toeig + rotl^. ®ic Äernbe ergaJ : 55 Brauntoeig marmo» 
rirte ©amen, 10 toioIettfd^tt>arj€, — S« ge^t an« ben übrigen 
aSerfucJ^en nngtoeifel^aft l^ctöor, baß bieg getoöl^ntic^e Variation 
fein fann uub nid^t etma SRUdfd^Iag in eine ober bie anbete 
©tammform fein mug. (Jebenfaßö ift burd^ nic^t« Betoiefen, bag 
bie Branntoeifie gorm ein intennebiäre« ^robnct toon ©iofett* 
ft^toarj nnb SBeif fei; fie ift einigemal in großen üKengen con* 
ftanl geMieJen, ol^ne JRüdfd^tag nat^ ber einen ober anberen 
garbe, 

z) Phas. mtilt. SSioletifd^toarje ©amen, an« rotl^en Sötüt^en 
ergogen, toelci^e mit bem Rotten toeißer Sßtütl^en fünftlid^ Be* 
fr neigtet toorben loaren (1867 s), alfo möglid^er SBeife Ären* 
gttngei>robnct. SSIütl^e rot^. — Die «ernbe ergab 118 ©amen, 
toelc^e fSmmttid^ toieber Dtolettfd^toarj toaren, alfo feine ©jjnr 
ton Äreugnng Derriet^en. 

Önfeftenplfe bei ber%93efrnd^tnng- 

Da bie Sienen fid^ beim ©angen anf bie ausgebreiteten 
Alae fe^en unb bei biefer Oetegenl^eit bie SRarbe burd^ bie «n* 
t^crenregion ^ertor^>reffen, fo tag e« nal^e, burd^ frül^jeitigeS 
«umreißen ber Alae (t)or boßem Aufblühen) biefe aeftäU:» 
bnng^^ülfe abgu^atten ober — toie ftd^ geigte — »enigften« gu 
erfc^toeren. (@^ U)urbe einmal beobad^tet, ba| eine Siene an 
eine fo öerftümmelte SBlüt^e l^eranflog- SBenn fie fid^ üerfel^rt 
unmittelbar an ba« ©d^iffd^en felbft onflammerte, fo mußte, »ie 
ber SBerfud^ mit ber ^incette geigte, ebenfalls bie Sttarbe l^erbor* 



6d 

gcf(]^oBen tücrbcn.) SJon 60 fo Bcl^anbctten ©Ülti^en festen 
inbe§ laum einige an (4 reiften gat au«, eine öerlam 6ci 2 3ott 
8&nfle. !Die Äernbe ergaB eine §ülfe mit 3 öiolettfd^toarjeu 
©amen, 1 mit 4 bto.; 1 mit 3bto, Die öierte ging verloren), 
g« fielet bal^in, db t>\xxä) untctMieBene Sefrnc^^tung, ober in golge 
be« l^eigen, trodenen 2Betterö, »elci^e« überl^aupt ein faft 
»oßftänbige« gel^lfc^Iagen ber öol^nenärnbe tjeranlagte. (Sine 
^äljtttng an biefer ^fantage, an toct^er bie toorftel^enben unb f oI= 
genben SJerfud^e audgefü^rt tourben, ergab, bag nur jebe 8. h\& 
10. 33Iüt^entrauBe üb«r^aui)t — fxäf fctbft überlaffen — je (Sine 
grtt(^t angelegt l^atte.) 

3)ie folgenben SJJcrfnd^c l^atten ben 3ö>^*/ ben S^tritt ber 
3fnfecten üoOIommen ju öcrl^inbern ; fie l^atten bie|mal [ämmtlid^ 
ein ncgatit)e« {Refnftat. ©iefer mangeinbe Änfaft t)on grud^t 
mvi^ aber »al^rfci^einlid^ tote im vorigen gatte gebeutet »erben, 
Phas. mult. SRot^Iüt^ig. SJier junge Stüt^entrauben 
tourben t>or ber Deffnung ber SBIütl^en in ©laeröl^ren ge* 
[c^oben, »el^ie paffcnb Befeftigt toaren unb oben unb unten mit 
a3aumtooßentt)atte t>erftopft tturben. — ®ie ©laöröl^ren jeigten 
fic^ inttenbig forttoä^renb ftarl mit 5C^au befd^fogen, fämmtli(^e 
»lütten fieten ab o^ne «nfafc, unter gntfärbung in'« SSräunöd^* 
®raue, offenbar burd^ bie geud^tigfeit bef^äbigt* 

3toei ebenfol^e SBIütl^entrauben lourben in ^^acintl^en* 
Olaf er eingcf})errt, bie Deffnung nad^ unten, mit ffiattc l^ier 
t>erfd^Ioffen ; Sefeftigung an ©taugen. Stud^ l^ier bie SBfinbe ftarf 
bef(^Iagen, tro^ trodfenem. SBetter. lE)ie SBtüt^en fielen l^atb ent* 
toidtelt ai dS)m grud^tanfajfe; 5 Meine Änof})ett berlümmerten in 
Xioöf grünem Bwftönbe, o^ne abjufaffen. 

ebenfold^e junge ©lüt^entrauben tourben in toeige fjlor- 
Beutel eingefd^Ioffen, biefe ftraff Befeftigt, um bie ©tredtung ber 
f orttoad^fenben 5£rauBe gu erleid^teru, unb unten burd^ einen um^ 
tounbenen gaben gefd^Ioffen. Qm ©angen 12 SJcrfud^c bom 16. 
3funi angefangen Bi« 12. Qntl Die SBlütl^en fielen aße aB, ol^ne 
grud^t anjufeften, biefe in entttideltem 3uftanbe, biefe fd^on att 
rotl^e Änofpen, l^äupg fogar nod^ grün in loco berfommenb. 



69 

^icrau« fic^t man bcutltc^, ba^ bitrd^ oße biefc D})crationen tief 
gveifenbe nad^t^eilige SBirlungcn ©tott flnbcn, trofe antritt öon 
8uft unb ©onnenftra^tcn; bag alfo bcr SWid^tanfafe öon gru^t 
feincttfoß« auf bcn SWangel an 3fnfcctcn]^ülfc Bei ber SJcftfiuBung 
flcfd^oBen »erben lann* ©nrc^näffnng bcr glorBeutel bnxä) SRcgen 
fanb in bicfer efccffiö l^eißen unb trotfenen 3eit in ber aWel^rga^I 
bCT gäOe nid^t ©tatt. 

eine im Sojjf gezogene ^flangung öon Ph. mult. mit rotten 
i>ber »eigen SBIüt^en »urbe im SRomente be« «ufblül^en« in ein 
uad^ SWorben gelegene« 3 immer an eine fonnenfreie ©teße ge* 
Brad^t, »o ber Zutritt Don SSicnen au^gefd^Ioffen »ar. JCrofe 
einer genügenb l^o^en 5£em})eratur (18^ faft conftant) enttoidelten 
fld^ i>om 15. gfull an leine grüd^te, bie SBIütl^en fielen öon felbft 
ober bei ber SJerül^rung balb ai, mäf toenn red^tjeitig burd^ 
®ru(f auf bie Alae ba« S3eftäuBung«*2Kanööer au^gefül^rt »urbe. 
(Sogar bie Äeinen, nod^ gefd^foffenen 33Iüt^enfnofj)en fielen aB. 

8lm 20. Qulx tourbe ber 2;oj>f in ein niebere« ®Ia«^au« 
geBrad^t, too atterbing« ber ^wtritt ber Sien^n uid^t öoöftänbig 
au«gefd^Ioffen toar. «ud^ l^ier fefete fid^ nod^ längere S^it, troft 
©firme unb ^onne unb l^fiufiger JBentilation, bo« «Bfatten ber 
»lütten unb ^nofpen fort; erft 5Kitte ?luguft festen einige (2) 
SBIiitl^en unter ^unberten gtudjit an. ®ie ffllfitter bagegen ge* 
biel^en oottfommen gut. 

ffüttfttid^e SSefrud^tung? SRel^rere rot^e SBIüt^en toon 
Ph. mult. »urben mit ber$otten*BefefetenSI?arBe ber »cigBIÜtl^l* 
gen gorm auf ber 9?arBe imprögnirt. SSon bicfen SSIütl^en festen 
einige fjrud^t an, barunter 2 gutau«geBiIbet; 6 anberet)erlamen, 
ate pe S^öfl^öge erreicht Ratten. S3ei ber Äembe ergab pdf, 
ba| iebe $ülfe einen ©amen bon fdfioarjoioletter garBe au^ge* 
Bttbet Ifatte, tooran alfo Bi« balfin ein Äreujung^effect nidft ju 
Bemerlen toar. 



70 



aBer SScrfud^e mit Phaseolus öon 1855-1868. 



J. PJidseolus vulgaris. 

1) SSon bcn mäf ber ÄcltttunßötDeifc unbbertelattocn Sänge 
bcö SSIÜt^cnftanbc« l^ierl^er gcrcd^nctcn ©orten jtnb fämmtüii^e 
bei ben öorftei^enben SSerfud^en benufttc^ burd^ garbe 
unb oft auä) hitx^ gornt unb ©rößc öerfci&iebene^ öottlommen 
famenteftänbig, «nb bicfetben i>ariiren nic^t ober bod^ nur fo 
toenig^ baß Bi^ ie|t feine ©orte in eine anbere übergefül^rt toet« 
ben fonnte. iflima, ©oben unb Sage geigten fi(i^ bia bal^in o^ne 
(SinP«6 auf bie ^erioorJringung bon SSariationen. 

2) Die factifci^ beoBa^tcten, au« unBefdnnten ©rünben ent*« 
ftanbenen SSariationen fonnten in feinem gatte, felBft huxäf bie 
confequentefte 3"^*^^^'/ feftge^atten toerben. 

3) !Da bie sub 1 ]^crt)orge^obene Sonftanj alfo biametral 
öerfd^ieben ift öon ber 3?nconftanj ber toirfüd^ aufgetretenen SJa«« 
tietäten, fo muffen bie sub 1 erioäl^nten ©orten bon biefem ®e* 
fid^td))uhfte m^aU eine anbere j^ategorie^ atö @))ecie« Utxaäf^ 
tet »erben. 

4) 3« bemfetten SRefuItate fü^rt bie grioägung ber Z^aU 
fac^e, bag bie Sntftel^ung feiner biefer auffaßenben f. g. ©orten 
burd^ etioaige 93ariation an^ anberen ©orten factifd^ Beobachtet 
loorben ift. 

5) 3^ene feisteren, äd^ten Variationen in ©amenform unb 
'garbe fönnen in berfetben ^ütfe mit ber t^pifc^en ©tammform 
jufammen öorfommen. 

6) ©ie fönnen fogar an bemfelben ©amen aK l^albfeitige 
gärbung auftreten. 

7) ffreujung fonnte loeber burdjf 3^^fö»^wen})flanäen jweier 
i)erfd^iebener gormen ober f. g. SSarietäten, i\o6f inxäf fünftlid^e 
äSeftäubung beioerIfteQigt u^erben. 



71 

8) ®iefc ^pangc Ift toal^rfd^cinlid^ auf ©elbftBefritd^tung 
angctoiefcn, unterftiifct inxöf ^nfcctcnplf c **). g« fSrnicit atfo 
auöf huxdf Ärcttjung Icinc ncjtcn gormcn ober ©orten entftc^cn. 

9) 3)er Urfprung bcr öorl^anbcncn famcnbeftfiiibigen ©orten 
(ober ©})ecie8) ift unbelannt unb weiter gu erforfci^en. 

10) Iflidft^ bere^tigt öor bcr $anb jn ber annähme, bag 
bnrd^ bie Sfingc bcr 3^^* ^^^ bergeit fd^ioanlenben SBarietäten 
anm&^li(i& Pfirt »erben fönnten. 

11) (SBcnfoioenig bnxäf Älima, ©oben ober fonftige fiugcrc 
(Sinioirlungcn. 

II. FJiaseolus multiflortis. 

1) ÄDeö toa« batjon Beobad^tet lourbc, Bifbct nur Sine 
©pecie6. 

2) ©ie ©amen pnb a) öiolettfd^noarj marmorirt, b) braun» 
»eig marmorirt, c) rein loeig» Daju bie Uebergangöftufe ju 
einfarbig unb loeiß : d) lila (nteift l^cK) mit toenigcn fd^ttarjen 
©trid^punlten (tool^t ju a gehörig mö) bcr garbe ber ^lütffert, 
an^ toüöftn fic ftet« ju entftcl^en ft^cint*^)] unb e) toeife ober 
toeig in'« ©elblid^e mit tocnigcn f^toarg^braunen ©trid^punften 
(ju b gel^Brig mäf berfetben Srtoägung »ie sub d). 

3) Seftimmte Slütl^enfarbcn liefern — nad^ «u«toei« bc* 
fonber« begeid^neter ©lütl^enftänbe — beftimmte ©amenfarben. 

a : rot^c ober— feiten— carminfarbige Slttti^en : üiolettf^ioarg 
marmorirte ©amen; 

b : ti)ei§ + ^<^*^/ ober peifd^farb + rotl^ : braunloeigmar«* 
morirte; 

c loeig : ti)eige. 

4) ?(bcr bicfc ©amen ergeugcn nid^t lolcber biefclben SliU 
tl^enfarben^ üielmel^r lann lebe ©amenfarbe jebe SBIüt^cnfarbe 
ergeugcn. 

5) 3ebe blefcr ©amenfarben ip im ©taube, iebc ber 2 an* 



*') S)cr frccicttc SSorgang bcr Snfcctcn^^ülfc bei bcr SBcjläubung toon 
Ph. coccineus i^ bcf^rtefccn toon g arr er (Ann. Mog. nat bist 1868. II. 256). 
«•) 2)icfc iöol^nc ift abgcbilbct bei'Martens, t 1. f. 17. 



72 

bercti ©amcnfarBctt unb bcr 2 SKittelfarBcn gu crjcugcn; leine 
cingigc l^at fid^, toenn mit gctiügcnb großen üRcngcn cjj)ertmen* 
tirt totttbc, ate fifirt ober jiflrBar l^erauögefteßt. (SBie groß 
biefe SWengen nötl^igenfattö fein muffen, lim gu einem SJefnItote 
gu lommen, geigt ber SSerfuc^ 1867 f.) 

6) ®ie üMel^rgal^l ber Stadf^fommen folgt oft aBer nid^t 
entfernt immer ber mt^gef äeten ©tammfarbe* (8JgI. g. 33* 1867 
e unb g atö Slndnai^me,) 

7) SWiemate tonrbe in einer nnb berfelben $ülfe mel^r ate 
Sine ©amenfarbe angetroffen. 

8) Snfecten^ülfe ift für bie SBefrnd^tung nilfelit^, aber nid^t 
not^toenbig (f. g. ». 1866 a), 

9) ff renjung lonnte loeber burd^ ^^^f^^w^^^PP^wgen, nodjf 
burd^ lünftlid^e SeftäuBung au^gefül^rt »erben. 

10) ®ie ^flanje ift »al^rfd^einüd^ auf ©ettftBefrud^tung an* 
getoiefen. 

11) ßbenfotoenig ift ffreugung gtoifd^en vulgaris unb mul- 
tiflorus burd^ ^^^f^^^^^l^P^^J^^ gelungen. 

S!lnmer!ung. Slße ^flangungen fanben im botan. ©arten in 
®iegen unb fo toeit afö t^untid^ entfernt (40 Bio 150 ©d^ritte) 
bon einanber ©tatt. 



ß« bürfte l^ier am^fafee fein, einiger frember SeoBad^*« 
tun gen Srtoäl^nung gu t^un, toeld^e ben 93eioeiö liefern, baß 
Slnbere mit anberen ©orten gum 2;^eil gtüdftid^er waren, infofern 
(te Bei mel^reren berfelBen mitunter giemlic^ Bebeutenbe SSariatio^ 
neu (in ^Jorm unb garBe), ja UeBergänge im Saufe fd^on toeniger 
(Generationen auftreten fallen ; toenngleic^ üBer bereu gifirung 
m^ i^xm 9Kitt^eiIungen nid^t6 93eftimmte« gu entnel^men ift. 
Sa !ann, im ©inne be« borl^in Srmittelten, barauö einfttoeilen 
nur gefd^Ioffen tperben, baß nid^t alte ©orten ber Phaseolus 
vulgaris famenBeftänbig finb, baß alfo ben berfd^iebenen ©or* 
ten ein berfd^iebener JRang gulommt, »orllBer in jebem eingelnen 



73 

gaBc nur bard^ ben fortgcfe^tcn SJerfud^ entf^ieben tocrbcn 
lann. 

Sd folgen jun&c^ft : 

®. i). 5K artend' Angaben über aSerSnberUd^Icit bcr Son- 
nen bei ber (5ultur (bie ©artenbol^ne, ©tuttgöttt 1860. 4®). 

Sieben einer Ängai^I öon Sol^nen, toeld^e bei ber 6ultttr in 
görbe ober gorm ober beibem nnöeränbcrt blieben; ferner einer 
großen 2a% über »elc^e leine 6nttttrt)erfn(^c öon 'iS)m angcfül^rt 
pnb, — Pnben \itSf ». «. fotgenbe (5ttttnrf(ä^ioanInngen anfge* 
jeid^net 

1, Fhaseolus vulgaris et nanus L., ©artenbol^ne. 

@. 18. aae fdjftoorjfamigen 33o^nen b lullen öiolett, bie 
rotl^en rofa, bie gelben unb beißen toeife. SJad^mittagö uerfSrbt 
fidjf bie »lüt^e. 

Unterarten nnb ©pielarten. 

De Candolle mad^t mit Sted^t anf bie groge 93eft&nbig« 
leit berSBo^nenfortenanfmerffam; ©anbin bemerft (Flora hel- 
vet IV. 479), bag er in feinem ©arten SSo^nenforten ^abe, bie 
fid^ in ber gtoanjigften ©eneration nnöeränbert erl^alten l^aben. 
»el^nüd^eö fann and^ id^ an« öieQäl^riger (SrfaJ^rnng betätigen, 
inbeg fel^It e« andjf nidjit an entgegenfte]^enben5rbatfad^en(@.25). 

JReid^art (©artenfd^a^. III. §. 181) empfiep, jnr ©a* 
menerjie^nng iebe ©orte t>on ©ol^ncn anf ein befonbereö SBeet jn 
legen, loeld^e«, nm bie Saftarberjengnng gn berl^üten, toon anbe* 
ren SSo^nenf orten toeit genng entfernt fei; bei ber im ©roßen 
anf aedtern gebanten ^rinceffinbol^ne bemerft er (II. 175), bag 
einige an« ber Slrt f^fagen nnb anbere garben anjnnel^men i>fle* 
gen (normal loeig, Hein, faft Ingeßg). 

I. Phaseolus vulgaris Savi. (Seminibus compressiusculis 
reniformi-oblongis.) 

A. Unicolor. ■ !Dic SBo^nen einfarbig. 

1) Phas. vulgaris niger M. ©d^toarje ©artenbo^ne. — 
©. 26 : e« ift nid^t nwort^rfd^einlidf , baß blefe SSol&ne bie nr* 
f<)rünglid^e fei, an« loeld^er bnrdf bie gnltnr im 8anfe ber 3a^r* 
tanfenbe bie anbern entftanbcn finb. 



74 

2) Ph. vulg. coerulescens M. SBIauc SBol^nc. @. 27 : 
9Ä. crj^ieft fic ganj unertoartct au« einer ©tufe (^flaiijuns), in 
xodäfzx nur bie bamit nic^t i>erö>ed^felbarc fleifc^^farbige ^ebra» 
bo^ne flelegt »orben toar, einjcin neBen biefer, Dagegen erlieft 
er an^ einer ©tufe Blauer SSol^neu lauter toeiße, unb ein anbe^ 
re« Wlal ging ber größte 5C^et( in bie raud^farbige »o^ne über; 
bie blaue S3o]^ne [d^eint fonad^ ein SBaftarberjeugniß anberer ober 
ein Uebergang i>on ber fd^toarjen in bie toeiße ju fein. 

11) Phas. vulg. vitellinus Hab., bottergetbe Sßol^ne. ©• 30 : 
. . . „bifbete Uebergänge jur bottergelben ©))e(Ibo^ne, unb im 
©arten meine« greunbeö Ärauß eri^iclten toir pe auö einer 
©tufe graugrüner ^antl^erbol^nen," 

12) Phas. vulg. albus Hab., toeiße »ol^ne. ©• 30 : „Qm 
3fal^re . . ♦ . erl^ielt \(S) bie ti)ei|en 33o^nen in »erfci^iebenen ab* 
toeidffungen au« ©tufen ganj anberer ©orten." ©. 31 : „Qäf 
erlieft ... au« einer ©tufe gelb geficd ter ^ant^erbol^nen neben 
fotd^en mäf toeiße; babei anäf jtoeierfei grüd^te. ^n ben betr. 
©arten tourben feine gemeinen toelßen Sol^nen gegogen, tool^t 
aber in bem einen bie beutfd^e ©d^ioertboi^ne unb bie langl^ülpge 
©pedtbol^ne, benen einige biefer »eigen Sol^nen bon farbigen (&U 
tern pd^ jicmßd^ näl^erten; in bem anbern bie ^rincefpnbol^ne. 
— - Dbioo^I fic^ l^iernad^ ^äupg berf^iebenfarbigc SBol^nen au« 
einer ©tufe enttoidfeln^ in loeld^er nur gleid^geffirbte gelegt »aren, 
fo l^atte bod^ immer bie ganje ^panje bie gtcid^en SSol^nen, iäf 
fanb nie jtoeierlei an^ einerSBurjel, loie beiäftem^ 33atfaminen, 
atitterfpornen unb anberen Slumen an^ iebe ^panje tauter gleid^* 
gefärbte SBfumen ^at." — Orrtg; f. u.) 

B. Zebra. !Die 33o!^nc bunlel gebSnbert 

14) Phas. Zebra griseus DC, graue ^^ixaU^nt. ©. 32 : 
aSerf. erl^ieft bon einer ©tufe au«gelefener fold^er Sonnen neben 
fotd^en aud^ breifarbige S3o^nen, bie ^ncarncttbol^ne unb bie toeige 
33ol^ne. 

16) Phas. Zebra carneus M., l^eüe ^ebrabo^ne. SWeta* 
mor^M^n in blaue Sol^nen unb in loeiße Sol^nen famen bor, 
tefetere l^äupg (©. 33). — »{«»eilen »irb bie 3cid&nung jur 



75 

$au))tfarbe^ bagegen bie ®ntnbfarBe pix ^üi^nmi : fd^toat} nüt 
tocniflcn ließen fünften. Q^ crl^icft in cmcr $ül[c attc 7 Sdo^^ 
nen fo; in einer anbern 5 fo, bie fcc^^fte toie bie gelegten gcBän* 
bett (Uebereittftimmenb mit meinen SSerfud^en 1868 d unb 

19) Phas. Zebra albidus Savi, gelBbraun gel&änberte ^t^ 
brabol^ne. ©♦ 34 : 3^m ©arten gejogen blieb biefe ^Bol^ne fid^ 
gteid^; bagegen erl^ieltidjf fie and^ an« gelegten l^ettbraunen 3e6ra^ 
Bohnen* 

D. Parduß. SSol^nen bnnller gefledt« 

23) Phas. Pardus virescens M., grangrüne ^antl^erbol^ne, 
©. 35 : „10 biefer 5Bol^nen »nrben in eine ©tufe gelegt; atö eö 
jnr ernte lam, toar ic^ fe^r überrafd^t, nic^t weniger al« 8 33o]^^ 
nenfortcn gn erl^atten : bie ^ncarnatbol^ne, bie bottergelbe 93o^ne, 
bie »eiße 93., bie ametl^^ftfarbigc ^ebrabol^ne, bie grangrüne ^an«* 
tl^erbol^ne, bie l^eDe ^antl^crb., bie gelbgefledfte ^antl^erB. nnb bie 
^rinjeffinbo'^ne. 

E. Tricolor. SBol^nen anf l^eCem ®rnnbe mit jttjeiertei 
garben bunfler gefledft. 

29) Phas. vulg. violaceus M., öiolett* unb fd^toarjgefledfte 
33ol^ne. SSerf. erbielt (®. 37) ba\)on ÜKittetformen bej. ber 
grüd^te ; bie ®amm toie bie gelegten. 3fn einem anbern SSerfnd^ 
nur litJibe edffiol^nen nnb cinjetne gemeine tocige Söo^nen, in 
einem anbern lauter SBol^nen, »eld^e j»ar bie ©eftalt ber geleg* 
ten beibel^alten Ratten, aber burd^ ba« SSerf d^toinben ber grau- 
üioletten ü)iittelfarbe ööttig bie gärbung ber ^thtaUffmit ange=« 
nommen l^atten. 

n. Phaseolus compressus M. (Bptä^ unb ©c^loertbol^nen. 
(Seminibus valde compressis reniformi-oblongis.) 

A. Unicolor. SSol^nen einfarbig. 

36) Phas. compr. carneus M. 3ncarnat*©<)edtbol^ne. ©♦ 
39 : „Qm ©arten ging mir bie 3fncarnat*©pedfbo]^ne nie in aiu 
bere garben über, bagegen erl^iett id^ pe au« fd^warjen unb ge* 
Redeten ©pedFbol^nen. 

C. Tricolor. Sonnen mit 2 garben gefledft 



76 

50) Ph. compr. fiilvo-ater M. Srcattt imb fd^toarj flc* 
flcdtc (Säftoextioffm. ©• 44 : „Qdf crl&icit cinmat, afö t(]^ (tc 
legte, ftatt i^rer burd^ SSerf^toinben ber 5WitteIfarBe lauter ^ettc 
^antl^erbol^nen, unb ein anbermal mit i^r in glcid^er ©tuf e »eific 
unb gelbbraune ©jjedbol^nen." 

61) Ph. compr. fusco-coenileus M. 33raun unb bifittüdf 
flefledte (SptSbo^m. ®. 45. e« erhielten ^äf blcfe SBo^nen 
burci^ 3 (Generationen att eine gtoifc^^en ben 2 ©orten, oon bcncn 
fic ftammten, [d^wanlenbe ©orte. 

in. Phaseolus gonospermus Savi. (Semmibus compres- 
siusculis irregulariter angulato-truncatis.) 

A. Unicolor. 

54) Ph. gon. cameolutescens S. Slanfinfarbige ödbol^ne. 
©. 46. „Qm 3fa^re 1&55 legte id^ eine ©tufe pur<)ur^ülfiger 
Äugelbol^nen; bic meiften Blieben fid^ treu, ein ©tod aber trug 
nanlinfarbige (Sdbol^nen." (Sefttere unterfd^cibet fid^ faum burd^ 
mel^r alö ben 5IKangel ber ^ßurpurftreifen. $iemad^ l^atte alfo 
9K. ba« eine ßjtrem beobad^tet : ©treiflofigfeit ; id^ ba« anbere : 
©treifung faft bi« gnr SSerbedfung ber Orunbfarbe.) 

IV. Phaseolus carinatus M. (Seminibus teretiusculis elon- 

gatis subtruncatis carinatis.) jfielbo^ne* 

62) Ph. car. lividus M. giöibe Äietbo^ne. ©. 50* SBei 
einer Sttttur lourben bieSanten meiften« ganjod^ergelb; in einem 
anbem ^aU bie meiften fd^ti)Sralid^*t)iotett. „©ir festen nun 
i^ren Anbau fort, fle erl^lelten fid^ in ber SKe^rgal^t untjeränbert, 
im . britten ^^^re f})rang aber ein einjiger ©todt in bic titjibe 
(Sdfbol^ne über, unb im t)ierten »icber nur ein ©todt in bic braun«- 
augige Soi^ne, meldte beibc SSol^ncn gar nid^t im ©arten gebaut 
tourben." 

V. Phaseolus oblongus Savi* (Seminibus subreniformi- 
cylindricis latitudine duplo longioribus.) ©attclbol^nc. 

A. Unicolor. 

66) Phas. obl. cameus S., incarnatfarbigc Dattelbol^ne. 
©. 52. 3m Ofa^rc 1849 ging mir ein ©to(f biefcr ©attelbo^* 



77 

nett m eine actnj gCeid^fartige SdfBol^nc üUx, xoSX)xtx\i ber anbete 
wnbcränbert Uki/* 

B. Variegatus. 

80) Ph. obl. tricolor M. ©d^toarjfleWnberte ®atte(6o]&ne. 
©♦ 58* ©ie beinahe aße breifarbigen Seltnen un fidler unb «n»» 
beftänbig • . . ,,ate ici^ fie in einen SIumcnto|)f legte, erhielt 
idf lauter einfarbig od^ergeffie IDattettol^nen." 

VI. Phaseolus elHpticus M. ßierbol^ne. (Seminibus mino* 

ribus ellipticis tumidis.) 

VII. Phaseolus sphaericus M. ÄUflelbol^tte. (Seminibus ma- 

joribus subglobosis.) 

B. Variegatus. 

110) Ph. sphaer. atrovariegatus. SKarmorbol^ne. „©icfe 
^of)m, bie fiü) cincrfeit« an bie b(au unb fd^toarj gefledte ©ol^ne, 
anbererfeit^ an bie furje Dattetbol^ne anfc^üeßt, fd^eint eine Uc* 
berflang^form gu [ein, ba mir im ©arten nur toenige fi^ treu 
blieben; t>on ben anbern erl^ielt iöf ^ncarnatbo^nen, [c^toarje 
aSol^nen, Sarbinatebcl^nen (Ph. sphaer. purpureus M.) unb i)ur* 
})urfd^e(fige Sltgetbol^nen ; bie legten lonnten bnrd^ ©amenber* 
toed^fetung erl^alten »orben fein, bei ben einfarbigen ift aber eine 
fotd^e aSertoed^felung nid^t benfbar ; e« toaren überbie§ im ©arten 
gar nid^t gebaute ©orten. Unb felbft bei einer jtDeiten, forg* 
fältig gewählten ©eneration famen toieber in berfelben ©tufe 2 
©tiJdte mit SRarmorbol^nen unb eine mit f^warjen SSol^nen junt 
SBorfd^ein; fo baß leine anbere Srllärung ber überrafd^enben @r* 
fd(>einung übrig bleibt, al« bie Ännal^me einer {RüdElel^r l^^briber 
gormen ju benjenigen il^rer SItern." 

113) Phas. sphaericus haematocarpus Savi, bie pViX^UX* 
ptfige Sugetbol^ne"). ©• 75. „S5ie gledEen ber ©amen finb 
fei^r ju SBänbem geneigt, »eld^c . . fid^ oft nm bie gonjeSo^ne 
i^erumjiel^en. ®a« ä^fammenfliegcn ber purj^urnen gtedten auf 



*0 S)iefc ip bie ^jorjug^tocifc ju weinen eigenen SSerfuii^en benu^te 
©orte; f. o. $. 



78 

einer Seite ober an ber gaitjen SSol^ne iommt aud^ an biefett 
Seltnen jutoeifen öor." (Sine Slu^artnng in bie nanfinfartige 
ßdfco^ne ift o6en sub 54 bcfcJ^riebenO 

C. Dimidlatus. Die SSol^nen nnr an ber Singenfeite ge*' 
färbt. 

115) Ph. sph. dimidiatus Hab. ^oIBrot^e Jhtgetbol^ne. 
©. 77. „!Die üon ©ci^üBeler in S^riftiania mir mitget^eilte 
erl^ielt pd^ nnberänbert" 

IT. Phdseolus multißonis Lam. generBol^ne. 
Sin« Slmerica. 

A. Unicolor. 3tt)ei ©orten : tteig* nnb f^toarjfamig. 

B. Variegatus. 

3) Ph, mult. coccineus Lam., gemeine generbol^ne. Sönef 
erjä^lt (Flora 1836. 114), er ^abe nnter 6 geuerbol^nen, bie 
atte rotl^ marmorirt getoefen feien, loon einer eine ^flanje mit 
loeißer Slütl^e nnb »eigen Sonnen erl^atten. @« ift bieg ber 
einjige mir 6ei g^nerbol^nen belannt geioorbene gaß, ber aber 
in ä^nlid^en gäCen Bei ©artenbol^nen eine©tüfee flnbet^). SBenn 
jebod^ 93 n e ! J^ieran« folgert, bag bie loeige generbo^ne bieioal^re 
©tammart fei, fo fann i(S) i^m l^ierin nid^t beiftimmen; bieioeigc 
garbe ift »oo^l and^ l^ier, loie bei fo üielen Snltnrpflanjen nnb 
^anöt^ieren, eine golge ber SSerfefenng berfelben in ein foltere« 
Älima mit weniger intenftoem Sid^te; nnb bie loeige garbe bei 
ben 33ol^nen fo loenig bie ber ©tammart, toie bei bem JRitter* 
fj)orn, ben ©al^lien nnb gnd^fien, 5£anben nnb ©änfen. 

©otoeit 0. 5W arten«. — Um mir ein Urti^eil jn bitten 
über bie 33ebentnng nnb ©rbße alter biefer öon 5IK. beobad^teten 
Variationen, l^abe id^ mir bie 9Kü^e genommen, biefe fämmtti^ 
d^en gäße nad^ feinem Sltta« gn co<)iren nnb gel^örig jnfammen* 
gnfteöen. SWeiner Änfid^t nad^ pnb nnn biefe ©d^toanfnngen in 



^ S)icfcr gaü ijl, lote toir oben gefeiten ^aUn, bei ntcinett SSerfu(]^cn 
fetfr häufig aufgetreten. $. 



79 

^oxm, garBc «nb ©rößc mcift ganj unBebeutcnb; iDa^rl^aft auf* 
faUenb in feinem einjigen. — Selber ift bieg inbe§ nur ein fuB* 
iectiüe« SRaß. 

Ueter bie 5Ratur ber garBftoffe in ber ^df)nm\6faU ift mir 
nur golgenbeö befannt geworben : ,t^k Braune ober braunrotl^e 
gdrbung ber ©amenf dualen öonPhas. fdj^eint t)on bem braun* 
gefärbten ^nl&atte ^erjurül^ren, in bem@inne »enigften«, t>ci% 
ttenn i^ie unb ba aud^ bie SKemBranen gefärbt pnb, ber garb* 
ftoff boc^ na^toei^bar iuerft im ^nl^alte öor^anben toar." 9?ä- 
geU-©d^toenbener, SKifro^coj) 1867. 508, 

@d^ übeler (eutturi>flanjen 9?Dr»egen« 1862) ^at folgenbe 
l^ierl^er gel^ßrlge Stngaben. @. 29 : Die 3toergbo]^ne üon 9Kont* 
real (Sanaba), in JCronbl^iem cultiöirt ift, größer geworben unb 
intenfiber gefärbt. Qu 33rea(au feierte fie toieber in bie alte 
gorm jurücf, — ©• beobachtete in ß^riftiania mitunter Äenbc* 
rung in ber Orunbfarbe unb aud^ ettoaö in ber ©reite ber 3«i<^* 
nung bei öerfci^iebenen SJol^nenforten; toobei bemerft toirb, baß 
bei ber Sultur biefer ©amen in füblici^erer 93reite bie urf))rüng* 
lid^e garbe toieber gum SSorfc^ein !am (©. 142, betr. Ph. vul- 
garis oblongus Rachelianua Mari). — SSerfdf^iebene ©orten 
l^aben eine conftant öerfd^iebene @m})pnbßd^feit gegen Mite (baf.). 
— S3on Phas. multiflorus erjog ©. aud ben 4 üon auö- 
loärt« bejogenen ©orten bon ©amen 4 neue SSarietäten mit an* 
berer gärbung, g. 33. toei§ lourbe getbtoeiß mit 3—4 Keinen afd^* 
grauen gtedd^en an jeber ©eite. ©ie ging bei neuer äu^faat 
in bie jloeifarbige „geuerbol^ne" (Ph. multifl. bicolor) größten* 
tl^eitö über, toeldf^e ©. gteid^faöö ^äufig gteidff bei ber erften Aus* 
faat ber »eigen ©orte (Phas. multifl. albus) erl^ielt. (älfo 
gerabe fo to)ie in mel^reren bon meinen SSerfudS^en. $.) «uö 
ber bicolor tourbe eine neue gorm ergielt, »efd^e gteid^mäßig 
braunf^toarj toar. Diefc gorm l^at fidf^ {efet feit mehreren Qaff^ 
reu jicmßd^ conftant gejeigt. Hu« Ph. multifl. coccin. gorm 
„gemeine geuerboi^ne" (3Kart t. I. F. 18) »urbe erl^atten bie 
gorm F. 15 (baf.) ; an^ biefer eine boDfommen gteid^farbige in* 
bigbtaue S3oi^ne. ®iefe ift giemlid^ conftant /bod^ ge^t fte aud^ 



80 

in bie fd^toarjc tJcitcrbo^nc (Ph. mult. niger Mart. F. 14) 
üBer, itnb tritt, mm fie einmal bicfe garBc angenommen l^at, 
nid^t toiebcr jn ber inbigblancn gorm prüA Sllfo toirb bie 
[d^tDarje garte einjig nnb attein burd^ guttut ntd^t t)eränbert, 
töä^renb bie anbeten bunlfet »etben. aw feltene Sluönal^me 
»itb ettoä^nt, baß m€ bet bicolor einige g^nj »eige Seltnen 
etjielt »tttben* — Qn [ämmtßd^en ^ütfen einet ?ßflanje jinb bie 
©amen meift gleid^fatBig, Bi^toeiten abet auc^ in einzelnen ^ütfen 
anbete ; fel^ feiten in einet unb betfetten ^ülfe toetfd^iebcnfatWg, 
j. S3. »ei§ unb jtoeifatbig. (©. 143.) 

ßattidte gibt an (Prod. d. var. 1865. p. 39. 40), ba§ 
bie Haricot flageolet leidet batiite, im 33au, ben §ütfen unb 
ben ©amen (üRatten^ jie^t biefe gotm ju feinet Phas.vnlg. 
oblongus^^)]. Slud^ Begüglid^ einiget anbeten ©otten ertoäl^nt 
S. eine $Reigung iux Variation (baf. ©. 41. 42. 44. 45, fetbft 
Slenbetung im SGBinben bea ©tamme«). — SSgt. fetnet Dattoin, 
b. SBatiiten an ben 11. 575 cititten ©teCen. (St fanb (IL 290); 
baß 12 t>on il^m cuttiöitte Varietäten bet fflol^ne „bebcutenb" in 
ben ©amen »ariitten. (St .ettoä^nt eine SJatietfit mit monftt5== 
fen Stipulae unb abottitjen Slättd^en (nad^ 3Koquin«*3;anbon). 



«>) S&flt. beffcn aWonogr. @. 54 (S£. 5. g. 9), @. 52 {%. 4. g. lO), 
@. 58 {X. 7 g. 2). 



81 

2. Acer, 
SSariation* 
A. Pseudoplatanus. ^anad^ivtc SSamctät famenkftSit* 
big (pil C. Morren, Institut 1865. p. 279). 
3. Achillea Mülefolium L. 
SSartation. 
OSrtner fol^ ayx^ berfclBen SBurjet einer toilben ^flanje 
©tcngel mit toeigcn, unb anbete mit ftor! rofenrotl^cn ©turnen 
fwä^ entoidfeln (S3aft.-eri. 1849. ©. 76). 

4. Adonis. 
SSariation. 
A. (aestivaliß) flava. ®ie gelbMiitl^ifle gotm ift fcwien* 
teftänbifl (n. SSerf. bon g. ©d^ulfe). 

A. aestivalis, rot^BIüt^ifle gorm, cultibire id^ feit 1858--1868 
tl^eite auf bemfeften, tl^eitö auf anberem Seete; im erften gatte 
tourbe bie gort})f[aniunfl ber®elbftatt«faat — ol^ne Umat* 
l&eitung be6 ®eete« — überlaffen*^); unter @d^ufe gegen SSerun* 
frautung burd^ ^äten. Die iä^rüd^ erfci^einenbe 3«^! ber ^flan«^ 
3en betrug bon 10 6i« etoa 200. Siiemal« jeigte fid^ in ber garte 
aud^ nur bie minbefte ©d^toanlung; eben fo ttenig ^ijbribation^ 
obgleid^ ein SBeet mit autumnalis unmittelbar baneben befinblid^ 
Xo<xx, unb beibe ^flanjen gum 2;^eil gfeid^ieitig btü^n. 

5. Aegüops, 
Äreujung. 
Ae^lops ovata befrud^tet mit Triticum vulgare, i>gt. ®o* 
bron (in Ann. sc. nat. Bot. 1854.11. p.215) unb ö orte au 
(baf, p. 27). ®ie erften JBerfud^e bon g ab rc in ?lgbe bgl. im 
Ouftitut 1852. @. 232. 



•°) S)ic «cctc i)aUn für fSmwtH(i^c @i)ccte« titoa 2—3 guß in'« O^e» 
vierte; fic jtnb ferner in aßen gälten für bie ganje Berfn^ggeit feteibenb 
biefclben- 2öo ni^ts SCnbcrc« Bemerlt ifi, gilt ber ©a^j, baß biefcIBen nie- 
mals umgearteitct tonrben. 3)ic SScrmel^mng Uxtb htm @etl6jlan«jlrencn 
ber (Samen üfeerlaffen; bie ipflanjen würben gegen ba« SSerbrängtwerben 
i)on UnMutem bnrci^ fleißige« SSten gefi^üfet. 

^offmann, Unterfuc^ung. Q 



88 

A. ovata 6Ubet burd^ Ärcujung mit Triticum vul- 
gare ben Aeg. triticoideß, bicfen \oX) man hnxdf toicbcr* 
l^ottc ©aat in Sfficijca tibcrgel^cn, tis>oi)i buräf »icberl^otte Äreujung. 
t$ttr fx^ bringt er feinen cber n)enig Q^mtru (®Dbron^ ki 
ga6re, tgL JReger« ®artcnf(ora 1854. @, 303.) 

©obron (Ann. sc. nat. Bot. 1856; V. p. 76, 81) : A. 
triticoides, obgfeid^ 33aftarb, pflanjt fi(^ ein« ^tit fang 
fort 

®er gafire'i^e SSaftarb : A. tritlcoides (and ovata 
unb SBeijen) ift Bereit«, burd^ mel^r at« 12 ©enerationen für jui^ 
fetbft frud^tBar, — toenn er äber]^au))t ein Saftarb ift. (©roen^* 
lanb, bgl. Pringsh. Jhrb. Bot. I. 618. 522- 523.) 

A. ovata, mit Triticum kfrud^tet, probücirt A. tri- 
ticoides, biefer ift für \xäf attm ftet« fteriL {©obron^ Ana. 
sc. nat 1863. XIX. p. 136.) SSSirb bicf^r ober loi^ber mit 
SßoUm öOtt Tritic. fcefrud^tet, fo liefert er Ag. speltaeformis, 
Joetd^r (jnnei^mcnb) frud&tiar ift (baf. ®. 163). 

A. speltaeformis l^ält fid^ conftant Senn er ba^r 
»irflid^ einc|>^6ribe ift, fo »äre er eine Slnönal^mc. (Naudin, 
Ann. sc. nat 1863. XIX. 198.) 

A. speltaeformis nad^ gabre burd^ 20 ©en^rationen 
frttd^tbar ol^ne loefentlid^e Senbernng, übrigen« nur unter 
menfd^ tiefer Pflege. ®id^ felbft überfaffen berfd^toinbet er 
balb^ loeiC ber ^Bamc fein ffeimbett finben fann; bie «eieren jer- 
faßen nid^t unb bleiben auf ber Dberfläd^e ber Srbe li^en. (SSgL 
©obron, Ann. sc. nat 1863. XIX. p. 174. 178.) 

Aegilops speltaeformis Jord. beftel^t aar« V* Tritic. 
vulgare unb Vi Aegilops ovata; ift be«t»egen fo frud^ 
bar, toeil er faft bie 9?atur bon ber ©tammart (Triticum) 
angenommen l^at SCrofebem aber nur bei lünftlid^er Pflege. 3m 
greien fd^eint er fiä} nid^t ju Rattern (ffiid^ura, Saftarbbe* 
frud^tung 1865. ®. 86.) 

A. ovata (fem.) + Triticum vulgare (mas) ficferl 
ben 23aftarb A. triticoides R.; biefer ift in ^o^em ©rabc 
unfrud^tbar. ^Dagegen ber ,,abg4eü€te" SSaftarb frudS^tbar ift 



83 

(Bei Bteftüd^ W^ge) »le eine reine @)>ecie« (nämßd^ A. spel- 
taeformis Jord., na6f fcetijörmel vulgaris -f- ^gan-ovata. 
(8S9L 5» ä gel i in ©ife.-25cr. «lab. g)iünci^cn 186a 13. Oauttar 
©• 7L 89.) 

%L aud^ ©obron in Compt rend. Juli 1854. p. 145; 
146; »ot. Stfl. 1855. ©• 705- 

©artoin (ba« JBariiren . . 1868. ©. 389) äußert p<^ 
über biefe SKatcrte folgenbcrmagcn : SSor »caig QoXfxm führten 
frie au^ftejeii^neten/ aJer falfd^ gebeuteten a3eo6a(|tttngett gabre'« 
SJiele gu ber irrigen ^(nnal^me^ SBeiien fei ein mebificirter ^lat^" 
fonune t^on Aegilops; ©obren l^t aber (de Tesp^ce. Tom. 
I. p. 165) bur^ fotgfäftige SBerfud^e gejeigt bag ber erftc ©(3^ritt 
in berSReil^e, aiSmUd^ Aeg. triticoldes; ein^aftarb ^on SBeijen 
mb Aeg. ovata ift Z)ie ^iitfi^eit^ in loeld^er biefe ;^1^Bribett 
bon fclbft entftel^cn, unb bie attmSl^Itd^e 8lrt imb SBcife, in »et 
(]^er ber Aeg. triticoldes in idfUn SBetjen umgeiDanbeU iDtrb, 
laffcn aßein nod^ ä^^if^I ^^^^ ^^^f^" ©egcnftanb. 

Sieget fogt; bei )Dorfici^ttg Dorgenomntener ^efrud^tung bon 
Aegilops ovata, naüf SinbUt^'d äReümng ber ©tammart be« 
gctobl^nlid^cn S33etjen«, mit Tritieum l^abe er nur Aeg. triti- 
coides erl&alten. (Oartenflora 1868. ©. 224.) 

9. Aeffopodtum. 
ißariotiDn* 
A. Podograria. ^anaci^irte SarietSt fameiri&eft&nbig. 
(C. ÜK^rren, Institut. 1865. p. 279.) 

7. Aesculus. 
SJartation. 

SHe 9ii>Paftanie mit(;bot))>eIter^^ät^e iDtrb bei SD ul^ ante I 
unb ^Dumont^'Sourfet nod^ ntd^t ertt)&^tf unb ift in manci^n 
®egenben oud^ )e^t nod^ fetten. !D e c a n b ü e SSa ter unb ©ol^n 
gaben 9(uff(^(ut über i^re (Sntftel^ung. Sin ©artenliebl^aber M 
®enf (©alabin be Sub6) beobadl^tete in feiner Sefigung ju 
f^^ontene^ an einem ftaftantenbaum einen einjeluen 9(ft mit bo)>^ 
l>elten Situmen« ©eit 1824 würben l^ierbon ^frcftfreifer abge* 
itommen unb burc^ (Suropa berbreitet. ^oäf je^t blüi^t ber be^ 

6» 



u 

trcffenbc ?(ft am üMuttcrftamme i&^xüify mit hopptiten Slumett^ 
bic anbeten ^mii'^ mit einfad^em (A. Decandolle, g^og. 
bot 1855. p. 1080.) 

8. Alnus. 

SBaftarb ))onA. glutinosa u« incana. (S9I filo^fd^^ 
SSerlin- alab. aKonat«ber* 1854 ©• 5570 
d. Älthaea rosea. 
SJariation. 

®ie gÄtBöarietäten finb famcnBeftänbig (^erbert^ i)gt 
Oärtner, Saft-Stg. ®. 577.) 

(Sine gefüttte gelbe Wtoiu öewanbelte fid^ in einem ^al^re 
pliiiüäf in eine rein »cige, einfädle ©orte« ©j)5ter erfd^ien 
mitten unter ben 3^^ifl^n ber einfad^en »eigen Art ein 3tt>cifl, 
toetd^er bie urfprüngßd^en ftefüöten getben Sölütl^en trug. (3)ar* 
»in, 5Bar. L 483.) 

iO. Alt/ssum. 
Variation. 

A. (Clypeola) maritimum. ^anad^irte SSarietät famen* 
beftänbig. (SBgL 6. Sßorren, Instit. 1865. p. 279.) 
H. Amygdalus, 
äJariation. 

A. communis, ©allefio erl^ielt au« ©amen öon füS^tt 
aSanbeln ftet« nur füßfrüd^tige S3äume. (A. deCandolle, 
g^og. bot. rais. II. 888.) 

©ittcre üHanbeln au« ©amen üon fügen {©iafoletto, 
glora 1844. ©,522). ©ie füge 3Äanbet »irb oft bitterfrUd^tig 
Wog burd^ aScrjjflanjen in anbercnSBobcn; entl^* bann äm^gballn. 
Äein anatomtfd^er Unterfd^ieb. (L. Dufour, propr. des v^- 
gftanx. 1855. p. 361.) 

Sittcre unb füge SRanbetn fmb burd^au« famenbeftfinbig. 
(gfaf. aKötlinger in ÜKon«^eim, münblii.) 

3)ag bic SHanbeln burd^ Sefc^netbung {xolovasi, amputa- 
lione) bitter »erben, bemerft 5E]^eot>^raft (de causs. plant, 
lib. V. cap, 24), SBgt Plinius; lib. XVIII. cap 27. Amyg- 
dalae ex amaris dulces fiunt; si circumfosso stipite; et ab 



85 

ima parte circumforato defluens pituita abstergeatur. 
(@J)rin8, Oattg. «rt. 1838. @. 168.) SSgl. an(S) Persica. 

12. AnagaUis. 

Äreujung. 

A. coerulea itnb arvensis pnb filnftlid^ nid^t mit üoKfom* 
mcncm erfolge gu freujcn (n. ©Srtner, SSaft-Srg. 1849. 101. 
309). a l e f e I b glaubt inbc§ eine SKittelform gcf unbcn jtt l^aBcn. 
(Sot. 3tg. 1866. ©.261.) — 8ecoq (F^cond. nat. art.) fagt : 
«m frü^eften aWorgen, im ÄugcnBlitfc bc« Dcffncn« bcr Äronc 
muß man fd^on bie 6 ©tauBgcffißc bcfcitigcn, bann gegen 8—10 
Ul^r bie SRarBe tefrud&ten (frenjcn)^ »oranf man be« Srfolge« 
jicmlid^ fid&er fein lann. — 833. gerbet t l^at eine JBerBinbung 
bcr rotl^en unb Blauen An. Bctoirtt; »al^rfd^einfic!^ coUina unb 
Monelli (i)gr. ®Srtn. 1. c. 181). 

3fd^ l^abe bie arvensis unb coerulea in SKenge auf einem 
SSeete jufammenge^)flanjt. (1867)^ fo bag ft(3^ bie ^Xötxf^t überall 
burd^flod^ten ober berührten. Slber bor ber §anb (1868) 'ii^i 
it(^ fein 3MittcI|)robuct an^ ben ©amen entioidelt, fonbern nur 
bie beiben t^pifci^en formen. (Selbe $flanjen finb einjäl^rlg.) 
SJariatiom 

SSIau* unb rot^blüt^ige finb famenbeftänbig. (JBgl. A. de 

C a n d 1 1 e , göog. bot. rais. II. 1082.) SSon ber j^var.* carnea 

Schrank (alf mit fleifci^farbigen Stützen) l^atSBern^arbi l^äuflg 

auöfaaten gemat(ft, ol^ne JemaW eine SJeränberung ber Stütl^enfarbe 

»a^rjune^men. (SSegriff ber ^ftanjenart. 1834. 9.) 

i3. Anemone Hepattca. 
Variation. 

^äuflg j)urpttrrot]^ ftatt blau. ® ä r t n e r mad^te üiete frud^t* 
lofe ^erfud(ie, bie eine in bie anbere (burd^ i)erfd^iebene ®rb- 
mifci^ungen unb in XBaffer aufgelöfte falgige unb anbere SRal^rung«» 
ftoffe) umjutoanbetn. Sfud^ biejenige erbemifd^ung, »eld^e bie 
garbe ber ^crtcnpa »eränberte, l^ätte fe£6ft nac!^ mel^reren Salä- 
ren toeber auf bie rotl^e, nod^ auf bie blaue ben geringften Sinflug. 
(SSaft^erg. 320.) 

SBIüt^en mit »irlUd^er Äeld^bitbung : bgl. b. ßeon^arbi 
(8oto«. XVI. 1866). 



86 

i4. Anthriscus. 

SBattotion* 
A. Cerefolium. v. F o L c r i s p* Ärau^Mättertgcr ÄörBd 
ift famenbcftänbig. (Verlot, prod. d. varigWs. 1865. p.96.) 
15, AntirrAinum, 
SSariatlcn. 
A. caryophylloides. ®ic am heften ftfirte pam^ixtc 
Sorm f dalägt jurüd, foBalb bic Qfolirung aufhört. (Verlot, 
prod. d. variöt. 1865. p. 66.) 

9?ad^ SSitmorin ift bie 35ar. Muflier panachö h fond 
Manc itnb ä fond jaune i)on Ant. majus famcuBeftänbig. (Ar- 
chiv. Gen^ve XX. 335. 1852.) 

©artoitt beftäuBtc ein j?cIorifd^c6 Äntirr^mitm mit feinem 
eigenen ^oßen unb erjog 16 i^elorifci^e ^flanjen batöu^. (Sar. 

n. 93.) 

i6* Aquilegia, 

Äreitjung. 

Sonftantc unb au^gejeid^net frud^rtare $^Bribcn erjog ® SrN 
ner au0 Aq. atropurpurea -j- canadensis. (SSgL 
aWenbel, SScr^anbL b. nat ^ift SSev. ju »vtimt* 1865. IV. 
©• 40.) 

SJariation. 

ein gute« S3eif})ie( f^)ontaner SSariatien* 3fm 3funi 1866 
fönb i(3^ im SBalbe (Sinbener SKarf) bei jSiegen unter fielen 
(blauWütl^igeu) ©tauben eine, bereu SSIfitl^eu fämmttic^ gefüllt 
üjareu, ber gorm* mi) polypetala comucopioides. Sitte 
(Staubgefäße in gütt^ornäl^ntid^e Petala umgetoanbelt. 3^n ben 
©arten öerpflanjt l^at biefelbe 1867 feine Stützen getrieben ; 1868 
Bläßte fie jal^treid^, unb jtoar in berfelben gorm unb garbe. 
Snbe 3uni erfd^ien nod^ eine SWad^Mütl^e, an toeld^er eine Meine 
SJeränberung bemerkbar toar : 2 Sepala jurüdfgeftjftagenj 3 auf^ 
rec^t. — Äeine grud^tbilbung. 

Dr. S. Defer beobachtete in einem ©ömmer ftarle 35er* 
grümtng mit Slntl^ol^fe an einem ©tode; in ben fotgenben ©om* 
mern fe^rte inbeg bie Srfd^einung nid(it toieber. 



87 

i7, Asparaffus, 
SBatiatioiL 
Asperges de Hollande, fomctiBcflSnbig. (SBgL A. de 
Candolle, g^ogr. bot. rais. 11. 1083.) 
18, Asplenium. 

A. Filix femina. F. monstroaa. Q^t famctibc* 
ftBnbig^ bod^ [(^tagen mitint @eitenfprpffen jitrüd. Uebrigen« 
l^icr i)cgetatbe gructiflcation. (3t, S raun ^ fcttitmlt^tonit 222.) 

19. Äster. 
aSatiation. 
A. sinenais. ©obron BeoBac^tete, ba§ SSariet&ten f dObft 
Bei reiner SuUur bennod^ jutpeiten onbere (neue) SBarietäten l^er* 
i^orBringen ober in bie ©tamtnfcrm iurücffd^Iagen. (Ann. sc. 
nat. 1863. XIX. p. 152.) 

20. Astrantta, 
SSartation. 
A. media, ^anaci^trte 93arietät famenBeftfinbig. (@. 3)2or« 
rcn, Instit. 1865. p. 279.) 

21. Airopa Belladonna f. florihus et haccis flavts. 

die ©amen biefer ^ftanje ftammen bon Salm in SBürterif* 
Berg/ »0 @d(füfe") biefelBe fpontan im SBalbe anffanb. (Qd^ 
l^aBe wx ber fd^waraBeerigen ^flanje »ebcr im SBalbe, nod^ Bei 
Dieljäi^riger Sultur im ©arten jemafö eine gelBc SBInme unb grud^t 
anffinbcn fönnen.) Sntftel^ung^toeife unBefannt ®ie fo erjoge* 
nen $flangen BlieBen aB 1860 bnrd^ mcl^rere ^al^re gang con4E 
ftant gcIB, Bi^ fie im ^fal^re 1863/64 fämmtßd^ erfroren. 3fm 
OctoBer 1864 toaren einige neue Äeim^)flanjcn onfgegangen, bie 
oBer »eiterl^in gn ©rnnbe gingen, ©al^er neue «n^faat t)on ä(* 



•') %m fitifcn 9fiagoIb*Ufcr üBer ^mjlmül^lc ncBcn bcr gemeinen S^ott« 
fitf^e. ,,@te ttmrbc feit 1851 in ayfettgc an« <Bamen gejogen unb t^ con* 
flant geHteBen/' (glora bed nörbli^en (^(^^toarjtoatbe^ bon ^. @(i^ü$, 
(Jal». 1861. ijeft 1. @. 37.) 



88 

tcrctt ©amen im 3al^rc.l865- fflU @nbc 1867 leine »lütten 
t>robucirt; 1868 Wülsten bicfctten (2 ejcntj^tare) gett. 
22, Avena orientalis* 
Siniä^rig. SSon 1865 an culttöirt, !Da fiti^ ergaB, ba| me^-» 
rere 6jenij)Iare üon A. satlva barnnter »aren, alfo ber ©amen 
tool^l nid^t rein toar, fo »nrben biefe ^flanjen an^gerauft. ?lud^ 
1866 tthb 1867 erfd^ienen »ieber einige unb tontben gteiti^faK^ 
ausgerauft. . 1868 erfd^ien bie ^flanje i)otßommen rein unb t^* 
l>ifd^ in etwa 300 ^atmem 

23. Avena sattva, forma aristata. 
?r6 1865. ®a mehrere ^panjen mit grannenlofen SStütl^en 
erfd^ienen, alfo bem «nfd^eine nad^ ber ©amen nid^t rein toax, 
fo tourben bie betreffenben ®5emj>(are mit bem beginne ber Stil* 
tl^ejeit au^geriffen. 1866 erfd^ienen ebenfaß« einige grannenfofe, 
unb tourbe ebenfo üerfal^ren. 1867 »aren atte Slüti^en begrannt 
1868 loaren 3 ^flan^en ,mit 35 ^almen tjor^anben, fftmmtlid^ 
begrannt 

24» Azalea indiea. 
SBariation. 
^Bringt bisweilen ©})roffe mit anberSfarbigeu 93Iumen (® ar*^ 
»in, 8Sar. I. 482); fo feien loo^t bie t>on laterltia unb Gled- 
stanesii entftanben. 

25. Barbarea* 
aSariation, 
B. vulg. fol. variegatisiftfamenbeftänbig. (Verlot, 
prod. d. varia 1865. p. 74) 

26» Begonia* 
Äreujung. 
B. xanthina marmorea ift ein Söaftarb üon B. ru- 
brovenia unb xanthina. (SSgt. SRegel, Bonpldia 1855. 
©. 53.) 

SRüdffd^tagen ber ^^briben B. xanthina marmorea 
(frud(ftbar) iu bie ©tammform. (9?ad^ ©tange, ögt. Wes- 
mael, F^condation 1863. p. 53.) 



89 

Sartatton. 

UcBcr eine gomi mit monftröduntcrftänbiacin^eriant]^ ügL 
©artoin, S5ar, I. 466* 

27. Berberis. 
Variation. 

B. vulgaris 'oaxxixt mit rotl^en, ^)«r^umen, Ma§flclbcn, 
]&i«toeilen f emlofen grfid^tcn. (8 o « b o n , (Snci^ctop. 1855. ©. 287.) 

B. vulgaris mit rotl^en SWttern : bie ©amen liefern 
hnr rotl^BIStterige ^fianjen. (A. de Candolle, göogr. bot. 
rais. n. 1083.) 

B. vulgaris; rotl^BIStterige SSarietSt, Wägt 6et 
ber Slu«faat bi^ioeiten gnrüd. (Verlot, prod. ^ari^t. 1865.) 

(Sine SSar. mit famenlofer Srud^t fann bnrd^ ©d^nittreifer 
ober ©enfer fortgejjflanat »erben (S)artoin, SSar. I. 493), 
tofi^renb aJurjelfd^ögUnge in bie 9?ormaIform jnrütffti^Iagen« 
(S)affeIBe gitt uon Phlox-Sorten mit J)ana(l^irten JSlütl^en (baf. 
n. 519). 

28. Beta. 

Variation, 
an« ©amen jbeffeften ^nbiöibnum« fommen nid^t feiten 
^flänjd^en ton üerfd^iebener garBe; an^ grfid^ten i)on toeißl^äu* 
tiger SBurjet rotl^e, au« benen ton rotl^l^äntigen ^nbitibnen gelbe. 
Da« betreffenbe 3^nbit)ibnnm bagegen Behält feine garbe ftreng 
für gebenejeit (5Bobbe, Sanbtoirt^. SSerf. ©tat. 1867. ©. 232.) 

29. Betula. 
SSariatiom 
B. alba dalecarlica. @ntfte!^nng burd^ 9(berration au« 
©amen. (SSgt. a. »rann, »erlüngung. ©. 332 ff.) 

30. Bücutella. 
93ariation« 
(Ea«)>arl^ fanb bie f^ormen auriculata DC, erigerifob'a 
tt. f. ti). (gegenüber Qforban) nid^t famenbeftänbig. (Walp. 
Ann. Vol. 4. 203.) 



90 

13. Borrago. 
Sartatton« 

B. officinalis. ^anad^irtc SSarietSt famenbcftSnbtg* ©ie 
lange? (e. SWorrcrt, InBtit 1865, p. 279.) 
32* Brassica. 
fireuiung. 

Mageret ftettite ^tüfi, mi fti^toatiem SRettig^ UH>Bet ber 
festere ate ©amcntrSger btente; bic ^flanjc iprobucirtc S5oj)J>cI« 
fd^oten, eine unter ber anbern^ unb beibe bnrd^ il^re %wvx fel^r 
unterfd^eibbar , bie eine ber Äol^t^ bie anbere ber Äettigfdjfote 
fi^nlid^ (cit. bdSecoq)« ®ärtner erttärt ba« $robttct für 
blo^e SJarietät (»aft^erj. 133). 
S3ariation* 

B. oleracea. f^eflkoerben ))on SBarr. burc^ ®amenau^ 
»al^L («. SB raun, ^ol^entbr^onie ©. 217.) 

B. oleracea. ^anad^irte SJarietät famenbeflänbig. (SBgl* 
&. SWorren, Instit. 1865. p. 279; ebenfo Chou lacinld pa- 
nach^.) 

3n troj)ifd&en ©egenben an^gefäet änbern bie Äol^tforten 
nieift fel^r fd^nctt ab unb ntüffen immer »icber an« europfiifd^en 
©amen gejogen »erben. (SSgl. u. a. ©agot; gtora 1865. ©• 
105 fO 

!Die ©amen öariiren nid^t merfiid^ bei ben fonft fo üer^ 
fd&iebenen ©orten, loenn man biefe untereinanber ober mit ber 
»üben ^flanje oon ber ftüfte oon SBate« oergteid^t; bieSJlumen 
fel^r loenig. 9?ur eine »etgMtttl^ige {Couve Tronchouda au« 
Portugal) loirb angegeben (®arti)in, b. aSariiren 1868. 1. ©. 
404). ©teg liegt barin, baß \n btefer Äid^tung feine 3w^ttt)a]^I 
©tatt gefunben l^t ©d^on t>on ben alten Äelten cultiöirt 
(SRegnier, tgl. bei ©arloiit). ®ie ^aut)tf orten ^^tn min«* 
beften« fd^on im 16. gfal^rl^unbert ejciftirt (DecancL, g^og.b. 
842 n. 989), »a« um fo merftoürbiger ift, ba bie Jhreujung 
terfd^iebener Arten nad^ Dormin (406) fel^r fd&toer gu »er* 
meiben ift; biefe Saftarbe flnb aber unconftant; bod^ fott au«» 
na]^m«toeife ber Cottagers-Kale (au« gemeinem ih:att«Io]^I unb 



91 

©rflffder ÄofI ttnb bann mit rot^ ©xoccoli) tn ber S^6)t Bc^ 
flJnbig fem* Qtibt^ Jcbürfcn felBfi bie reinen ©orten ber SRad^^ 
ptfe Bei ber ^nä)t hnxtSf fflefeitianng ber l^finftg Dorfommenben, 
toenn anöf nur Keinen aBtoeid^nngem — ©er Srüffeter Stti^l 
begenerirt in 5We^eIn, Ohoux pomm^ in ^oWia, Chonx cabus 
in Dentfc^Ianb; an« i^m erhielt man Choux cavalier unb ©tu* 
menfo^I (SWüIIer, ^^i^fiolcgte IL 765). 

Br. Napns ttnb Rapa frenjen — wenn t^ermift^t fhl^enb 
— fo ftorf, bag lannt Sine ^panje'fici^t fommt (t)gl. ©ar».). 
flo(^tmb®obron fa^cn auf nncultiüirtem »oben bie fleifd^tg« 
tourjeligen 9iüBen il^re bicfen fflurgefn ijertieren. 

©d^ottif^cr Äo^I fd^Ing Bei geeigneter ©amenanötoal^t in 
ber 3. ©eneration t^eiltoeife in bie gorm jnrürf, bie jefet in Sng^ 
lanb um alte ©d^Ioßmauem anftritt unb eingeborene genannt 
»irb. $. €• ©atfon Bei ©artoin, »ariiten 11. ^. 
33. Brassica oleracea L. 

©d^toarjtoälber ©taubenfol^t i)on 9li|>j>oIbeau (1886' 
p. ü. aWeer). ®ie ^flanje Bringt bort einen 4—6 gug ^ol^en 
©tamm^ toeld^er unüerjtoeigt unb 1 ^dü, bidf ifl; bie 93Iätter 
pelzen unten lodfer, oben fe^r bid^t. ^aBitu« i^erfel^rt leget* 
förmig »«)• 

«u^faat 1864, grreid^te 4-5 g. $8^e, Srstter auffaüenb 
gro6. Oie ^panjen erfroren fämmtüd^ im barauf folgenben 
SBinter* 

©al^er 1865 im grü^Iing öon 5Reuem eine »ngal^I ber obigen 
Driginalfamen gefäet Srreici^te 4 g. §ö^e, ^abitu« imSBefent^ 
lid^en ungeänbert, SBar gebüngt unb (toie im SBorjia^re) i>er== 
}>panjt toorben. 

1866. Qanuar : tixo^n 20 ©tüdf ^aBcn überwintert aWai : 



■*) eine ä^ntie^c, aBcr nt>6^ toicl l^ö^crc gomt fommt auf ber 3nfel 
3crfel^ toor. («a^ 2)artt)ttt W« 16 guß ^>od^, fo baß eine ei^er in ben 
mp]tl x^ix %t^ l&attte, «gl. ba« SBaritren . . 1868, L 403; unb Hook. 
Journ. B. 1865, p. 99.) 



92 

Blll^t Die ?ßffanjcn Pnb ctoaö geSnbctt, mir cttoa 3 f5u§ 
})o6f (t)om Sobcn Bi« jur S3afi« be« SBIüt^enftcngete/ teie immer)* 
©amen gcfammelt 

1867. auöfaat im «prif, f»>äter t)er))flanit Die ^ßpanje 
ge!^t immer nod^ mel^r in bie $)ö§e, aW anberer Sofft, bod& ift 
fie niebriger gcmorbcn, bem gemeinen Jfo^I ä^nlid^er, bieSIätter 
tierl^ättnißmSßig größer. Slü^t nic^t 

1868. SSIüi^t §at immer no(!^ öiel i)on feiner «rfprüng* 
liti^en gorm Beikl^atten, hurdf 2 ©eneraticnen, oBgteid^ bie ÜRbg« 
iic^feit ber ffreujung mit anberen SJarietäten fel^r nal^e tag. 

Brassica oleracea L. 
SSar. lacimata MilL Äraufer, niebriger, grüner SBinter* 
!o^t ober 93(ätterfol^L 

1863, im ©pätfommer ge|)flanit 

1864, normal anögeBilbet, lam ater nic^t jur gntctipcqtion. 
einige ©tSdle üBertointern. 

1865, jiemli(3& 3a]^Irei(3^ fructificirt 

1866, 3^anuar : mel^rere ©töde übertointern. 3utt : reic^* 
liäf famentragenb. SlCe alten ^panjen gelten au«. Dctober : 
toon ben jal^treid^en neu geleimten ^Pan3en finb nur 3 üBrig, 
beren Slätter u* f. to. üottfommen bie ©runbform barfteüen. 

1867, 9?ur nod^ Sine $flanje üorl^anben, t^pifci^, fructificirt 
rei(!^Iid^. 

1868, SSon bem fo erl^attenen ©amen »urbe im Sl})ril eine 
neue Slu^f aat gemad^t; baüon 4 ?ßf(anjen erl^alten* ^wi ber* 
felben finb nun (in ber 4. ©eneration) flad^blätterig getoor* 
ben, tietteid^t ibentif(3^ mit bem »üben Äol^l ber ©eefüfte^*); 
»ol^I burd^ SRüdffd^tag unb nid^t burd^ if reu jung, ba 1867 in 
ber naiveren Umgebung lein Blül^enber Äo^I fi6f befanb. — ®a« 
S3eet tourbe im SSerlaufe bicfer 3^^* ^^^^^ gebfingt nod^ um* 
gegraben* ► 



**) (Soweit bieg btc SScrglcid^ung mit ^ftanjcn ju fagcn tvtauU, wdii^c 
iäf aus ber angebüd^ toilben gorm (sjlTestris) bon Tanten cm9 ^atenno 
unb avL9 tpari« gcjogcn l^abc. 



93 

34. Buxus. 

SSariatiott. 
B. Bempervirens. ^anad^irtc SSarietSt famentcftSnbig. 
(SBßL 6- SR orten, Institut. 1865. p. 279.) 
35, Calceolaria. 
Ärettjuitg* 
9?a^ $crBcrt : ein SJaftarb üon C. integrlfolla 
(10 gug l^ol^cr ©trattd^) unb plantaginea (l^anb^o^c« Äraut) 
rej>robucirtc fid^ fo "ooUtommen, aW »cnn er eine natürli^e ©pe* 
cie« öon ben Sergen E^Ui'« getoefen »äre. (®artt)in; orig. 
Bpee. 1859. p. 251.) 

gtuti^tbarer Söaftarb i)on C. crenatiflora -{- rugosa. 
(SR e gel, ügL ©artenflora 1856. @. 94.) 
36. Camellia. 
SJariation. 
93eoba(!^tung i)on »eigen nnb rotl^en Slütl^en gugteid^ an bem* 
fetten ©tantme* (SBgL M Oärtner, 35aft 93efr. 305.) 

©artoin (35ar. I. 482) ertijäl^nt, bag bie C. mTrtifolia 
gelcgentUd^ fed^«* ober öieredfige 33Iüt§en ^erüorgebrad^t ^at, »elc^e 
burd^ ?frol)fnng fortge^jflanjt »nrben* Sin ^Vdt\i mit fonft 
rofenfarbigen Slüti^en tonrbe »ieber toeigtlütl^ig. 
37. Campanula. 
Ärenjung. 
JBaftarbe au^ üerfci^iebenen ©enera : C. divergens + 
Phyteuma betonicaefolium. (^CLäf S^reöiran, bgL 
ffie^mael, F^condation 1863. p. 45.) . . 

Variation. 
Camp. Medium mit rofafarbigen SÖIflt^en, bgL WegeT« 
©artenflora 1868. ©. 189. 

^ot^j)etole Campanula patula mit WA. (©• 78. 8oto« 
XVIL 1867. eetaIöi)«UjO 

38. Gapsella. 
SSariation. 
eine aSar. decandra erl^teft flt^ Bei ber ©amencnltnr bnrd^ 
163a^rc. iObrein? (t>. ©ci^Iec^tenbal, 93ot.3tg. 1858. 106.) 



04 

39. Cardamme. 

SSariation* 
C h. i r s u t a ift iu 9Jettf eelonb ^)crennirenb. (Q.^.^ootzv, 
tflL au^cmb 1867, @, 631.) 

40. Carpinui Betulus. 
SSariation* 
iDic gorm heterophjUa fii^eiiit jicmli^ fcrnieuBcftänbig. 
(©artoitt; SSar. L 461,) 

4i. Geltis. 
SSariation. 
C. australis. ^aitad^irtc SSarictät famcnkft&nfeig. (SgL 
e. aWorren, Instit. 1865. p. 279; mäf fe^in : Ann. Flore 
et Pomone. 1840. p. 169 uub Journ. des serres et jard. 
1848. Miscell. n. 126. 

42. Centaurea, 
iBariation. 
C, cyanuÄ . . . 2)iefclbc ?fla»jc m ben ^fal^auten. 
(C)ccr, tgL au^Ianb 1866. SKr. 35.) 

Q0t fonb im ©ommer 1867 mcl^rcre aSarictätctt inmitten 
bcr t\)pi\äftn auf freiem gelbe ; trüb i>iDlett — tt>ei6 mit roti^em 
Discus — unb tijafferMatt. 

©artoin ertpä^t bei cnltiüirten ^flanjen 4 fjarbentarie* 
tüten auf berfelben SBurjcI. (SSar. I. 485.) 
43. Geterack: 
ÄrcujUMg. 
Saftarb jtoifc^en C- officinarum nnb Scolopea- 
drium vulgare. (ÜRilbc, ©ien, jool. bot. ®ef. 1864. 2. 
äRai.) @oQ nad^ Stnbern eine btoge ißariet&t fein. 
44. Cheiranthus. 
SSoriatiou. 
C. Cheiri. güllung beö 2ad9 burc^ (gntlräftung. (M- 
Ianbtoirt^f(3^. 3eitfc^r. 1847. @. 207. ®. 8. ©d^ott.) 

C. Cheiri. gorm mit t)anaci^irten SBIättern/ nid^t gang 
pd^er bnrd^ ®amm fortjujjflanjen. (SBgt. A. de Candolle, 
g^ogr. bot. II. 1083.) 



95 

C. Cheiri. $anad^irte SSarktAt famcttBeftönbts« (Sß^Kä. 
a»orrcn, Institut. 1865. p. 279.) 

dim Kcinbtütl^lgc, rein citrongctte gönn (bic Oninbfomi) 
finbet man mitunter in SBeftbentf^Ionb toilb; fie ift wüeiöft 
bnr^ Sittdf^Iag m^ ber Sulturform l^etDorgegangen« Qäf fanb 
bif fclbe auf ben Siuincn be« ©d^toffc« Dberftein m ber SHoi^, 
an alten Jfitd^enmatiern in Trüffel, auf @(!^alftein am &äfie\\t 
JRunfel an ber Sal^n (^(ume 6 p. Lin. Durd^meffer^ Fetsda 
IVi'" Breit), — ttub fonft 

S) arm in (SBar« I. 489) fol^ Stätten, ^Adft ^ fixtpntn 
nnb ffcüb fatpferig iDoren* 

45. GhrysaTväiemum indicum. 

Variation : gelegentüd^ m einjelnen 3^ifl^» (©artoin^ 
SBar, I. 484). 

i6. Cirstum. 
Äreujung. 

OSrtner Beftreitet auf ©runb feiner birecten 33eoBad^tim*' 
gen bie auf (löge äkrmutl^ung begränbete ^nnal^me )>on 6. $. 
®<ftviiii, ßlp- fcej. ber 95aftarb*92atur wel^r^rer eirpen (93aft 
öri. 593) ; er crHSrt btefetben für »arietäten. 
47. CÜrus. 
Äreugung ober SSariation? 

C. Blzarria liefert an bemfetben S)aum t^riU^te))on Se« 
brat unb iStif(i^formen. (Qrrfte ^üüf. ))on ^ietronati in glo« 
renj. 17. saec. n. Casparj im (otAt. Sot^re| ju Stmfter' 
bom 18650 

a^ tjä>t nati^ SRiffo gormen t»on Orangenbäumen/ tt)eld^e 
2ttgtei(^ Bittere unb füge f^rät^te Bringen, geflägelte nnb nnge« 
pgelte %tattftie(e l^oBen. C. Blzarria trägt mel^rere ©orten 
^meronien, augerbem m^ Gebraten / atfj? fiepte Sitri^nen ())flL 
atcfelb, »ot 3tg. 1865* @. 9). 
aSariatiom 

au« ©amen gezogene eble ?ßonteranjen begeneriren, bie 
^flanjen Belommen ©ornen* 2Ran p\xop\t bie ebb ^omeranje 
(C. bigaradia Bisso), too bann bie ^üumt Uiöfttx bem ©d^nee 



96 

«nb SBtnb »ibcrflel^cn. (Turrlsi-Colonna, bgt» {Reger« 
©artcnflora 1866. ©e^^t ©. 2780 

^aäf ©allefio finb Kttere tote füge Orangen mit aBfoIu* 
ter ©id^erl^eit au« ©amen ju ^tel^en. (SgL ©avtoin, Sar* 
1868, I. 422; bort auci^ über C. bizarria unb über ffreujung, 
toobei fogar fof ortige Sintoirfung be« Rotten« auf bie ^xn(f}t 
beobad^tct ift 8Sgt. aud^ unten bei Vitis. ?le^nlic3^e« beobachtete 
©ärtner in einjelnen i?äöen, f. uO 

Q^ befifte eine ^omeranje^ tocld^e ftatt ßiner tjrud^t beren 
ca* 7 in einem SBirtet jeigt; biefelben finb famenio«, ungleid^ 
lang; f|>inbetförmig. ©ie bicffte ©teße errei(]^t !aum 1 Sentimeter, 

48» Coix. 
SBariation* 

C. lacryma, bei un« einjährig, in 3^nbien au^bauernb* 
((§♦ 3Worren, accUmat. d. plant, p. 29.) 

49. Compositae. 
Äreugung. 

©ärtner lonnte feine folc^e ju ©ege bringen unb beftreitet 
bie angebß^e 93aftarb*9?atur i)on bcrartigen gormen bei t>erfd^ie* 
benen »eobad^tern. (53aft. (Srj- 1849. 593. 596.) (g^to^rben beren 
namentüc!^ bei Sirpum mel^rere angegeben* 
aSariation. 

$. Slfd^erfon ^edba(f)kH in ber märlifi^en gtora Fonnas 
discoideas üon Inula britanmca h., Galinsoga parviflora 
Cav. (tefetere l^at fid^ feit 1851 conftant an berfelben ©tette ge* 
jeigt unb toürbe bal^er mä) 3forban'« ?rinci|)ien eine «rt fein), 
Senecio Jacobaea L. (S. flosculoBus Jord.). © (i^ r a m m fanb 
im Olbenburgifd^en eine fold^c gorm üon Aster TripoUum L. 
Umgefel^rt l^at ©d^ulfe Bip. nad^getoiefen, baß Aster Liöosyris 
Bemh. (Chrysocoma Linos. L.) in ©Srten jutoeilett mit ©tral^I 
(Galatella linifolia Nees) üorlommt. (Bonplandia 1858, p. 
119.) 

50. Gonvolvülus. 
Äreujung. 

SJaftarbe au« berfd^iebenen ©etiera : Convolvulus Sepiiim 



97 

-j- Ipomoea purpurea (n. ©ärtnei?, \>i^l SBe^macI; F^- 
condation 1863. p. 45). 
35artation* 

C. tricolor. @« BlciBett bic folflcnbcn ©enerationcn nur 
ki S^folirung J)anad^irt (Verlot; prod. d. varift. 1866. 
p. 66.) 

^aäf SSiImorin Ift bic SSar. Belle de jour ä fleur pa- 
nach^e famenbeftänbig. (Arch. Genöve 1852. XX. 335.) 

51. Gornus, 

SSariatton. 

C. mas. 100 ©atncit ber gclbfrüd^tigcn JBartctat lieferten 
nur Vi2 grtBfrfidj^ttge ©täntme (n. $rei)oft, t^gL A. de Can- 
dolle, g^ogr. bot. n IL 1083.) 

52. Corylus Aveüana, 

SJariation : tebeutenb in bcr Sänge ber ^üße, an^ in beren 
garBe, ebenfo in ber garbe ber ©amenfd^ate ; enbli(3^irt beriJorm 
unb garbe ber SRug (©artoin, 25ar- I. 453). 
53. Crataegus. 
ifteujung (burd^ ffnof^)en). 

C. Oxyacantha v. coccinea, ge})froJ)ft auf Sorbus 
aucupariä : 28 Zentimeter »eiter abtoärt« erfd^ien ein ^xoeiji 
be« Crataegus. (Stobiga«; im S3otan. ßougreg ju Trüffel. 
1864.) 

"Sladf SIaj)^am tourbe ein carminrotl^er Cr. auf einen 
tocigen get)fro})ft, welcher bann mehrere ^al^re ^inburd^ ftet^ f)oä) 
über ber Pfropfung ©ru^Jpen üon »eigen, rofa unb bunlet car* 
minrotl^en ffllüti^en trug* — ®er angeblickte »aftorb Sorbus hy- 
brida L. , abgeleitet au^ Sorbus aucupariä unb Crataegus 
Aria, l^at fxdf al« SSarietät be^ leftteren l^erau^gefteüt (Slßg. 
gorft- unb ^fagb-Stg. 1839. @, 232; ^odf, ©t?n. ed. 2.262.) 

Itebcr »atiation ügl. ®artt>in, SJar. I. 463. (aMlt'l 
©tiffet o^ne ^Blumenblätter u. f. to.) Sinjelne 5£riebc tttit »eigen 
Stiöneft an totpfitl^igen gjcemptaren (baf. 482). '. 

©er SSBeigborn mit linealifd^en 33(ättem fd^Iug in bie t^* 
pi\(Sf^ «rt jurüd. (Faivre, var. espfeces. 1868. p. 119.) 

^ f f m a n n , Untcrfut^una. 7 



98 

54. Cucumis Melo. 
ffrcuiung : ^l sativus. 
9$artatton. 
©arte in (JBar. 1.457) crto&l^nt eine Don Slaubtu koB* 
däfUH gorm, bercn grud^t löon ©urfen laum «ntcrfd^iebcit toer^ 
bcn lonnte; bic 35Iättcr bagegen loarcn aBioeici^eiib, !Dic (Srößc 
bcr ^xitdft fd^toanft toon ^flaumengröge bi^ ju 66 ^funb; eine 
ift xoObicf , babei 1 g)arb lang nnb [(^längelid^, fil&nlid^ ber Tri- 
chosanthes anguina; eine \äfaxtaäfxot^. Sine SDletone au^ Ät 
gier frringt frontan faft })(8ftlic^ auf unb jerfäöt in ©tüdc. 

Sie })er|tfd^en 9Kefonen begenertren in Snglanb; alfo nur 
flimatifd^^beftänbig. (Faivre, var. eapeces 1868. p. 100.) 
(Dagegen ermatten fid^ bic eantalujJ^SRetone, Melon maraidier, 
Dudaim unb anbete, fd^arf d^arafterifirte 8iaffen unBegrenit feit 
3fa]&r]^ttnberten burd^ ©amen, »enn man bie Sreujung Dermeibet. 
(9laubin, tgl. bei Faivre, 1. c. p. 104.) Q\t il^re ^nU 
ftel^ung an^ ber ti)pi\iffzn «rt, toirflic^ nac^getoiefen, ober nur 
Dermut^et? 

55. Cucumis sativus. 
Äreujung. 
9?ic^t gelungen mit anbern Arten bcr ©attung (©ageret, 
Slaubin), 

SSariation. 
!Dartoin crto&^nt eine gorm mit 5 ftatt 3 Sarj^eKffic^ern 
(aSar. I. 457), 

56. Cucurbita. 
jhreujung. 
SBaftarbbilbung f ommt aud^ bei gut unterfd^iebenen © )) e c i e ^ 
bon Sucurbltaccen bor, unb fogar frud^tbare; bie| ift bal^er lein 
Äriterium für ben ©})ecied*Segriff. Ces hybrides sont sou- 
vent fertiles, et quelquefois m#me, sans cependant rester 
semblables ä euxmSmes dans les g^n^rations successives^ 
ils ne le efedent pas, sous ce rapport, aux espÄces les plus 
legitimes. (Naudin, Ann. sc. nat. Bot. 1862. XVIII. 
p. 160.) 



99 

SScrfc^icbcttcSamen aM bctfettettftürBi«fru(i^t(aIfo®d^tocftcrn) 
bringen aöc möfltid^en görmen ^crtor. ©ol^l einfluß burc^ 
$pDcn Benachbart »aci^fenber anberer {Raffen auf btcfefte Sölüt^c 
(n. ü^aubin/ t>gt* Quatrefages in Eev. d. deuxmondes 
1861. 1. März p. 147). «e^nlid&c« pnbet man Bei ^unben. 

giau bin (Ann. sc nat. Bot. XVIII. p. 159. 5. Memoire) 
tonnte 4 &pmt^ t)on Cucurbita ni(3^t frenjen, iDol^l aBer an^» 
bere, bem Änfc^eine m6f Diel ferner ftel^enbe ^flan^enarten. Sluc^ 
pnb fotc^e »aftarbe oft fel^r fruchtbar, aBer fie })flanjen [xä) nidj^t 
nn^eränbert fort, fie Bilben feinen BleiBenbcn ÜKittetftantm, fon* 
bcrn fd^einen in bie SKutter^ ober SSater})fIanic jurüdjufc^taflen. 
(»gl. Arch. Bibl. Genfeve. Novb. 1863.) 

aSariation. 
Sßaubin BeoBad&tete, bag eine SÄonftrofität ber C. maxi- 
ma mit faft ganj freiem jfeld^e au^ ß^ina burd^ eine 9{ei^e t)on 
©enerationen famenBeft&nbig »ar. (Compt. rend. 1867. Mai 
p. 931.) aSgl. auiif ©arttin, SSar. I. 453 ff, Die grnddt 
üon C. Pepo fddtoanit um ba^ 2000fad(fe im SSotumcn. gorm 
cijtinbrif^, ei* ober fd^eiBenfSrmig. ©efd^mad fü§ Bi^ Bitter, 
©amen 6 Bi« 25 9Kinim» lang, gelten berSRanfen; nad^ 91 an- 
bin IJnnen alle ST^eilc ber ^ßflanje Bebcntcnb ioariiren. SR. fügt 
l&injtt, bag mel^rere fonft d^aralteriftifd^e ftennjeiclfen ganj feilten 
Ißnnen, mais il en reste toujours quelques-uns qui remettent 
robservateur etc. 

©artoin legt Bei ber SJefprcd^nng bief er großen SSarioBilität 
baranf (im Sinne feiner Slnfid^t) Befonberc« ©etoid^t, baß bie für 
bie Unterfc^eibnng ober e^arafteriftit ber ©pecie« „wid^tigcn" 
ober toefenttii^en S3er!^&Itniffe gteid^fadd mäft gef(!^ont tt)erben* 
JBgL unfere Einleitung. 

57. Cuphea. 
5freuiung* 
C. purp Urea ift ein fmd^tB^rer S3aftarb Don miniata 
+ silenoides. (Siegel, »gL Bonplandia 1855.) 

7» 



100 

58, Oytisus* 
Ärenjung* 

C. Adami, 33aftarb DO« purpureus unb Labumuni; tiad^ 
einer SIngaBc burc^ $fro})fen entftanben. Die SBättetformen- 
SSlumen pnb ftetiO bie SRütffii^Idge in bie ©tammformen (oft an 
einem nnb bemfelfcen Btoeige) fettit. (SSgl. glora 1842. ©.378, 
©(l^ttittfj)a^n.) Änrrin totirtemB. nat toiff. 3fa]^re«^eftc» 
1865. XXI, 1. 

C. Adami enttpitfelte ^\6i mä) ©(l^nittfi)a]^n bur^ 
fel^Igefd^Iagenc« Dcttür*8luge toon Cytisus purp, auf Labumum; 
an ber ©renje ber Beiben SJinbenftfide lam Adami yam SSor«« 
fd^ein, (aSgl. ßitat unb Änögug Bei S^reiöirann«, SSerl^. nat 
Wt. »er. ijr. SR^einl. u. SBeftp^. $. 3 u. 4. XVn. 1859. SBonn- 
©. 394 unb XV. 1858. ^. 3 u. 4.) S5gl. auc^ Crataegus, 
Vitis; Citrus, Pyrus Malus nnb Rosa, too analoge gäCe er* 
toäl^nt pnb. 

©inning (u. 81.) BcoBad^tete Beim Siüdf daläge mitunter 
SIütl^entrauBen, toelci^e gemifdf^t toaren au^ purpureus, 83aftarb, 
nnb Laburnum. (glora 1859. ©. 121; ä^nlid^ «. 33 raun, 
SJerjüngung. 1851 Saf. 3. ©. 27. 337 unb Stnbere.) 

C. Adami entftanb 1826 in SSitr^ burd^ 3fm})fttng bon 
C. purpureus auf Laburnum. ©r treiBt normale ^ot 
lenfd^läud^e, aBer bie Ovula finb monftriJd, bai^er feine grud^t. 
(Sadj)ar^ im Botan- Songreg juSrnftcrbam 1865.) Äünftlid^e 
Sreujung (ber 33Iütl^en) bon C. purpureus + Laburnum 
getang nid^t. 

• »gl. bie eingei^enbe Unter fud^ung ton ©ärtner (©aft. @r}» 
606, 624 ff. üBet C. Adami. 3f^m ift e^ nid(|t gelungen, pur- 
pureus aufLaburn. jtt oculiren. (änd^. mir fd^Iug cineStnja^I 
fold^er »erfud^e im grü^Ung 1868 fe^t. $.) 835. $erBert u. 
SSud^inger l^alten C. Adami für einen äd^ten ^oQen*5Baftarb. 

©ärtner lommt nad^ 60j[äi^riger eigener förfal^rung unb 
auf ®runb einer forgfättigen ^wf^^^^enfteKung be^ anbertoeitig 
<)uBIicirten SKateriafö iu beut SRefüftate, ba§ ber ^w^J^PWA (Wc 
ffimte) toeber auf ben ^mpfftodt einen SSarietät» ober ©aftarb* 



101 

fcilbcnbcti (gittfliiS l^aBc, mäf uotflefc^rt* 9?ur tfeine SScgctatton««» 
Unterf(]^iebe ftnbeu Statt, tocld^e günfttflftcn göD« biö jurUcBct* 
tragung Don SSIatt^^anad^irungcn auf baö@u6icct gelten fönueu. 
Dod^ giBt er fetbft ju (628), ba§ in fdtcnen gätlen ber X\)pn^ 
ber Unterlage in ein j einen äugen beö O^m^pftinge reiumft 
itntoermifd^t l^erüortritt, o^m ieboc^ toetteri^in feftjul^atten, tnbem 
ba^ Sbelrel« bennod^ in ber gölge ble Oberi^anb bcl^äft (n.'etii«« 
geincn SeoBad^tungcn an 9fofen unb ÄernoBft)* "Rii^ l^ebt er 
(629) ^erbor, bag bie SBlütl^en ton C. Adami fd) burd^ il^re 
aSariabtßtät un normalen SJaftarbMüt^en auffattenb unterftjfeiben. 
@. ift geneigt, il^n nid^t für einen Saftarb, fonbernfür ein ®e* 
Bitbe sui generis gu l^atten. SBirn unb ?(J)feI, Quercus Robur 
unb Castanea vesca, Chionanthus unb Syringa laffen ftd^ 
leidet })fro})fen, aBer fle Bilben leine 33aftarbe, »oburd^ bie »efent* 
ßd^e SJerfc^iebenl^eit Don 33aftarb unb 3nt})f<)robuct fid^ bcutlid^ 
üerratl^e. 6ine §ijBribe.fei in ber bieget gteidfi, einerlei ob A 
ober B SSater fei; beim ^froJ|)fen ^ber finbet leine innere ÜDurd^- 
bringung ©tatt, üielmel^r bleibt Smte unb ©uBject ftet« im SBe* 
fentlid^en fid^ gteid^ (630). 

aSgl. anäf ©artoin, aSar. I. 497. ^urfer (baf. 500) 
toitt C. Laburn. burd^ ^fro})fen mit purp, in Adami ioertoan- 
belt l^aben, toaö ®. bejtoeifett. !D. Dermut^et, o^ne eine ^froj>f«» 
^^bribation gerabeju in'ß SReid^ ber gabeln ju Dertoeifen, bod^ 
möglid^ertoeife gntftel^ung burd^ ^^nfecten^^^bribation, toie e^ 
einen auf biefelbe ©eife entftanbenen iBaftarb Alpino-Labur- 
num gibt. r: ' ■'. 

5Dartoin ertoäl^nt babei eine« gemifd^teu SBaftarbd (burd^ 
SBertoad^fung ber ©tämme) au^ 2 gud^ten; biö SBcrtoad^fun^ 
fanb im. ©amen fc^on ©tatt. Stel^nlid^e« ixon einer »aftarb^SWe* 
tone, «uc^fül^rt er tne^rerc intereffante gfiCe tm, Weld^efiber* 
^anpt betoeifen — »a^ oft bejtoeifelt toorben ift -^, bog etn 
^fro^)frei« mitunter fel^r energifd^ auf ba^ ©übjiect zitttmtf; unb 
umgelel^rt (a. a. O. 507). Q6} füge nodjf gofgenbe^ J^tnju. & 
ÜRarll fanb, ba§ ein ?I<)feIiti>eig auf Srten getJfro^>ft fel^r ^artc 
ael)fet brachte. (SJKitt^. (anbto. ®ef. »rünn- 1864. @. 92.) - 



102 

SBcj. SCtauBcn : gtaucnborfcr SJlttr. 1866, ©• 4. — SBej. ber 
Tangerine Dgl ©ifaäft] «nat ^l^^f. II* SL) — »ea. Robi- 
nia mäf Zijorxxn DgL !£)arto)in/ Orig. spec. ed. L p. 262. 
— Scj. Äpfel (Pyr. baccata «nb comm.) Dflf. SBofd^ in aOg. 
gorft*» unb 3fa8b*'3t9. 1837. 314 »ud^ bic ffnof))cnftcnjmifl 
j»eicr Äartoff elf orten bon ^ilbebranb ift l^ier gu »ermert^ert 
(33ot3tg*1868.c. ic. no. 20; f. tt- Bei Solan, tub.). 
SBariatton. 
(Sine S3arietät ä folloles multiples tteferte @amen, beten 
^tobttct in bie gemS^nli^e gorm jutüäfdlfing (Decand. g^ogr. 
bot. 1855. p. 1080). 

58b. Daphne Mezereum. 

JBariation* 
SKit toeiger Stütze unb gelBcr ??rud^t, unb bie mit Diolett* 
rotl^er S3Iütl^e unb fd^avlad^rot^er grutj^t blieben bei ber Äuöfaat 
ftet« beftänbig. (aWitter, Dict. IL p. 50. 60. 4.) 

59. Datwra, 
Jtreujung. 

D. laevis, Befrud^tet mit Rollen bon D. Stramo- 
nium, liefert SSaftarbe, toeld^e meift ber Stramonium ä^nli(3^ 
finb. (Stramonium überwiegt wxif bann, toenn e« aW SRutter 
funflirt/ fo j. 35. im 33aftarb Don Str. mit ceratocaulis 
mas.) Sinige toenige ®tMt aber, melci^e anfangt ÜSlätter unb 
grüßte t>on Stram. brad^ten, bilbeten toeiterl^in fjrüc^te/ »eld^e 
^alb ober Vi Stram., ber 9ieft laevis »areU/ alfo o^e ©tad^etn. 
SKod^ fj)äter lamen an benfelben ©tbtfen grüt^te, »eld^e rein 
laevis Waren, (grinnert an ba« Pnflge ?tu«einanberiegen bed 
©pecie^'ÜKofaiW Bei Cytisus Adami unb Citrus Bizarria. 
(giaubin, Compt. rend. 1859. no. 18. p. 616.) 

SSaftarbe Don D. Tatula+ Stramonium Befruchteten 
M f^l^ftr bte 2. ©eneration f(3^Iug in Tatula jurütf. (Ann. 
sc. nat. Bot. 1858. IX. p. 260. Sßaubin.) aSaftarbe Don 
Stramonium -]- ceratocaula fd^tugen in Stram. jurttif. 



103 

itnb }tt)ar fd^on bie erfte ®eneratimt« Saftavbe ))on Stram. 
itnb Tatula, fiäf felbft Befrut^tenb, f erlügen in ber 2. ®ene« 
ration in Stramonium (f.o.)/ ctnbere @amen))f[anien inTa- 
tula, einige in ^^on cinfcitig toerbenbe $i>tribe gurütf (SU an- 
bin, a, a, D. 1862. «ug. ®. 322), Unb : 

D. Stramonium + Tatula fc^^tegen fd^on in ber 2. 
Generation gang in bie @tantmart }nrü(f (Stanbin/ Ann. sc 
nat. 1863. XIX. p. 197. 203 : finb ©pccte«, nid(ft SJarie** 
taten). 

Saftarbe an^ Derfd^iebenen ©enera : Datura Metel «• 
laevifl -f- Hyoscyamus tt. Nicotiana (n. OSrtner, 
t>gt. Wesmael, F^condation 1863. p. 45). 

D. laevi + ferox unb feroci + laevis jinb in 
ber erften ©eneration nodf ganj gleid^, a(fo S3ater nnb 9Kutter 
Don gteid^em Sinflug; fte gleichen ober loenig ben Seitern unb 
fd^flagen in bad )93iotette. ^n ber 2. ©eneration voaxtn bagegen 
aöe 3^nbit)ibnen auffaöenb »erfdjfieben; nur eine^ toar in bie 
Stammform jurUdgefd^flagen. 33Iät:^en jum Sii^eil violett; 
grüd^te fe^r »erfd^icben. (9i anbin, Compt. rend. 1864. Nov. 
LIX. p. 839.) 

D. Tatula var. fructibus inermibus ift fpontan 
entftanben im ©arten jn Sttanc^ unb ^at fidjf feit 4 (Jahren con* 
ftant erhalten burd^ Äudfaat. (©obron, Compt. rend. Febr. 
1866. p. 379.) 

92aubin unb ©obron beoBad^teten, bag eine 9$ariet&t 
icermiB ber D. Tatula, auf iSinem ©todC gufäöig entftanben, 
ganj famenbeftanbig mx (pnxtff 5 ©enerattonen. SBgl Compt. 
rend. 1867. Mai. p. 931). SRad^ ber ftreujung mit ber Stamm* 
form brad^ten bie ©amen eine SWittclform, toeld^e in ber fol- 
genben ©eneration t^eiW in bie ftad^eßge, t^itt in bie nadtte 
gorm iurüdtfd(fteg; alfo »ie Sd^te, mit grud^tbarleit begabte 
^jjBribe. — »ejttgUd^ ÄSIreuter'« »erfud&e t>gt. öern* 
^arbi, SSegrlff ber ^flangcnart 1834. 6. 19. 20 : bie ^l)bri- 
bation loert^to« für bie ©pecieö^grage^ 



104 

60, Daucus. 

laSariatiou. 
: gfeif)d(^jge.@artettmS^rC' in ijcrfc^iebencn garten itnb gormen- 
Uralte SHtturpflaitie. 

SSerebelung ber toilfccn gorm burd^ SSilmorin (Sot. 3tg. 
1855..®. 71). !Die6 loirb je^t bon ßontl^etentctt kjtwifett 
$)ecai«ne gelanfl e« nic^t (nad^ münblid^en SWitt^etlunaen), 
8?ad^ 8ecoq (1.185) foö SWilter SSerf«d&c über bie grjeugunfl 
ber 5Kb^re burd^ ßultur au^gefül^rt ^aBen. „Vans Mons a 
cultiv^ la carotte sauvage et affirme que sa racine a plu- 
tot perdu que gagne. (Ann. de la Soc. d'hortic. de Paris 
t. 15.) Vilmorin a obtenu un plein suecSs. Ce c^lebre 
horticulteur a observe, comme Vans Mons, qu'en semant 
la carotte sauväge au printemps, on reprodüit des individus 
identiques h, la plante spontan^e, le pincement de la tige 
h diverses ^pöques de son dßveloppement n'am^ne au- 
eun changement notable dans la racine. Mais en semant 
les gi*aines sauvages au milieu de T^te, on obtient un 
certain nombre d'individus dont la tige ne monte pas, et 
eeux-ci ä la fin de Tautomne presentent döjä des racines 
modifißes. Si, au printemps suivant, on repique' ces indi- 
vidus, ils fleurissent et fructifient. En semant de lamßme 
maniere les graines des individus les plus modififo, il repro- 
duisit äu bout d'un petit nombre de gfe^rations les vari^- 
t^s blanche et jaune-citron de la carotte cultiv^e. II obtint 
^galement dfes la deuxiöme gdn^ration des individus ^ ra- 
cine rouge-orangöe, qui furent ndglig^s et qui.sans doute 
eussent aussi reprodüit la carotte rouge cultiv^e." (Go- 
dron, esp. rac, 77.) Carri^re (Gardener's Chronicle. 
1865. p. 1154) gibt an, baß er ©amen bon einer toitben Wo^x^ 
xüU nal^m nnb toeit entfernt iDon icbem cultibirten Sieben fäete; 
nnb {dfon in ber erften ©eneration n>id^en bie ©nrjeln ber ©fim* 
Unge barin at, baß fie fj)inbelf8rmig, länger, loeid^er unb.toentger 
fafertg mxen, al« bie ber »Üben ^flanje. «uö biefen ©ämtin* 
gen ergog er mel^rere SJarjetSten." (©artoin, 85ar. I. 408.) 



105 

iRad^m&nbli(^r9Rttt^et(ung Don ^ecai^ne (1863) er^t 
man hnxäf SBeftSubung mit bcm Rollen bcr ©artcnmö^re ton 
bcr tijWbcn ^jianjc ©amen, auö bcncn ^flanjcn mit flcif^tger 
©urjel l^ciDorflel^n. 

gcfttocrbcn bon SSarr. but^ ©amcntoai^t. («. 3) raun, 
^oI^cmBrt^onic ®. 217.) 

JRüdfd^taa etnjelnct ©art^nmö^rcn auf bcn SScctcn in bic 
toitbc gorm, frül^cr Mü^cnb unb mit meift gartet unb faferigcr 
SBurjcL (® a r to t n , SBar. 11. 41.) 

Daucus Caroia L. v. sativa. 

granffurtcr Sarotc. SWeift fiteng jtociiä^rig. ©urjcl rü* 
Bcnförmig. — 3m «prit 1864 auf nngebüngten f^^tocren ®ar- 
tentobcn au^gcfäet, bcr toeitetl^in niemate umgegraBcn »urbc. 
astü^te 1865 im ^funi- — Qm üKai 1866 nur iSinc (übcrtoin* 
terte) ^flanje Dorl^anben, »elc^e fructificirte. S5ai)on toarcn Snbc 
®e^)tem]&er ettoa 20—30 ©amenpffanjen aufgegangen (burd^ 
©elBftauöfaat). 1867 : 2 ^flanjen üor^anben. Steid^Iid^ fruc=* 
tiflcirenb; ©utjeln Vi)pi\<if, toie ju 2lnfang. 3m October er* 
fiä^ienen einige ®amen^)flanien (burd^ ©elBftaudfaat). 1868 : Sine 
^flanje Dorl^anben, atfo cl\x^ ©amen t>on 1867, bemnad^ 3. ®e- 
neration. gructificirte reid^lid^ im Sluguft. Sei bem «u^l^eben 
ber SBurjel ergaB ^xä), ba§ bie SBurjel {md} bem einftimmigen 
Urt^eile breier ©ärtner unb nad^ meinem eigenen) äße S^aral* 
tere ber ©attenmöi^re verloren imb äße jene ber U)ilben iW&^re 
angenommen l^attc; alfo tooßfommener SRüdfd^Iag. 35ie garBc 
»ar unoeränbert, »eiß toie gu Anfang be« SScrfud^«, aBer bic 
$fa^ttt)urjcl »ar ööttig ^oljig, fiußcrft l^art, mit fcl^r ftarlen unb 
langen S3critt)cigungcn/ toie man fold^e Bei bcr toitben WlSi)Xt 
fel^r gctoö^nlic^i finbet. Sine ^^Bribation burd^ toilbc ^flanjcn 
ober eine ajenoed^felung finb im Doriiegenben gaOe, nad^ ftreng* 
fter ßrtoägung ber @ad(>Iage, au^gefd^toffcn. — ©emnad^ mu^ 
eö ciu(Sf mbgüd^ fein, au^ ber »itben gorm bic ©artenform ju 
güd^ten* 

Sßad^ bcm grud^ttragen toirb aud^ unter getoö^Iid^cn SJer- 
l^ältniffcn, auf gut BearBcitetcm SSoben, unb fofort (in crftcr ®c* 



108 

ttctÄtion) We flememe SWö^rc etoa« l^oljtg unb ffaxt, BWBt aBer 
ttod^ fcl^r mit ücrfd^tcbctt Don voriger, »tc mtd^ bic forgfSttiße 
SBergleid^ung üBergeugt l^ot. U. a. Umt {!e immer nod^ eine 
parle fleifd^ige SRlnbe, toäl^renb biefc oBeit burd^ eine bflnne ^ant 
— bom e^arafter einer Ober^ant — erfeftt »ar, «ffe« übrige 
feftefter ^otjfem, faum ju fc^neiben, ganj tt)ie bei ber »ilben. 

Daucus Carola f. sativa. 
Sultttr ab 1864, $erbftau«faat ((gnbe «ugnft). 1866 : 
3a^trci(^e ^panjen. 1866 : atte ausgegangen. S)a^er neue 
©aat im 8?obember. 1867 ; 5 ^Panjen erfc^fienen erp im «n* 
fang ^mu (Sine 5Dotbe mit SBIüt^enftioft^en (nid^t me^r fruo 
tipcirenb) im $crbpe, 5Die {Rüben pnb im Dctober bitf unb 
Peifc^ig- 

Daucus Carota L. f. sylvestris. 
aaSilbeSWöl^re. 1865 im «prit auf gcbüngtem, gutem, 
loderem ©artcnboben au^efäet. ^m 3uti bereit« me^rfad^ 
btül^enb; alfo im erpen (Jal^re. 1866 im 9Kai gal^Ireid^ üor^an** 
ben; bie S33urjelfcrm unöeränbert loic bei ber totiben ©runbform. 
ß« bilbeten pd^ fel^r tocnig ©amen auö, im October toar »fle« 
t)erfd&tounben, anäf feine Sämlinge üorl^anben. !Da!^er frifd^ ge* 
fammelte ©amen bon »ilbcn ^panjen in großer 3«^! andgeffiet. 
1867 : 9?ur wenige ^panjcn entwWeft, baijon eine bereit« in 
biefem erpen Qoi)tc fructipcirte. ©urjet unberänbert. 

1868. Qm Sprit tourben gtoei (^jcemplare (nod^ o^ne ©ten^ 
get) Derppangt; ba« eine ^atte 27» Sentim. SSSuraelburd^meffer 
erreiddt unb fUl^tte fid^ bei einem Sinftid^ mit bem 9Reffer auf 
1 ßentim. Xiefe jiemßd^ P^ifd^fig. An bem anbem e^empfor 
tourbe ber Slüt^enftengel unten abgefdfrnitten, um bie ©aftiupt^r 
nad^ ber fflurjel ju peigern; inbeg ^atte baffclbe bi« (gube^fttni 
mel^rere baptäre ©eitentriebe enttoidtelt, toeld^e bluteten. Söeim 
herausnehmen ergab pd(| ie^t, bag bie SJurjet bUnn, tt)eig, l^oljig 
»ar; olfo nod^ lein befriebigenber grfotg in ber erpen ®ene* 
ration. 



107 
61. Delphmium, 

9{aci^ aJitmorin ift bie )>ana($trte 3}atietät ))on D.AjacIa 
famcnSeftänbifl. (Arch. Genöve. 1852, XX. p. 336.) 

62, Diarühus. 

(^ toirb (el^aitptet, D. barbatus unb super bns l^afien 
fc^r fiPöil^tl&arc ©aftatbc, eknfuD. Armeria u. deltoides. 
(«äflcli, iioc^ ©Ärtncr, »gl. ©ife. 93cr. «fab. j. aRünci^cn. 
1865. IL $. 4. @. 413.) ättcin Bei ® ärtnet (35afi örg. 421) 
toerben biefe ^ftarbe nitr ald ^ixtmXxi^ fruc^^tbat" ettoS^nt unb 
gugefägt, ba^ fie in ber 2. ®ene¥ation biefe i^rut^ftbarleit ,,ge« 
ttjß^nlid^ i)t)ncnb« einbügen." — (5« foö fertier fogar *^ nacj^ 
SRägeli — bie tJmd^tbarleit bet39oftarbe in ben fotgenbenOe* 
ncrationen jnnd^men bei D. barbatus + chinensis. (3f(^ 
finbeinbeß babon nici^t« im Original. ®. 390 fprid&t ®. Don 
ber Unftetigfeit ber gruc^tbarfett biefe« 95aparb« in »erfd^icbenen 
(Jahren unb in öcrfc^^iebenen 3^W8«tt8^« ; ««^ ^^^^^ ftetile ßfem* 
plarc fontmen »er : ®. 391. SRnr bie (Srftfing^Mnmen festen 
gruc^ft an, bie folgenben ftnb ganj fterit : ®. 383. ®. 423 »irb 
biefer Saftarb unter benen erwäl^nt, »etd^e in ber 2. unb fo(« 
genben ©enevationen gurüdtfc^^Iagen. @. 542 toirb il^m „gient* 
lidde gruc^tbarleit" gugeft>roi^en. (»gl. (otii ®. 689.) 

(Sd lann gleid^geitig in berfetben SBltttl^e jtoeiertei S3efru($« 
tung (burci^ bie »erfd^iebenen Ovula) ©tatt finben (bgl Siägetl 
a* a. O. 395. 397. 402). 

D. deltoides + Armeria. Srfterc Btül^t in berSRegd 
iniSInguft unb ©eptember, Armeria im (Juli (®ärtner, Saft. 
Srj. 143). — giad^ meinen S3eoba(i^tungen in ®ie^en btül^en 
beibe gleichseitig. §. §ofmeifter (münbl. SRitl^eilung) beob* 
ad^tete 3 fru<]^tbare ®enerationen biefer SBaftarbe. ®ärtner 
jog baDon 10 ®enerati0nen ; ber Saftarb l)fi(angte fld^ uni)cränbett, 
tt)ie eine äd^te ?lrt, regelmäßig im ®arten bon felbft fort; aber 
feine grud^tbarfeit toar gune^menb tixoci^ geringer, aW bie ber 



108 

©tammartcn (SBaft etj- 1849. @. 409. 888»*); im jc^nteu Oal^rc 
toar bie 3^«8wnfl^ftaft üööig crtofci^cn (553). ®aBei ift gtt U^ 
aäftcn, ba| ))ou attett l&tö [e^t Beol^od^teten Sdaftatbett gerabe 
biefcr m^l entfci^icbctt bcr ftabitfte unb frud^tBatfte ift. @r ^at 
übcrtoiegcnb ben %\)pM ber aÄuttcr (400). 

S)tc »iebcrl^olte Söcfrttd^tutig mit Rolfen üon deltoidcB in 
bcr 2. ©cncration (alfo Anneria -deltoides*) lieferte jtoeierlei 
jl^ljcn : bie einen biefer 33aftarbe — nnb jmr bie äße^rga^I — 
toar bem 9$ater deltoides in feinem gangen ^afiitud um t)ie(e^ 
nfi^er gerüdt, mit jiemßd^er grnd^tbarleit ©er anbere Wieb ber 
Sdaftarb'äKntter fe^r nal^e^ toar il^r aber he(Sf niäft ganj gCeid^ 
geblieben in ein paax (Sictm\iaxtn, mit entfij^iebeiier ©terUit&t 
öon beiben ©eiten" : b* ^. att fem. nnb al« mas. 

Armeria tonrbe hnxä) »ieberl^olte S3efmd^tnng mit deltoi- 
des in ber 5* bi« 6. ©eneration in reinen deltoides übergefül^rt 
(463). Qm Sreien — alfo f})cntan — ift biefer S3aftarb nie* 
mate beobad^tet tt>orben (593). „diejenigen Siatnrforfd^er fd^^ei* 
nen fx^ ba^er im S3Biberf})rn(J^ (mit fid^ felbft) ju befinben, toeld^e 
anf ber einen Seite it^mpUn, baß bie Saftarbe gn ftabifen 
Arten ttierben fönnten, nnb anf ber anberen ©eite gngleid^ annel^- 
men, baß fid^ bie ©attnngen bnrd^ i^rc Slrten fortbilben foöen, 
gnmal, toenn man in SrtoSgnng giel^t, bag gerabe biejenige (BaU 
tnng (Verbascum), toetd^e in Sßejiel^nng anf bie ©d^toierigfeit 
in ber Söeftimmmtg il^rer Mrten atö ein befonberer SBeweie ber 
Unfidfrer^eit ber ^fl(anjenf^)ecie« angeföl^rt toirb^ biejienige ift, 
»eld^e bie alfermeiften abfotnt nnfrnd^tbaren SSaftarbe liefert, bei 



»*) 2)ort nod^ anbcrc S3ctpctc Don jictnlid^ bebeutcnb — unb unbcr* 
Snbert — fru^tlbarcn S3ajlarbcn. Sgl. au^ @.414 (SBeoB. ö. ^blreutcr) 
unb 421. 438. 553. 579. &. l^at ettbetit Bctoicfcn, baß bie gru^tfcarfcit 
bcr ©a^arbe fein untrügüd^er ®rabntcffcr für bie f^ccififd^c SScrttanbtfö^aft 
bcr ©tamwWtertt ijl. Siegel ip fonji, baß frud^tBarc Sajlarbc in bcn fol* 
genben Generationen in bie ©tammarten jurilcf [flogen , „wobur^ fld^ ba« 
angcBlid^c (StoBilioerbcn bcr SBajIorbc unb il^re ©rl^cBung jur 3lrt öon felBfl 
»ibcrlcflt." (@. @. 446, 455, 475.) 



109 

»cld^cn eine gott})fIanjunfl unb gortWIbttttg bnxäf ©aftarb^^^^ttguita 
ttnmUgltd^ ift (557). 
SBattation. 

©ärtner beoBad^tete an einem (S|rent))(ar einjelne 3^^i0^ 
mit toeißcn, anbere mit rctl^en SBÜlt^en, cbenfo Bei D. barbatus 
(SBaft. Sri. 305). 

aSariation einjciner S^^rige t)ott D. Caryophyllus n. bar- 
batus Begfiglii^ bet »(Ut^e : t>aL {DariDin, a$er. 1.488. ©al« 
lefio frett}te toeige unb rotl^e Ütetlen; bieSBIfit^en be9 Saftarb« 
»aren geftreift/ ober einfarbig rotl^, in fjjäteren O^^ren jnm 
'SC^tii an^fci^Iieglid^ rotl^ nnb leine geftreiften me^r (®. 505). 
63. DigüaUa purpurea; 2j[ii^rig. 
ftreujung. 

D. fucata Ehrh., purpuraacens Rchb., ift JBaftarb : lu- 
teo-purpurea, lommt m^ fpontan im freien öor, unb ift ab»« 
folut unfrutjftBar. (Oärtner, »aft.*(gra. 590.) 
Variation. 

!Dic ^flanje tt)urbe feit mcl^rcren ^^al^ren auf einer ©tein* 
Jjartie cttltit)irt, t>flanite fid^ burd^ ®ettftau6faat fort ,. immer 
rot^Müt^ig. 3m ©ommer 1867 toaren aCe blü^enben ^flanjen 
mit U) eigen Blumen t)erfe]^en, oi^ne Sinwirlung Don .!Ofingung 
ober fonft belannten Urfad^en. Qm ^wK U)ttrben bie Mttl^cnben 
3toeige abgefd^nitten; lurjc ^tit barauf erfd^ien an einem ber 
befd^nittenen ©tämme ein ©eitentrieb, »eldjer nur rotl^e S3tus= 
men l^atte, toä^renb an ben SRad^trieben ber übrigen ^flanjen bte 
SBIfit^en toeiß toaren. 

Uebcr D. purpurea v. prolifera ijgt. glora 1844. T. 
1 u. 2. 

Digit. purp. fl. albo btteb bei ber «u«faat BOQ^xt lang 
conftant (SW i C le r , Dict. n). . 

64. Dimorphotheca pluvialis, einji&^rig.. 

Dlefe eomi)oflte j^röbucirt befanntlid^ auf bemfelben asiiitl^en^ 
boben gtoeiertel Srüd^te, bie einen o^ci unb piatt, bie anbern c^^ 
(inbrlfd^, bünn. 1865 »urben biefe beiberlei ©amen abgefonbert 
auögefäet; in ber SBlüti^enform unb fonft fonnte aber loeiterl^in 



110 

Bei bcn fo er^aftcnen ^flartgcn fein Untcrfd^ieb fcemertt toerbcn» 
1866, bei »iebcr^otter ®aat, baffelbe ergebnig. (gbcnfo 1867. 
5Die »cbeutung biefc« 8rud^t*35ittiorj)]&i«mtt« ift bi« jefet mä)t 
aufflellärt 

1866 enttoicfelte ftd^ unter bcn übrigen t^|)if(]^en ^flanjcn 
ein ©tod/ beffen Stützen eine SJarietät barftettten ; bie ©trotten* 
Mutigen »oten nämlic]^ auf ber SRüdffeite [(j^wefelgetb ftatt ti»ib; 
il^re Sap« »eig ftatt lila; bie Antreten ber SentralMttt^en »eif. 
®ie ©amen biefer ^flanje tourben befonberö flefammelt, brad^ten 
aber 1867 toieber bie ii)pl\äft gorm in gal^treic^en (Sj:enH)laren, 
mit Sludnal^me eined eingigen (&ftni^tax^, metd^e^ bi^fetbe Sparta« 
tion »ie bcrl&er jeigte. 

9ieue anöfaat im^^fal^re 1868 mißlang. 
65, Ecbaüion. 

Wlit freiem ober ^atb angeioad^fenem Obarium (92 anbin 
in Ann. sc. nat IV. 1855. p. 17). 

66. Fagus. 
SBariatton. 

F. sylvatica v. p u r p u r e a. 3Jel ber ÄuÄf aat aüe ^flan* 
gen ber SKntter))fIanie gleid^. Qn ber Umgebung nn^ meiterl^n 
»ielc bnriä^ ©elbftanöfaat aufgegangen; babon 60 p^t glelcl^ ber 
SRutter (in ber 2. ©eneration). (Verlot, Prod. d. vari^t^s. 
1865. p. 48; nad^ (iappe unb ^e^)in.) 8e|tercr fäcte 1850 
11 ©amen bon biefer S5ar., 10 leimten unb gaben biefelbe ^flanje. 
1853 : 100 bergt ©amen (au« SBelgien) gefäet : V« berfelben 
l)robucirte biefelbe SJarietfit. — 3<>f «'^t 8^^^»» ^^^ berÄu^faat 
burd^and biefelbe S3ariet5t tt)ieber. 

^Intindft im Sraunfelfer ©c^toßgarten <)robucirte burd^ 
®e(bftau9faat jal^lreid^e iunge 93äumd^en, meift ^lutbnd^en (®raf 
8 r. j. © 1 m ^ :* 8 a tt b a d^). Qäf f elbft fanb f })äter^in, ba^ bie* 
felben nad^trägtit^ alle gang grün getoorben »aren; eben fo 
grün »arcn alle unteren «eftc be« SKutterbaume« fetbft (QuU 
1867). 

X)ad (Ejrem))(ar ber Stutbu^e, t)on metd^em tool^l oQe anbern 
in be« ® arten abftammen, ift ca. 150 3fa^rc alt unb fte^t auf 



111 

bem Serg ^Kiinleite Bei ©ottber^^ufen. 98ie eatftaid>en? (ißa^ 
tut 1866. ®. 400.) 

Unfid^cr^cit bcr SSercrbung be«^änflenbctt Zifpn^ (Trauer* 
bttd^c) DgL bei !Dar»in, SSarHrcn. II. 25). 
66a, Filices, 

Ucber garnbaftarbc i>fll. SÄ übe in »otan. 3«tttt^8 1864. 
SBcil. a @. 3. 

67. Fragaria. 
aSariation. 

F. monophylloB. gifirung ber SJar. btttc^ ® amenau«- 
»a^L (a. 93 raun, ^ol^cmbr^onie. ®. 217. ©ort toirb bic 
©amcnbeftänbigleit Don JBarictäten überl^au^Jt erörtert.) Sie ent* 
ftanb jttfällifl an^ ©amen ber F. vesca im ©arten i^on !Du* 
<!(fe«ne gu SSerfatCe« 1761, ift aber nic^t ganj famenbeflfinbifl. 
(SSgl. ©})rin9, 68 unb ®obron, esp. 36; mäf Lam. dict. 
2. p. 532.) maä) ®nd(f. ^Stte ftci^ biefe SJar. burd^ 30 3fa^re 
erhalten (Decand. g^og. bot. 1855. p. 1081). ®ie f. g. Fr. 
grandiflora ift nad^ ®a\) eine tJorm ber chiloensis (®ar». 
SSar. I. 445, too noiä^ mehrere SarietSten befj)ro(3^en »erben). 
yiaif Anig^t lann man virginiana; chil. mtb grand. freujen, 
aöe 3 flnb im ©efentlid&en famenbeftänbig. ®ie Äreujnng ber 
enro))&ifti^en Srten mit ben norbamericanifd^en gelingt nicJ^t tei^t, 
tro^ ber 9orm<3(e]^ntid^feit, unb fte ftnb loenig frnd^tbar, toäl^renb 
bie americanifd^en fld^ leidet t)on felbft unter einanber Ireugeu 
(SDartoin; a. a. £).). Wl^att beobad^tete eine fünfblfitterlge 
SSarietät. (Sine SJarietät ol&ne «udlfinfer ift famenbeftänbig 
(5Da|.), 

68. Fraxmus. 
SSariation. 

F. excelsior monophjllos. Sntflel^ung burd(f 9ber« 
ration m^ ©amen (i)gt. ©raun, SSerjüngung ©. 332 ff.). 
aReift famenbeftänbig (35artoin, )Bar. I. 461). (gntfte^ung 
eiuer ©fott^ajariation burd^ „Änof})en*a5ariatiott" ober fj)ontane 
©)}rof[en«S)it)ergen2 (baf. 490). Zrauer^ffifd^en, »elü^e im 
Sitter aufred^ted SBad^M^um auna^men (©• 496)« 



112 

Unpd^^cit bcr aScrcrBung (hVLxäf @amcn) bc« ^finfle^S;^* 
})tt« (Sraitcr^efc^c) f. baf- 11. 25. 

69. Georgina variabilis, 
aSariation. 

35ic tocigc SSarictät ift m6)t famenBcftfinbig (Oärtner, 
93aft (Srj. 1849. 576; mäf Saumanti, ba« STOon«, ©an^ 
IcUar). aSgl. aud^ ©artottt/ SSar. L 471. SSarietätcn, bic 
SWittc 3tttti blül^en; ^mtxsfjoxmm bon 18 3öö. aSariation ein* 
idner @))roffe : ®. 494. 

3ur ©cfd^ic^tc bcr aSariation bon Dahlia feit 1789 bgL 
^ofmeiftcr, $anbl&. b. p^ijf. Söot. I. 1. 561. 

70. GeranitMn.] 

SSariation. 

G. robertianum v. leucanthon Dumort. SBfeibt itt 
ber au^faat conftant (©})rinfl, ©attung ©. 112). 

Oärtner BeoBad^tetc an einem SjcemtJtar einjelne tiefte 
mit loeigcr, anbete mit farbiger SBtütl^e (^Baft. 6rg. 305). @Ben 
fo Dartoin (SScir. I. 484, Beg. G. pratense, in golge bon 
SJerjjflanjung). 

71. Oeum. 

ffrcujnng. 
ÄU^ G. urbanum -f- rivale foC ®ärtner anöge* 
geid^nct frud^tBare unb conftante Saftarbe erjogen ^aBen (nad^. 
3Kenbel,85er^.nat.]&ift.aSer.a3rüttn. 1865. IV. ®. 40). ^d^finbe 
bieg ttid^ft Beftätigt Bei ber gectüre beö Originatö (33aft. erg. 698). 
®. erjog aflerbing« einigermaßen frnd^tBare SSaflarbe bon ßon* 
ftanj (553), „bnrd^ tDeitere ©enerationen"; baneBen aBer unb in 
berfd^iebenen ©raben Bi^ total fterite @5em{>(are (©ärth. ®aft. 
erj. 391. 396). ®. felBft fü^rt (553) at« ba« anffaßenbfte 
JBeif^)iet frnd^tBarer 93aftarbe DIanthus Armeria -deltoides an, 
»eld^c er bod^ nid^t üBer 10 ©enerationen ermatten fonntej bief 
tofire bemnac^ nad^ feinen SSerfnd^en ba3 SMajimnm. (©. b.) 

72. Glaucium. 
Ärettjnng. 
SSaftarbe an^ bcrfd^iebenen ©cnera : Glaucium luieum 
U.Papaver (n. ©ärtn., bgl. Wesma'el; F^c. 1868. p. 45). 



113 

73. Oloxynia. 

ffreujung. 

G. speciosa bilbet mit Menziesiana einen im ?ßotten 
nnfrudf^tbaven S3aftarb, mit Sinningia guttata einen frud^t* 
baren («egel, Bonpldia 1855. p. 170). 

Gloxynia speciosa. 
Mn^ ©äbamexica, eingeführt 1815. 
aSarlation. 

II a changS de couleur : de pourpre il est devenu rose 
ou blanc; il a chang^ de forme : de pench^ il est devenu 
droit; il a cbang^ de structure : d'irr^gulier il est devenu 
regulier ; enfin il s'est doublt. Et tout cela successivement, 
petit ä. petit; un peu partout ä la fois en Europe. Et cela 
Sans bybridation^ et; quand aux m^tissageS; nous ne voyons 
nullement ce qu'ils auraient pu faire sur la pelorie ou la 
duplicature de ces fleurs. Suivant nous, cela s'est fait tout 
seul. — L^ espSce, -quant au signalement qu'en donnent 
les botanistes; est un accident local et momentan^ : c'est 
une päte plastique qui se moule sur les circonstances . . . 
Les formes sp^cifiques ne montrent pas ä Fext^rieur ce 
qu'elles ont en elles. EUes demeurent assez constantes 
dans la flore rurale, parce que les conditions du climat 
restent elles-mSmes uniformes; mais cbangez et variez 
ces condiüonS; ainsi quHl arrive dans la flore horticole, 
et ces germes se d^veloppent, et l'^tat statique passe ä 1*6- 
tat dynamiquC; et la päte plastique dont sont formes les 
Ätres vivants trouve ä exprimer des nouveaux caractferes 
jusqu'alors a TAat latent. (E. Morren, in Arch. Bibl. 
Gen^ve. p. 156. 157. 1867 Juni.) 

3fn Setrac^t biefer großen SSariafciütat bon G. sp. ift bo})i)eft 
Bead^ten^ttjert^, bag nod^ lein Uebergang ju einer fd^on cjiftiren* 
ben ©jjecie« borgefommen ift. t^ängt ^^^ SSarüren biefer ^flanje 
überl^au^)t erft ^cntjtttage an? Dber foß mm annehmen; bag 
We je^ige ®})ecie^ „speciosa" eine SSariation, neben anbern, bon 
einer Glox. primlgenia fei, bie fid^ fämmtlid^ fijcirt nnb bie 

^offmann, Unterfuc^ung. 8 



114 

SS^iglett verloren l^ätten^ coQaterat }tt btoergtren? SBetbet gleid^ 
n)U{tär(id^e Slnnal^men^ unb in entfd^iebenem SSiberfprud^ mit 
bem, u>adtt)tTfacttfd^ M bev S$ariet&tett«3)Ubung Beobaij^ten ISnnen« 
74. Hemerocatlis. 
iBariation. 
Die SBurjcI bcr H. fulvä .(grog* unb BräunliiJ^Müt^ig) 
^jrobttcirtc in einem golle bie Heinere, gette H. flava, twld^ 
gett)5^nfi(i^ aW Befonbere ©pedc« Utxadfttt »irb (Datiöin, 
aSar, I. 1868. 495); ferner intermebiäre (formen. 

75. Hieraeium. 
SBartation. 
JRSl^renBlttt^ige formen Ratten fid^ bei ber.Kudfaat un« 
ter&nbert/ tt>ie gnte @))ecie9 {mdf ^ern^arbi, Segriff ber 
^flanjenart @. 16; tgl. StägeU in ©i^. 93er. Scab. äKfind^en. 
21. ai)r« 1866). 

7ö. Hordeum. 
iBartation« 

S3e)ttgli(i^ JRaffenbUbnng unb Unioa^rfd^einlid^Ieit ber ffrenjung 
Jogl. Triticum, fern. S» u n g e in JR e g e T« ©artenfl. 1866. ©. 22. 

H. Vulgare. Unger fanb in einem 8e^mftein »on (£t 
«ab in aeg^t)ten im $ädfel, 4000 ^a^re alt, bie ^ftanje ganj 
t»ie iefet* (©ife. »er. ffiien- «cab. 1862. 3an. ®. 81.) 

aSgL ferner : Unger in SBien. »cab. ©i^. »er. LIV. 1866. 
3funi^ ®. 33 (gel^mjiegel au« ber 5Daf^ttr*$^ramibe). (Hoi> 
deum hexastichon, Linum usitatiss.; Pisum arvense.) 

H. hexastichon. ©iefelbe gorm in ben ^fa^anten 
(^eer in SScr^. b. nat. ®ef. jn 3üric^. 1864. ©. 74. ©affelBe 
£i(t ))on H. distichon; Seeale cereale, Bubus idaeus, Vitis 
sylvestris Gmel; W(l\zi, Prunus spinosa etc.) Älter 1—2000 
^a^re »or S^rifto, 

9Re^ger fährte Ittnfttic^ ©ommer« unb SBintergerfte in 
einanber über (®etreibearten @. 18). 

Sei H. vulgare unb distichon lommt e« öor, bag bie gruci^t 
ton ben @)>el}en nid^t, tt>ie gett)8^li(l(f, feft eingefci^loffen ift 
(»erni^arbi, »egriff ber ^flanjenart ®. 37.) 



115 

Hord. coeleste fiä^tSgt Otti 8?^ein oft in gemeine Oetfte 
jurttA (Falvre, var. esp. 1868. p. 100.) 

77. Eordeum coeleste trifurcatum. 
einifil^rifl. 
1866 git «nfang Qttni au«flef8et. 

1866. einige ^flanjen l^aben überwintert; bie SBUlt^en fmb 
nnwränbert; batjon jit (Snbe augnft bereit« toieber ntel^rcre ifeim* 
^)flanjcn, bie an6f im ©}>ät^erbfte no(J^ blühten, aber feine grüc^te 
mel^r au^bUbeten. 

1867. ^al^Ireid^e ^flanjen, itnberSnbert. 

1868. ebenfo. etwa 200 ^flanjen. -Sin anbere« S)eet 
bepnbet [\(fy feit^a^ren neben einem folgen mit H. hexastichon, 
niemal« ^aben fx6f inbe^ üRittetformen gezeigt. 

78, Hortenaia. 
SSariation. 

Si«»eilen in eingelnen ^a^ren Man (ober einjelne «efte 
Man), foflar wenn an berfelben ©teße fifeen bleibenb. ßifen be* 
toirlt leine SBIaufärbnng nat^ @ri«. 9tCL6) öinble^ »irft 
gerbfoure« ®fen; Ulminfänre nad^ {Roffignon. Webuction 
(hnxäf (gif en unb Äreibe) nad^ 5E e r r e i I. (SJgt. V e r 1 o t , prod. 
d. varia. 1865. p. 61.) ^aä) ©cl^ übler blau in ftarf fo^te* 
^ttiger erbe- (@j)rengel, San ber Oewäd^fe ©.536; gtora 
1826. ©. 209.) 

3m boton. ©arten in ©ießen probuciren ttjir feit Qal^ren 
bie blaue gorm nad^ SBitflür burd^ (Sinpflanjen in eine au« tur* 
l^ffen bejogene natürCid^e Srbe (i)on Si^fl^^^^i^)» ®<^ ^^"9^ ^^^ 
■^ftonjen in bicfer ßrbe blieben, waren fie blau, ^n anbete 
(Srbe ber^>flanät »urben biefelben »ieber fSmmtlid^ rot^. 

(Primula chinensis flora albo, BegoniaRex, Pyrethrum 
Parthenium — fl. albo pleno — , Nerium Oleander in bie* 
felbe ^itim^ain^x (grbe berjjflanjt, änberten bie 93lüt^enfarbe 
nid^t.) 

79. Hyacinthus. 
S3ariation. 

H, Orientalis, «u« ©amen ber »eigen entftel^en faft 

8* 



116 

immer toicbcr tocißc (t>flL A* de Candolle, g^ogr. bot. rais. 
U. 1083)^ 

Darwin (SBar. 1. 473) l^cbt blc aScränbcntngen l^crt)or, 
,ö)eld&e burd^ blc Sultur in 235 ^al^ren l^cröorgcrufcn ttjorbcn 
finb* Slud^ bic gelben ©orten finb beinal^e famenbeft&nbig; bie 
ißariation in reined ®etB mirb bei einer blauen iBtume befonber^ 
^ertorgel^oben. ©orten mit 3 ober mit 5 Äronfegmenten» 85«^ 
riation einjetner SEriebe ®, 495, j. 33. »cige ©tütl^cn mit rotl^m 
Zentrum an^ einer blauen ©orte, unb jioar burd^ mel&rere 
Sö^re* 

80. Hex. 

iBartatton. 

L Aquifolium. ^anaij^irte 33ariet&t famenbeft&nbig» 
((g. ÜRorrcn, Instit. 1865. p. 279.) 

^aäf Dar tu in'« eigenen unb t>on i^m gefammelten S3eob:* 
ad^tungen finb biefe, felbft beim $fro))fen^ geneigt jum Jßädfd^Ia« 
gen; ebenfo bei anberen ^ftanjen (SSar. I. 492). S)od& Ibnne 
uad^ ©atter bie gefledtc Tussilago Farfara burd^ ©urjet 
ftedttingc fidler fortgetjflanjt toerben. ^aöf i?emoine ift bieg 
bei Symphytum mit gefledtten 93lättern burd& SBurjelti^eitung 
bagegen nid^t mögtid^. — ©ine SSarietät mit gelben grüd^ten 
ermied fid^ (burd^ eine Generation) famenbeftänbig (bafelbft II. 
26). 

$i. Juglans regia L. 
SSariation. 

J. r. praeadulta ober praeparturiens (Noyer prÄ^oce) 
tourbe gufättig in $oitou beobachtet unb fd^ien famenbeftänbig; 
inbeg fai^ 5D e c a n b oH e bei $art« im ©arten öon Qamin ©tämme, 
»etd^e bie Oröße unb ben 8eben«t^j)u« ber getoß^nlid&en gorm 
angenommen ^atten^ obgteid^ fie ))on ®amm jener SJarietät l^er^ 
ftammten (G6og. bot 1855. p. 1083). 

SDarmin (SSar. 1. 452) ertoä^nt eine SSar. mit SSüfd^ete 
t)on 10 — 20 fjrüd^ten. S)ie toilbe $flanje im ^imala^a ^at 
grüd^te fo l^art toie eine ^idtor^^Sßug. 2Kanc^e SBäume blül^en 
gmoeiten rein m&nnlid(^* 



117 

82* Lactuca. 
aJariatton* 
L. sativa. Ätan^btSttcrigcr Sättig {ft famenbcftSn* 
% (Verlot, prod. d. vari^t. 1865. p. 96.) 
83. Lactuca sativa L. sem. nigris. 
©cmcincT Sättig, cmiäl^rtg; auf ungebüngtem SBobcn, twtij^ct 
»citcrl^m niematt umgcarBeitct tturbc. 

Vb 1864; in biefem Qa^xt tt>urben loenige @amen an^ge« 
Bifbet, »eld&e bcr ©cIBftan^faat üBerlaffcn tourbcn. 1865 crfd^ic» 
nctt aber feine ©ämlinge; ba^er neue Äu^faat im ^uni. Sntc* 
tiftcirt 

1866 erft^ienen im 9Rai 4 Aeim))f[an}en, loeld^e }um 3:^eit 
fmctiflcitten, S5on btefen gtfid^ten »oren (gnbe ©ei)tembcT« be* 
reitd n)ieber ca. 25 @ämtinge aufgegangen« 

1867. SKe^rere ^flanjen öorl^anben, im SRai aW SBurjel« 
Mattrofetten beginnenb; frnctiflcirten ja^Ireid^. Un^jerSnbcrt 
3fm ^erbfte ringsum ^nnberte bon fleim<>panjen; toä^renb bie 
ü»tttter^)Panje abftarb« 

1868. Qm ÜRai erfd^iencn burd^ ©elbftau^faat bom borigen 
^erbfte 2 ^flanjen, »cld^e boBIommen üfpi^äf toaren unb xeicj^ 
(id^ fmctificirten/ gteici^jeitig mit bem cuftiDirten Sattici^ ber ©är« 
ten; nur bie f^ruci^tfarbe toax je^t tt>eig, atla^artig bcn 9n« 
feigen» 

84. Lactuca scariola L. 
«tt« botanifd^en ©arten bcjogen- Stt>cii%tfl» 

Ab 1864 auf fel^r gutem SJoben cultibirt; bilbct nut ©ur* 
gelblattrofetten* 1865 : bie oberen ©tengelbtStter ftnb ettüa« 
fenfred^t gebrel^t; im Uebrigen pel^t bic^ftanje ber bei un« toilb 
borfommenben nid^t fel^r S^ntid^ , ttenigften« Bejügtid^ ber Statt* 
grSße, tteld^c ^iü bebentenber ift, unb ber 8)lattform, »etd^e toenig 
gelapjJt ift gtuctiflcirte erft in biefem ^^l^re. 

1866. (Srfd&ien rcid^lid^, btül^te unb fructificirte fe^rja^t 
reid^; tüal^rfd^einlid^ t)on fold^en ©amen, »etd^e fc^on im 3Sor* 
\oXfxe geleimt »aren unb ben fe^r mitben SBinter überlebt ^atttn. 
§abitu« ti>ie borl^er, ©tätter nld^t gebrel^t. 



118 



1867. an«faatlm«priL Sricb feine »lüt^enftengeL S3Wtter 
tt>te oben. 

1868. »lü^tc «nfang« Qmu ^aitixti^c ©tfimme (35). 
We ©tättcr ber ©tenflet faft ober ganj l^orijontat, boci^ tief fle* 
berfpaltig; nur einige ber oberen SBIättcr jeigten fid^ ftarl (faft 
fcnfred^t) gebre^t. 

9?nr an einem ©tantme toaren bie SBlätter — mit «n«*: 
nol^me ber oberften — itngelapj)t. Onfloreöcenj übereinftlmmenb 
mitben übrigen, ausgebreitet, )>^ramibar. Diefe^flanie ift 
ibentifd^ mit L. virosa, and^ bie grüd^te finb genau gerabe 
fo oben mit braunen 838rftd(^en berfel^en. Die garbe ber grßd^te 
finbe id^ nid^t berfd^ieben; nad^ Äod^ finb biefelben fd^toarj bei 
virosa, grisea ftiBco-nebulosa bei Scariola. Qläf fel^e unter ben 
frifd^en, reifen grüc^ten unferer Scar. fotole ber virosa Ueber? 
gfinge bott ©c^toarjbraun in ©raulid^, (entere« faft fo l^eß, ate 
bei ber »üben Scariola. jRip^)en5— 7, atfo oft me^r aö Äo(^ 
angibt, unb gtoar bei beiben. 5Die grüd^te ber toilbtoad^fenben 
Scariola, njeld^e bei ©ießen Ijäuflg in äc^t t^>)ifd^er gorm bor* 
fommt, finb ^eßcr gefärbt itnb l^alb fo gro§, aW bie unferer 
^anjc. (Die grud^tfarbc ift befanntlic^ and(f bei sativa fel^r 
berfd^icben : gelb, fd^toarg, toeig. ©.borl^er unter sativa.) (S(ud(f 
ftod^ ertoä^nt — Syn. ed. 2. p. 495—- eine ^varietas^ foliis 
integris bei Scariola; im ©arten toerbe bie ^flanje aud^ ouf 
mageren SJoben mannS^od^; fo bie unfrige.)' 

Qn bemfelben ^aljre beobad^tete id^ an einem alten SJeete 
ber fid^tcn L. virosa im botan. ©arten einige (gjemplare, toetc^e 
. cinjelne fieberf<>altige S3(ätter l^atten. (®iefe Plattform ift 
offenbar in ber ©attung fel^r berbreitet; ber ©d^nittfalat ober 
Iraufe grfil^Iattig (öon L. sativa) jeigt biefe gorm au^gejeid^net 
fc^^ön an ben blil^enben ©tengeln; Stätter fc^^ief, nic^^t toagred^t. 
(gbenfo fommen, toieand^ ffod^ angibt, bei sativa mitunter oer* 
ticale 33lätter bor. 

Demnad^ ift entweber obige Scariola feine äd^te getoefen; 
.bafttr fpric^t bieöeid&t bie l^errfd^enbe Sölattform ober eigentlich 



119 

wcl^r bcrcn ©rigc «nb »K^timfl^ — bagcgcn aber Wc Uctcrciif 
frimmung mit ber ©artcnform; Mldft iät au^ Sd^t toilbcr Sca- 
riola crl^otten l^abe'*). 

Ober : Scariola unb virosa jlnb biefette ©pectcö* Qäf 
l^olte lefetcÄnfld^t für rid^tig; andf ba« f|>ontane SBorfommen ber 
yirosa; g^nj frorobifc^, iiimttten be« großen Oefammtgebiete« 
ber Scariola frrid^t bafür» Od^ ^abe bie virosa »ilb gefunben 
tt. a. in ber aWittctr^eingegenb bei ®a\fn auf gelfen, ebenfo bei 
SSinningen; nadf ©d^Udum fommt fie maffenl^aft bei 3ea an 
ber ÜÄofel »or. 

85. Lathyrua odoratus. 
Jhrenjung. 

Sieben mei^reren migtungenen SSerfnd^en erhielte S(arte 
einen gelungenen Don ^renjnng gtoeier Sariet&ten ber Sweet 
Fea. (Report intemat. hortic. congress. London 1866. p. 
144.) 

86. Lavatera. 

jhreuittng. 
%VA L. pseudolbia -|- thuringiaca erjog ©Art* 
ner conftante unb au^gejeid^net frudjftbare 93aftarbe, n)eld^e fic^ 
atfo in biefer öejie^ung »ie äd{|te Arten t>er]^iettem (SSgLSKen* 
bei, aSer^. nat ^ift. »er. gu »rünn. 1865. IV. ©. 40.) 

87, Ligusticum. 
SSariation. ' 
L. Levisticum, ^anad^irte 3Sar. famenbeftdnbig. (@. 
SWorren- Instit. 1865. p. 279.) 



") 3(^ ^aBc nämliö^ bcol6ad^tct, baß @amcn ber ttjilbcn Scariola fofort 
im harten (auf gutem SBoben) eine ^ftaujc mit auffattenb hellgrünen, 
großen unb breiten S3(ättem lieferten, unb ^war \^m im erjlen ©ommer 
ber flu«faat; aB i guß über bem 33obe« tuaren bie ©tätter toertical öcr* 
bogen, bie unteren ^^orijontal. @nbe SCugu^ jianben fogat atte flotter, aud^ 
bie oberen, einfad^ l^orijontal. grüd^te reiften nid^tmel^r; fetbft bie^Iütl^en* 
hiof^en !amen nid^t einmal ^um Deffhen (bi« ^um 23. Slugu|l toaren ber* 
gleii^en mel^rere enttöirfelt). Smmerl^in t^ l^ier eine iReigung jum ©injiäl^» 
rtg'SBerben att9gef4)rod^en. 



120 

88. Linaria. 
ihcttjttttg. 
L. purpureo + vulgaris : in bcr 6, önb 7. Ocnc» 
ratton . fielen einige in bie ©tammfcrm gurüd, anbete öariirten 
in^« Unenbßdjie, feine 2 töarcn gleid^* Älfo Variation dösor- 
donn^e, unb nnr „Onbibibtten^* <>robucirt, leine neue „@)>ecie«"* 
(SKaubin, Compt. rend- 1864. LIX. p. 842.) 
SSariatton. 
L. vulgaris f. Peloria : nad^ SBitbenoti) jiemlic!^ 
famenbeftänbig- (SS er tot, prod* d. varift. 1865. p. 89). Se- 
mina Peloriae solo pingui sata faciem plantae conservant; 
radices ejus solo sterili plantatae degenerant in Linariam 
(Sitlbcnotü, Spec. Plant. V. IIL p. 254). (S^abaiine«, 
Sinn^, SJentenat fanben bie ^elcrien ftcril (A. Decand. 
g^og. bot. 1085). . . 

89. Linum usitatissimum, var. albiflora. 
SSariation» 
(Sntftel^nng unBefanntj foß 1816 entftanben fein (Rev. d. 
deux Mondes. Novb. 1863. p. 117). Unfere ©amen üon !Dre«ben. 

1865. Unter jal^lreic^en ^flanjen ein ®to(f mit blauen 
Slütl^en; biefer »urbe entfernt. 

1866. Mene @aat. «Oe »lütten toeig. 

1867. 5Reue ®aat, ©amen bon 1865! 2tüe SÖIüt^en toeiß. 
gbenfo 1868; 1300 ©tenget. 

Linum usitatisaimum L. flore albo. 
L. americanum, Oi\x^ bem ®re«bener ©arten, ©njä^rtg. 
ab 1865. S« erfd^ienen im Saufe be« ©ommer^ 4 ©tämme 
(auf mehrere ^unbert), tt)etci^e blau blühten; biefe tüurben au«« 
gejogen. SOBenn ber ©ame rein toar, fo toürbe bieg bereifen, 
baß bie ipeigblütl^ige gorm in ber S^l^at burcif) SSariation mit ber 
blaublüt^igen jufammen^ängt. gructificirte reid^Iic^, aber 1866 
crfd^ienen feine teim^jftanjen, xoti^t a(fo — trofe bem fel^r mit« 
bcn SBinter — ju ©rnnbe gegc^ngen tüaren. Urfad^e unbefannt; 
SSoget? — 5Dal^er neue©aat. Unter mel^reren l^unbert SBIüt^en 
bon biefer jeigte ftd^ feine einjige btaue. gructificirte : reiö^ltd^ ; 



121 

Äurbc oBcmiatö bcr®cttftau«faat überteffcn. 1867 : abemtatt niäft 
gcfelmt ^ietnad^ toibcrfte^t bicfer ©ante in bcrWcget müft bcr 
SBiittcrtennJeratitr. 9?a(i&faat im ^fttui, SSÜlt^cn aßc »ci^. 
1868 : ton bcn im testen ^erbfte fpontan au^gcfattcwn ©amen 
tottrbe nur ©nc ^ffanjc i)robttcirt (SnbcSfuli); biefc ttjaxtocit^ 

90. Lobelia. 
Sgl. unter Lychnis. 

91. Lychnis. 
ihcttjunfl. 

Lychnis diurna nnb vespertina ftnb ijon S5iclen aU 
Mc6c Varietäten angefcl^en toorben. Hub in ber %^at flnb i^re 
birecten ftrenjnngd))robncte barin benen t>on Varietäten analog, 
baß Pe leine gleid^en, fonbern öcrfc^iebene Sippen liefern, nament* 
liäf bejüglid^ ber fjarbe ber Z\)ptn. 5Da pe aber, mit Cucuba- 
lus viscosuB gefrengt, jebe ganj üerfd^iebene SJaftarbe liefern 
— toa« bei bloßen Varietäten niematt ber gall ift — , fo finb bie* 
felben att ät^te ®j)ecie^ gu betrad^ten* ÜDaffelbe gilt t)on Lo- 
belia cardinalifl; fiilgens nnb splendens mit ber syphilitica, 
dagegen geben Nicotiana nistica; humilis; asiatica nnb pu- 
mila mit paniculata; — N. magnifoHa; macrophylla nnb 
petiolata mit quadrivalvis bie gleidf^en Saftarbe, finb bcmnad^ 
nnr Varietäten, n>ad dnäf tioä) babnr^ eine Veftätigung erl^ält, 
ba§ biefe angeblickten Arten ftd^ unter einanber fe^r (eid^t nnb 
tjoüftänbig befru(!(>ten, üiele ©jjietarten tiefern, nnb baß bie Ab* 
lömmtinge ober biefe ®|)ielarten öoüfommen frut^tbar ftnb. 
(©ärtner, Vaft. erg. 1849. 581.) 

®. ergog au^ Lychnis diurna fem. mit Cucubalus vis- 
coßus mas einen Vaftarb, »a« er att ben einzigen bigenerifci^cn 
bejeit^net, ber ffiölreuter gelungen fei. Sr felbftl^at noc](f me:^« 
rere anbere mit ßrfolg an^gefül^rt, j. 33. Lychnis vespertina 
fem. mit Agrostemma coronaria, Lychnis djuma fem. mit 
Silene noctiflora (p. 130). 

®er iJaftarb L. Haageana f dalägt jurüd (t>gt. SReget, 
©artenflora 1858, @. 26; 1860, ©. 60). ^ 



122 

SBariation* 
©ärtncr beobachtete an einem (&;cmplax t>on L. cKurna 
cmcn äft mit »eitcn, bie übrigen mit rotten SBllttl^en (»ap. 
erj- 305). 

92, Lycoperaioum, 

Äreujung* 

Lyc. esc. mit Solan, edule, »gL 33ot. 3*8- 1867, 379 : ein 
gaü; toeld^ct c« toa^rfd^einlic^ mad^t, bag ^ier eincSBirfung ber 
ftrcujung unmittelbar auf ba« befruchtete Döarium (alfo bie 
gru(3^t) Statt fanb, »ä^renb feine Smbr^onen gebitbet »orben 
XU fein f(3^ienen. 

SSariation. 
S)ie grud^tüarietäten öon Tomates, Aubergines^«) 
unb Piments finb famenbeftänbig, felbft toenn bie ^flanjen. in 
SSarietäten neben einanber cuftiüirt »erben (33. SSertot, prod. 
fix. d. vari^t^s. Paris 1865. p. 72). 

eine SBarietät mit 7—11 im SBirtet fte^enben Cart)ePen be* 
fc^reibt ^a^quatc (a3ot. 3tg. 1867. @. 159). 

93, Matthiola, 
Äreujnng. 

M. maderensis -f- incana liefert feimfäl^igen ©amen. !Die 
fo entfte^enben 3^if^^"f^^^^" fl«b auf feine anbere SBeife ju 
erjieleu; ate eben bnrci^ 93efruc^tung. (Siegel^ frud^tbare 35a« 
ftarbe au« benfetben, t)gl. ©artenflöra 1856. ®. 94.) 

ßlarfe beobachtete in gotge i)on toujung Krfd^iebenfarbige 
©amen in berfelben grud^t tjon Mat. (Keport intemat. hor- 
tic. congress. London 1866. p. 144.) SJartöin (SSor. I. 
513) ^ebt bieg afö birecten gffect ber §^bribation :^eri)or, ber 
alfo toeiter ginge, aW auf ben ju bilbenben Smbr^o. Sinen ä^n* 
lid^en Sciß bej. ber grud^t bei Chamaraerops -f- Phönix mas 
tgl. baf. 514 nad^ Stau bin. 



") Solanum edule {^ittp^ccayt, aÄeIanjana'ft))fcI). 



123 

SSiiTiation. 

M. annua Wirb in Slcufeelanb jtoeiiä^ig ober })CtcumrenK 
(3f. ®. C)<>«>I«if/ bgl, «uölanb 1867. ®. 6310 

®ef Mite (Sf em})tarc liefern borjug^ttetfe folti^c (gjciinrfare t)«m 
SBintertet)!o^en, tocld^e nautcntlid^ „im ^erjcn" g^fäfl*^ Slättcr 
^aben (grauenborfer «tätter 1867, ®. 99). - 

SWad^ Änbcren fotten namenHid^ f old^e ©amen gef iltttc ^flan* 
jen bringen, toetd^c mit 3 (ftatt 2) ßot^lebcnen feimen. gerner 
bejügtid^ bcr 'Äu«ti>a^I berartiger ©amen an^ ©d^oten üon Bc-^ 
fonberer gorm ober ©teöung (ebenba 1862. ©. 18). 

®ie SSerfitdJfc über ^^bribotion mit bicfer ^flanje (unb mit 
Dianthus) l^aben gegeigt, bag eine fparfamc SBeftäubung ber 
SHarbc mit frembem ^oöen «nb eine tjerjbgerte Seftänbung ber 
SSlumen ba« einfad^fte unb fic^erfte 9Kittet ift, um ©amen ju 
erzeugen, toetd^e ^flanjen mit gef üflten 93tumen liefern fotten, 
unb biefe ?Irt bon Sujruriation in ben SJtumen ^ertjorjubringen, 
»oburd^ außer bcr eigent^ümlidben SSerSnberung be« Äeimd aud^ 
eine Sßefd^ränf nng ber ®efd{^Ied^t^t^ätig!eit ber au« fotc^en ©amen 
ertoad^fenen ^flanjen Bewirft wirb : be^toegcn finb bie ^^briben 
geneigter gur güöung berS3(umen, ate bie reinen 2lrten. (®ärt* 
ner, 33aft*@rj. 1849. 565. 642.) 

3toei caftrirte ©tßdEe ber reinen Slrt, beren SJefntd^tung 
(mit Rotten einfad^ blü^enber anberer ©tödfe) fUnftüd^ t)erfpätet 
toorben »ar, bradf^ten 68 ©amen, oon benen 20 aufgingen; unter 
biefen brad^ten 19 gefaßte ^flanjen (©♦ 566). 9?ad^ ben üer*« 
fd^iebenften 33eobad^tern bringen t>orjng«ioeife bie an ben ©eiten* 
jtt)eigen befinblic^en, ober über]^auj)t Keinen unb mageren ©amen 
geftitttc ©tßdEe; bod^ toirb öon ßinigen auc^ baö @egent^ei( be* 
l^auptet aud^ ba« Sitter ber ©amen ^at ßinflug (567). S)ie 
güttung ber 23lumen trägt fid^ bur(^ ba^ polten auf bie ©amen 
ber ^flanjen mit einfad^en 23lumen über (568). — ^ifate er* 
gleite 80 j}St. gefüttte ffllumen, inbem er nur »enige fecnnbare 
3ti)eige ©amen tragen ließ^ unb gttjar tt)erben nic^t afle ©amen 
ocrtoenbet, oielmel^r bie oberften in ber ©d^ote befeitigt, toeil fic 
meift einfädle S3lumen liefern (bgl.bei ®artt>iii, aSar.II.458). 



124 

®ic gariijarictätcn flnb nlc^t famenBcfttoblg (Jci glabra, 
annua, incana). (2)af» 576.) 

®Srtner BecBad&tcte an einem (gjcnH)Iar cinjelne Äcfte mit 
»eißer, anbete mit rotl^er Silüt^c (305)* 

94. Mercurialis. 
SBariation. 

M. annua, grüftfrei in einem SCo}>fe fiBertointert, öBerlebte 
biefe ^flanje in ®iegen in mel^reren @;em))Iaren ben gioeiten 
©ommer. 

9Kar(^anb beoBad^tetc juerft 1719 eine SSarietät mit ge* 
Ia^))ten SJIättem, bie tiod^ ^ente wx berfetben @tet(e e^iftirt, übri« 
gen« burd^ UeberßSnge mit ber ^auptform ijerbunben. (M^m. 
de Tacad. d. sciences i Paris. 1719. p. 57. tab. 7; n. Go- 
dron, espöces et races 1848. p. 35.) 

95. Mirahilis. 

Äreujunß. 

M. longiflora violacea ift ein öaftarb jtoifd^en lon- 
giflora unb Jalapa (tgL 9tege( in Bonpldia 1855 unb ®ar^ 
tenfrora 1856. @. 94). 

M. Jalapa (fem.) ift leidet jtt befrud&ten mit longi- 
flora (mas), bie Slaci^Iommen pnb frnd^tbar. 2)er «mgef eierte 
aScrfuc^ gelang nid^t in 200 gäüen! (tbtreuter, "o^l ©ar- 
»in, Orig. of species 1859. p. 258.) äRel^r bei ©ärtner« 
iSariation. 

©Srtner beobad^tete an einem e5emj)Iar einjetneÄefte mit 
toeißen, anbete mit rotten »lütten (Saft erg* 305). 
96. Morus ntffra, monöcifd^. 
Variation. 

3f. üRö Hinget in ÜWondl^eim befifet einen fd^toarjen SWaut 
beerbaum t)on über 2 guß ©tammburc^meffcr, ber immer reid^tid^ 
frnctificirtc, bi« t>or einigen Qai)xer\ einer ber §auptäfte an^ unbe:» 
tannten Urfad^cn faft nur männliche iBlüt^en brad^te mtb fo«^ 
mit unfrudi^tbar »urbe. hierauf tourbc nm bie ®afl« biefc« 
?ffte« ein eiferner SRcif befeftigt SWad^bem biefer bei bem weite* 
ren SSad^dt^um be« Slfte« aQmä^Iid^ in bie 9iinbe einjufd^neiben 



125 

Begann, toobci ^x(fy 6btx^(äb eine fiti^tbare atinbentöulft Bilbcte (bod^ 
ol^ne bag bi« je^t ba« ^olg felbft öon bem {Ringe erreid^t toorben 
tt>5re), fo fteßte \i6) pViiiüäf töieber an einigen §an|)tjtt)eigen biefe« 
afte« eine übertoiegenbe ^aijl löciMii^er Stiltl^en ein, nnb ber* 
fette ti>av im 3^a^re 1868 »ieber fel^r frnd^tbar* 

97, MyoaoUa sylvatica v. albiflora. 

«ngeMii^ jtociiä^rig. — 1866 ^flanjnng, Die aRntter* 
pflanjen ftarben ab; tm^erbfte ja]^Irei(i&eftelOT|)Panjen.— 1867: 
aüe Stützen weiß, einige ^nnbert ^panjen. 1868 »aren 10 
^Panjen mit gal^Ireici^cn ffliüt^entrauben t)ov]^anben; aöe toeiß» 
©Smmtlid^e $panjen »aren, foweit pd^ ermitteln lie§, frifd^e 
@ament>panjen, tocnad^ ff cd^'^ Angabe : inhorto semper bien- 
nis (Syn. 581) ber SKobipcation bebarf* 

I)ie ßntpel^nng bnrd^ Variation ber btonen JJorm ip nid^t 
birect becbad^tet ®ie fommt bei Sitf(i^ nnter ber btanen toitb 
l>or* ftod^ (a. a» D.) fagt : e semlne constanter redit. 

98. Nasturtium. 

N. astylon Rchb. (Fl. excurs. no. 4369) ip au« Ca- 
mellna austriaca Pers. nnb Nasturtium sylvestre R. Bn im 
greien nnb o^ne S^an^ entpanben. (©pring, ©altg. S(rt, 
1838. ©. 114) 

99. Nemophila. 

SBariation. 

N. insignis bringt „fap immer" einzelne ^nbi^ibnen, bie 
ganj »eiß ijber ganj Man pnb. (Verlot, prod. d. variet. 
1865. p. 66.) dUä) aSilmorin ip bie pana<i)ixU SJar. [amen* 
bepänbig. (Arch. Geneve. 1852. XX. 335.) 

Qif cttttiöirte bie 5ßpanje feit 1867 mit ©elbftanefaat auf 
unbebautem Soben. ©ie blühte in biefem Qa^xe blau ; 1868 er* 
ft^ienen nur 2 ^panjen, cbenfatt« blau. 

100. Nicotiana. 
Äreujung. 

33ei Nie. persica + Langsdorffii bebarf eö öiet 

leidet 10 ©enerationen, bi« fie ganj in bie ©tammart ytrüdf« 



126 

leieren- (Naudin, Ann. sc. nat. 1863. XIX, p. 197.) - 
8S9L ferner sub Lychnis. 

lOi. Nigella. 
Äreujung. 
jfeine ^rettjmtg gelungen jn^ifd^en N. damascena unb 
sativa (n. ®artner). 

i02. Nigella damascena L., f. typica. 
Siniä^rig. (Sultii>irt ab 1866. ^m «uguft erfc^l^ien ein 
©tod mit gefaßten 33tüt^n, ä^ntid^ ber fptgenben monstrosa, 
aber nid^t Um, fonbern toeigßci^. !Dicfcr tourbe befeitlgt. 

1866. SRcl^rere ^flanjen crfd^ienen; alle Stütl^en toaren 
rein \Xf^x\ii. £eine @äm(tnge im ©))ätfotnmer! (93g(. bie onbere, 
bej. monstrosa.) 

1867. 3m ©anjen erfti^ienen ettoa llOOSIüt^cn, fSmmt* 
lid^ t^jjifd^; nur eine l^atte 6 Petala ftatt 5. 3)ie Spätlinge 
auffaßenb fleiner, fonft t^|)ifd^. Offenbar Äümmerlinge, »ie fie 
analog bei ber fotgenben SarietSt i^orfommen. 

1868. 3a^Irei(3^e Äeimj)flanjen l^aben übertointert, baju neue 
aufgegangen. ®ie Slütl^en finb toeigtic^, tt)ei6gelb(id^; toeipiäu* 
lid^ ober (n)ie bei ber fotgenben) l^immetblau. ?luci^ in biefem 
O^^te tourbe toieber ein geftittteö (Sjem)5lar, im Uebrigen ber 
folgenben SSarietät glei^, beobati^tet (unb befeitigt). Qm ©anjeu 
»aren 421 ^flanjen üor^nbcn. 

8(uf einem anbcrn 93eete ber einfacä^en gorm lourben gleid^* 
faß« ©tämme mit toeigen, gefüßten ©lumen berfelben Art beob* 
achtet, unter ^unberten ber einfad^en gorm mit benfclben fjarb^ 
»erfd^iebenl^citen U)ie öorl^in. gerner .3 ^flanjcn mit gefilflten 
.^eflbtauen SBIumcn, ibentifti^ — bi« auf l^eßere gärbung — mit 
ber folgenben SSarietät, »etd^c l^ierburd^ mit ber @tammart »er* 
bunben toirb. ßnbtid^ trat eine »eitere SSarietät auf ; fim- 
briata : gefußt^ aße inneren Petala »eiglid^, fleberig*franfig, 
bie äußeren btäuUd^weiß; feine f. g. 92ectarien. — !Die| 93ect 
befinbet fid^ feit einigen Q^l^ren neben einem fold^en mit N. 
hispanica, ttetdjfe t^eite mit i^r, grögtent^eiW ettoa^ ft)äter 
blü^t ajaftarbe finb nid^t beobad^tet tt)orben. 



127 

©nc im Ottni 1867 aufgetretene gorm alba plena 
(ol^ne 9?ectarien) »urbe (Snbe 1867 fcjjarot au^gefSet; 1868 et«» 
f^ienen 8$fl[atijen, barunter 3(S^em))Iare mit etnf a^en 93(üt^e», 
bie übrigen gefflQt 

103. Nigeüa damascena L.; f. monstrosa. 

iBon ©d^uKe^rer @(^Ia)))) in dtöbd^en* (Sntfte^ttng^ioeife 
unferer DBiccte nid^t Beofiad^tet. Slber ungtoeifcl^aft cineSBaria** 
tion ber typica, benn fle lann in biefe jurüdfd^Iagen (ögL 1865) 
ttnb au« i^r l^erborge^en« (Sin|%ig* $at mel^r M 5 Sepala^ 
biefe finb :^immetMan ftatt toei^blaU; bie f. g* 9?cctarien (Petala) 
festen. !Dic SSlume crfc^eint bcmnad^ gefüKt* 

ab 1864. aac statten at^^Jifd^; fructificirten reid^lic^. 

1865. ^^^xz\6it ^flanjen erfd^ienen burd^ ©elbftan^faat. 
Unter mehreren l^nnbert monftrS^ blü^enben erfdi^ienen 4 ©tenget 
mit üßöig normalen Slütl^en (alfo SRüdtfd^tag in bie Ornnb* 
form), toeld^c an^geriffen tt>utben. 

1866. ga^treid^ erfd(fienen burd& ©elbftaudfaat Unter 
^nnberten erfd^ien im ganjen ©erlaufe be« ©ommer« leine ein* 
gige tij})if(^e* ^vx Dctober toar ba« ganje SJeet bereit« mit jun* 
gen Äeimi>flanjen (t)on ben bie^iSi^rigen ©amen) bebedft^'^). 

1867. e« tourben 784 »lütten au^gebitbct, fämmttid^ gteid(^ 
.artig monftrö«; himmelblau, 5Die @t)ätnnge Heiner, ftämmer« 
Unge; aber aße ol^nc äu6na^me monftrßö. (SSgt. bagegenPapa- 
ver somn. monstr.) 

1868. aae SBlüt^en gefüOt unb ^immelMau; auf etti>a 
250 ^flanjen lein einjiger SRüdCfd^Iag in bie tVj)ifd^e gorm. 



•') 3^ bewerfe l^er — wa« für unferc fänittitli<ä^cn (SuUuren gilt — 
bag bie toerf<ä^icbenen ©cete für foI(J^e iparatte^SSerfuii^c in bcnt fel^r geräu* 
migen botanifd^en harten mbglii^jl tocit i)on cinanbcr entfernt angelegt 
toaren, um etwaige Äreujung burd^ Snfecten ju berljitnbern ober ttjenigften« 
jtt erf<ä^töeren. — ^eoba^tung mit geringen ^uönal^men tägtid^. 



128 

f 04. Nymphaea alba. 

SJartation. 

gricö beoba(3(>tete in ©d^toebcn carmixtrot:^ Bltt^enbc fijrcra* 
l>tarc (gtora 1859. 139). 

"Sl^if ^crbcrt tt>irb bie SJtütl^c ber fottft »eigen gorm 
in ben l^cigen Suli^JCagen Btag^^rofa (ogL ©äitner, SBafterg. 
819). 

i05« Oenotkera amoena. 

Sinja^rig; Stütze rofa. au^g^fdct im ^erbfte 1864^ 
f&ntmttic^e @amen bon einem unb bemfeKen ®tomme; leimten 
im 9tot)cmber. 

1865. 33iö 3ur aKitte be^ ai>ril »aren aüe biefe ©Smlinge 
bi« auf 2 »erf(]&tounben; ba^er neu befSet mit bem {Refte ber 
obigen ©amen, »ße 93lüt^en rein tijj)ifc3^. 

1866. 3^^^^^^ ^w^t^ ©elbftattöfaat gefommen. ?ltie 
93lüt^en (mehrere ^unbert) t^lJifd^. ^m ©))ät^erbfte leine 
©ömlinge. 

1867. Stnf einem anbern SBeete (ur^rünglid^ auö bemfetben 
©amen) erfd^ienen abermatt nur rot^Mütl^ige. ^wt-S^^^^ 1868 
bagegen tt>nrben mehrere Variationen beobad^tet, toelt^e OiVii) fonft 
fd^on befanntftnb nnb t>on $anbettg5rtnern Derbreitet »erben. 
^ l^abe in bemfelben ^^xt 8 berartige Varietäten bejogen, 
aber teine berfelben jcigte fid^ a»d^ nnr einigermaßen ftjcirt 
Unter i^nen ift eine oculata (Godetia the bride) burd^ 
©d^ön^eit befonber« bemerfen«»ert§ : Petala toeiß; SRagel 
tot^. (SSgL abb. unb »ef^reibnng bei JRegel; ©artenflora 
1864. ©. 193. Saf. 439; 5». ^ält biefe gormen für conftant; 
er l^at feine eingaben über beren Sntfte^ung. 

i06. Oenotkera biennts. 
Variation. 
Vtumen tjon 3 t)erfd^iebenen garben an bemfetben ©todfe, 
nämtid{> gelb, ^^urpurrot^ unb blau, nadjf Slb amö. (VgL bei 
©ärtner; Vaft. erj. 305. 308.) 



129 

107. Paeonia. 

93artatton« 
Slud ben @amen @tner ^flanje fal^ Saute rar iu9 3 )>er« 
fd^iebcnfarbig blü^enbc gormen entfielen (Epist. de sexu plant 
p. 111). — P. Wittmanni fd^tug Bei bcr Sultur in officinalis 
gurücf, (Carriöre, Revue horticole 1857, Juni.) 

i08. Papaver. 

fireujung, 
SJaftarbe t)on P. Rhoeas mit Orientale unb brac- 
teatum [dalagen üBertDiegenb ber j)erennirenben gorm nad^. 
Quetier, nat. bist. Review. 1864. p. 54.) ©ärtner 
^at t)on Papaveraceen feine 33aftarbe erjiel^en fönnen (S3aft. 
grj. 1849. 115); felBft nid^t gtt>ifc^en Rhoeas unb somniferum 
(©• 718). 

Sartation. 
®obron kobad^tete, bag bie SSarietäten feftft bei reiner 
ßuttur bi^toeiten anbere^ neue SSarietäten l^erborbringen, ober in 
bie ©tammform gurUcffd^tagen. §ier faße ber SSerbad^t einer 
ftreujnng toeg^ toeil bie 93efrud^tung fd^on bor bem Äufblül^en 
t>or [xäf gel^e. ®er ©artenutol^n utit Keiner Äajjfet gehöre ju 
P. setigerum DC, i>on SSielen — irrig — blog für eine 
SSarietät t)on somniferum gel^atten. (Ann. sc. nat. 1863. XIX. 
p. 152.) 

©d^on ^omer unterfd^eibet 5IKo:^n mit toeigen unb fd^toar* 
jen ©amen* Seibe finb famenbeflänbig: ebenfo — nad^ A. de 
C and olle 's 93eobad^tungen — aud^ bie l^atbgefütite SSarietät 
(G^ogr. bot. rais. 11. 989). Questions formidables! (Daf. 
991.) 

S, gaibre crtofi^nt eine SBar. be«2Ro^nd mit mono<)etaIer 
SBIüt^e (Var. espfeces 1868. p. 45). ^aäf SB er tot ließ fid^ 
ein fold^er gatt burd^ ©amen fort|)flanjen (cit bei ©armiu; 
üBar* II. 224). 

^ f f m a n n , Uuterfuc^unfl. 9 



130 

109, Papaver auranttacum. 

Die SSar. nudicauUs F. T. im laim^rtaub, Uffuri (©üb^iSibi* 

rien), ©pitbergen; SBeft*®rönIanb. 

P. aurantiacum Lois. in ben ßeiitralalpcn Ift eine gomt 
bc^ alpinum L. (albiflor.) ber nörblid^cn ©d^weijer«' tilgen. 
(Sttäflcli, ©ife. S3cr. 2lfab. 2KUnc^en. 21. «pril 1866. ©.461.) 
Äod^ (Syn. 1843, p. 31) fü^rt P. aurantiacum Lois. attSSar. 
flaviflora unter P. alp. L. auf; ate ©^nonijm P. alpinum 
Hoppe ttub P. pyrenaicum a luteum DC. ©anelben eine 
SSar. a Ib if 1 ra (P. ßurseri Crantz unb alpinum Jaeq. DC). 
Sr fügt bei flaviflora golgenbeö l^inju : E semine eduxi spe- 
eimina : floribus albis et flavis, et aliud puleherrimum flor. 
albis margine lato roseo cinctis; sed coUatis bis vivis et 
multis aliis siccatis; mihi hueusque non eontigit, ut limites 
inter P. alpinum, Burseri et pyrenaicum reperirem. — 
{Regel legte bei ber iRaturforf(]&er*aSerfammIung in ^eter^burg 
im 5fanuar 1868 burd^ (Suttur entftanbene Uebergangöformen 
t)on Pap. alpinum unb nudicaule ijor. (©artenflora 1868. 
©. 222.) 3n Ärain fommen beibe garben bor. 

^<i) cultiüire bie gelbblütl^tge gorm feit ettöa 1862; fte 
erhält ftc^ (aKerbing« fpärlid^) burdj^ ©elbftaußfaat, unb l^at bt« 
ßnbe 1868 ftet« nur citrongelbe Slüt^en ^erborgebrad^t. ^e» 
rennireub. 

HO, Papaver Rhoeas L. 
SSariatton. 

P. Rhoeas. SDiefetbe ^flange in ben ^fa^auten. (§ e e r , 
aSer^. nat. ®ef. gürid^ 1864. ©. 74.) 

835 ig an b (mönblid^e aWitt^eilung) l^at eine SSarietät mit in- 
tenfib carminfarbigen Stützen im gelbe bei ÜRarburg beob^ 
atztet. 

Papaver Rhoeas L. 

Sin jährig, fd^ariad^rot^btüt^ig. «ße ©amen bon berfelben 
(wilben) ^flanje; '&\\f>\^(xi im Dctober 1864. 

1865. 3[m ^vi\\ waren nur 2 ©tödc borl^anben. 3»^f' 
xt\6)t SBIüt^en, fämmtUd^ t^l)ifd^. gructificirte reid^tic^. 



181 

1866. 3ci^Iyet(^e ^ilanitn hnxöf ©eftftauÄfaat- aCcSMö* 
Ü)m t^j)if(^ ! 3m ©l^at^erbfte feine ©ämliugc* 

1867. aßc ffllüt^eit rot^ unb tttpx^df. ebenfo 1868 (meh- 
rere §unbert). 

m, Papaver somniferum monstrosum. 
SSariation (mit fecuttbärcn 9:<iip\tl6fen um bic $am>t* 
Ia»>fel.) 
P. somniferum v. monstrosum x\i fametiBeftänbig. 
(Verlot, prod. d. vari^t. 1865. p. 88.) 

Qä) cultiDire bic ^flanje mit tiberja^Iigen Sarjjetteit feit 
1863. g« famen neben ber monftröfen gorm immer mäf me^* 
rere t^pifd^e; im Qa^xt 1867 erfti^ienen nur einjelne monftrJfe^ 
bagegen ja^Ireid^e t^^jifrt^e. Stuc^ 1868^ti>aren bie monftröfen 
fel^r bebeutenb in ber ÜKinbcrjal^I, obgIei(j^ rein auögefäet. (3)?on* 
ftrö« 8, t^^Jifd^ 176.) iöemerfen«»ert^ ift, bag aKe Äümmerlinge 
t^^jifc^^ flnb^ bie ÜJionftroptät a(fo eine 8nf uriation in jebcm ®inne 
ift. ®a| ferner an ginem Stamme eine fe^r monftröfe gruc^t 
tjorfam, an einem anbern Slfte beffelben Stamme« eine große rein 

3la6) einer 8lngabe bei A. de Caudolle (Bibl. univers. 
Novb. 1862. p. 58) braci^tc t)on 154 ©ämlingen biefer gorm 
nur Siner ben getoS^ntid^en Z\)pvi^. 

®artt)in ertoäl^nt einen analogen gaH bei Saxifraga 
Geum, ber \i6f hnxäf ©amen fortj)fIanjen lieg. (SSariiren IL 
225.) 

Var, monstr. capsulifera : ^ofmeiftcr fa§ inxä) ^nä)U 
toal^I bie monftröfe gorm in 5 Q<ii)xen i>on 6 pSt. atter (Jnbi* 
üibuen auf 97 p(St. toac^fen (^anbb. b. l)l&^fiot. SBot. 1. 1. 565). 

112. Papüionaceen. 
Äreugung. 
®obron. ©ie gel^ören ju ben ^flanjen, bei tt)e(d^en bie 
SBefrud^tung fd^on in ber ^ofj)e »or fid^ gel^t 93ringt man Dor 
beren Deffnung frembe« Rotten l^injU; fo bewirft bieg feine 
©efrudj^tung. ©benfo bei Umbelliferen, Crueif eren, Papavera- 
ceen. Dodj^ gelingt nad^ SB i e g m a n n (©aftarbcrjeugung. SSraun- 

9» 



132 

fd^tpcig 1828) Ärcujuitg gtDifd^cn Vicia sativa unb Pisum sati- 
vum, Vicia sativa uttb Ervum Lens. (Ann. sc. nat. 1863. 
XIX. p. 165.) Herbert unb Oärtnct (»aft. @rj. 1849. 
87) Bcj»eifc(n e^, unb l^atten bicfc angeblid^en 23aftarbe für blo§c 
SSarietStcn. Ucbcrl^ouj^t l^at ®. üon Leguminosen feine toirf* 
li^en @<3ecte6«=Saftarbe ermatten lönnen (®. 115). SBei ben 
Leg., Crueif., Onagr., Campanulaceen pnb bie Slntl^eren toor 
bem Deffneu ber Sluntcn reif, unb bie natürlid^c ©cfrud^tung 
gefd^iel^t nidj^t nur cintge ©tunben, fonbern fetbft 1—2 läge 
^ot bem Deffnen ber ßorottc (655). 
S5gL Phaseoluö, Pisum, Lathyrus. 

113. Pelargonium. 

SSariatiou. 

P. zonale, ^anac^irte SSarietät famcnbeftänbig. (SSgt. g. 
aWorren, Instit. 1865. p. 279.) 

33a(ancement jtoifc^en ber ^ntenfttSt ber SBtütl^enfarbc unb 
ber 8u«bilbung einer ^mt auf bem 93latte; ixo\\6)tn güßung 
berSmt^e unb3onc berSJIätter. ©leid^jeitige»«) gntfte^ung 
neuer ©arten^aSarietäten in t}erf(]&iebeneu Sänbern, atö golge 
fortgefefeter ßuttur, unter (Sinflug be« „climat des jardins*'. 
Toutes ees vari^tds ötaient et sont dans Fair, elles se mon- 
trent parceque leur jour est venu. ®(eici{^gü(tig ob fie burd^ 
Äußfaat ober Slu^itoeigung entftel^eu, Torigine de ces vari^t^s 
fest uüe Sorte de disjonetion accompagn^e d'dvolution propre. 
ÜDaffelbe gilt i>on Escholtzia californica, Portulaca grandiflora, 
Primula praenitens, Gloxinia speciosa (p. 156), Dahlia unb 
jtoar fotoo^t bejttglici^ ber garb^SSarietäten, att bet güttung» 



•®) 3)cr SCutor (aJ?.) fiä^ctut bie Sntjlc^UTtg bicfcr SSonatiutt boiä^ »ol^I 
für neuer au galten, ald jte xoxxUvi^ ijl. @<^on 1832 beoba^tete @d^ran( 
an einem einjcfncn %\it be« P. z., bag bie Blätter loeißc @infaffung unb 
bie 59Iüt]^en %^txti 9lot^ Ratten, bie Jld^ neben ben nonnatcn blättern 
Unb «rmi^en mehrere Sa^re erl^teften. (glora 1832. II. saeibtatt 9eo. i. 
®. la.) 



X83 

Aucuba japonica, teoii ber matt 80 Qaffxt tang nur tmUxtfye, 
fteritc ^panjcH ffatU, brad^te feit 1863,'' mä) (Sinfü^runfl ber 
mftnnlid^en ^flanje in (Sttro))d, ©amen, aM beneu an 3 t^erfd^ie« 
benen Orten, ftatt ber eingefc^^Ied^tigen, 3u)itterMüt]^n«»^f(anjen 
entftanben* ©♦ 155 : Sttid^t, toie man oft annimmt, bie ^\jibxu 
bation, fonbem baö flltma mad^t — ober rid^tiger : lägt ent- 
fiele n -— bie »arietäten (bej. Äartoffel). (6. 9» o r r e n , Arch. 
ßibl. Genöve. 1867. Jni. p. 144.) Qn einer ©ärtnerei in 
miotn ftnb 1866 au« 17 tünfttid^ befrud^teten ©amen 16 ßefüflt 
blfi^enbe Pelargonien gejüd^tet toorben. (grauenborfer ^Blätter, 
1867. ®. 348.) 

9laä) $ eaton l^fingt bie 93ererbung ber u>eigen unb golbe» 
neu S^mn jnm großen ZffeÜt )>on ber iRatur bed $oben« ai 
(®artt>in, SBar.L 466). SJariation einjelner ^miie. b«f.483. 
©atter fprid^t »on 4 fo entftanbenen Varietäten, toeld^eje^t at« 
fifirt betrad^tet »erben fSnnen, „trofebem fie getegentlidff ötüt^en 
öon ber urfprünglid^en gorm <>robttciren". 

114, Persica. 

Äreujung. 

SBei Oärtner (SSaft. 83efr. ©. 264) toirb ein Söaftarb 
Persico-communis nad^ Änig^t ertoäl^nt Sigcne Seobac^tun«^ 
gen ^at ©ärtner nid^t (684). 

S3ariation. 
Noblesse Peach in ber näd^ften ©cneratton conftant. White 
Nectarine (Persica laevis) begcnerirte juerft, feierte in ber 2. 
©cneration jur ©tammform jurüdt, »enigften« jum %^t\\] an- 
bere J)robucirten Peach. Pavie de Pompone begenerirte. Pit- 
maston Orange blieb conftant (1 ©eneration), mit Slu^nal^me 
©ine« ©ämüng«; beffen ©ämlinge feierten jum Beineren SC^eit 
in bie ©tammform jurüdf- Äuö toeigfleifd^igen ^firftdl^en tourben 
audl^ orangefletfd^ige gejUd^tet, bie bann loeiterl^in k)ielfad(f fd^ioant- 
ten. Fairchild's early Nectarine : 1. ©eneration conftant, 2. 
fel^r variabel, tourben tl^eiW Peaches, tl^eite Nectarines (b* ^. 
lal^tfrüd^tig, Brugnons franj.)* 



134 

SBtt l^aBctt ^kx fotttcv frft Qal^r^nitberten cutttetrtc ©orten, 
itnb botSf mäft fifirt. ?DaBci ift attetbtng^ ju bcad^tcn, bag — 
»egen iRi<J(^t»3l^ftntng — ftct« neue ftrcujutigett burc^ ba« Rotten 
bcnad^Barter 93äumc ©tatt finbcn^ 

Stanwick Nectarine ift cottftant butd^ bic 2. itnb 3. ®c« 
ttcratioit. (T. Rivers, Lond. internat. hortic. congress. 
1866. p. 150 etc) 

©amen t^on l^atbgefüffter 93Iume liefert immer l^attgefüfltc 
@^em))tare. (A. de Candolle, g^ogr. bot. rais. IL 1082.) 

©afran))firfid^ ift famenbeftfinbig {Qat SRßlUnger in 
5Dfon«^eim, münblic^). 

Passfegres des Cevennes, Tullins du Dau- 
phinö finb famenbeftänbig unb fe^r gut jit effen. (Sageret, 
cf. Quatrefages in Rev. d. deux mond. Jan. 1861. p. 
420.) 

9?ad^ ®raf Selieur ein rotier nnb ein toei^er ?firfid^ in 
5Reti)^orf famenbeftänbig. (Godron, esp. rac. 85. 5Rad^ ®, 
awäf ber P^che de vigne, ber fid^ Bei Slu^faat i)on fernen ber 
9Ke^rga:&I nnferer 6uttur*©orten anßbilbe — burd^ SRudfd^Iag.) 

S)er $fir[i(^ ^at tüieber^olt bnrd^ ©<)roffung (Snofpen* 
aSariation) 9?ectarinen ober glatte 5Pfirfic^e erjeugt, bagegen nur 
jtoeimat eine anbere SBavietät t)on "^firfid^, nämlic^ bie frü^e unb 
fpäte „®ro6e 9Wignone"*$firfid^forte. (®artoin, b. SSariiren. 
1868. ©. 529.) SKectarinen ttjerben gelegen t(id^ fotool^t tjon fot^ 
d^en ^firftdbbömnen l^eröorgebvad^t, n>eld^c au« ©amen, atö au« 
Änofpen erjogen finb (baf. 478). 

Änigl^t mac^t e« burd^ SSerfud^e fel^r toa^rfd^einlld^, ba§ 
ber ^firfic^ eine Sutturoarietät ber SKanbet ift. (®artt). a. a. 
D. 424. eben bort eine ©erie ber ineinanber üBergel^enben ©tein* 
formen in »bbitbungen.) 

9?ad^ 8u tjet ^at eine f. g. ^flrfid^manbet, auf ^firftd^baum 
gej)fro|)ft, einmal SDknbetn, bann nur ^firpdj^e j)robncirt (nad^ 
Eev. horticole in ®arbener'« Chromcle 1866. p.800), unb 
ßatri^re flirrt ben gatt einer gefilHten ÜRanbet an, toetd^c 



136 

ntcl^rerc ^fal^rc l^inbittd^ 5Waitbefa j>robucirtc, bann borübcrgcl^enb 
htflcligc, flcifd^ige, j)firrid^a^nU(ä^c grüd^tc. 

2llaäf Oattcfio t>pangcn fld^ bie mctften SSarietätcn bc« 
^flrfid^« unb bcr SRcctarine burci^ ©amen rein fort; ebenfo nad^ 
SRiöer«. «n« ©amen Don SRectarinen »erben inbeg mitunter 
^flrpc^e gegogen, unb umgelel^rt. Sind) fommt ber gall »or, bafi 
ein 5Rectarinen'3Jaum anfangt $atb» unb ^atb^^grüd^te })robucirt; 
unb fj)äter reine ^ßprfld^e. gerner über „^ärtttng unb ©eid^* 
ting*^prfi^e" , b. ^. mit gleifd^, toeld^c« bem ©teine anhaftet, 
ober leidet fic^ bat>on trennt. Ueber d^ineftfc^e ©orten üon glatten 
^flrpd^en mit an ber ©pifee eingebrüdtter grud^t, fo ba^ ber 
©tein l^ier nur mit einer raupen $aut ftatt mit gteifd^ bebedft 
ift; unb eine anbere, mittanger^ fd^arfer©<3i6e; eine americanifc^e 
SSarietSt mit tief gefj)altener grud^t* Qn ber SBlütl^enfarbc toeig 
bi^ carminrotl^^ Slume um baö 5Dot>j)eUe in ber ®x&^t Dariirenb. 
(©arö). a. a. D.) 

115, Petroselinum, 

Variation. 

P. sativum. Ärau «Blätterige ^eterfüic ift famen* 
beftänbig. (Verlot, prod. d. vari^t. 1855. p. 96.) — ^toet* 
iöl^rig- 

3fd^ cu(tit)ire bie ^flanje (mit fpecießerer Mufmerffamlcit) 
feit 1865. 1866 lamen mehrere flad(^blätterige gum SSorfd^ein 
neben ben Iraufen. 5Da bie ^flanje ausging; »urbe 1867 neue 
©aat Dorgenommen; in biefem 3a^re unb in 1868 toar toiebcr 
tl^eitoeifer 9iüdtfd^(ag ju beobad^ten. 

116. Petunia. 
Ärenjung. 
P. nyctaginiflora (toeig) + violacea (|)ttt()ttrn) 
bitten fe^r frud^tbare Saftarbe, für fid^ aber nid^t Dariirenb. 
Daffelbe SRefuttat nad^ einigen ©enerationen tt>ic bei Linaria 
purp. + vulgaris; unb berfetbe SWangel an gijität (Naudin, 
Compt. rend. 1864. LIX. p. 842). ©o fd^eine e« aud^ mit 
93irn unb aj)fel unb mit beu SRofen unb ^ßrimetn ber 
®&rten ergangen gu fein. 



136 

U7. Pinna. 

Äreujung. 

SJaftarb ^mifd^en P. sylvestris itnb nigricans (ügL 
«rofefi^, 33crl. 2Kab. mmMUx. 1864, ®. 557), 

Pinus hybrida Sechst (gorftboL 1810. ©, 618) fd^etnt 
ein SSaftarb oxi^ SRotl^« unb SBeißtannc. 
aSoriation. 

ifiefcrn mit 3 5Rabetn in ben ©d^ctbcn (bgL ©artt)in, 
S3ar. I. 462). 5Kad^ Souboit pnbMughus, Pumilio unb nana 
nur aH>inc SJarietäten unb lomnten nur „jiemltdjf rein" ou« 
©amen. — auf bem ftnicbi« fielet man Pumilio nel&cn syl- 
vestris in SDfenge, unb jtoar o^nc UebergSngc, 

i/8. Pisum. 

fiteugnng. 

Pisum. öjäl^rige aSeobad^tungen bon ®. 3Kenbct (25crl^. 
nat l^iftor. SSer. gu 2}rünn. 1865. IV. ©. 6 unb 33). »aftarbc t>on 
Pisum sativum etc. au« famenkftänbigen tjormcn. ©tJrung 
burdj^ frcmbeö Rotten fönnc nid^t leicJ^t eintreten, ba baö ®(]&iff* 
d^en bie Oenitalien enge einfd^tiegt unb bie ^^Äntl^eren f(!^on in 
ber ilnof^je ^)ta|en" (©. 6), öjoburd^ bie SRarbe nod^ bor bem 
aufblühen mit ^oßen überbedtt toirb. Äünftlidj^e SSefruc^tung ba« 
gegen gelingt ^ier jebcömal; man ßffnet bie noci(^ nid^t t)i5t(ig ent* 
»icfelte Änoft>e, entfernt ba« ©dj^iff(]&en unb jeben ©taubfaben 
mit ber ^incette, vorauf bann bie 9?arbe fogteiti^ befrud^tet toirb. 
Onbe§ fännte ein 5fäfer — Bruchus — bie §^bribation bei 
grbfen au«fü^ren, inbem er in bie Stützen friedet, unb ffierf» 
Rotten an feinen 5Earfen fanb. gemer burdj^ jufäflige Sntblögung 
— burd^ Sltro^Jl^irung be« ©d^iffdj^en« — , fo bag Änt^ere unb 
5Rarben l^ert>orragen. iJerner fommt bi«ti)eilen ba« Rotten nic^t 
jur {Reife unb motten 8lu«bitbung, bie 9?arBe aber tritt burd^ 3Ser* 
{ängerung be« ©riffel« bod^ gute^t berbor. — $^bribe befifeen 
bie Steigung, in ben fofgenben ©enerationen in bie ©tammorten 
jurüdfjufd^tagen. 

aSiclfad^ gelungene Äreujimg öerfd^iebener ©orten bon Srbfen 
ertoäl^nt ßajton (Rep. internat, liortic, congress. London. 



137 

1866. p. 156). 5Der (gffect erftrcdttc jld^ fcflar fofort auf bie 
crftc grud^t unb bic ^axU bcr ©awcnfd^ate (ögl* 5Dar ». SSar. I. 
512). »gt/auc^ ©Srtuer; 35aft. erj. 1849. ©.85. — SWad^ 
Üfnigl^t tocrbcn fie t)on 3»f^cten nicjt gefreujt »nb fötincn ba^» 
l^cr fcl^r rein g^Jö^t^t »erben (Philos. Transact. 1799. p. 196). 
©artDin flnbet bie (grbfen ol^ne Onf^ctcn^ülfc i>ottIommen fruil^t* 
bar, bcd^ bcrmutl^et er fletcgenttic^e Äreujung burdff $)umnteln 
(aSar. b. I^ier. Wh 1868. I. 413). 
SSariation. 

3n ®r6ge (5 ^oK bie 6 gtt§), in »rüt^enja^t, gomi unb 
33efd^affen]^eit bcrgtüd^te, ©amen u. f. tt). bg(. ©obren, esp. 
75. Änigl^t fanb bie farbigen ©amemöarietäten nid^t famen* 
beftänbig (t)gt. ® fi r t n e r , »aft. (Sri. 1849. 676). ® ie «Wt^en 
toarüren toenigften« in garbe nnb ©röße, aber unconftant bei 
bcrfelben SBarietät; bieSölätter nantentlid^ in ber ®r8§e fel^r Be* 
bentenb. (Sinige anffaüenbe SSarietäten bejügtid^ ber ©d^oten unb 
©amen bitbct Dar» in ab (b. SSarüren b. liniere n.^flj. 1868. 
I. 411). SKafter« unb gitd^ fanben getoiffe SSarietäten eine 
beträd^tlid^e ^tit bnxtSf conftant, j. 33. ffnig^t'ö blue dwarf; 
bie große SMel^rjal^I aber ift Don nur furjer ©ancr (Loudon u. 
a.). »gl. ©artoin, b. SSar. 1868. I. 412. — 5Raci{! ÜHafter^ 
ift bie Haut ffiaifererbfe geneigt gum SRüdfd^Iag, befonberd bie 
le^te ober oberfte (Srbfe in ber ©d^ote, loeld^e oft biel Heiner ift 
al« bie übrigen (baf. II. 458). 

119. Pisum sativum, 
Sigene SSerfud^e. 

©ie Derfd^iebenen gormen, beren SRamen fogleid^ folgen, titx^ 
banfe \d) faft alle ber @üte bc« §rn. Dr. Sltef elb, be« grünb* 
lid^en Sennerö biefer Seguminofen. 

1. Piaum sativurn v. meianocarpum Alef. 

2. Pia. aativum v. granulatum Alef. 

3. Pia. aativum v. coronatum Alef. 

4. Pia. aativum v. Jornandi Alef. 

5. Pia. aativum v. marmoratum Alef. 

6. Pia. aativum v. ponderoaum Alef. 



138 

7. Pis. sativum v. praecox Alef. 

8. Pis. sativum v. thebaicum Alef. 

9. Pis. sativum v. fureans Alef. 
10. Pis. sativum v. smyrnense Alef. 

®ic unterfd^cibcn fid^ burd^ bic garBc unb ^^^«ung, einige andf 
t>nx6f bic (Sröge ber ©amen, töä^renb bcr Unterfd^ieb in ber 
Stflt^c gering ift, — nnrSRo. 1 unb 7 gelegnen pd^baburc^ au«, 
baß l^ier baö Vexillum tjorwärt« gerichtet ift ftatt in bic ^if)t 
geWagen. — grfte Slndfaat im grü^ja^r 1862. 

1862. ®ie im ^erbftc biefe« QoX)xt^ geärnbeten ©amen geigten 
ftc^ganjuntjcränbcrttDiebcr'^), »ie fie gefäet toaren (eö toar baBci 
Sorge getragen', bag fämmttid^e ^t^tt mSglid^ft tpcit bon cinan»* 
ber entfernt unb bnrd^ ben ganjen botanifc^en ©arten jerftreut 
toaren). 5Rur (Sine gorm, 5Wo. 1, geigte eine fd^toad^c änbcutung 
einer SBerfinberung, tnbem einige ©amen etoaö l^cüer toaren, att 
bic anbern. 

1863. Oießmat tourbe noä) Pisum elatius M. Bieb. aW 
9?o. 11 in ben ffirei« ber SJerfud^^e mit l^ineingegogen, Dontt)etd^er 
nad^ ?llefclb äße unfere ßnltur*(grbfen ftammen foHcn. (Pol- 
lichia XXII. 118. SSaterlanb : ton fficftfranfreii, Saulafu« 
biö jum §ima(a^a.) ®ie äernbe ergab, bag bic ©amen aber* 
mate in ber ^au^^tfaci^e mit aßen il^ren ßigentpmlic^fciten unb 
33efonber^eitcn tpieber erfc^ieuen. (9?o» 8 toar ausgegangen.) 
®oc^ geigten fic^ bei 9?o. 2 einige l^ederc ©amen, cbcnfo 
bei 7. "änäf 5Wo. 1 toar um einen fd^ttjad^cn 5£on ^eüer gctoorben. 

1864. ®ic ©amen bom tjorigen ^erbfte n^urben an ger*« 
ftreutcn ©tetfen auögefäet, tt>ie bisher, ergebniß ber Slernbe- 
3?o. 3, 4, 5, 6, 10 unb 11 erfci^ienen unberänbert tt>ieber, 5Ko. 
1 n>ar burd^toeg in ber garbe ettoaö geänbcrt, {ebergeIb*grilnUcl^ 
ftatt braunpurj)urn. 5Ro. 2 : ©amen fämmtüd^ fetter, Icber» 
bräuntid^, toä^rcnb bic erften brattn^)urj)um toaren. 5Ro. 7 »iebcr 
etwa« l^effer atö bic Driginatfamen» 3io. 9 ; ©amen größer, 
atj5 in ben borigcn Q(i^xen, aber in ber garbc nid^t berfd()ieben. 

»®) %t6f Gärtner gä^^It uiel&rerc ,,cönflante" SJarictätcn auf. (Saft. 
dxi. 1849. ©. 82.) 



139 

1865. S)ic«mal toitrbcn nur 9lo. 2 unb 7 cttitmirt, ba 
bicfc jucrft eine, tocnn anäf fd^toad^e, änbcutitnfl einer ffierän* 
berung erfennen Keßen. 93ei ber Äembe ergaB [xä), baß 9?o. 2 
nod^ l^eßer geworben »or, tpeißgrüntic^. SKo. 7 : ©amen »let 
l^eöcr, bie ®rnnbfar6e faft erBfengctb ftatt pur^jutbrann, ba^er 
bic früher itnbeutlid^en SÄarniorjeit^nungen nun fe^r beutttd^ 
toaren, gorm unb ®r8ße uni>eränbert. 

@« ergibt [xdf l^ierau«, baß im Saufe toon 4 ©enerationen 
einige ber cultitjirten ©orten toon (grbfen (9?o. 1, 2, 7) fd^wad^e 
aenberungen erfuhren, unb jwar afle in gteid^em ©inne, inbent 
bie urf})rllnglid^e ^urjjurfarbe aßmäl^lid^ auöMeid^te unb Der* 
toren ging. 

SDa jebod^ bie ©rbfenfamen im ganj frifd^en 3«P<^wt^^ ^M^ 
merfbar -fetter fuib, ate nad^ längerem Siegen unb «u^trodfnen^ 
fo »ar bie SSermutl^ung geftattet, baß bie obigen ©amen mit 
ber 3^i^ aßmäpc^ nad^bunfeln unb fo i^r urf^jrünglid^ed Solorit 
n)ieber erlangen fönnten. @« tpurben beöl^alb obige (aufbetoal^rte) 
3 9?ummern ju (Snbe ®ept 1865 gleid^jeitig in allen Qa^rgän* 
gen neben einanber gefteßt unb »erglic^en; aber e« ergab fid^ 
babei, baß bie relativen Unterfd^iebe be« ©untteren jum feueren 
fid^ dnä) jet^t noc^, trofc jum I^eit mel^rjäl^rigem JErodfen^Siegen, 
bi^ bal^in unt*etänbert erl^alten Ratten. 

Qn ber gorm unb g^rbe ber ®lüt]^en tt>ar Don 1862 
auf 1863 ein Unterf(^ieb nid^t toaljrjunel^men. 

1866. ®ie«mat tourben auögefäet : 

9io. 1, ©amen Don 1864. 2Jei ber 3Sergteid(>ung ber ©amen 
im ©eptember 1866 ergab ftd^, baß bie jutefct gefammetten in 
gorm unb ®r6ße unDeränbert toaren, an garbe voieber ettt)a« 
l^eBer, lebergetb grüntid^; jene Don 1864 »aren mittlerweile 
burd^ 9?ad^bunfelung lebergetb:*bräunlid^ getoorben. 

SRefümd (nad^ f^noptifd^er SSergleic^ung aßer groben am 
25. Dctober 1866). 

1862. Original : bnnfeßeberbraun (faft !aftanieubraun in'« 
^url>ttrne). 



140 

1862. «crnbc. (Sbcnfix- 

1863. „ (gBenfo. 

1864. „ §cßer, (ebcrgctB^Bräuntidf^. 
1866. „ ®ani ^fett, Icbergeft^grünlid^. 
1867 fiel ti)ic 1866 au«. 

S3ct einer abermaligen SSergtelii^itna (nxn 21. ®e^)t 1868 mar burd^ 
SRac^bnnfetung nun au^ ber ^al^rgang 1864 ben frül^eren faft 
glei^bunfet geworben; 1867 no(i() lebergeft. ?Ufo attmä^Hd^ burd^ 
guttut cttoa« ^eHer geworben; boci^ mit ber grogen SQSal^rfd^ein* 
Uc^feit, baß burd^ 9?ac^bunfelung ber })rimitit)e Sl^arafter toieber 
erreid^t tperben »irb. 

dlo. 2 : au« ©amen bon 1865, geigte [xä), öerglid^^en mit 
ben beriäl^rigen, bSßig unöeränbert in gorm, ®r8§e unb garbe, 
unb Don ber toorigen nid^t mel^r ju unterfd(feiben. 

JRefüme (nad^ SSergleid^ung aBer groben am 25. Oct. 1866. 

1862. Driginat : bunfelbraun, faft faftanienbraun. 

1862. «ernbe. Sbenfo. 

1863. „ (Sbenfo. 

1864. „ (it\s>a^ l^eßer, teberbraun. 

1865. „ gebergcIB. 

1866. „ Sebergelbgrüntid^; bie ^eßfte. 
1867 fiel ebenfo au«. 

95ei abermaliger SSergteid^ung berfelben ©amen am 21. ®ej)t. 1868 
ergab fid^ immer nod^ ein grabueßer Unterfd^ieb toon bunfel ju 
l^etter, bod^ toar bie 5»ac^bunfelung fortgefdj^ritten. 1861 (Dri* 
ginat) Bi« 1864 waren jefet gleid^mägig bunfeCbraun mitfd^wad^em 
@tid^ in'«^ur^)urne; 1865 nm einen geringen 2;ott l^üer; 1867 
Icbergeibbrauu. SlHe in gorm unb garbe gleite ben borigen 
(5Ko. 1). ©emnad^ attmäl^Bd^ bem Slnfd^einenad^ burd^ bieSuItur 
ettoa« 1^ e U e r geworben. 5Dod^ ift nad^ ?(u«toei« ber 9?otijen über bie 
garben au« ben frül^eren Qatifxm anjune^men u. bemerfen«»ert]^, bag 
wenigften« burd^ tangfame Sßad^bunlelungbie })rimitmn bunlten 
garbentöne nad^ me-^rjäl^rigem Siegen nod^ nad^trägfld^ überaß 
erreid^t werben. (Diefe« Slad^bunfeln betrifft feine«weg« aße 
©orten tjon Srbfen; e« liegen mir 6iä]^rige ©amen t)or, weld^e 



141 

wotSf eBenfo l^cO crBfengelb flnb, »tc im SCernbe^^a^r.) ®ie 
©tatt a^fttnbene acnberuiig brüdt fid^ otfo barin an^, bag in 
bcr crften unb gleiten ®cncr«tton bic ©ortimcntt^garBc fofort 
Bei bcr Slernbe gang ober faft gang unberänbert i^erüortrat; in 
ben folgcnben immer fi)ater unb \p&ttx, ja erft na^ ja^retangem 
Siegen. 

9?o. 7 : au« ©amen Don 1865, geigte fid^ 1866 gteid^faB« in jeber 
S3egiel^ung un&eränbert; bie ©amen finb fteiiv fugelig, ))on grau« 
grüner OrunbfarBe mit Bräunlichen $ünct(i^en unb ©trid^elti^ett. 
{Refüm^. 

1862. Original Braun; mit bunlclBraunen ©tri«^ 

• d^etc^en. 

1862. aernbe. eBenfo; eBenfo. 

1863. „ eBenfo; eBenfo. 

1864. „ ©runbfarBe l^cßer ; eBenfo. 

1865. „ OrunbfarBe nod^ ©trid^etd^en l^eöer. 

l^eUer ; 

1866. „ ©ruubfarBc gang ©triebe toie Dorl^er. 

^tU, grüntid^gelB. 
Sßfo aud^ l^ier aHmä^Iid^eö ^eflertoerben, aBer unter (grl^attung 
ber 3^i^"tt"0 1 (5W^^ gleid^geitiger Setrad^tung aller groben am 
25. Dct. 1866.) 

^tmnaäf Ratten meistere cültitoirte (SrBfenforten fid^ in 
gorm, ®rö^e unb loo^I aud^ in ber garBe für eine lurge 3a:^re«» 
reil^e atö famenBeftänbig l^erau^geftettt; toä^renb bie anberen fid^ 
me^r ober toeniger Deränberten, ja in ctnanber floffen. 

1867. ©orte : 

1) ©amen i)on 1866. SSrad^te 41 ©amen, »etd^e bottfom* 
men reif unb trodten ^eögrünlid^gelB tt>aren (9Ritte DctoBer« 
ttnterfud(ft). Sttfo auffaflenb Blaß geworben, ßinige |)ülfen loaren 
grün, anbere grün mit wenigen loiotctten ^ütS)nmiitn, loiebev 
anberc übertoiegenb Diotett. SlBer bie ©amen biefer t>erfdj^iebenen 
Ralfen geigten feinen Unterfd^ieb. 

2) ©amen bon 1866* SSrad^te 13 ©amen, toetd^e genau 
toie bie sub 1 audfal^en, a(fo gleid^faß« auffaflenb Bteidj^ geworben 



142 

im SScrtottfe bcv ©cncrottonett. — Äße hülfen »arcit (frifd^) 
grün- 83cibc f(i^cincn bemna(i^ nur ßimatifdj^inpucncirtc formen 
jtt fein, rotldft fid^, unter anberenSSerl^ättniffen cu(tü)irt, auf btc 
Dauer nid^t conftant crl^atten. 

120, Populus italica. 
aSariation. 

3urtidfd^Iagen einjctner Äcfte in bie ©tammform {xotiifi, P, 
nigra). SJgL E. Morren, Arch. Bibl. Gen^ve^ Jni. 1867. 
p. 153. 

i2i. Primüla. 
Äreujung. 

Äciue Äreujutig t^oüfommen gelungen itöifdj^en P. offici- 
nalis unb elatior Jacq. (nadj^ ©ärtner). 5Die ffreujung 
ift erfd^toert burd^ baö ungleid(>jeitige SSIü^en; Pr, acaulis im 
9)iärg, elatior Einfang« Stpril, officinalis gegen Snbe be« SiprtI 
(?Jaft. (grj. 1849. 667. 721. 722). 

Pr. variabilis Goup., 33aftarb Don acaulis unb offici- 
nalis. (SBgL Godron in Ann. sc. nat. 1863. XIX. p. 156.) 
©ärtner lonnte in 27 Seftäufcungen ton acaulis mit offic. 
mas nur ^aIbi>oüfommenc Söefrud^tung ersiete«; b. % l^öd^ften« 
fc^ö)äd)li(]&e ©ämlinge i>on furjcr ?ebentoauerj umgefel^rt (mit 
acaulis mas) in 21 33eftSu6ungen toar ba^ SRefultat nod^ ungün- 
ftiger. — Pr. acaulis mit elatior communis mas : 11 SJcftäubun* 
gen, toergeMid^ ober ^albtjoßfommen. Pr. elatior mit acaulis mas : 
25 SSeftäubungeu, o^ne Cmbr^obilbung. (33aft. Srj- 72h 722.) 

JRürffc^fagen einer l^^briben Pr. nad^ ber 2. ©eneration, unb 
jtoar in 2 SSerjtoeigungen : bie eine nad^ ber öäterfid^en Seite, 
bie anberc nad^ ber mütterfid^en (n* 9? au bin, »gl. Ann. sc. 
nat. 1856. Bot. V. p. 90). 

Pr. vulgaris; bie rotl^e mit ber gelben gorm nid^t fort* 
:pflanjung«fäl^ig. «tfo aud^ l^ier ein Sau bon ©teritit&t inner^att 
beffelben 5BrtenIreife«, toie bei Linum u» f. tö. (Scott, Journ. 
Linn. soc. Sept. 1864.) ©efrud^tung ber lang* unb lurjgriffe:= 
tigen gorm, ber Derfd^iebenen garbenöarietSten, »ctd^e jum 3;^eit 
uic^t frud^tbar mit einanber t>ermifd^t loerben föunen, obgletd^ 



143 

bcrfcttcn ®pecki ange^iirig. ©o g. SB. Bringt bic rotl^c SJarictöt 
ber Primrose „abfotut" feinen ©amen, »enn mit bem ^oHen 
bcr getten ober »eigen befrud^tet. ßbenfo fterit ift bie 53cftän* 
bttng ber 9?arbe üon gelb unb »eig mit 5ßi>öen üon rot^* ®a* 
gegen finb gett -f ^^^6 ftud^tbar, 8ang* + &trjgriffelige frud^t- 
barer afö gleid^griffelige. Die »eiße »ie bie rot^e bringen fron* ^ 
tan im ©arten f aft nicmafö ©amen, tl^atfäc^lid^ aber finb einjelne 
fertU, anbere fterit bei fünftlid(;er 5Kaci^§üIfe. ÜDiefe finb fruc^t^ 
bar gegen ba« eigene ?ßoücn, aber faft ober ganj fteril bei twig 
+ rot^, ober »eig (rot^) + common (»ifce, gelb, (ginen gatt 
t)on grndf^tbarfeit ber rotl^en gorm mit Rotten ber „gemeinen" 
ertoä^nt ©arioin nadjf eigenen SSerfnd^en : SSariir. 11. 144). 

Sreujung l)onPr. vulgaris + veris mißglüclte ©cott, too^ 
gnfäöig; nad^ Dar »in bagegen oft frud^tbar! (©. 104.) S5gt. 
anä) bie 33eobad^tnngen über Unfrnd^tbarfeit gleid^griffeliger gor« 
men bei ®artt)in (Ann. sc. nat. 1863. XIX). äel^nlidf^e« 
beg. Primula, Geranium nnb Digitalis etc. bei ^ilbe* 
branb (93ot. 3tg. 1864 ©. 5 u. 1865 §»o. 1). gerner Journ. 
Linn. soc. VI. 1862. no. 22 u. VIL 1863.no. 26. Dar» in. 
SJon bemf. ; Ueber bie ßinrid^tnngen jnr Sefmd^tnng ber Ord^ib. 
burd^ 3nfecten. 1862. — gerner bie überfid^tlidSfe 3iJf<»ßJwen* 
fteßnng ber betreff. Seob. öon Sa«>)ar^, ©df^riften b. l>^^fic. 
ölon. ®ef. gn ffßnig^berg. 1865. ©ife. 23er. ©.11. 

SBooIer frengte eine gemeine Polyanthus mit einer ^rimet 
mit gefärbtem Äetd^, nnb einige ber ©ämünge erbten ben gc*» 
färbten Äeld& bnrd^ tocnigften^ 6 ©enerationem (®artt)., 35ar. 
1868. I. 465.) 

Stnmerfnng gnr Stomenclatnr. 
Oxlip^Prim. elatior. (Loud. Encyc. 126,) 
CowslipsPr, veris (Loud. 126) «»of&cinalis Jacq. 

(Stdl.). 
Common Primrose » P. vulgaris Huda., E. B. Smith. 
(Loud. 126.), --acaulis Jacq. (Koch, Syn.) 
SSariation. 

333. Herbert rolü au^ ©amen Siner ©olbe bon ftarf ge* 



144 

büngtcr rotl^cr Gowslip gcjogcn ifaUn : Primrose; Cowslip u. 
Oxlip öon getoS^nüd^er unb anbercr garBe. gcrtier ble SSar, 
polyanthus. (Hortic. Trans. IV. 19.) But this requires 
confirmation, fagt goubon^ (Snc^cL 126. 

P. A u r i c u 1 a. SBilb get6 ober rotl^ ober (fetten) })ttr})urn ; 
an6f im\t, ober mit mehligen SBIüt^en; bie Slätter in ber Su(* 
tur fe^r toariabeL^ (ßoubon^ Snc^c(o)). 127.) 

!Dic garbi)arietäten üon elatior unb Auricula jtnb tiid^t 
famcnbcftänbig. (©ärtuer, Saft (grj. 1849. 576.) 

Sine gorm*SSarietät ber elatior J. mit capsule saillante 
(ftarl toorragenb über ben M6)? §.) beobad^tete Q. SR et) et, 
©®. granlreid^; ebenfo Du Rieu de Maiaonneuve in 
afturien. 

5Wa(^ S. ®ar»in'« Untcrfud^mtgen finb : Pr. veris Brit. 
fl. (v. officinalis L.). Cowslip ; — vulgaris Brit. fl. (v. acau- 
lis L.); Primrose; — Pr. elatior Jacq.; Bardfield-Oxlip — 
gute®j>ecie«; bie „common** Oxlip aber ein 23aftarb xtoifd^en P. 
veris unb vulgaris. (Journ. Linn. Soc. Juni 1868. p. 437.) 
Polyanthus l^SIt er für eine SSar* ber Cowslip. 

SDartDin jüd^tete 765 ©ämlinge ber Cowslip, burd^ reine 
(fünfttid^e) Sefrud^tung erl^alten^ auf bie öerfd^iebenfte SBeife, 
aber e^ geigte fid^ fein Uebergang, leine nennendtoert^e Äenberung 
(baf. 442). Cowslip unb Primrose flnb nur mit großer ®d^töierig=* 
feit miteinanber gu Ireujen (440), Pr. elatior J. fommt nur 
toenig im Often bon Snglanb »or. (Äa^jfef linea(*ldnglid^, fo 
lang aft ber Äe(d^). SBariirt uid^t merllid^ im ©arten (449). 

122. Prunella grandiflora L. 
Sejüglid^ be« öon Sinigen begtoeifelten Slrtcnred^te« ber P. g. 
muß idf; aOerbing« mit SBentl^am (De Candolle, Prodr. 
XII. 409) beftätigen, baß ba« »on Äod^ (Synops.) l^eröorge^^ 
l^obene Unterfd^eibungdjeid^en, nämlidf; bie ßänge be« ^qÜ^m^ an 
ben 2 längeren Staubgefäßen^ fd^toanlenb unb unfid^er ift. aber 
aud^ bie »on SSentl^am in ben SSorbergrunb gefteOte ©r'öße ber 
S3(ume (coroUa ampla, calyce plus duplo longiore) ift nic^t 



145 

in aüen fräßen au^reicä^enb. ^ci^ ^aBe ah i)cr|)paujten (&Tc^mplcL* 
Xen bcr äd^ten, großMütl^gcn ?trt im OctoBer ©))atlingc tjon 
5B(umen Upiadfitt, »eld^e in bev (groge burd^au« nidf^t i)on ben 
3)Iüt^en ber Pr. vulgaris Krfd^ieb^i »arcn, Da« üoit ßang^ 
t^al (®ett?äd^fe ©eutfd^taub^. 1858. ©. 463) anflcflebene Un=* 
terft^eibungöjeid^cn fd^eint mir nid^t <iu«reidf;enb. P. gr. : ^Siffm 
ber Okrlip))c bc« ifeld^e« bre* eiförmig, jugefpiftt begrannt; — 
Pr. viilg. : S^^nt fe^r furj unb ftad^effpjftig. 

'Dagegen ^at midf; iy aßen cttoa jtoeifel^aftjn gätten ba^ 
folgenbe Äenngcic^en niemat« im ©tid^e gefaffen. 

Pr. grand* Äronc ctttja« S formig gebogen, bie Oberlippe 
mit red^tttjinfetig abgeftufetem $e(me; — Pr. vulg. : Äronrb^re 
gerabe, i^r §elm in ganj ftnmpfem Sffiinfet l^erabgeneigt 
Diefe SSerfd^iebeii^eit bebingt einen wefenttid^ abtt>eid^enben $a* 
bctus ber ^lüt^eii teifcer Wirten. 

9UMlreic{/5 ffenii^cic^cu ift ebenfaö« braud^bar (glora t). 
Jiiebcr^DcflevreiiJ^. IL 50'J}. Pr. grand. : 9le^re t>oii bem ober^ 
ften ^^aare ber Staigcltlcittcr me^r ober weniger entfernt «nb 
ba^ei- flcftirit; — Pr. vulg, : ael^re bidSft unter ber JBafi« \>on 
bem oberften "^^'aare ber ©tcngetblätter geftüfet, ba^er nid^t ge^ 
ftidt. Daju fornint, bap fcfjr ^äufig bie Pr. vulg. ganj nntjer^ 
änbert neben ber grandiflora toorfommt, alfo nidf^t etttja burdSf 
ben ßinffttg be« ©tanborte« in iene übergeführt toirb. (SSgf. ben 
8. »eric^t b. ober^eff. ®ef. f. 5Watnr- n. $)eißunbe, (Siegen 1860. 
©. 9, fnit 2 «realfarten.) 

Pr. vulg. fommt im ganjen ®ebiete be« üKittetrl^ein« überaß 
i)or, grandiflora ift ganj befd^ränlt. (85g!. 93ot. 3t9. 1865. S3eit. 
©. 24, mit areallarte.) 

Snftnr feit 1858. auf fallreid^er ober lallarmer (5rbe an 
fd^attiger unb fonniger ©teüe. Slußer obiger fieinblüt^igen ©pät»« 
ting^form l^abe idf burdf^au« feine 3Sariation — aud^ in ber garbc 
nid^t — beobad^tet (bi« 1868), unb gtt)ar burd^ eine SRei^c t)on 
®enerationen. 

(Jnbeg nel^men mand^eÄnbere an, bag bie Pr. alba Pall 
eine SSarietät unfcrer ^flange fei. 

^ f f m a n n , Unterfuc^ung. 10 



146 

' 123, Prunus. 

93ariatioit. 

©amcnbefläubig finb Saint- Julien, petit Dainas noir, Da- 
mas blanc (Godron, esp. rac. 85). ^6f @agcret awä) 
3tt>etfcljfen, Beineclaude, Sainte-Catb^rine, ferdrigon-blanc 
(ib. 85). (Sbcnfb Damas i:ouge unb Reineclaude beim SSer* 
töilbcrn (nad^ ©agenret, ögt. Quatrefages in Revue d. 
deux mondes 1861. p. 420). 

Pflaumen : gelegeuttici^e« auftreten neuer gortffen an ein^ 
getnen 3^^ifl^^^ bon alten; ebenfo bei anberen Dbftorten, 9?eben, 
SBeinftotf. ^nxä) ^frepfen fijirbar. (Carriej-e, prod. fix. 
des varikös. 1865. p. 35.) SSielteid^t finb fo — unb bann 
audf; bnrdf; Sreujung — unfere ©artenforten entftanben. ®ar^ 
»in (3Jar. 1.479) erwähnt nadf; ffnig^t'd Skobac^tuugen ba^ 
gelegenttid^e auftreten tjon rotl^früd^tigen 3^^'ä*-'^^ ^^^ geltfrüt^^ 
tigen 53äumen unb faßt e« aW Änofjjen-l'ariation auf. ^e(jalic^ 
nadf; SRiöer^ ein gelbfrllci^tiger 93amii auä )>urfiinifrric^tijer 
SCbftammung. 

P. armeniaca. (pämlinge feljr taviatcL (T. River b, 
Lond. hortic. congress. 1855. p. 152.) Qn Sijrien mivb u, 
Ä. eine 5Barietät mit fügen Semen äejDgeit. ^arn>in {ß<iv* 
1868. I. 495) erwähnt u. a. eine SSarietät mit burcj^bo^rtem 
©teine, ein gaferbünbel ge^t Don einem @nbe jum anbern burd^ 
bie Oeffnung. 

®ie 9Kir ab eile ift mdf S. Äod^ feine SSarietät, fonbern 
eine befonbere ©pecied : Prunus divaricata Ledeb. a\x^ bem 
jfaufafu^. 

Green Gage Plum (Reineclaude) liefert bei ©amen* 
cttltur meift töieber grttnfrüd^tige, aber fonft toeränbertc 33äume, 
einjelne aber belommen blaue grüdf^te. Precoce de Tours blieb 
conftant burd^ 3 ©enerationeu/ »enigften« in ber gorm, aber 
in ber Qualität t^ariirenb. (T. Rivers, Lond. Internat, hor- 
ticult. congress. 1866. p. 149.) SBeitere« über ^flaumen*aSa* 
riation, mit «bb. ber ©teine, bei 3)artt)tn, SSar. 1868.1.437. 
^Darunter Pflaumen o^ne ©tein. 



147 

(Sin Reineclaude- »aum hxaäftt pläfefid^ fdnglid^c (ci»*» 
linbrifc^e) %xüä)U unter Slenbcrung ber garbe in'« SBeißtid^^ 
©rünc. (graucnborfer 93(5ttcr 1861. ®. 412.) 

P. (Cerasus) Padus mit gelben griid^ten. 100 ©amen 
lieferten leine chijige gelbfrüd^tige ^Panje. (aSgt. A. de Can- 
dolle, g^ogr. bot. rais. IL 1083.) — SSariation mit vii^U 
üfcn SÖlütl^en in ben fdf^mebifd^en ?ll^5en (Anders, veg. Sufed. 
1867. p. 38). 

P. M aha leb. 100 ©amen bon ber gelbfröc^tigen S3arie* 
mt lieferten nur ?Pflanjen mit bnnfeten grüd^ten. (A. de Can- 
dolle; g^ogr. bot. r. IL 1083.) 

ein gclbfrüd^tiger Äirfd^banm trng auf einmal nur 
toeiße unb rot^e f^rnd^te. (grauenborfer »lätter 1861. @. 
412.) 

@in ifirfd^banm mit „ejtragcfüOten" 'J3lüt^en brad^te laljU 
reid^e grüd^te. S)ie ©amen nid^ feimfäl^ig. Äbij (grauen« 
borfer S3lttr. 1867. ©. 373). ftnig^t finbet bie ?ßrobucte ber 
©amengud^t fe^r bartabel (»gl. Dar». S5ar. I. 439). ©ue 
SBarietät l^at 12 ^iftiße, eine anbere fußgroge SJIätter; anbere 
l^aben 33lätter toie ^firfid^c unb tt>ie 9H^rten. 

9Son P. spinosa gibt e« frül^e unb f<>äte gormen, toeld&c 
beim SJerj)fro}5fen nad^ ääl^atct^ i^e gigentl^ilmlid^fett Beibe* 
galten (5Dartt). 85ar. L 461). 

Pflaume : Oeil de Perdrix, eine trefflid^e ?ßflaume, lieferte 
au« 22 ©Ämtingen 1 ©tamm mit fd^lebengroßen, gerben grüc^^ 
ten; 20 mit grttdf^ten bon etmö Vs ber ©rögc ber ©tammpflanje, 
grimmig fauer; 1 mit füger, aber an ®xi^e um V4 ^iwter ber 
ber ©tamn^jflanje jurücf bleibenber grud^t. (^ofmeifter, $bb. 
m- S3ot. L 1. 561). 

124, Prunus domestica L. ^XO^t\dfe, 

S^^t^^e. ?lu« ©amen gejogen liefert fte Dornbfifd&e, 
»eld^e nid^t ju §od^ftämmen ju jie^en ftnb. (grauenborf. SBlätter 
1861. ©.412.) 

Sßad^ Unib.^Oärtner Q. g- 3» IUI er in ©ießen bagegen 
fann man fotd^e ©amen))flanjen atterbing« burd^ geeigneten ©d^nitt 

10* 



148 

fanb bic „S^ei\<tf^n'^^a\xmt" famcnfceftänbig. (®artt)in, SSar. 
I. 438.) 

©ie^Panjc ift t)ou bcr länglichen SJar. bcr blauen ^flau* 
men offenbar f<>ccififd& üerMieben : 

1) ®urc^ bie SMüt^ejeit. 3n ©ie^en entfaltet fxäf im «tt- 
aeuteinen bie erfte Slütl^c ber 3^t\dt^ am 28. "äptil; ble ber 
(runben) blauen ?ßflaume bagegen am 12. 

2) ®er ©efd^mad ift anber«, 

3) Die ,^miit fiub fa^l (bei ben Pflaumen fammtig). 

4) Die JBlüt^en finb grünlic^f, Hehler (flatt rein »cig). 
Huäf bie berfc^iebenften Jtlimate, fotoeit bie S^ctidft über« 

ffanpt noc^ gebeizt, l^aben an i^rer (Sigent^ilmtid^teit nici^t^ S3e^ 
fentlid^e« tjeränbert. ©ic tt)irb cultitjirt in : 

Sopan Cälcod, «udtanb 1863. @. 459). 

»ol^ara {Stodf, 35er^. ®artcnb. ^reug. 1855. XXXIV). 

Sabal, garfanb («u6tanb 1856. ®. 2041). 

©iarbelir, iflcinapen, „©iatSrit" (n. ©df^äfli). 

©darneben, genannt firifon, gemein bei Dörfern (An ber«* 
fon). ©c^ übel er (6ult ^flj. 5Kortt). 131) fü^rt „Pflaumen 
unb ^tott^df^n*' (unter domestica) bi« Dront^eim an, aöein er 
unterfc^^eibet beibe ©))ecie« nic^t, bal^er ba« 83or!ommen in $Ror* 
»egen jtoeifet^aft. gried (©umm. 45) unterfc^eibet P. dome- 
stica unb ingititia unb fagt bon erfterer : culta et vere inqui- 
lina! in DSnemart unb ©ot^lanb. Snerot^ gibt bie „Ouetfcl^e" 
in ©d^toeben an (»nberffon, Ap. v^g. de la SuÄde. 1867. 
p. 83). 

Der Slame ift flawifc^ (Äerner, gtora ber ©auerngSrten, 
1855. ©. 33); alfo alt farmatifd&e (5ultur})flanje. U.a. inÄie» 
cultibirt (®artenfl. 1862. ©. 367). 

^elenenborf, Ärei« (gtlfabet^jjol, b. Sifli«; 1836 eingeführt; 
bamatt in Si9« unb Xrandlaulafien noci^ unbefannt. ^e^t ttber 
ganj ©rupen verbreitet (Oartenflora 1861. ©. 399 u. ©d^ar* 
rer, baf. 1862. ©. 307). 



149 

^Sßacj^ fJatta« (Fl. ross. I. 41) »Üb am Icref unb Äu- 
ban; jcrftreut am 93ug unb bcr ©onau. ©eorgicn. ^eter^burg 
imb 5Ko«!att : nic^t frei ju üUxrointtxn. 

. SBufiÄDina (5)erbi(i^, SBot 3tg. 1860, ®. 82, 93i« 1500 
g. a, C))- 

©erbicn («u^fonb 1862) ; gu Maraschino gebrannt 

<Srfc(3^enlanb (ganberer, gtora 1859. ®. 578 u. Bonpid. 
1862. p. 151). ©elten. ©enannt Damaskina. 

SWolbatt unb SBaOad^ei attgemcin cttft. Stomanifd^ „Persche* 
(Czihak unb Szabo). 

Ungarn. Set We^bia u. a. auf bem 'Demogleb. (Bonpid. 
1862. -p. 152.) 

©eulfd^tonb fiberoü. Offenbar uralte ßuftnrjjflauje. SWan 
l^at Steine berfclben in ber alten Umgebung ber ^^rmontcr 
Queüen m% einer %\^ »on mehreren gugen aufgegraben, neben 
r&mtfii^en 9Riin}en, tponac^ bad^tter bfefer !Z)e))oftta auf 1500 
Sfi^re berechnet tberben xm%. (9k 8u bioig, granif. Conberfot. 
S3Itt. 1863. ©. 1127.) 

granfreid^. Um ^ari«, bod(^ toenig gefc^iS^t (9Witt^. Jjcn 
©ecaiöne). 3fji Slotl&fc^ilb'« ©arten a<!^te 3. in jiem(i(3^er 
Slnjoi^f, gebei^ren aber fc^ilei^t (6. ©eine«, tnünblic^). 33a^nne, 
SCour« (n. eigenen ßrluubigung^n). Slid^t In 8^on unb Ägen 
(S. ©eine«). 

SSetgiem »Ketsch« überaß (®c«mael). 

©übitatien : «m<«ft (ßi^er, «. «dg. 3tg. 1864). 
* aRabera : O. $)eer (JReger« 3eitf(i^r. f. ©artenbau 1851. 
ig. 205). 

SWorbamerica : Mcd^efter t^oljer, glora 1864. ®. 542). 
S«a(]& aWitt^cilung i)on g. SRftnd^ itr SWiffouri au^artenb (b. |. 
grüd^te Heiner, faftio«, au^ bitter). On eaßfomkn gut ge* 
beil^cnb. 

©urango im SR®. SKepIo (@e?mann'« »eife um He 
Seit. IL 183). 

«uftrafien : Ijefftit^ gebeil^enb iir ©atofer, ©ÜWtuftraßen 
({Reg. ©artenfl* 1860. ©. 219). • 



150 

125. Pyrue. 

apfel unb asirn niti^t ju feeujen (f^reric^)^« tt. SRotij« 
1838. g?o. 142. ®. 148). 

S3oft^ crjog ^Vi^ Pyr. b^ccata, attf Malus gepfropft^ 
eine (Söaftarb') gcvm^ ibcnttfcä^ mit feticr, »eld^c burti^ ^oßen* 
frcttjunfl tocn P. baccata unb Malus geWtbct »irb («fifg- Sorft^ 
tt- 3öfl^*3tg. 1837. ©. 314). 
SJariatlon. 

5Jirn. Co rate de Flandres ift famcnlo^^ ^at Icinc 
ftnlagen bon Siern. (S) e ca i « n c , Compt. read. 1863. Jli. p. 
14.) ©cit ©ul^amel (100 3a^re) toivb bnrd^ ^fro))fcn eine 
S3im mit 3 gSdJ^ern cultiöirt. — ©amen ein^r einjelnen 33im 
geben Säume veki unb o^ne 3)criien unb mit ganj ^etfc^ebcnen 
aiättem unb grüdSften. aSariaWlität fe^r gtog; bom Sli^fet nuv 
bufd^ bie deinen ©teinconcretionen in ber SB&l^e be^ ©amenge« 
l^äufe« i>etf(^icben ! — äöe aJAtictäten \>Vix6) alle ^ottenformen 
befru(i^tbar. pfropfen nid^t 4n aßen 9tkl{>tungcn au«juffil^ren«(baf.^ 
).!£^. aud^ mUiiblid^). @benfo erjog t>an 9)}on6au^lO©amen 
berfelben Sirn 10 öerfd^iebenfiilc^tige ©tämm« (©obrou^esp. 
rac. 84^ tt)0 ^\xi) b« übrigen Arbeiten beffelben über Dbft*3Ja* 
riet&ten dtirt pnb). 

P. communis. Autumn bergamot pear ift jum SÜ^eil 
jiemUd^ famenbeftänbig, b. 1^. bie grUd(fte pnb" jiemlici^ ibentifd(f 
(T. Rivers, Eond. Internat, horticult congress. 1866. p. 
149). gerner ©ar» in, »ar. I. 444. — ®ie Belle sans pe- 
pins, Bergamotte de Gansei ob« de Chaumontel ^aben gan^ 
ober faft gonj fernlofe grüc^te (J^aivre, var. espÄces 1868. 
p. 96). 

P. Malus, ©er eble feine Sati)ilt tt>irb in ^eter«burg 
ju bem faum »ol^Ifd^medenben ©d&Iotterapfel (üegct, ©arten* 
flora 1866. @. 284)* 

©ämßnge toon Golden Peppin gaben Säume mit ganj an^ 
berer gruc^t (Rivers, Lond. internst, horticult. congress, 
1866. p. 149). *. / . 



151 

5E)artt)tn (SSw. I. 440) ewäi^nt mcl^rerc mcrfwürbigc 
aSarictfiten, baruntcr einen 'Rj>fel mit 5 {Ri^})en ober geiften, 
einen anbern ber ber ben^Ifitternbtfil^t; ^wergfermen; anbe:re^ 
bi'c ftd^ at§ ®tc(fHnfle leidet betoutjeln; anbete mit 14 ©riffeft 
ttnb 10 ginfd^nitten am Äeld^e, ol^ne ©kmBfSben unb Sorotte, 
mit 5+9 üfcereinanber ftel^enben ©amenfätjjern* ®ie fünfflid^e 
©eftnd^tiirtg »irft ^ier bereit« fpfort anf bie grnd^t ein (f. au(ä^ 
@.517)." gerner l?ierüber §itbcbranb in S3ot Stg. 1868. 5«o. 
20. S;af« 6. «nbere ©orten mit 4 gäci^ern. ©omenbepänbigfeit 
befd^ränft. — 3n Salcntta finb nadf gfülconer bie »pfetbänme 
in gofgc ber großen ffiärme p^ramibenfbrmigjetoac^fen (Don». 
460). 2)af, 481 nnb 505 gctegentlid^e ^robuction anber^früd^* 
ttger 3^^9^ ^^ ^'"^^ S3auttie bei Sl^jfel unb ®irn. (5« fei l^ier 
an Jheujung nnb ba^er 9til(If<|lag jn benfen. 3)ie jal^freid^en 
aKonftroptdtctt fönnen l^ier nur angebentet werben (Söttn unb 
Qttttten al6 fleijd^ige ©tengett^eile c^ne ©afncn, oft mit WUU 
fj)nren; ber geigen^Kpfet, ttjo an ber ©teOc fämmtlid&er ©taub* 
*tätter Pftiße fte^en. ©urc^ttjad^fmtg jc* s 

Pyrus Malus nnb communis- : bie beflen ©orten : bie 
Äerne lieferte» in 50—60 gälten nnr Jpol35j)feI mtb |)o(jbirn. 
$)ofmeifter, ^bbd^. p^\)l Söot. I. 1. 561. 
126, Quercus. 
ffrenjung. Variation. 

Saftarb bon Q. Eobur n. pedunculata (ogt JFIotfd^ 
in öerl. «cab. 2»onatö6er. 1854. ©. 557). 

Q. pedunc. ge^t nad^ jttinggräf in sessiliflora aber 
(95ot. 3tg. 1852. ©. 172). 

Sbenfo nad^ Serenger ($)e^er'« aßg. gorp* u. ^agbjtg. 
1865. ©nwf. V. ©. 77) nnb ®rei)i(le (93ot. 3tg. 1846. ©* 
467). and& A. de C and olle trennt beibe nid^t fj>ecififd^ 
(Prodr. r. veg.). 

S)ie ^^ramiben^Sid^e ift jiemtid^ fawenbeftänbig (tjgf. ©ar- 
te in, SJar. I. 460). 

127, Ranunculus. 
SSariatioru 

R. arvensis gorm inermis l^iett ftd^ nad^ ®obron 



162 

Ui »icberl^ottcr %\x^\acLt untJcrSnbcrt (33ot. 3t8.1865. ©.310). 
«(uci^ n(säf ijicljfi^rigcn euünröerfutj^cn bc« Qnfpcctot« ©inning 
in Sonn ift bcrfelbc famenbeftänbig* 

128. Ranunculus polyanthemus. »► 
Folüs lineari — laneeolato — lobal^; pallide naculatis. 
aSariation. 
@in (Sjcentplar vourbe 1854 aud bem Salbe in l^ea ©arten 
i)eri)ffangt 1864 toar bie üKntteri>flanje jn Ornnbe gegangen, unmit« 
telbar baneBen ftanben gai^lreicj^e innge ^flanjen — Äeim})fl(anieii 
nnb anbete, j^eteit« mit ©tolonen öerfeljene ~, n>elc^e bie Si^a*' 
rattere ^on II. nemorosus angenommen Ratten : folüs late- 
lobatis tripartitis. 1865 traten anfangt mehrere ^flanjen im 
ßl^aralter »on polyanth. oitf, im Ängnft toar faft nnr n^mor. 
wr^anben. 1866 mehrere ©ameni>flanien , öom S^aralter bc« 
nemor, ^m 3uCi ieigten 2 gjemj^Iare ben S^rafter i)on po- 
lyaotb., 1 i)ön nemoros. 1867 im 3uU nur 2 ^flanjen oor^« 
l^anben; burc^aud nemorosus. 1868 : Sin l&lül^enber ©tod 
ödster polyantbeqauß, einen ff«^ batoOH entfernt 2 ©Smtinge- 
üon nemoros. -^ene blül^enbe ^ßftanje trieb fj>Ster u. a, ein 
©laß öom e^araüer be« äiS^ten nemorosus. SRpd^ g'rie« ift 
nem. SJarietät t>on polyantb. gbenfo gehören nadf; Änaf beibe 
dl« ajarr. aitfammen (23otan.- (Sentralblatt 1846. ©. 463). "eben* 
fo Ä0(]^'er€<)in, ögl. S3ot.3tä.l867. ©. 61. — {Raben^orft 
lägt ben polyantb. mit tinealifd^en nnb brcit4eilf«>rmigen ffllatt^* 
la))j>en öarüren, fü^ri aber baneben ben nemor. DG. (aureus 
Scbleicb.) afö befonbere'SJarietät auf (33otan. ßentralMatt. 1846. 
@. 36). 

i29, Raphanus, 
Variation. 
R. sativus. tJi^pirinig oon 25arjf täten bnrd^ Än«tt)a^^t ber 
©amen. (31. Sraun, ^f^embr^nie. ©.217») 

SRac^ 8fnble^ ift ber rnnbiourjelige Äettig burd^ äwfaö 
entftanben unb burc^ ©amenau^ttjal^t aämä^tic^ tooHfommen 
fl^cirt tt)orben; er 'fd^ftoanft nid^t me^r. (Ldl. tbeorie d'borticul- 
ture 335.) -^ R. Radicula P.; satjvus Mill., niger Lobel, 



153 

rotundus Hill, finb ber ^orm nadf famenBeftSnbtg, nti^t nacl^ 
bcr ^axit (Godron, esp. rac. 73). 

R. B. var. radice globosa. 

Ätt^faat im 3wli 1865. UeBcwintcrtc gut im grclen. 
1866 im Ü)ki Mü^cnb; fructtficirtc. 1867 : neue «u^faat ballet. 
Qm Slugitft bic SBürjcIn unt^erfinbcrt, faft fufldrunb. garbc 
braunfd^to)«}. (g6enf$ im Qa^rc 18^ gorm ttnb garBe mttoer*' 
änbcrt. 

130. Reseda, 
SSariation. 

R. odarata ffat in Sßeufeclanb Sleigung, ))crcnnircnb ju 
toerben. (3f. ®- ^oofcr, tjgf. «uManb 1867. ®. 631.) 
13i, Rhododendron, 
Ävcugung. 

Slaci^S. Siebte :3}aftarbDon R. pontvcum unb cataw- 
biense : „seeds as freely as it is possible to imagine^. 
(Darwin, Orig. spec. 1859. 252.) 

R. catawbiense -f- Kalmia lattfol. ^aftarb. 
(Verlot, prod. d. varidt. 1865. p. 11.) Sknfo itDifd^cn K.. 
Chamaecistus unb Menziesia coerulea, 53aftarb : 
Bryanthus erectus. 

dladf ©ärtner; flnb bic ©attung^'^^briben tjon Rhodo- 
dendron + Azalea abfotut unfrnd^tbar (Saft. (5rj. 412 : möf 
Unterf. toon ^cr&ert). > 

SSariation. 

R. ferrugineum ift verbreitet i>on 700 guß (Bellin- 
zona) bi« 7000, anä) auf iJotf, ^at obir leine entfprec^enbcn 
JBarietäten gebitbet (SRägeli, @fe. 93er. «lab. SWünd^en. 1865. 
II. $). 3. @. 249). Obgleich biqe ^flange fc^ö» jur gi«jeit an 
i^re l^eutigcn i?ocalitaten getpanbert ift, l^at fie bo(^ in ber 
langen 3^it «'<^^ »arifet. 9tägeli begtoeifelt, bag Serner 
töirftid^ R. ferrugin.- ulib hrirsutiim in einanbcr (burc^ 
Sultur mittelft SSobeneinftuffe«) ilbergefü^rt ^aU. 3P «uf ^ura* 
faß binnen 3^^rtaufenben m(S)t in bic f. g. Äattform (hirs.) 
übergegangen, (©ift. 3Jer. Slfab. 3Rünc^en. 21. ?lt>rU 1866.) 



154 

132, Eibes Grosaulari», 
aSariation. 
äRe^erc« Bei ®artt)'in, SSar. I. 440, 1868. (Darunter 
eine mit fe^r gtoßen unb gefärbten SSracteen. Dae®ett>ic^t ber 
grud^t ift burc^ (Sultur um ba« «d^tfac^e gefteigert »orben, unb 
jtoar ganj aHmä^tid^. Viererlei Seeren an bemfelben ©trauc^ : 
®. 480; ebenfo 3 Sorten bei R. rubrum. (93ej Jeftterer ^flanjc 
\ldht audf; ici^ an einem ©tocfe mit »eißtid^en grüi^ten eine ein* 
jcine bunlelrotl^e »eere in einer l^eOfrüd^tigen Traube beob* 
ad^tetO 

133, Ricinus, 

SSariatiom 

R. communis. ^Baumartig in ®j)anien (»gl E. Mor- 
ren, acclimat d. plts. p. 29). 23ei un« im fjreien einjährig; 
im ®eu)a(j^«]^au6 fibertointert fanb idf;* pe ^>erennirenb burd(f 4 
gjÄl^re, ti)o bie ^ffanjen aömäpd^ jurildgingen , »ol^I unter bem 
nad^tl^eiligen (Sinffuffe ber 2^o})fcu(tttr unb ber Ueberwinterung 
im gefd^loffeneirJRaume. 5)er ©tamm fc^nitt fid^ am ßnbe bei 
Scrfuc^eö feft, »ie toeid^ere« $0(3, nid^t frautartig. (S5gL Sot. 
3tä. 1865. SBeiL ®. 49.) gbenfo G^odron, esp. rac. 1848. 
p. 23; 

134, Rosa, 
Äreujung. 

Sine rotl^e mco^frele R. centifoliar im ©arten ton 

i^oredt iDurbe auf bie'SBurjef öerebcit. (So entn>idfeften fid^ l^ier 

mehrere ^Vdtxyt, toobon einige reine CenfifoHa brad^ten, anbere 

»eige 3Woo«rofen, atte au^ bemfetben Impfling. (SRad^ ®8rtner 

Safimir : Caspary im bolÄU. Songreß ju Ämfterbam 1865 ;• 

unb ©d^riften b..^)]^^f. öfon. ®ef. gu Äonig«bcrg. VI. 1865. ©• 

4 ber ©i|. 33er.) ®artt)in (SSar. I. 487) nimmt ^ier teinc 

Quafi=.f>i?bribation, fonbern fpontane 3Sa»tatio« an (f. u.). ®'ö 

©d^ilberung be« tJalle« tt)eid^t f on obiger »efenfttt^ ab. (ginen 

bem ß.'fd^en'^S^nlic^en gaö ergäl^tt D. ©. 509 (R. devoniensis 

auf Bankaiae ge))fro))ft; o«n SSerbinbung«))uncte erl^ob fid^ ein 

3/3^^^9' ^«>" 9»itte(d^ara!ter [nad^ ^o^nter]). 



155 

R. indica mit centifolia-^oüen bcfru(|ftct bringt m^ {R i t)e r 6 
reid^Iid^ ©amen (Darioin, SSar. I. 467). 

SSariation. 

R. Eglanteria, var. bicolor, gelb nnb rot^ an bem^ 
[elben ©tode. («. 33raun, ^or^embr^ome 218.) Qd) ^ait 
gfcid^faöe toor cttod 10 ^^al^rcn eine getbe Silnme neben ben 
rotten auftreten gefeiten ; Dörfer nnb, nad^^er (bi« 1868) nic^t 
(hört. Giss.). ©affelbe beobadf^tete anc^ ^acqnin.' SSgl. auci^ 
Carrifere, prod. fix. väri^t. 1865. p. 35 j^b ©arioin, 
gjar. I. 487 ; gc^terea: ertt)ä^ht anc^ ^albgelbe ober gelb geftreifte. 

Pfarrer ftaifer in SWiebertoeifef beobad&tete, bag eine Sou- 
venir de Malmaison mit »ei^Iic^^^rofafarbiger 8)(üt^e nad^ 25er^ 
pflanjung auf eine »ronbftefft »eiter^in (nun fc^on 8--9 3a§re) 
gänjtic^ üevänberte ffituiiien brad^te, intenfio rofa, flein (früher 
groß)/ bie Petala mncronat (früher an^gefdf^weift). ?lnd^ aby* 
löfte ^fropfreifer, an »erfd^iebene Orte »ertl^ettt, ^aben fid^ feit 
6 3f^]^ren ganj unt>eränbert in ber neuen gorm er^atteft (uiünb^ 
lic^ 1867). 

9iii)er« bemerft, bir§ bie Sarietät Village-Maid je nad^ 
ber 23obenart beträd^tlid^ in ber?^rbe D«riire (©artoin^ SSar. 
468). 

^eobad^tungen öon toei&ßn unb rotten 83tüt]^en an bemfelben 
©todfe bei R. centifolia unb austriaca og{. bei ®ärtner, 
33aft. Srj. 305. SSJeitere SSariation tatd^ einjelne STriebe ögU 
üb a r ö) i n , SSar. 1. 465. 25af . nac^ 5R i o e r « : ^rotoencer $Rofen 
an^ ©amen ber einfachen äKooörofe^ n^eld^e fe(jtere bitrd^ Änofpen* 
Variation a\x^ ber geflUUen 2)ioo«rofe entftanben ift. ©ine 9tofe 
mit gegenftänbigen ^Blättern (R. cannabina g^annt) entftaub 
ebenfalls bnrd^ ftnofpen^SJariation aix^ R. alba. ^ 

Ueber angeblidf; burd^ Äunft erjengte „fd^^arje" SRofen, aU 
auf 2:änfc^ung bernl^enb, ogl. Reffen (SBod^enbf. b. Slnnat. b. 
px. Sanbto. 1867. 5Ro. 43. ©. 389). 

8?ioer^ ^at gefunben, feag 3Jioo«rofen fid^ aßgemein bnrd^ 
©amen fortpftanjeu/ unb ber S^arafter M 33emooftfein^ ift burd^ 



166 

Ärcttjung i^on einer ®^)cde0 ber 9tofc auf bic anbete üj&ertyagen 
Sorben. (Darwin, SSaniren . , 1868. ®. 527.) 

au« ber fd^ottifd^en R. spinosissima flnb im Saufe ber 3cit 
nic^t nur gefüllte, fonbern auc^ »ctg unb gelbe, btagrct^e, bi« 
carminrot^e gejüd^tet tt)orbcn (5Darm* 469). 

®ie ©entifotie ift eine utatte ^flonse (i)gt. u.a. ^erobot 
Vm. 138). 

135. Bubus. 
SSariation. 

R. la ein latus, fji^irnrtg berSJar. burc^f ©amenau^toal^t 

(81. »raun, 5ßot^embr^onie @. 217). ' . ^ 

136. Salix. 
Äreujung. 

SSitbct SSaftarbe jtDifd^cn fielen ©pecic«, ojber nur burd^ 

eine begrenjte SRei^e toon ©enerationen frud^tbar.' SBenn gleich* 

jeitig Rotten bet? ©tammart «nb eine« Saftarb« auf bie 

5Warbe gebracht »irb, fo ift ba« erftere allein »itffam (ÜW. SB U 

äfn'xa, 93aftarbbefrud^ung 1865. 63). 

SSariation. 

äBieberl^olt pnb- bon SKel^rereu (andf; »on mir) in einjclnen 
Sojr^n anbrfigljue Ääftdf^en in5IKenge auf einzelnen ©tämmen 
>ei fe^r t^erfd^iebenen Arten beobad^tet »orben, »elc^ie in ben folgen* 
ben ^^a^remtfc^t »ieberfe^rifen. ®iefe« fd^dnt auf torübergc^enbc 
' meteorotogif(^e SSerl^ättnifffe al« Urfeu^e l^injumeifem ÜDaffetbe be- 
obadf^tete ic^ bei einer einjährigen $flanje(Z^Mays); bie Sigcn* 
t^ümlid(ffeit berfd^toanb tt)ieber in ber folgenben «u«faat. ®. mäf 
Monis nigra. — ©auj 5Daffelbe gilt öon ben SS e r g r ü n u ng e n , 
»eld^e ebenfaW.^bet Aquilegia) an bemfelben ©todte in ben 
5Erieben ber'folgenben ^al^re ni(^t »ieberf eieren, unb oft gteid^« 
jeitig in bemfefben ^al^re M Joieten ^fKanjen — einjährigen unb 
perennirenben — auftreten (Aquil., Thlaspi arvense, Esch- 
scholtzia califomica). 5)?affc ®ommer fdfceinen baö ?ß^änomcn 
gu begttnftig^. 

9Kafter« fal^ einen 33aum t>on Sal. babylonica ^nit f|)t- 



157 

tolig aufgeroQten 93(&ttern gekgentßd^ nad) 25 ^al^ren einen 
Sweig mit ffati^en ©lättcni treiben, (2)arö)in, SSar. 1.490.) 

@ine fonberbore SJariation fa^ ici^ bei einem 93anm öon S. 
fragilis mas : in, einem ^a^te toaren alle ober faft aüeÄäfed^en 
— tanfenbteeife — gabelti^eitig Y. Qn toor^erge^enben unb.naci^« 
fofgenben Qai^ren an bemfctben ©tamme (im botau. ©arten ^,n 
(Siegen) nid^t tt)eiter beobad^tet. 

@%dpar^ beobadf^tete^ bag®amen ^on anbrog^ner Salix 
cinerea ^ßflangen ergaben , toetd^e bie gigen^llmtid^feit ber 
SRutter^jflanje geigten, beibe ®efdf;ted(fter anf einem ©tamme, 
(©itj. 33er. b. p^\)\, öfon. ®ef. fiönig«berg. VIII. 1867. ©, 19.) 

137. Salvia. 
83ariation. 

S. officinalis. ^anad^irte SJarietSt famenbeftönbig (ögt. 
E. Morren, Institut 1865. p. 279). 

S. Horminum v. bracteis et floribus purpureis. (Sigene 
Snttnrob 1865. ©iniä^rig. 3^ifl*^ ^^i"^ <^^^^^^^»be garbe. Sbenfo 
1866 unb 1867 tt50 ettoa 1000 S3Iüt^enäfte öor^anben »aren. 
1868 abermate alle rotl^; ^im ©anjen 45 ^fldnjen mit ja^I« 
reid^en SSIüt^enäften, 

Scrnl^arbi ertoäl^nt eine 3)iitteIform an« Armenien, toeld^e 
S. Hormin. (rot§ ober Uan) mit viridis i)erbinbet. S3egrtff ber 
^flanjenart 1834. 7. 

138, Scolopendrmm, 
)3Sariation. 

S. vulgare laceratum n. S. y. crista Galli. 
9laäf 93eob. toon Äcnneb^ Sribgman (Ann. Mag. nat. bist. 
VIII. 490) fmb biefe fporenbeftänbig, Je nac^bem bie ©|>oren 
tjom abnormen ober bon bem normalen Steife beffelben Statte« 
entnommen toerben. — Uebrigen« l^anbelt e« fid^ l^ier nid^t um 
gefd^ted^ttid^e ^robncte. SJgt and^ «. SBrann, «eriting. 1849. 
©• 330. 331, 

139. Seeale cereale^ bibemum. 
93artation. 

SWitte ÜKärj 1859 an^gefäet; Acoren gnm I^eil bereit« 



158 

am 28. ^^mti 4)oflfommen auögeBitbet. Diefealfo fofort einjSl^rig 
gettjorbcn. ((Sin im SSorjal^re am 14. 5Ko)). Befäeteö Seet cnt* 
tt>i(fettc bte Sel^Kn genau ju berfetten 3^'^ uic^t frül^er.) 
/40. Sedum alÖum L. 

enitnr ab 1858; anf Mfretc^em nnb fatfarmem S3oben. 
Stieb burd^mt^ conftant (Sanfenbe »on @3cem}>laren) bi« 1868. 
141, Ä. a. var, albissimum, ^ 

Sötätter ^eögrtth nnb — tote bie ßorofle — ol^ne ©))nr t)on 
rotten gledd&en ober i)nr|)Ärnem Stnftoge*^). 

^6) fanb bie ^flange in einem ßjemj3tave uirter ga^Ireid^en 
t^}>ifd^en im 3a!^re 1864 bei 3Jc)5j5arb. ^^n ben ©arten »er^ 
j)Patiät fructificirte biefeÄc reid^lid^, berme^rte fid^ bebeutenb 
(bnrc^ ®j)roffunfl nnb auc^ bnrd^ ©amen), aber bie ganje SWad^* 
Iommenfc|aft blieb b o U f o m m e n nnberänbert (bi« 1868). 8lnd^ 
bie ©amenpflanjen in Statt* nnb SSlüt^enfarbe ganj umjeränbert. 
35ie ^flanjen fte^en nun gu ^unberten nnb bebeden 3 Quabrat- 
fu6 V-anbe«. 

» i42. Sisymbrtum. 

Variation. 
S. Sophia, bei un^ einia^rig, ift l^oljig in 3^enerifa : 
S. millefolium. ßefttere ge^t bei unöaßmä^lid^ in bie erfte 
gorm jurüd. (SSgt. E. Morren, acciimat. d. plant, p. 27.) 
143, Solanum tuberosum. 
Äreujung. 
®urc^ SDcnliren, nad^getoiefen bon §i(bebranb (Sot. 3^8* 
1868. §«0. 20 mitafcb.). §. entfernte aßeMugen einer »eigen, 
glattfc^aligen Sartoffet ; ebenfo bon einer rotten, f d^upj)igen. §ier* 
auf fügte er biefe Singen in bie Knollen ber entgegengefeftten 
SSarietät. 3lu« biefen Änof^jen entftanben nur 2 ^flangen, »etd^e 



*^) 3)ictc gorm ift burd^ aJJittcljlufen mit bcr §au^tform toerBunben; 
i6f fatib 1868 Bei SöcilBurg unb ©röfcncd an ber 2a^n ^flanjen, ttjclci^c 
oHgev fe^r nül^e ftatiben, bo(]^ mar an ben 53Iüt^enftiel4eTi nod^ ein fd^wati^er 
!purj>ur*3lnf(ug bcutlicä^ jn erfenncn. 2)aneBen tt)U(]^« bie ©aii^tfonn fe^r 
ja^Ireid^. 



169 

fluottcn Bitbeteit. Unter lefcteren »aren 2 an bem emcn Snbc 
rot^ unb fc^nppifl^ am anberen* ßnbc tDciß unb gtattfd^atig ; bev 
mittlere I^ett tociß mit rotten Streifen, „^iernad^ ift bie 9Rög^ 
lid^feit ber Srjeugung eine« ^fro^jf^l^briben ate feftgefteÄ anju* 
fe^en.'*'' ©artoin, S?ar. IL 480. 
SJariation. 
^^JJadenjie befc^rieb (ine SJariet^t, meldte beftänbig ^mei 
"äxtmx t)on SBlüt^en probudrte, bie eine gefüOit unb fterif, bie jtoeite 
einfaci^ unb frnd^tbar. (Darmin, Aar. 1868. 1.414; toonodf 
wk Ingaben über SSariabilität ber ffartoffet gu finben finb.) 
Daf. 493 : SSariation eingetner ©proffe an« ber finoße. 

iM, Specularta Speculum DC. 
a) violacea. ßuttnr ab 1859 auf falfrei(3^em mib falf* 
armem »oben (bgl. 3Jot. 3tg. 1865. 33eil. ®. 111). 2)(ut^en 
ftet« blau; 1865 erfd^ienen einige toeißblüt^ige; 1866 alle lim; 
1867 1 ®to(f mit VDeifeen SJlUt^en; tourbe befeitigt 1868 er« 
fd^ienen unten 200 ^ffanjen abermal« einige (4) lüeigblütl^ige 
©tämme, ferner «iner mit lilafarbigen Slütl^en. — Auf einem 
anberen ffieete crfd^ienen in bemfelben 3^a^re unter 13 ?ßflangen 
feine toeigblüt^igen ; auf einem britten unter 15?ßflanjen 1 »eiß* 
blütl^ige. 

b) v«,r. albiflora. 

©amen t)on obigeif »eifeblütl^igen — alfo ganj jufäüig ent< 
ftanbencn — gorm lüurben 1865 ifolirt au«gefäet. 1866 waren 
afle SStumen »ieber blau. 1867 jal^lreid^e ^flanjen, aöe bi« auf 
eine toei^e Mau. Sitte blaublüt^igen befeitigt. ^xa 3uü ®<mtxi 
ber toeigblüt^igen gorm au«gefäet, ba tjorftel^enbe« e^emptar ju* 
f&ltig berloren ging. 

1868 famen (au« Stteren ©amen) bon felbft auf bem be* 
treffenben SBeete mcl^rere (6) ^flangen, »cbon nur 2 toeipiüt^ig. 

ii5, Symphytum, 
93ariation. 
S. officinale. ?ßonad^irte gorm famenbeftänbig. SBie 
lange? (E. Morren, Instit. 1865. p. 279.) 



160 . 

i46* Syringa, 
SSariation* 
Lilas varin, ftevit. 5Bra(J^tC Sltit^cn t)Ott varin, vul- 
garis «nbpersica. ^\\ »o^( g^fiJ^lec^Uid^ erjeugt (@. 3Korrcn). 
S. vulgaris alba wnb coerulea finb famcnBcftanbig (öfl(. ®ätt« 
ncr, S)a|l erj. 304). 

M7. Triticunu 
Ärcujuiig. 

8S9I. Aegilops. 
aSariation. 

^crobot fa^ (L 193) in ber Stticbcrung t>on Söab^tog 
SBeisen mit 4 ginget Breiten SBtättern. 

^a6f Äörnide treten bie 5Rarben nic^t ^erau«, bieÄnt^e* 
ren erft rndf berOeffnnng nnb t^itoeifeu ©ntteerung ; l^iev atfo 
©elbßbefrud^tung. (DartDin fteöt bie ?5efru(i^tung in ber ge* 
fc^toffenen S)füt^e mäf feinen Söeobac^tnngen an meisteren 3Sa» 
rietäten in Strebe. Da« SSarUren 1868. I. ®. 395.) Dal^er 
voo^ bie conftanten SRaffen, »eld^e bemnad^ nic^^t bnrc^ SreujimB 
entftanben finb, fonbern burd^ Stüma nnb 33oben. 66 gttt 23o* 
benarten, auf tioeld^en ber tueige SBeijen fd^nett rot^ toirb (9ie* 
geTö ©artenflora 1866. @. 22). 

Ueber SBinterweijen, wenn im grü^ling gefSet. (Stnige (bfe 
ff einften) ©amen brachten ^el^ren, tte SWel^f 3^^I "i^** (fe b » a r b 6 
nnb ßpün, ©gl. Sinbte^, I^eorie ber ©artenfunbe. ®. 364. 
— Ann. sc. nat. 1836. v. 1.) 

T. vulgare. Unger fanb im Öe^ftein^^^ädfel t)on (St 
Sab in 2leg^»)ten (4000 ^fa^re alt) bie^ßflanje mit ber ^entigen 
ibentift^. (®ife. »er. SBien. «fab. 1864. 3fan. ©. 81.) 

Ueber 9K n m i e n » e i j c n (nic^t t^erf c^^ieben bon bem l^eutigen) 
t)g{. grora 1835. ®. 3. — ®. anc^ »ifc^off, «ügem. 23ot. 
1836. IL 479. - «el?nlic^e6 bei Unger, «nat. ^ß^. b. ?ßfl. 
1855.428, nnb ^ntton (bej. ^toiebel an^ SWumienfärgen nad^ 
2000 Qaifxm nodf gefeimt, nid^t »erfd^ieben tjon heutigen) »gl. 
aWitt^. b. SWentitfd^einer Sanbtoirti SSer. 1866. @. 76. - @ d^ n to 
erbe, ?ßflie., SSJJenfd^. ®. 44 (^ompejanifd^e ^flanjen). 



161 

©alBrct Cttttiüirtc tijS^rcnb 30 3f«^ren 150-160 «rtcn 
))on SBetjen, unb mit Studnal^me ber Ouolität .bed Jtornd i&^te« 
tcn aBc rein (Darmin, b. SSarürcn. 1868. ©.392). Dagegen 
J«nb 8c Eotttcur, ba| in einer mib bcrfelben Slel^re iierfd^ie*^ 
bene Äörner fo bariiten fönnen, bt| man barau« bcfonbere SSa« 
rletStcn jüd^ten fann. 5K.efe8^^ f^ii*^ einzelne gormen, bie in 
®}>amen conftant ftnb , in ^eibetterg gnm 2^^eit toariaBet, mit 
«ttönal^me l^ei^r ©ommer (SDäfO* 

. DerJBnnbertoeijen erl^iett bei ber Cnltur in Ät^ei^ron 
nid^t feine d^atafterifüfd^e Qnfltore^cenj (Soc. agr. derAveyron 
1838. .p. 4-6, cit. bei Faivre, yar. esp. 1868. p. 24). 

Qäf l^obe ben ©nnbeweijen (Tn compositum) »ieberl&oft 
gejüd^tet, aber nie irgenb conftant gefnnben. . ©o j. S. 1868 : 
8lttf 48 conH)onirte Sfe^rcn fämen 84 einfaci^e. alle bürftig er- 
näl&rten (ftümmertinge) toarcn ftete einfad^ , atfo gerabe toie bei 
Papaver monstrosum. 

148, Triücum vulgare. 
a) SSar. mit granen, bel^aarten ©petjen. . 

au6foat im §erbfte 1865. (grfd^icn 1866 unberänbert, gal^t- 
reid^ frnctificirenb; 30 Stel^ren. — ©ämmtlic^e ^ftanjen (239 
ae^ren) be« ^fal^re« 1867 ganj unöeränbert. — 1868 : 60$alme, 
aKe ganj unDerfinbert in ber Äe^renform n. f. x^., aber in ber 
garbe entfd^ieben fetter geworben, ber grane Anflug faft »er* 
fd^tonnben. (ßntftel^nng unbefannt; it^ ^^U niematt eine fold^e 
unter ben gemeinen S35eijen}>flanjen auftreten feigen.) 

b) SSar. mit bel^aarten, ftrol^gelben ©j)e(jen. 
Sultttr ab $)erbft 1865. 1866 unDeränbert (66 Sichren), 
gbenfo 1867 (320 «e^ren). 1868 : 120 ^atme, garbe unb 
SSiöofität ber «lehren bfittig unberänbert »ie 1865. 

149. TuUpa. 
SBariation. 
Sinnä fci^on beobachtete, bag wx^ ben. ©amen ))ana(^trte 
lullen neben einfarbigen (alfo ungleid^e SBrüber) fi(j^ entwicf etten. 
Ueber SJariabilität, bereu enblid^e erf(i^ä|>fung! (SSgL 
Carriöre, prbd. fix. des varißtds. 1866. p. 65.) 

^offmann, Unterfuc^una. 11 



162 

©IC flcflcdtcn fjarbuttgcn flnb golgc t>on ihtoftJcn^'JBarlatton 
(®artt)in, »ar. I. 495)^ 

150. Ulmus. 
Ärejtjunfl. 

üBaftatb )>. U. campestris unb effusa ())gL Ato^fd^ 
in »cri. «fab* SWonat^Bcr. 1854. IL 557). 
93ariatton. 

5Ke^rerc JBarietäteiv «. a. bic mit gebrcl^tem Stamm, linb 
mid^ 8ofc einigermaßen famenbeftSnbig (S)aTtt)in/ S3ar. L 
460). 3n ßonmaU eine faft immergrüne SJarietät, fo gart, ba| 
bie ©d^SBß"9« ^f* bom grofte getöbct »erben (baf. 462). 

151. Vaccinium. 

SSariation. 

V. Myrtlllus. gine SSarietSt mit »eißer gruci^ft fam* 
mette ?. gndel bei Deftrid^ im Äl^eingou. (Ipse vidi 1867.) 

$• 3Ifc Befd&rieb einen Saftarb : V. Myrtillo + Vitis 
Idaea (V. iiitermedium Ruthe). (SSer^. Bot. SSer« 23ranbenBnrg. 
VII. 1865. ©. 218.) 

152. Verbascum. 
Srenjnng. 

Die Saftarbe finb faft in atten gäöen abfolnt nnfrud^tBar, 
tonnen fid^ alfo im ^^reien nid^t erl^atten; atfo aud^ leine nenen 
arten bitten, (©firtner, »aft. ßrj. 590.) 

Dar» in itobddfUU f|>ontane ^^briben jtoifd^en Ver- 
bascum ThapsuB nnb Lychnitis ())gl. bie betreff enben Ser« 
fnd^e in Journ. Linn. Soc. Juni 1868. p. 451 ff.). Die Se^ 
frut^tung gefd^iel^t fel&r leidet, bie ^rogenie« ift aber fittgerft fteril 
(454). 

153. Verbascum Blattaria. 
SSariation. 

SBgL V. Lychnitis. 

154. Verbascum Lychnitis. 

Ärettjung mit anberen @j)ecieö : bgl. ©ärtner, ©aft.*(5rj* 
©♦ 181 nnb 198. Die gelbbtütl^ige gorm lann mit ber ti>ei6* 
btü^enben fe^r gut gelrenjt tocrben (215); bringt bann faft fo 



163 

ötcl ©amen, aW bie @tam»H)fi(anjc bei SJcfrttd^tttng mit eigenem 
Rotten. On festerem tJatte »erben Bei oöen ©pecie^^'SBaftarben 
ber ^ftanjen fteW mel^r ©amen erl^alten, aW felbft Ui ber ßün* 
pigften Äreujung. Id.) SBgt. aud^ Dianthus. 

Scott'« JBerfuci^e ergeben gN^Igenbe« : 6 Slütl&en ber gel* 
ben gorm mit eigenem Rotten befrud&tet ergaben 6 Äa|)fetn. 
5)ie üÄitteljal^t guter ©amen = 100 gefeftt, fo ergab fid^ bei 
93eft&ubung t)on ®e(b mit SB ei § au« 7 j{'a)>fe(n ein SRittel ))on 
94 ©amen. C« toaren ba^er bie ©efrud^tunaen mit ber frembeu 
8arbt>arietSt ettoa^ »eniger frud^tbar. (Sbenfo bei ben 2 garb* 
t>arietaten »on Blattaria nnb Thapsus. (®artoin, SSar. IL 
1410 

SSariation. 

fiommt beiCattt) auf rotl^em ©anbftein tjorjfiglid^ mittoeißer 
SBIfit^e öor, nur feiten mit gelben SBlumen unter ben »eigblül^en- 
ben 3fnbit)ibuen; Ȋl^renb bie gelbbltil^enbe in einer gntfernung 
Don nur Vs SWeile auf falfigem ober tl^onigem SBoben in ber 
SRel^rl&eit ivorfommt. Daffetbe gilt Don V. Blattaria. Diefe 
beiben ?lrten gaben im ©arten Don ©amen an« gelbblül^enben 
^ßflanjeu in ber SKel^r^eit »eiplü^enbe mit tocnigen gelbblü^enben 
3fnbiDibuen. 35er ©ame biefer toei|b(ü^enben brad^te jeboci^f 
bei ber ?lu«faat aud^ l^in unb toieber ein gelbblül^enbe« ßf em|>Iar 
^erDor. — Sei ber Ä reu jung entftel^cn nid^t blaggelbe, fonbem 
loeige ober gelbe in reiner garbe, bie »eigen Dorl^rrfd^enb; too» 
burd^ ber (Sinflug be« Soben« auf biefe garben Diele SBal^rfd^ein* 
lic^feit erpt (®ärtner, 23aft erj. 307). Die toeiplüt^ige 
gorm Deränbert il^re garbe im ©})ät^erbfte bei falter SBitterung 
in'« SBlafigelbe [316«)]. 

ftötreuter (britte gortfefeung ©. 34. 39) fanb, bag bie 
gelbe unb bie toeiße Lychnitis burd^ ^Qa^xt reinjüd^teten; baß 
fie im toilben guftanbe oft burd^ einanber gemifd^t Dorlommen; 



") 3lna(o0e ©irfungcn ber fügten Witterung auf rot^c u. a. SBtmncn 
t>gl. baf. 310. 313. 315. 316. 

II» - 



164 

ba§ Bei bcr iJrcitjung ?)Iüt]^ctt öonintctmcbiärcrgarBe jUtttSJor- 
f<!^em lamcn! (Dar »in, SSar. IL 142.) 

155, Veronica, 
SSartation. 
V. madagascariensis. ^amäfixte SBarictät famen* 
BeftSnbtg/ (E. Morren, Instit. 1865. p. 279.) 

Äotl^BIütl^iac Veronica agrestis (pulchella Bast.) unbAna- 
gallis (aquatica Bernh.) inxäf ettoa 10 ®enerattonett Tetn ge« 
jücj^tct »Ott »ernl^rbi (aSegriff b. ^flanjcnart. 66> 

156. Vinca. 
SSariation. 
V. minor, v. alba, ©urd^ @J)ro6bUbunfl^ (?L Staun, 
^ot^cmBrJjonic. ®.218.) V. alba unb rosea jinb famcnbeftan- 
big (bgL Oärtncr, 33aft (gra- 304, 742). 

157. Viola trieolor. 
ajariation. 

Die ©efd^id^te betfetten — ab 1687 gebogen — bgL bei 
Dar») in, SSat. L 469. SIenbetnng bet Slüt^enfatbe nnb 
?®t86e bet ^enfee« butc!^ aSetj)Panjen (®. 496). — 5Die gtog* 
blütl^igen Sotmen fd^Iagen bei utangetnbet Pflege tafd^ in bie Vq* 
J)if^e gotttt iVixM. (Faivrc; var. espöces. 1868. p. 118.) 
SSgLand^ Dattoin, SJat. 11. 41 : Stuf tteten tjottfommen ,,»Hbet" 
SBlütl^en avi^ ©amen bet fd^önften cultibitten SJatietäten (nad^ 
Scubon). 

as i g t : 3m Qenaet botan. ®atten toat eine fd^bne SSatietSt 
öon Viola trieolor ftel^eu geblieben, »etd^e il^te ©amen übet 
3 aSeete unb 2 bajtoifd^en Befinblid^e SBege auöftteute. «nfang« 
Octobet »aten bie 3 (gebüngten) a3eete teid^ mit bunte t V. tri- 
eolor befefet, unb bie bajmifd^en beflnblid^en ffiege eBenfo bid^t 
unb teid^üd^ mit bet faft fatblofcn Viola arvensis. (aSgL 
Se^rbud^ bet a3ot. ©.300; ©t)ting, ®attg. 1838. @. 179.) 

VioL trieolor a u. /9L. (aSlt^. toei^L obet bläut); gaben 
Bei bet Äteujung ein butd^ 3 ®enetationen conftante« 9WitteIj)to- 
bttct. §ofmeiftet (^anbb. b. j>^^f. aSot. I. 1. 563). 



J65 

i58. Vitis. 

Uralte Sultur|)f[an2e (9?oa^), ))on ben iS3eto)o]^nem ber ^fa^I* 
l&attten fd^oit (»itb) in Italien knuftt ($eer, ^fti, b. $fap* 
1866. @. 28), fogar in ©Ubfranfretd^ einft toitb (^land^on 
fanb fpffiCc »cjie im %ix% Nat. hist. Rev. 1865. Apr. p. 224). 
3fn aeg^|)ten ca.. 4000 sifal^re b. ßl^r. f(i^on®cin gelcitcrt (bgL 
Production anim. veg. Paris. 1867. p. 18). 500 b. fi^r. in 
Sirene (^erobot, 4. 199). @cit ^roBnö (280 n. Cl^t.) in 
ber $fal3; tpal^rfd^einUd^ fogar noci^ frfil^er. 

Jhreuiung. 

SBonfd^ct ^at koBac^tet, ba| burii^ ftrenjung einer rotl^« 
faftigen ffranbenforte (aK maß) mit einer »eigfaftigen (att fem.) 
bie fjrüd^te ber festeren fd^on birect nad^ ber SJefrud^tung rot|* 
faftig tottrben. «nd^ bie ©amen »aren ^i^bribiprt, toie gu er* 
toarten unb bnrd^ bie ^Vi6)i ertpiefen mnrbe. (Compt. rend. 
1865. Jan. p. 229.) — Obigem »iberfrred^n bagegcn SÄarfed 
unb ^land^on (baf. 1867. Fevr. p. 257). «natoge gäOe Ijat 
wx<ii ©artoin, SSar. I. 515. 

ein änalogon ber Ärenjung bnrii^ Serfd^metjung jtoeier 
3ö>eige berfcl^iebenfarbiger «eben; JRefnltat : ^robnction gemifd^t* 
farbiger 5Erauben neben ben normalen. Ofirtner. SEfd^ar* 
ner (®arioin, SSar. I. 508). 

Ste^nlid^ed xmh bon berfd^molgenen ^albgmiebetn bei ^^ 
cintl^en angegeben, fokoie bon jfartoffetn unb JKofen nad^ ^ol^n^ 
ter (baf. 609). 

SSariation. 
@amen bon »eigen STranben geben toeigfrfid^tige 9teben (A. 
de Candolle; g^ogr. bot rais. n. 1083). 

V. vinifera v. laciniosa. (gntftel^ttng bnrd^ «berro^ 
tion and @amen (t>gC. X. 3} rann, Serifingnng ®. 332 ff. S)af. 
334 aber Siüdtfd^Iagen bon äJarietfiten). 

Xranbenf orten bnrd^ ©amen conftant fortget^flangt (m St« 
bert, »gL S3ot. 3tg. 1855. @. 68). 

Boxas-CIemente ift bie Sorte Chasselas and^ 



166 

))enpi(bernb unb Bei @e(6ftatt9faat conftont (Quatrefages, 
Bev. d. deux. mond. 1861. Jan. p. 420). 

SBciBe SurgunbertrauBe (eine S5ar. ber rotten) fiJ^tägt 
an benifetben@to(IeBi9n)e{Ien in ber garbe jurfid^ Seeren t^etM 
Um, t^et(d ilan nnb iDeig jugtetd^ (9* ^eftx, SSefterm. i&. 
9)tona»]^efte. 1864. @. 535). Sle^nlid^ed bei S)anoin, S3at* 
L 479. 

^ana(!^irtc Webe (Morillon panach^) ^atan|er ben pa^ 
nad^irtcn SCrauben anä) ganj Haut ober ganj »etge (SBeobad^tet in 
!Cafö]^etm 1864) ; aud^ fe^t bie ^anaci^imng in einzelnen ^^l^ren 
an eingetnen Sleftcn ganj an^ (SDaf. 1866). fB. giegler n. $. 

^anad^irte Zranben«9Sariatton, SRfidf d^tag an )>erf d^iebenen 
feigen/ felbft Trauben. Siücffd^Iag in einjelnen 3^l^rgängem 
fß1>^ inxä) ^Jjbribotion entftonben? 9?ad^ ^allabin« bnrc!^ 
^froj)fen? (t)gL CytisuB Adami). $araßc(e Äenberung ber 
©IStter. (Duchartre, Joum. boc. d'horticult. 1865. XI. 
p. 597.) »gl. hierüber bcfonberö ©ärtner, SBaftCrj. 1849* 
@. 620. 

Ucber bie — auf Zönfd^nng bern^enbe — Angabe öon ber 
(Stjengung lernlofer gtüd^te burd^ gntutarlnng ber ^fröj)f* 
reifer »gl. ba^ ^iftorifd^e bei Reffen (in fBod(fenbI. b. «nnaL 
b. px. Sanbto. 1867. no. 43. @. 389). 

9Äcl^rere ©orten finb Sugerft »ariabet, fogar tjon bem* 
fetten ©einftodt erjog toan 9Mon^, obgleid^ berfelbe gang 
ifotirt ftanb unb Sprengung l^ier nid^t eintoirfen lonnte, gang »er* 
fd^fiebene ©orten (Arbres fruitiers, 1836. II. 290). «unbe 
Keine unb oblonge grofe SJeeren oft an berf etten 5i;raube ,,Mac- 
cabeo*', nad^f Odart, Amp^logr. univ. 1849 bei Dartoin, 
a» a« JD. 

®ag ber SQein in txopi^äftn ©egenben immergrfln n>irb unb 
babei in ber Sieget aud^ fructificirt^ l^abe id^ früher nad^geioiefen 
(SBot. 3tg. 1865^ »eil. @. 47). ©eitbem finb mir mehrere neue 
gäHe belannt geworben. 



167 
i59. Zea. 

Zea May», ©ärtiter jog ^al^tc lang eine 3^^8^^^ 
üon 9Rai9 mit getben Samen neben einer großen mit rotl^en 
Samen, el^ne bag jiemott fpontane jh:eu}nng )>ortam. S(td er 
enMid^ 13 S3lfifl^en ber einen mit bem ^oüien ber anberen fiinft« 
Ixii lefrnd^tete, fo l^rad^te ein einziger Jiclben ©amen, nnb }tt)ar 
nur 5 Stfid. ÜDie fo erhaltenen 9»ifc!^linge njaren übrigen« toott* 
lommen fmii^tbar. Älfo faft ööttige ©terilitfit bei einer nnb 
berfelben ®<)ecie« (t>gL Dar »in, Orig. spec. 1859. p. 270); 
Variation. 

The Maize is occasionallj hermaphrodite in Sikkim^ 
the bisexual flowers forming an immenee drooping panicle> 
and ripening small grains. This phenomenon is yerj rare. 
(J. D. Hook er, in Hook. Joum. 1850. H. 21.) 

Qfn America lommt eine SSar. rostrata nnbbracteolata 
(tunicata) toor (l^gl. Decand., g^ogr. bot. H. 951 u. Ann. 
des sciences nat. 1" sdrie. t. 16. p. 143. 5lbb. in Transact. 
hortic. SOG. 1846. 1. 114 nnb Cottage Gardener 1857. Febr.). 
SWad^ fjloij nnb ®d{>üBeIer nnr nntjoflfommen famenbeftänbig 
{ß6). Stttt. %% ». §»or»eg. 1862. ®. 36—38); ögL ®arto., 
b. aSariiren. 1868. I. 400. (Sbenba über ba« l^ol^e «Iter be« 
üMai« in «merica. ©artoin fanb an ber Äüfte öon ^em 
SD?ai«foIben, »efd^e gnfammen mit 18 @j)ccic« recenter ®ee^ 
mnfd^cln 85 8u| über bem SKeere^fpiegel emporgel&oben toaren. 

SDer gelbe $ü]^ner*9Wai« (Cinquantino) ift nad^ Snrger 
üolllommen famenbeftänbig (ögL ©d^übeter, Sßortoeg. a. a. O. 
@. 38). 

Ueber anbrogJ?ne gormen ögf. Salix. Qd^fbeobad^tete Meine 
Äotben in ben männlid^fen 3JIüt]^enrif}>en : eine ßnbpartie 
einet ober ber anberen mfinnlid^en Sle^re loar in ftotben ux* 
»anbelt. ffibenfo 3f. ©cott (©arwin, b. SBariiren* 1868. I. 
401), ber and^ StoitterMüt^en fanb. 

9?ad^ üKefeger'« 6ttItttrJ)erfttd^en mit 12 Slaffen ftnb »on 
beren Unterarten mehrere jiemlid^ conftant, anbere »ööig nncon* 



168 

pant (©ctreibeattcn. 184L ©• 208). @ic wtivtm i>on IS^ott 
m 18 Sttg (Son&fou»; ^»^' ^A^* d^ ^» 1836). «u^ 
gormen mit J)crjti)c igten ÄoIBcn lommcn üot. — »^ fanb, 
baf bie j(0mer oQer ))on i^m cuttiDirten ^arietfiten enbli(^ gelb 
iDurben, to)%enb fie 93onafott9 tneift in bet ^axU bntd^ 10 
^^re conftant fanb. äRe^ger fal^ bie Zea altissima aud bem 
iDarmen America \ä)m binnen 6 ©encrationen in ben |>ffiljct SWai« 
f aft DoOftfinbig juriUCfcl^Iaeen ; ber americ. S e i g } a l^ n^SKai« tyerlor 
faft ben ^oXfn fd^on in ber 2. ©eneration. — SSgL femer ®p* 
bron, esp. rac p. 80. (Dar». 403.) ®af. nnb bei @^übe* 
ter (o* a. O.) über «cctimatifation, b. 1^. Wnftflcl^e $er- 
»ormfnng rafd^ reifenber ©ürten in norbif(!^en ©cgenben bnrd^ 
JtnÄefe ber frU^reifenben@amen; ber pd^erfte bi« ie^t belannte 
f^aQ ))on ttimatifd^er SIccommobation in ))o(arer 9it(i^tttng. 9lad^ 
Jtnberffon ift ber TuBcarora-9Äald in ©d^toeben tooIHommen 
acdimatiftrt (Vdg. Sudde. 1867. 77). 



2d^iü^v^ßml 



©ic folflcnbc UcBcrPd^t entl^ält btc »cfcntfici^ftcn fi>ecicncn 
»cfultatc b€^ tjorl&crgc^cnbctt SRatcmte, fotoeit baffelBc eigene 
Unterfud^ttngen «nb (gjcjjcrimente unb atoar bnxdf mehrere ^fal^re 
^trifft. 

1* Die Urfa<!^e ber Variation ift unklannt, eine f. g. 
innere, 

9. «engere Urfad^en (Äßma, ÜÄebinni; d^emifd^e« 
©ubftrat) ^aben enttoebcr über]^n}>t feinen merfftd^en (Sinflug, 
ober feinen fold^n, »etd^er pc^ in ber gefd^Ied^tlid^en ©enerotion«* 
foffle att pfirbar enpiefe. 

3. JBiele angeblid^e JBarietäten Pnb äd^te ©j)ecie^, ba 
Pe Pd^ att famenbepSnbig enoeifen unb fein em)>irifd^er SBetoeid 
((gbnctiott ober JRebttction) vorliegt, ber pe mit anberen ®}>ecie« 
üerbänbe. 

garbe. Atropa Belladonna mit braunen unb gelBen 
©lütl^en nnb grüd^ten. Adonis citrina (aesti- 
valis). Datura Tatula (Stramonmm), Ana- 
galÜB arvenBiB (coerulea). ®od^ ip e^ felbp«* 
»erpänbtid^ unb geigt pd^ am 33eifriel tjon Sedum 
album albissimum ; bag man l^ier nur )>ro« 



170 

t)tforifd^ urtl^cilcn laittt, tnbcm cnbfid^ nod^ Uel&crgSnge 
gcfunbcn »erben lönnen. SBol^rfd^einlici^ l^ierl^er aud^ : 
Myosotis sylvatica (alba unb coerulea) ; Phy teuma 
spicatum (nigrum). 
garfee unb ifotm. 

Phaseolus vulgaris sphaericus haematocarpus 
unb meistere anbere angeBfic^e SSarietäten üon Phas. 
vulgaris. SBa^rfd^etnfidjj andf eine ober bie anbere 
©orte tjon Pisum. 
gorm. Hordeum coeleste : trifurcatum. Triticum vul- 
gare gorm (f. 0.)- — Avena orientalls (sativa). 
Lactuca sativa (Scariola unb virosa). Prunella 
grandiflora (vulgaris). 
4. Die meiften SSariattonen, bereu Sntftel^ung toirftid^ Be- 
dba^SfUt »urbe, finb ni<!^t fijrirBar (in gefd^tedjjtUci^er ©enercu 
tion^folge). 

garbe, Phaseolus multiflorus mit »eigen ober mamtorirten 
©amen, mit toeißen, »eigrotl^en ober rotl^eu 33(umen. 
SRotl^famige SSarietät öon Phas. vulg. sphaericus hae- 
matocarpus ; unb mehrere anbere f. g. ®nb^ptcit^ toon 
vulgaris (f. 0.). ®te meiften toeigblüt^igen JBarietS- 
ten bfouer ober rotl^er SSfumen (Digitalis, Specularia). 
Beta vulgaris (unb rotl^e 9Wlbe). Pisum sativum 
»arietät 
gorm» Papaver somniferum monstrosum. Triticum tur- 
gidum compositum. Brassica oleracea SSarr. Ra- 
nunculus polyanthemus (nemorosus). Daucus Ca- 
rota (sativus). Lactuca Scariola (virosa) u* f. ti). 
5» Sinigc toenigc pnb fi^irBor (in gefd{>(ed{>tßd&er ®ene- 
rationefotge). 

garbe. Sedum album f. albissimum. (analog : Mus Mus- 
culus unb bie Ättinoforra.) 

SBa^rfd^einttd^ gel^ßrt l^ierl^er Linum usitatissimum 
albiflorum, Salvia Horminum v. 



171 

gorm ttnb garBe. 

Nigella damascena monstrosa (ffinfji&^tige 9e« 

Unter festeren finb einige SSariaticnen oKem Änfd^eine mäf 
tief greifcnb; bod^ (♦»rid^t leine SBeoBadjjtung bafür, bag bie 
93ariation fiBer eine Beftimmte t^)>if(l^e ©renje l^inan^gel^t, 
cottaterat in onbere — Belanntc — ©pecie^ üBergefß^rt ober 
mtSf bem %\fpu9 einer entfernten^ ober meisteren ®}>ecie« gemein«« 
famen Stammform l^in jnrütfgefül&rt »erben fann. 

6^ mng bem ?efer üBerlaffen BleiBen, fid^ jn entfd^eiben, oB 
er biefe burd^ (im aKo^imum) 14 Jährige SSerfud^e ermittelten 
)>ofitit>en S^atfat^en, toüdfc bem S(nf($eine nad^ nid^t fär bie 
SRid^tigfeit ber jefet Ijerrfd^enben gorm ber ®e«cenbenj*^l>» 
pot^t\t fpred^en, ber SBead^tung loUrbig flnbet gegenllBer ben auf 
bebuctit)em SBege gewonnenen, aBer nid&t auf fidler ermittelten 
Zffat^aäftn rnl^enben Orttnben, toeld^e Bei il^m ettoa für 
biefelBe f})red^en; nnb oB er ber ?lnfid^t ftd^ ^ingeBen foü, bag 
burd^ ein 3tt^ülfeneBmen nnenblid^ langer 3eitränme bie ©d^toäd^e 
be« <)ofitioen SC^eite^ ber ^\)potf)t\t genügenb anfgeioogen toirb; 
jumol Bei SBead^tung ber JC^atfad^e, baß getoiffe ^ßflanjen üBer* 
^mpt leine iReigung jur SSariation geigen, nnb bag gal^lreid^^e 
^flanjen — cuttioirte toie »itbe — feit ben älteften l^iftorifd^en 
3eiten feine nac^toei^Bare Äenbernng erfahren l^aBen. 



S)ru(f ton SB i 11^ eint Kelter tn biegen. 






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